Ganz Argentinien hofft auf den Sieg bei der Fußball-WM 2022 über den Titelverteidiger Frankreich. Lange ist es her, dass die Südamerikaner den Weltthron des Fußballs eroberten, zuletzt war dies 1986 der Fall. Für Lionel Messi könnte mit dem Sieg im WM-Finale ein Traum in Erfüllung gehen: Sechsmal schon wurde der Stürmer als Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet, der Weltmeistertitel fehlt dem 35-Jährigen bislang. 

Argentinien, der achtgrößte Staat der Erde, hat aber nicht nur im Sport, sondern auch touristisch viel zu bieten. Tropischer Regenwald, das längste Gebirge der Erde, berauschende Naturkulissen und pulsierende Metropolen machen das facettenreiche Land aus. Großstadtfans werden hier ebenso glücklich wie Abenteurer und Abenteurerinnen und Naturliebhabende.

Buenos Aires: Wellblechviertel, Herrenhäuser und Tango

Buenos Aires ist Argentiniens Megastadt. Etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung lebt hier und mit über 15 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen übertrumpft die Metropolregion Buenos Aires sogar noch Rio de Janeiro in Brasilien. Ganze 14 Fußballstadien zählt die Stadt, und die Einflüsse der Einwanderer aus vielen unterschiedlichen Ländern sind sichtbar. Eines der 48 Viertel der Stadt ist La Boca (deutsch: der Mund).

Tangodarbietungen gehören zum Straßenbild von La Boca.

In dem eher armen Künstlerviertel dominieren Häuserfassaden aus buntem Holz- und Wellblech. Kunsthandwerk, viele Cafés und Restaurants und auf offener Straße dargebotener Tango machen La Boca aus. Verlassen sollte man die Hauptstraße nicht, die Gefahr eines Überfalls ist hier groß. Und apropos groß: Auch das Stadion La Bombonera findest du in La Boca. Fußball-Ikone Diego Maradona spielte hier in den 80er- und 90er-Jahren für die Boca Juniors.

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Ebenfalls tangogeprägt, aber optisch anders präsentiert sich San Telmo. Bevor im 19. Jahrhundert das Gelbfieber ausbrach, lebten in dem Viertel die Vornehmen der Stadt. Die großen Herrenhäuser und Altbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, verzweigte Innenhöfe mit Boutiquen und Ateliers versprühen besonderes Flair. Jeden Sonntag findet an der Plaza Dorrego ein großer Markt mit Ständen, Livemusik, Food-Trucks und Tanzdarbietungen statt.

Im Viertel San Telmo war einst die vornehme Gesellschaft von Buenos Aires zu Hause.

Die Iguazú-Wasserfälle im Nationalpark

Es peitscht, es tost, die Gischt spritzt, Regenbogen schimmern: 20 große und 255 kleine Wasserfälle stürzen sich an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien in die Tiefe und schenken ein Naturerlebnis der Extraklasse.

Die Iguazú-Wasserfälle gehören zu den größten der Erde und von der argentinischen Seite aus gelangst du über Metallstege zur Teufelsschlucht, unter der das Wasser in den Abgrund schießt.

In die Tiefe stürzende Wassermassen, Tukane und zahme Nasenbären erwarten dich an der Grenze zu Brasilien.

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Wer diese beeindruckende Kulisse besuchen möchte, sollte sich einige Tage Zeit nehmen. Die Wasserfälle liegen im gleichnamigen Nationalpark und du kannst ihnen auch auf dem Wasserweg näher kommen oder bei Safaris durch den Dschungel die vielfältige Tierwelt erkunden. Bunte Schmetterlinge und Vögel, aber auch ziemlich zahme Nasenbären und Raubkatzen wie Pumas und Jaguare leben hier.

Die Welt der Anden und der Zug in die Wolken

Trekking und Wandern, Skifahren und Bergsteigen, Erlebnisse mit der Andenbahn oder Reiturlaube: Die Anden an der Westgrenze Argentiniens bieten Aktivurlaubenden ein Potpourri an Möglichkeiten. Die höchste Erhebung des längsten Gebirges der Erde ist der Aconcagua mit 6959 Metern Höhe, und wer ihn besteigen will, muss bis zu 80 Stundenkilometer schnellen Windböen trotzen. 

Einfacher kannst du das Gebiet mit der Bahn erkunden. So tuckert beispielsweise der Tren Patagónico 830 Kilometer durch die Landschaft bis zur Anden-Stadt Bariloche. Schwindelerregend wird es beim Tren a las Nubes („Zug zu den Wolken“). Die spektakuläre Strecke führt auf bis zu 4200 Meter hoch in die Anden und wurde von „National Geographic“ zu den neun besten Bahnstrecken der Welt gewählt. 

Die Touristenattraktion Tren a las Nubes auf dem Polvorillo-Viadukt in den Hochanden bei Salta.

Von Lama bis Orca: Argentiniens Tierreichtum

Zu den Schönheiten Argentiniens gehört auch die vielfältige Tierwelt. Je nachdem, wo du bist, kannst du andere tierische Bewohner entdecken. Im Norden, wo der Regenwald gedeiht, leben unter anderem zahlreiche Affenarten, Waschbären, Raubtiere wie der Ozelot und auch Aligatoren und Piranhas. Auch die Vogelwelt ist mit Kolibris, Flamingos, Tukanen und Papageien besonders farbenfroh.

In den Anden begegnest du Lamas und kannst mit Glück einen Andenkondor entdecken. Mit über drei Metern Flügelspannweite gilt er als größter flugfähiger Vogel der Welt und die Indios verehrten die eleganten Vögel als Gottheiten. Die Küste Patagoniens und Feuerlands nennen Delfine und verschiedene Walarten wie Orcas ihr Zuhause. Auch Seeelefanten und Pinguine, Seelöwen und -bären aalen sich hier. Ein Traum für jeden Tierfan!

Seelöwenkolonie an der Küste Patagoniens.

Die Seenlandschaft der Ruta de Los Siete Lagos (7-Seen-Route)

Atemberaubende Natur zeigt die 7-Seen-Route, die auch die Nationalparks Nahuel Huapi und Lanín passiert. Die gut 190 Kilometer lange Strecke führt von San Carlos de Bariloche nach San Martin de los Andes und, wie der Name vermuten lässt, an zahlreichen idyllischen Seen vorbei. In der Umgebung der Seen gibt es vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten und Wander- sowie Mountainbike-Strecken. 

Der See Lago Espejo ist eines der Highlights der Seen-Route.

Die Naturkulisse wird von unberührten Wald- und Berglandschaften und Vulkanen komplettiert. Vom Guanako (eine Kamelart) bis zum Pampashasen bieten sich hier und da Wegabschnittsgefährten an.

Ein besonderes optisches Highlight der Strecke ist der Lago Espejo („Spiegelsee“). Die stille Oberfläche des Gletschersees spiegelt die malerische Umgebung. 

Córdoba: Buenos Aires’ kleine Schwester

Nein nein, wir irren uns nicht. Dieses Córdoba liegt nicht in Spanien, sondern tatsächlich in Argentinien. Die zweitgrößte Stadt Argentiniens mit 1,35 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern liegt in der Mitte des Landes, 650 Kilometer Luftlinie entfernt von der Hauptstadt.

Der Fokus auf Hochschulen und Bildungseinrichtungen hat der Stadt auch den Beinamen „La Docta“, die Gelehrte, eingebracht.

Die Kathedrale auf der Plaza San Martin.

Die Architektur ist bunt und von Kolonialbauten geprägt. Sehenswert sind architektonische Schönheiten wie die älteste Kathedrale Argentiniens und das Gebäude Manzanas de las Jesuitas, das zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.

Äußerst beliebt ist der Park Sarmiento mit seinem Vergnügungspark, Zoo, See und Rosengarten. Wer ins Nachtleben eintauchen möchte, findet im Studentenviertel Nueva Córdoba viele Bars und kleine Clubs.