Das Thermometer zeigt Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Äste von Bäumen und Sträuchern, die Stoppeln auf den Feldern sind mit einer weißen, frostigen Hülle überzogen. Mit Eiskratzen starten Autofahrerinnen und Autofahrer in solch einen frostigen Morgen.

Es sind solche kalten, dämmrigen Morgen, bei denen du entlang von Straßenbahnlinien oder bei der Einfahrt eines Zuges in den Bahnhof Blitze oder Lichtbögen beobachten kannst wie in diesem Video: 

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Warum entstehen die Lichtphänomene an den Oberleitungen?

Fallen die Temperaturen unter null Grad Celsius, setzen sich winzige Frostkristalle auf den Fahrleitungen fest, die Fahrleitung vereist, erklären die Dresdner Verkehrsbetriebe auf Facebook. Das Eis verhindert den Stromfluss, da es eine dünne Isolierschicht bildet.

Ist die Spannung groß genug, damit die Bahnen den Eis-Widerstand überbrücken können, entstehen als Folge die kleinen Lichtblitze. Hörbar ist zugleich ein Knistern. Diese Lichtbögen seien aber ungefährlich, versichert Heiko Rehberg, Sprecher der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe.

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Zugefrorene Oberleitungen sorgen immer wieder für Fahrausfälle 

Aber nicht immer sorgt das Leuchten bei Frost auf den Oberleitungen für eine freie Fahrt: Durch die Kombination aus Regen und frostigen Temperaturen über Nacht kann es passieren, dass die Leitungen zu dick einfrieren und Straßenbahnen sowie Züge am nächsten Morgen nicht fahren können. Das Eis muss dann erst durch Turmtriebwagen zum Schmelzen gebracht werden.

Sind die Oberleitungen dicker zugefroren, kommt es zu Ausfällen bei Zügen und Straßenbahnen.

Je dicker die Eisschicht um die Oberleitungen ist, desto stärker verhindert sie die Abnahme vom Strom durch die Bahnen und kann bei entsprechender Witterung zu Ausfällen führen.

Bei winterlichem Wetter werden zusätzlich Fahrzeuge mit Filzrollen am Bügel eingesetzt, die Glycerin auf den Leitungen verteilen. So kann verhindert werden, dass diese einfrieren.

Blitze an Oberleitungen entstehen auch bei hoher Luftfeuchtigkeit 

Aber: Nicht nur bei Frost können diese Lichtphänomene beobachtete werden. Bei Nebel und feuchtem Wetter kann der Strom leichter die Luft überspringen. 

Die Oberleitungen einer Bahnstrecke verschwinden in dichtem Nebel.

Besonders dann sollte man den Leitungen fernbleiben. Denn: Steigt die Luftfeuchtigkeit, entstehen Lichtbögen auch in größeren Abständen von der Oberleitung, warnt das Onlinemagazin der Mitteldeutschen Regiobahn, „Sicher im Zug“.