Erst Frankreich konnte Marokko im Halbfinale der Weltmeisterschaft in Katar stoppen. An diesem Samstag, 17. Dezember, um 16 Uhr spielt die Mannschaft aus Nordafrika jetzt im Spiel um Platz drei gegen Kroatien. Sie ist damit die große Überraschung des Turniers – und die Mannschaft, auch die „Löwen vom Atlas“ genannt, versetzen mit diesem Erfolg einen ganzen Kontinent in einen kollektiven Freudentaumel.

Marokko hat jedoch noch viel mehr zu bieten als nur gute Fußballer. Das Land ist extrem vielseitig und bietet Urlauberinnen und Urlaubern etwas für jeden Geschmack. Hier erfährst du zehn gute Gründe, warum du mal nach Marokko reisen solltest.

1. Die Nähe zu Europa

Jeder Urlaub, es sei denn, du machst ihn auf Balkonien, startet mit der Anreise. Und hier liegt auch schon der erste Grund für eine Reise nach Marokko. Denn dort tauchst du in eine völlig neue Welt ein, und trotzdem musst du dafür keinen Jetlag oder Langstreckenflüge mit viel zu wenig Beinfreiheit in Kauf nehmen. Von den meisten Flughäfen in Deutschland bist du innerhalb von circa vier Stunden in Marrakesch, Casablanca oder Agadir.

In dem Land lohnt sich also theoretisch sogar ein Kurzurlaub – obwohl du dann viel zu wenig Zeit haben wirst, um die vielfältigen Seiten von Marokko kennenzulernen.

Marokkos bekanntestes Reiseziel ist die Stadt Marrakesch – aber viele Touristen zieht es ins 100 Kilometer entfernte Ait-Ben-Haddou (Foto). Die Stadt wurde einst von Berbern gegründet und gehört seit dem Jahr 1987 zum Unesco-Weltkulturerbe, außerdem war sie Drehort für „Game of Thrones“.

2. Die Menschen und ihre Kultur

Marokko ist ein Schmelztiegel der Kulturen, hier kommen afrikanische, arabische und europäische Einflüsse zusammen. Du wirst viele verschiedene Sprachen hören, hauptsächlich Französisch und Arabisch.

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Für Marokkaner sind Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft wichtige Eigenschaften, deswegen wirst du dort auf viele Menschen treffen, die dir freundlich entgegentreten und dich an ihrer Kultur teilhaben lassen werden. Der europäische Einfluss auf Marokko ist vor allem in den größeren Städten des Landes wie Marrakesch oder Casablanca zu spüren. Abseits der Altstädte reihen sich Straßencafés, Bars sowie Kunstgalerien aneinander.

An abgelegenen Orten ist es als Touristin oder Tourist dagegen sinnvoll, sich etwas zurückhaltender zu verhalten. Besonders der Kleidungsstil von Frauen und auch Männern sollte nicht zu freizügig sein. Damit vermeidest du es, Einheimische möglicherweise zu verärgern.

3. Die Sahara

Die größte Wüste der Erde wartet in Marokko darauf, von dir erkundet zu werden. Die Sahara ist neun Millionen Quadratkilometer groß und damit ungefähr 26-mal so groß wie Deutschland. Genug Platz also für einen Ausritt auf einem Kamel oder eine Quad-Tour in der Wüste.

Wer etwas ganz Besonderes erleben will, sollte an einer mehrtägigen Tour in die Sahara teilnehmen. Dann hast du die Möglichkeit, die spannende Kultur der Beduinen-Völker kennenzulernen, und wirst außerdem einen der beeindruckendsten Sternenhimmel deines Lebens zu Gesicht bekommen. Darüber hinaus sind auch die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge in der Wüste ein spektakuläres Erlebnis.

Die Sahara ist also auf jeden Fall ein Punkt, der eigentlich auf keiner Bucket List fehlen darf.

Der Sternenhimmel über der Sahara ist atemberaubend.

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4. Das Atlas-Gebirge

Von der sengend heißen Wüste zum kühlen Schnee ist es in Marokko nicht weit, denn durch das Land zieht sich das Atlas-Gebirge, dessen schneebedeckte Gipfel einen atemberaubenden Kontrast zur kargen Sandlandschaft bilden. Das Gebirge erstreckt sich auf 2500 Kilometer durch Marokko, Algerien sowie Tunesien.

Der höchste Punkt liegt jedoch in Marokko und ist der Jbel Toubkal, der über 4000 Meter hoch in den Himmel ragt.

Kein Wunder also, dass du in Marokko sogar Wintersport machen kannst, aber auch Wanderfans kommen auf ihre Kosten: Bergdörfer, Flüsse und imposante Schluchten sorgen zwischen den massiven Bergen für eine ausgesprochen vielseitige Landschaft.

5. Die Architektur und die Städte

Marokkos Architektur ist bunt und trotzdem stilvoll, sie ist beeinflusst von arabischen, andalusischen, aber auch französischen Strömungen. Bunte Mosaike und geschwungene Formen geben dir das Gefühl, dich in einer märchenhaften Kulisse aus „1001 Nacht“ zu befinden.

Besonders prachtvoll sind die vier Königsstädte Marrakesch, Fes, Rabat und Meknes. Hier findest du atemberaubende Paläste, riesige Moscheen und Gärten.

Etwas kleiner, doch mit genauso viel Charme sind die Hafenstädte Essaouira und Taghazout sowie die sogenannte blaue Stadt Chefchaouen. Das tiefblaue Häusermeer ist ein unvergleichliches Erlebnis.

Die blaue Stadt Chefchaouen sollten sich alle Reisenden in Marokko einmal anschauen.

6. Die Märkte oder Souks

Zum marokkanischen Stadtbild gehören auch die sogenannten Souks. Nirgendwo lernst du die Kultur des Landes und seine Menschen so gut kennen wie auf den traditionellen Märkten in den Städten. Hier wird nicht nur eingekauft, sondern hier findet auch das soziale Gemeinschaftsleben statt.

Einer der beeindruckendsten Märkte ist der sogenannten Grand Souk in Marrakesch, hier findest du alles von Elektronik über lokale Lebensmittel bis hin zu traditionellem Handwerk. Auf den Souks kannst du dich auch wunderbar in der großen Kunst des Handelns üben, denn das ist auf den marokkanischen Märkten absolut normal und gilt nicht als unfreundlich.

7. Kulinarische Köstlichkeiten

Wenn du dann über die Märkte und durch die Gassen der marokkanischen Städte schlenderst, werden dir jede Menge Düfte in die Nase steigen. Die Küche des Landes ist köstlich und wie fast alles in Marokko aus einem Mix der Kulturen entstanden.

Hier findest du kulinarische Einflüsse der arabischen, andalusischen und mediterranen Welt, aber auch Faktoren anderer afrikanischer Länder.

Entstanden ist daraus eine würzige Küche mit typischen Gerichten wie der Tajine, einem Eintopf mit Gemüse und/oder Fleisch, der langsam in einem speziellen Tontopf geschmort wird. Etwas bekannter dürften in vielen europäischen Ländern die Couscous-Gerichte aus Marokko sein. Hier wird gedämpfter Hartweizengrieß meist mit Gemüse und/oder Fleisch serviert.

Die landestypische Tajine, zubereitet in dem gleichnamigen traditionellen Topf.

8. Hamam und Entspannung

Nachdem du einen erlebnisreichen Tag in der Sahara, auf dem Atlas-Gebirge oder in den quirligen Gassen marokkanischer Städte verbracht hast, sehnst du dich vielleicht nach etwas Ruhe und Entspannung. Wie gut, dass zur Kultur in Marokko die sogenannten Hamams gehören.

Die traditionellen Badehäuser sind im Gegensatz zu manch einer Sauna in Deutschland auch architektonisch echte Hingucker. In orientalischer Atmosphäre kannst du hier ein traditionelles Dampfbad, reinigende Körperkuren oder auch Massagen mit Arganöl aus der Frucht des Arganbaumes genießen. Der Baum wächst nur in wenigen nordafrikanischen Regionen.

Wichtig ist, dass dir vorher klar ist, dass in einem Hamam Geschlechtertrennung herrscht.

9. Strände an Mittelmeer und Atlantik

Wenn du dich neben dem Hamam zur Entspannung auch etwas in die Sonne legen willst, dann kannst du das an einem der Strände des Landes tun. Egal, ob dir der touristisch gut erschlossene Strand mit Liegestuhl, eher natürliche Küstenabschnitte mit wenigen Menschen oder ein Surfer-Strand lieber ist: In Marokko findest du sie alle.

Ein schöner Strand für Familien mit Kindern liegt im Süden des Landes bei der Hafenstadt Agadir, an dem zehn Kilometer langen Strandabschnitt ist das Wasser flach und der Wellengang schwach. Nur ein paar Kilometer entfernt liegt der kleine Ort Tamraght und direkt daneben der sogenannte Banana Point – ein guter Ort, wenn du in Marokko surfen gehen willst.

Zum typischen Bild am Strand von Aourir gehören auch die Kamele.

Mehr Abgeschiedenheit findest du nördlich der Hafenstadt Essaouira, hier haben Urlauberinnen und Urlauber viel Platz zum Entspannen und Schwimmen.

10. Gutes Wetter und viel Sonne

All die oben erwähnten Dinge machen bei Regen und schlechtem Wetter viel weniger Spaß. Zum Glück gibt es das in Marokko, wenn überhaupt, nur in den Wintermonaten. Der Sommer in Marokko ist meistens sehr heiß und eignet sich deswegen besonders für Strandurlaube.

In den milden Jahreszeiten Frühling und Herbst liegen die Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und sind damit perfekt, wenn du in deinem Marokko-Urlaub auch mal anstrengendere Wanderungen einplanst oder möglichst viele Städte und ihre architektonischen Wunder erkunden willst.