Wasserfälle sind überall auf der Welt ein beliebtes Ausflugsziel und Fotomotiv, die Kraft des Wassers scheint viele Menschen wie magisch anzuziehen. Doch man muss nicht immer nur zuschauen: Wir stellen Wasserfälle vor, bei denen du noch einen Schritt weitergehen und dir den Rücken von herabstürzenden Wassermassen massieren lassen kannst. 

1. Kuang Si Falls, Laos

Pittoresker geht es kaum: Die Kuang Si Falls in Laos fallen in mehreren Stufen 60 Meter in die Tiefe und bieten das perfekte Fotomotiv. Denn mit der Zeit hat das Wasser natürliche Pools in Form von kalkhaltigen Sinterterrassen in die Karstfelsen geformt – das intensiv türkisfarbene Wasser tut ein Übriges. 

Der Kuang-Si-Wasserfall, rund 30 Kilometer von Luang Prabang entfernt, gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Laos. Das Naturschutzgebiet Tat Kuang Si Park, benannt nach dem Wasserfall, ist als Ziel von Touristinnen und Touristen genauso wie Einheimischen bekannt – auch deshalb gibt es am Eingang zum Park zahlreiche Souvenirshops und Kioske.

Der Kuang-Si-Wasserfall gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Laos.

Beim Eingang kann man entweder direkt nach unten zum untersten Naturpool gehen, oder aber den Aufstieg über die Terrassen nach oben wagen. Wer den unteren Weg wählt, kommt an einer Auffangstation für Kragenbären vorbei, die aus der Gefangenschaft befreit wurden. 

Vor allem der größte Naturpool ist bei Reisenden beliebt, hier versammeln sie sich und hoffen auf eine Abkühlung. Da es mehrere Terrassen gibt, ist aber für jeden Platz da. 

2. Salto de Soroa, Kuba

Die meisten Reisenden, die von der Hauptstadt Havanna ins Tabakland Valle de Viñales oder zurück fahren, passieren Soroa, doch einen Stopp legen nicht allzu viele ein. Dabei eignet sich Soroa perfekt für eine kleine Auszeit. Am Rande des Dorfes Soroa im Regenwald von Kuba, einem Weltbiosphärenresverat mit mehr als 20.000 verschiedenen Pflanzen, versteckt sich ein wundervoller Wasserfall, der El Salto de Soroa. 

Ein kurzer Weg führt von der Straße durch den Urwald mit den Lianen und Vögeln, dann eröffnet sich der Blick auf den Wasserfall und den Naturpool, der zu seinen Füßen liegt. Wer tagsüber kommt, trifft hier bisweilen einige andere Touristinnen und Touristen, ab Nachmittag jedoch wird es einsam. Dann packen auch langsam die fliegenden Händlerinnen und Händler ihre Kokosnüsse und Zuckerrohrsäfte ein. 

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Der Wasserfall Salto de Soroa ist zu finden auf dem Weg von Havanna nach Valle de Viñales in Kuba.

Der Wasserfall bietet einige tolle Fotomotive. So lässt sich dahinter hindurchgehen, darunter baden oder eben im Naturpool entspannen. Wobei entspannen vielleicht etwas hochgegriffen ist – das Wasser ist eisig kalt. Doch auch wenn die Wanderung zum Wasserfall nur rund zehn Minuten dauert, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit tut ein bisschen Abkühlung ganz gut. 

3. Wli Falls, Ghana

Die höchsten Wasserfälle Westafrikas befinden sich in Ghana– und taugen nicht nur für eine kleine Wandertour in der Landschaft drum herum, sondern auch für ein erfrischendes Bad. Bis zu 80 Meter in die Tiefe stürzen die Wli Falls, umgeben vom saftigen Grün des Naturschutzgebiets Agmatsas in der Volta-Region.

Zwischen 5 und 8 Euro kostet die Wanderung, die einem entweder zu den Upper Falls oder zu den Lower Falls führt. Die Lower Falls sind einfach über einen recht flachen Wanderweg binnen 30 Minuten erreichbar. Es geht entlang an einem Flusslauf, vorbei am Rasta-Village und an Kakaopflanzen und Büschen mit süßen Beeren.

Die Wli Falls stürzen auf verschiedenen Ebenen insgesamt 80 Meter in die Tiefe.

Der Weg zu den Upper Falls ist deutlich anspruchsvoller, er führt auf 1050 Meter hinauf, quasi querfeldein. Rund zweieinhalb Stunden sind für die Tour veranschlagt, der Weg ist in guter Form aber auch in einer Stunde zu schaffen. Erst einmal oben angekommen, schlängelt sich der Weg an der Grenze von Togo und Ghana entlang und bietet die Aussicht auf den oberen Teil der Wli Falls – und den Blick hinunter zum unteren Teil. 

Das Wasser im Naturpool ist, sowohl zu Füßen der Upper Falls als auch der Lower Falls, angenehm warm, erfrischt nach der Wanderung aber dennoch. Je nachdem, wie viel Wasser die Wli Falls führen, sollte man aber aufpassen, wie weit man sich an den Haupt-Wasserstrahl herantraut – der Druck und die Kraft des Wassers sollten nicht unterschätzt werden.  

4. Skradinksi Buk im Krka-Nationalpark, Kroatien

Sieben Wasserfälle überwindet der Fluss Krka in Kroatien im gleichnamigen Krka-Nationalpark. Und das Beste: Während der Sommermonate von Juni bis September dürfen Touristinnen und Touristen auch unter den Wasserfällen und in den Naturpools im Fluss baden. 

Von den sieben Wasserfällen ist der Skradinski Buk der bekannteste und auch der meistbesuchte. 17 Stufen hat der Wasserfall und fällt innerhalb von 800 Metern insgesamt 45 Meter in die Tiefe. Mit der Zeit haben Wasser und Wind die 17 Fallhöhen in die Kalksteine geschlagen, die heute ein tolles Bildmotiv abgeben. Kein Wunder, dass der Wasserfall zu den schönsten Klippen-Wasserfällen in ganz Europa gehört. 

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Die Wasserfälle Skradinski Buk sind insgesamt 800 Meter lang und fallen in 17 Stufen 45 Meter hinab.

Der Skradinski Buk ist je nach Eingang in den Krka-Nationalpark über einen 800 Meter oder einen vier Kilometer langen Wanderweg erreichbar, letzterer dient auch als Fahrradweg.  

5. Catarata Bayoz, Peru

Zwei große und mehrere kleine Wasserfälle gehören zu den Catarata-Bayoz-Wasserfällen in der Region Junin in Peru. Aus bis zu 60 Metern Höhe stürzt das Wasser hier im Dschungel die Felsen hinab. Das Wasser ist kühl, allerdings noch warm genug, um darin zu baden, denn Bayoz befindet sich im Übergang zwischen dem heißen Amazonas-Gebiet und den kalten Anden. 

Catarata Bayoz ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Touristinnen und Touristen, auch aus dem Inland. Tagsüber kann es an den beiden großen Kaskaden und ihren Pools sehr voll werden. Wer Einsamkeit bevorzugt, steuert den Wasserfall in den frühen Morgenstunden an. Insgesamt gibt es aber mehrere natürliche Pools, sodass genug Platz zum Baden vorhanden ist. 

Mit dem Besuch bei Catarata Bayoz wird auch die örtliche Gemeinde unterstützt. Sowohl das Eintrittsgeld als auch das Geld von Souvenir- und Getränkeverkauf kommen den indigenen Menschen vor Ort zugute. 

6. Piscine Bleue im Isalo-Nationalpark, Madagaskar

Der Isalo-Nationalpark auf der ostafrikanischen Insel Madagaskar ist für seine spektakuläre Felslandschaft bekannt: Wüste, Staub und Steine in allen Formen, so weit das Auge reicht. Mehrere Wanderwege führen durch die karge, aber doch spektakuläre Landschaft, in der mehrere Lemuren-Arten, darunter die berühmten Kattas, leben.

Viele der Wege führen dabei aber nicht nur durch die Wüste, sondern auch zu Oasen mit natürlichen Pools, in denen es sich baden lässt. Der beliebteste Trail nennt sich Namaza und führt durch den gleichnamigen Canyon. Da es entlang eines kleinen Bachs geht, gibt es gleich mehrere Chancen auf eine Abkühlung. 

Im natürlichen Pool Piscine Bleue im Nationalpark Isalo auf Madagaskar lässt sich ungestört eine Pause von der Canyon-Wanderung einlegen.

Sowohl in einem unbenannten Pool als auch im Piscine Noire und unter dem Wasserfall Cascade des Nymphes können Wanderinnen und Wanderer baden – und alle sind unglaublich pittoresk. Doch am schönsten ist der kleine natürliche Pool Piscine Bleue mit seinem türkis schimmernden Wasser, eingerahmt von den Felswänden des Namaza Canyons. 

7. Cascata dos Anjos auf Madeira, Portugal

Einer der ungewöhnlichsten Wasserfälle, den es gibt: Der Wasserfall Cascata dos Anjos zwischen den Ortschaften Madalena do Mar und Ponta do Sol auf Madeira fällt nämlich nicht in einen natürlichen Pool hinein, sondern mitten auf die Straße! Autofahrerinnen und Autofahrer können sich so eine kostenlose Autowäsche besorgen. 

Aber auch bei Fußgängerinnen und Fußgängern ist der Wasserfall auf der Atlantik-Insel Madeira, die zu Portugal gehört, beliebt. Viele ziehen sich Bikini, Badehose oder Badeanzug unter der Kleidung an, ehe sie die rund 20 Minuten von Ponta do Sol zum Cascata dos Anjos marschieren – am Ziel wartet dann eine nasse Abkühlung.

Der Wasserfall Cascata dos Anjos dient als natürliche Dusche – für Menschen wie Autos.

Wer sich unter die natürliche Dusche stellt, sollte allerdings achtgeben, denn es handelt sich um eine offizielle Straße und auch, wenn nicht häufig ein Auto vorbeifährt, kommt es doch vor.  

8. Cambugahay Falls auf Siquijor, Philippinen

Im Süden der Insel Siquijor auf den Philippinen befindet sich dieses besondere Fleckchen Erde: Die Cambugahay Falls sind Teil des Flusses Poo und eingebettet in das saftige Grün des Dschungels. Wo lässt es sich besser unter einem Wasserfall baden? 

Die Cambugahay Falls fallen über verschiedene Ebenen in die Tiefe – und unten hat sich ein natürlicher Pool mit bis zu fünf Metern Tiefe gebildet, der zum Baden einlädt. Herrlich türkis schimmert das Wasser. Damit sind die Cambugahay Falls ein Touristenmagnet, wer keinen Massentourismus mag, sollte deshalb möglichst früh morgens kommen. 

Die Cambugahay Falls fallen direkt in einen türkisfarbenen Pool – kein Wunder, dass der Wasserfall zahlreiche Touristinnen und Touristen anzieht.

Wer schon immer mal Tarzan spielen wollte, kommt hier auf seine Kosten: Für 50 philippinische Pesos (rund 80 Cent) dürfen Lianen genutzt werden, um damit in den Pool zu springen. Es gilt eine Art Flatrate: Einmal zahlen, so oft wie man will ins Wasser schleudern. Auch die umliegenden Felsen dienen so manch Reisendem als Sprungbrett.

9. Kerosene Creek in Rotorua, Neuseeland

Flüsse haben es ja oft an sich, ziemlich frisch zu sein. So manch einer und einem ist ein Bad am Fuße des Wasserfalls daher zu kalt. Nicht so ist das beim Wasserfall Kersosene Creek bei Rotorua in Neuseeland. Dort treffen das frische Süßwasser des Flusses und heiße Quellen aus dem Untergrund aufeinander – und sorgen für angenehme Badetemperaturen.

An den Felsen sind einige Löcher entstanden, in denen sich das heiße Quellwasser sammelt. Vor allem bei Reisenden mit Schmerzen ist der Ort beliebt, immerhin sagt man dem Thermalwasser eine heilende Wirkung nach.

Beim Wasserfall Kerosene Creek in Neuseeland trifft kühles Süßwasser des Flusses auf heißes Quellwasser – und sorgt für eine optimale Badetemperatur.

Wer einen Ausflug zum Wasserfall von Kerosene Creek macht, sollte nicht nur den größeren Wasserfall besuchen. Rund 100 Meter entfernt, näher am Beginn des Wanderweges, finden sich kleinere Wasserfälle, an deren Ende ein Pool entstanden ist, der perfekt als Badewanne dient. Das herabfallende Wasser massiert dabei den Rücken und gibt dir das Gefühl, du wärst in einem Spa.

10. Davids Wasserfall im En-Gedi-Naturreservat, Israel

Vor allem in den Sommermonaten zählt das Naturreservat En Gedi in Israel zu den heißesten Orten überhaupt, das Thermometer zeigt oft deutlich über 40 Grad an. Doch eine Wanderung in der Oase ist dennoch möglich, auch, weil es zwischendurch Möglichkeiten zum Abkühlen gibt. 

Eine der beliebtesten Attraktionen in En Gedi ist der Wasserfall im Wadi David, auch Davids Wasserfall genannt. Von unten gibt er ein fantastisches Fotomotiv ab und taugt gleichzeitig als Dusche. Unterhalb des Wasserfalls gibt es einen kleinen Pool, der allerdings nicht unbedingt tief ist. Je nach Jahreszeit reicht das Wasser bisweilen nur bis zu den Knöcheln, mit dem Baden kann es also ein wenig schwierig sein. 

Nach einer Wanderung bei 45 Grad ist Davids Wasserfall in En Gedi eine wohltuende Erfrischung.

Wer gern wandert und noch genug Energie (und Trinkwasser) hat, kann auch bis nach oben an die Fallkante des Wassers. Von hier aus gibt es einen wundervollen Ausblick, denn es ist der höchste Punkt im Wadi David. Außerdem gibt es oben noch einen natürlichen Pool. Über Einstiegshilfen gelangst du ins bis zu 25 Grad warme Wasser.

11. Misol-Ha, Mexiko

Wasser und Mexiko– das passt, immerhin ist das Land nicht nur für die wunderschönen langen Strände, sondern auch für seine Unterwasserhöhlen Cenotes bekannt. Doch auch an Wasserfällen hat Mexiko einiges zu bieten. Zum Beispiel den Misol-Ha-Wasserfall in der Nähe der Stadt Palenque. 

Misol-Ha ist eine Art Wasservorhang – das Wasser stürzt frei aus rund 30 Metern in die Tiefe. Sich direkt unter den Wasserfall zu stellen kann lebensgefährlich sein, doch die zahlreichen Nebenfälle laden zu einer Dusche ein. Außerdem kann man hinter dem Wasserfall hindurchgehen – aber Achtung, es wird nass!

Der Misol-Ha-Wasserfall liegt eingebettet in üppiges Grün des mexikanischen Dschungels.

Beliebt bei Touristinnen und Touristen ist nicht nur der „picture perfect“ Misol-Ha, sondern auch ein natürlicher Pool, der sich in einer Höhle gebildet hat. Du findest ihn, wenn du hinter dem Wasserfall entlanggehst, er reicht bis zu 20 Meter in den Felsen hinein. Hier können sich Wagemutige ebenso wie am Fuße des Wasserfalls abkühlen.