Egal, ob du die Werke der ganz Großen in außergewöhnlichen Ausstellungen einmal von Nahem betrachten oder dich ihnen lieber in multimedialer Darstellung nähern möchtest. Wir stellen dir Ausstellungen in Deutschland für jeden Geschmack vor.

Vom Sonnenaufgang bis zur bedeutenden Persönlichkeit, vom Nebelmeer bis zum schwindenden Eis hast du die volle thematische Auswahl. Und da ein Museumsbesuch meist nicht den ganzen Tag dauert, geben wir dir jeweils noch einen Städtetipp an die Hand, um deinen Trip zu komplettieren.

Picasso-Jubiläum in Wuppertal

1911 war es weitweit das erste Museum, das ein Gemälde von Pablo Picasso sein Eigen nannte. Und auch 2023 hat das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal Großes vor: 50 Jahre nach dem Tod des Künstlers widmet das Museum eine Ausstellung Picassos Werken und stellt diese den Werken von Max Beckmann gegenüber, der ebenfalls als Schlüsselfigur der Moderne gilt.

Das Von-der-Heydt-Museum ehrt als eines von zwei Museen in Deutschland den großen Picasso zum 50. Todesjahr mit einer Ausstellung.

Die Ausstellung läuft vom 17. September 2023 bis zum 7. Januar 2024 und ist Teil des internationalen Projekts „Celebration Picasso 1973–2023“. Davor oder danach kannst du im Botanischen Garten mit seinem Elisenturm die Seele baumeln lassen und im ansässigen rustikalen Café Elise ganzjährig Snacks und Kaffee genießen.

2023 gibt es im Skulpturenpark Waldfrieden einiges zu entdecken.

Noch mehr Kunst gibt es im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal. 2023 werden dort erstmals Skulpturen aus dem Von-der-Heydt-Museum zu sehen sein. Die Kooperation, die unter dem Titel „Figur!“ läuft, findet vom 18. März bis zum 20. August 2023 statt.

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Sonnenaufgänge und Monet in Potsdam

Während die Kunsthalle in Bremen noch bis Anfang April 2023 eine Ausstellung rund um den Sonnenuntergang zeigt, wird es vom 25. Februar bis zum 11. Juni 2023 im Museum Barberini in Potsdam die Ausstellung „Sonne. Die Quelle des Lichts in der Kunst“ geben. 

Claude Monets „Impression, Sonnenaufgang“ bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung. Zu den rund 80 Werken gehören auch Gemälde von Caspar David Friedrich und William Turner.

Nach dem Museumsbesuch kannst du Park- und Filmluft schnuppern: Beim Blick auf das Orangerieschloss im Schlosspark Sanssouci träumst du dich in die Toskana und im Filmpark Babelsberg kommen Fans des Bewegtbilds auf ihre Kosten. Hier kannst du beispielsweise Requisiten, Kostüme oder Filmsets entdecken und professionellen Stuntmen und Stuntwomen bei der Arbeit zusehen. 

Bald hängt hier ein Monet: Das Museum Barberini zeigt im Jahr 2023 eine Ausstellung rund um die Quelle des Lichts in der Kunst. Monets „Sonnenaufgang“ von 1872 wird zum Ausgangspunkt der Ausstellung.

Caspar David Friedrich in Schweinfurt

Der Künstler aus Greifswald wird für seine mystischen Landschaftsbilder verehrt und Friedrich gilt als bedeutendster Maler der Romantik. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Das Eismeer“, die „Kreidefelsen auf Rügen“ und der „Wanderer über dem Nebelmeer“.

Dem 1840 in Dresden Verstorbenen widmet das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt vom 2. April bis 2. Juli 2023 die Ausstellung „Caspar David Friedrich und die Vorboten der Romantik“.

Der „Wanderer über dem Nebelmeer" zählt zu den bekanntesten Werken von Caspar David Friedrich.

Wenn du neben höchstem Kunstgenuss in Schweinfurt im Frühjahr und Sommer auch deine Beine trainieren willst, bietet sich eine Wanderung zur Bismarckhöhe an.

So erwanderst du dir auf dem acht Kilometer langen Rundweg „Höllental und Mainblick“ steile Anstiege und das „Hexenbrünnle“ und genießt den Ausblick auf Weinberge, das Maintal und Schloss Mainberg. Wie Caspar David Friedrich diesen Anblick wohl gemalt hätte?

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Zum Jahresende zeigt auch die Hamburger Kunsthalle eine Ausstellung zu Caspar David Friedrich.

Auch die Hamburger Kunsthalle zeigt ab Ende 2023 eine Ausstellung zu Caspar David Friedrich. Unter dem Titel „Kunst für eine neue Zeit“ werden vom 15. Dezember 2023 bis 1. April 2024 mehr als 50 Gemälde und gut 90 Zeichnungen Friedrichs sowie Werke seiner Künstlerfreunde ausgestellt. 

Freundschaften in Wolfsburg

Unter dem Titel „Freundschaften. Gemeinschaftswerke von Dada bis heute“ zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg Werke von Salvador Dalí bis Jenny Holzer, die durch die Zusammenarbeit von Bekannten, Vertrauten, Liebespaaren oder auch Konkurrenten und Konkurrentinnen entstanden sind.

In Kooperation mit dem Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers in Marseille werden rund 100 Werke gezeigt. 

Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt 2023 eine Ausstellung mit Gemeinschaftswerken von Künstlerinnen und Künstlern.

Wer die Ausstellung zwischen dem 13. Mai und 24. September 2023 besucht, kann danach fußläufig zum Planetarium schlendern und bei Sternen- und Musikshows entspannen oder im Automuseum Wolfsburg die Geschichte des Bullis erkunden, den es sogar in der Feuerwehr-Ausführung gab. 

Josephine Baker in Bonn

Dass sie den Charleston nach Deutschland brachte, war noch ihr kleinster Erfolg. Die Revuetänzerin mit den afroamerikanischen Wurzeln wurde in den 20er-Jahren zum Weltstar und beeinflusste zahlreiche Künstler. Josephine Baker inspirierte unter anderem Picasso, Henri Matisse, Hemingway, Andy Warhol, Keith Haring bis hin zu Grace Jones und Madonna. 

Die kegelförmigen Lichttürme im Dachgarten der Bundeskunsthalle gehören mittlerweile zu den Wahrzeichen Bonns.

Neben ihres grandiosen Bühnenerfolgs war Josephine Baker Botschafterin für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit. Sie adoptierte zwölf Kinder unterschiedlicher Herkunft und wurde von dem amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King 1963 für eine Rede gegen Diskriminierung nach Washington geholt.

Ihrem außergewöhnlichen Leben geht die Ausstellung „Josephine Baker. Freiheit – Gleichheit – Menschlichkeit“ in der Bundeskunsthalle Bonn nach.

Der Rhein bei Bonn eignet sich hervorragend für eine Tour mit dem Schiff.

Wer die Ausstellung in Bonn zwischen dem 18. Mai und dem 24. September 2023 besucht, kann danach bei einer Schiffstour auf dem Rhein an Burgen und Schlössern, Weinbergen und malerischen Fachwerkhäusern vorbeischippern.

Nicht aktiv genug? Dann fahr bis Königswinter (per Boot oder Bahn) und erkunde wandernd das Siebengebirge, den ältesten Naturpark Deutschlands

William Turner in München

Der auch als „Meister des Lichts“ bezeichnete William Turner wird 2023 in München mit einer Ausstellung geehrt. Seine naturgewaltigen Bilder, meisterhaft mit Licht und Farbe inszeniert, machten ihn zu einem Vorreiter der Moderne. Vom 28. Oktober 2023 bis zum 10. März 2024 zeigt das Lenbachhaus in München die Ausstellung „Turner. Three Horizons“.

Joseph Mallord William Turners (1775–1851) Gemälde „Snow Storm“ gehört zu den Werken, die in München zu sehen sein werden.

Möglich wird die umfangreiche Ausstellung durch eine Kooperation mit dem Tate Modern in London, einem der weltweit größten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst, das Turners Nachlass bewahrt. So können 40 Gemälde sowie 40 Aquarelle und Skizzen einen umfassenden Einblick in das Schaffen des britischen Ausnahmekünstlers gewährleisten.

Im Englischen Garten kannst du eine schöne Panoramasicht beim Tempel Monopterus erhaschen.

Und wer für die Ausstellung im Herbst extra in die Isarmetropole reist, darf den Englischen Garten nicht verpassen. Neben den Surfern in der Eisbachwelle und dem Ausblick vom Tempel Monopteros aus wartet auch ein Geheimtipp: das Mini-Hofbräuhaus im nördlichen Teil des Parks. Ganzjährig gibt es hier Bier und den bayerischen „Kaskuche“. 

„Der Kuss“ in Berlin

Bereits „Monets Garten“ tourte als immersive Ausstellung durch die Welt. Und „Klimt. The immersive Experience“ war weltweit ein Hit. Am 27. Januar 2023 startet jetzt „Klimts Kuss. Spiel mit dem Feuer“ in Berlin. Die Multimedia-Show erzählt den Lebensweg des bedeutenden Österreicher Künstlers Gustav Klimt und verwandelt seine Werke in begehbare Werke.

Neben den großflächigen Projektionen ergänzen Animationen und Musik das Kulturerlebnis. Höhepunkt der Ausstellung ist Klimts weltbekanntes Gemälde „Der Kuss“, das zu den meistreproduzierten Bildern der Welt gehört. Bis zum 10. April 2023 ist die Multimedia-Show täglich in den UFO Sound Studios zu sehen. 

Gustav Klimt multimedial: Wie hier in Madrid werden die Werke des Künstlers ab Ende Januar auch in Deutschland in Multimedia-Shows dargeboten.

Wer nach so viel Romantik auf der Suche nach einem Kontrastprogramm ist, wird bei den Berliner Unterwelten fündig. Bei unterirdischen Touren durch Bunker geht es in Schutzräume, die im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen genutzt wurden, oder in Tunnelnachbauten, die zur Flucht aus der DDR verhalfen. 

Ein Besuchertunnel unter dem früheren Mauerstreifen an der Bernauer Straße in Berlin führt zu einem originalen Fluchttunnel aus dem Jahr 1970/71.

Eine Welt, die verschwindet, in Hamburg

Ragnar Axelsson (auch: RAX) ist Fotograf und dokumentiert seit Jahrzehnten, wie Menschen in den entlegensten Regionen der Welt leben. Grönland, Island, Sibirien – der isländische Axelsson reist zu Bauern und Fischern und dokumentiert in seinen Bildern auch die dramatischen Veränderungen der Landschaften infolge steigender Temperaturen.

Die Ausstellung „Where the World is melting“ zeigt Schwarz-Weiß-Landschaftsporträts, Menschen am Ende der bewohnbaren Welt und den drastischen Einfluss von Wirtschaft und Klimawandel auf die Natur. Die Fotografien aus über 40 Jahren sind so etwas wie Axelssons Lebenswerk und vom 17. März bis 4. Juni 2023 in den Deichtorhallen Hamburg ausgestellt. 

Nach der Fotoausstellung kannst du auf einem der teuersten Gebäude der Welt deinen Blick schweifen lassen. Hamburgs Elbphilharmonie, liebevoll Elphi genannt, kostete mehr als das Elffache der ursprünglich kalkulierten Kosten und bietet auf der öffentlichen Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe einen Rundumblick über die Stadt. 

Die Elbphilharmonie gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Hamburgs.

Übrigens: In Bezug auf Gebäudehöhe und Budget soll die Elphi bald abgehängt werden. Der geplante Elbtower, ebenfalls in der Hafen-City, soll 255 Meter hoch werden und ist auf 950 Millionen budgetiert. 2026 soll das drittgrößte Hochhaus Deutschlands fertig sein und – Wirtschaftskrise hin oder her – 50 Prozent der Fläche sei bereits vermietet, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.