Du willst unbedingt mal dahin reisen, wo nicht jeder hinreist? Und lässt dich auch nicht von schwierigen Anreisebedingungen, unfreundlichem Wetter oder fehlendem Komfort abschrecken? Dann sind diese entlegenen Orte vielleicht genau das Richtige für dich.

Tristan da Cunha (britisches Überseegebiet)

Der Inbegriff der Abgeschiedenheit: Tristan da Cunha im Südatlantik ist der entlegenste bewohnte Ort der Erde. Die nächsten dauerhaft bewohnten Orte sind Tausende Kilometer entfernt: Zur Insel St. Helena sind es 2430 Kilometer, nach Südafrika 2800 Kilometer und nach Brasilien 3200 Kilometer. Trotzdem leben in dem Hauptort der Insel, Edinburgh of the Seven Seas, 243 Einwohner (Stand Juni 2022).

Wegweiser auf Tristan da Cunha, dem entlegensten bewohnten Ort der Welt.

Tristan da Cunha gehört zum britischen Überseegebiet, weswegen die offizielle Währung auch britische Pfund sind, auch die offizielle Amtssprache der Insel ist Englisch. Die Insel wurde ursprünglich mal als Stützpunkt für den Walfang in der Region ausgewählt, heutzutage ist der Langusten-Fang die Haupteinnahmequelle der Bewohnerinnen und Bewohner. Erreicht werden kann Tristan da Cunha ausschließlich mit dem Schiff – und auch das ist nicht einfach.

Die besten Chancen haben Reisende noch mit kleineren Expeditionskreuzfahrten oder als Passagier auf einem der wenigen Frachtschiffe, die die Insel pro Jahr anlaufen – und dabei bitte immer bedenken: Das Wegkommen ist nicht einfacher.

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Longyearbyen (Norwegen)

Nur 600 Kilometer vom Nordpol entfernt ist Longyearbyen auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen wohl die nördlichste bewohnte Siedlung der Welt. Wer die Stadt verlassen möchte, tut das im Sommer mit Booten oder im Winter mit Schneemobilen. Denn außerhalb des Ortes mit seinen gut 2000 Bewohnern gibt es kein Straßennetz.

Longyearbyen zu erreichen ist da vergleichsweise einfacher. Die Stadt hat einen Flughafen, der aus Oslo innerhalb von etwa drei Stunden erreicht werden kann. Das liegt auch daran, dass die Stadt ein beliebter Startpunkt für Expeditionen und Ausflüge ist.

Im Winter sind Schneemobile die einzige Möglichkeit der Bewohner von Longyearbyen, sich fortzubewegen.

Da der Boden auf Spitzbergen ganzjährig zugefroren ist, kann darauf nichts angebaut werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Region lebten früher vom Bergbau, mittlerweile ist das deutlich weniger geworden und der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen.

Deshalb ist Longyearbyen gut auf Touristinnen und Touristen vorbereitet, wenn diese denn darauf eingestellt sind, einen Ort zu besuchen, an dem es meistens unter null Grad ist und im Winter nie hell und im Sommer nie dunkel wird.

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Kap-York-Halbinsel (Australien)

Die Kap-York-Halbinsel ist der nördlichste Punkt des australischen Kontinents, insgesamt leben in der immerhin 137.000 Quadratmeter großen Region nur 18.000 Menschen. Die Gegend gilt deswegen als Paradies für Abenteuerfans, die die unberührte Wildnis suchen.

Einzig in der Stadt Cooktown und der Bergbausiedlung Weipa leben mehrere Tausend Einwohner beieinander, sonst ist die Halbinsel extrem dünn bewohnt, und die Menschen leben häufig auf Farmen. Sich in der Region fortzubewegen ist alles andere als einfach. Von Süden nach Nord führen lediglich zwei unbefestigte Straßen durch Urwald und Flüsse über die Halbinsel, in der Regenzeit ist das Gebiet deswegen häufig überhaupt nicht befahrbar.

Große Teile der Kap-York-Halbinsel sind unberührte Natur und nur schwer zugänglich.

Ittoqqortoormiit (Grönland)

Schon der Name ist schwierig auszusprechen, nach Ittoqqortoormiit auf Grönland zu kommen aber noch mehr. Der nächstgelegene bewohnte Ort befindet sich auf Island, Bolungarvík ist 484 Kilometer entfernt. Auf Grönland selber ist der nächste Ort das 780 Kilometer entfernte Sermiligaaq. Nur in drei Monaten im Jahr ist es möglich, den Ort mit dem Schiff zu erreichen; und Straßen gibt es außerhalb des kleinen Örtchens auch keine.

Trotzdem leben etwa 360 Einwohner in Ittoqqortoormiit, die Fischfang betreiben, aber auch teilweise vom Tourismus leben. Denn der Ort hat ein Tourismusbüro und ein Gästehaus vorzuweisen – jedoch ohne fließend Wasser und ohne Kanalisation.

Die bunten Häuschen von Ittoqqortoormiit stehen im Kontrast zur kargen Landschaft.

Wer trotzdem mal hier Urlaub machen will, fliegt aus Westgrönland oder Island mit dem Flugzeug zum 40 Kilometer entfernten kleinen Flughafen Nerlerit Inaat und fliegt von da mit dem Hubschrauber weiter. Immerhin soll sich der Ort hervorragend eignen, um die Polarlichter zu sehen.

Osterinsel (Chile)

Für eine abgeschiedene und kaum bewohnte Insel ist die Osterinsel vielen Menschen bekannt, das liegt aber wahrscheinlich hauptsächlich an den berühmten Steinskulpturen, den sogenannten Moai. Sie haben auch dafür gesorgt, dass die Osterinsel seit 1995 zum Unesco-Welterbe gehört.

Die Insel liegt im Südpazifik und gehört politisch zu Chile, liegt aber stolze 3833 Kilometer von der chilenischen Küste entfernt. Die nächste bewohnte Siedlung ist auf der Insel Pitcairn, in immerhin noch 2078 Kilometern Entfernung. Einmal auf der Osterinsel angekommen, erwarten einen fast 8000 Bewohner. Der Weg dorthin ist jedoch gar nicht so einfach.

Die Moai-Skulpturen haben die Osterinsel berühmt gemacht.

Die Insel ist ausschließlich von Santiago de Chile oder Tahiti mit einem stundenlangen Flug erreichbar oder als Teil einer Kreuzfahrt, bei der die Touristen mit Booten in den Hafen der Ansiedlung Hanga Roa gebracht werden.

Die Insel ist aufgrund der bekannten Moai-Steine gut auf Touristinnen und Touristen eingestellt, allerdings kein günstiges Reiseziel.

Supai (USA)

Supai liegt in einem Gebiet, das jährlich von Millionen Touristinnen und Touristen besucht wird, und ist trotzdem einer der abgelegensten Orte der Welt. Denn Supai ist das Dorf des Stammes der Havasupai und liegt im südwestlichen Arm des Grand Canyons in Arizona. In der Ansiedlung sollen ungefähr 200 Menschen leben. Die nächste größere Einkaufsmöglichkeit ist das über 100 Kilometer entfernte Peach Springs.

Wer den Ort besuchen will, muss das entweder zu Fuß, per Helikopter oder per Maultier machen. So wird im Übringen auch noch die Post nach Supai gebracht. Offiziell ist es damit der einzige Ort der USA, der seine Post noch mit Tieren zugestellt bekommt.

Beliebt ist der Ort besonders für die nahe gelegenen Havasu-Wasserfälle, die abenteuerlustigen Reisenden spektakuläre Fotomotive bieten.

Die berühmten Havasu-Wasserfälle im Grand Canyon sind ein beliebtes Touristenziel.

Iquitos (Peru)

In Iquitos leben fast 150.000 Einwohner, im Ballungsraum der Stadt über 350.000. Da ist die Frage naheliegend, wie dieser Ort abgelegen sein kann. Ganz einfach, trotz der hohen Einwohnerzahl führt keine befahrbare Straße nach Iquitos. Die Stadt liegt im Norden Perus mitten im Amazonas-Regenwald. Wer nach Iquitos will, muss das entweder mit dem Flugzeug oder in einer tagelangen Reise mit dem Boot machen.

Iquitos ist eine laute und lebendige Stadt mitten im Amazonas.

Iquitos selber ist gut auf Touristinnen und Touristen eingestellt, denn von hier oder von dem etwa 100 Kilometer entfernten Örtchen Nauta kann man hervorragend zu Touren in den Amazonas aufbrechen. Und dort ist man dann auch wirklich von Menschen abgeschieden und meistens mehrere Bootsstunden von der Zivilisation entfernt.