Duftende Blumen, warmer Strandsand und fröhliche Straßenfeste: Die Feiertage auf der portugiesischen Insel Madeira, rund 700 Kilometer vor der Küste Marokkos gelegen, unterscheiden sich deutlich von den deutschen Weihnachts- und Silvestertraditionen.

Das liegt zunächst am milden Atlantik-Klima im Dezember. Tagsüber erreichen die Temperaturen Spitzenwerte von 20 Grad und nachts wird es in der Regel nicht kälter als 14 Grad. Auf der „Insel des ewigen Frühlings“ können Reisende also ganz ohne Winterjacke, Schal und Mütze in das neue Jahr tanzen.

Zentrum der Neujahrsfeierlichkeiten ist die Hauptstadt Funchal. Die bunten Lichter, ein gigantisches Feuerwerk, tolle Feste und Konzerte sowie schöne Weihnachts- und Kunsthandwerksmärkte machen das Silvestererlebnis in der Hauptstadt zu einer runden Sache. Der reisereporter erklärt, was Urlauberinnen und Urlauber im Dezember auf Madeira erwartet.

Feuerwerk setzt ganz Funchal in Szene

Madeiras Hauptstadt Funchal versinkt zum Jahreswechsel 2022/2023 in einem donnernden Lichterspektakel. Das rund achtminütige Silvesterfeuerwerk wird von 59 Stationen abgefeuert, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Zentren sind das historische Amphitheater mit 27 und der kleine Kies- und Steinstrand mit 25 Feuerwerks-Rampen, dazu kommen fünf Pontons auf dem Meer und zwei auf der Insel Porto Santo.

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Das Feuerwerk zählt zu den größten Pyroshows der Welt. Von 2006 bis 2010 schaffte es Funchal mit dem Feuerwerk sogar in das Guinness-Buch der Rekorde.

Den besten Blick auf das Feuerwerk haben Besucherinnen und Besucher am Hafen, vom Aussichtspunkt Miradouro das Neves und vom 261 Meter hohen Berggipfel des Pico da Cruz. Für Touristinnen und Touristen werden außerdem spezielle Feuerwerksfahrten mit Silvestermenüs auf Auflugsbooten konzipiert.

In Funchal gibt es viele Hotels mit großen Dachterrassen – zu den Häusern mit den besten Feuerwerks-Aussichten zählen das „Four Views Baía“ und das „Castanheiro Boutique Hotel“. Tausende Touristinnen und Touristen verfolgen die Pyroshows außerden von  Kreuzfahrtschiffen, die in der Bucht von Funchal vor Anker liegen.

Nach dem Feuerwerk wird auf den Straßen Funchals kräftig gefeiert. Das Partyzentrum bilden die Clubs und Bars am Hafen. Auf dem Praça do Mar spielen außerdem Live-Bands.

Buntes Lichtermeer und Weihnachtsmusik

Das Feuerwerk zum Jahreswechsel ist natürlich der Höhepunkt der Feierlichkeiten in Funchal. Doch schon davor präsentiert sich die Hauptstadt in einem bunten Farbenmeer.

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Ab Dezember werden die Straßen Rua Câmara Pestana, Rua Fernão de Ornelas, die Avenida Sá Carneiro und der Kai am Hafen abends mit stündlich wechselnden Lichtkonzepten bunt beleuchtet. Passend dazu erklingt aus Musikboxen besinnliche Weihnachtsmusik.

Ab Dezember werden die Straßen und Gassen auf Madeira prächtig beleuchtet. Besonders aufwändige und farbenfrohe Installationen gibt es in Funchal.

Auf der belebten Avenida Arriaga sorgen außerdem täglich Künstler, Bands und Folkloregruppen für Festtagsstimmung. So wird ein Stadt- oder Shoppingbummel in Funchal zum weihnachtlichen Erlebnis.

Auch die Straßen und Plätze in kleineren Gemeinden und Dörfern werden ab Dezember bunt beleuchtet und festlich geschmückte Weihnachtsbäume aufgestellt.

Beim Silvesterlauf sportlich in das neue Jahr

Wer nach dem Festessen an den Weihnachtsfeiertagen mit gutem Gewissen in das neue Jahr starten möchte, kann sich für den traditionellen Silvesterlauf am 28. Dezember anmelden.

Der Silvesterlauf führt über die bunt beleuchteten Straßen von Funchal

Nach mehreren Läufen für Kinder und Jugendliche fällt um 18.30 Uhr der Startschuss für den „Volta a Cidade“, einen rund 2400 Meter langen Rundlauf auf den festlich beleuchteten Straßen von Funchal.

Liebevolle Traditionen und quirlige Märkte

Auf Madeira gibt es eine Vielzahl an Weihnachtstraditionen, die von Dezember bis zum 7. Januar auf der gesamten Insel für besinnliche Stimmung sorgen. Touristinnen und Touristen können die festliche Zeit am besten in Funchal erleben.

Der Weihnachtsmarkt auf der Avenida Arriaga in Funchal gilt als einer der schönsten in Europa. In den bezaubernd beleuchteten und geschmückten Buden werden vom 1. Dezember bis zum 7. Januar regionale Leckereien, Obst, Wein, Souvenirs und traditionelles Kunsthandwerk verkauft.

Besinnliche Traditionen gibt es aber nicht nur im Zentrum Funchals, sondern auf der gesamten Insel. Ab Dezember leuchten vor vielen Hauseingängen liebevoll geschmückte Weihnachtskrippen. Viele Familien basteln die kleinen „Lapinhas“ oder „Presépios“ in Treppen- oder Bergform selbst und schmücken sie mit selbst gemachten Figuren, regionalen Natur-Nachbildungen, Blumen, kleinen Häuschen und einem Thron für das Jesuskind fantasievoll aus. In einem Weihnachtsdorf auf dem Largo da Restauração, einem Platz am Hafen von Funchal, werden mehrere lebensgroße Krippen, Kunsthandwerk und Folklore zur Schau gestellt.

Die mitunter riesigen Weihnachtskrippen auf Madeira, wie in der Avenida Arriaga in Funchal, werden traditionsgemäß mit viel Liebe ausgestaltet und verziert.

In der Woche vor Heiligabend treffen sich katholische Kirchgängerinnen und Kirchgänger zu den traditionellen „Missas do Parto“. Die „Geburtsmessen“ beginnen zur Morgendämmerung gegen 6 Uhr. Nach den Gottesdiensten versammeln sich die Menschen und singen gemeinsam Weihnachtslieder – hin und wieder gibt es sogar weihnachtliche Gesangswettbewerbe. In einigen Orten, darunter Camacha und Câmara de Lobos, ziehen Bands mit Trommeln und Kastagnetten frühmorgens fröhlich und ausgelassen durch die Straßen. Danach wird der festliche Start in den Tag mit Schnaps, Maisbrot und Kuchen kulinarisch abgerundet.

Am 23. Dezember feiern die Menschen in Funchal sozusagen in das Weihnachtsfest hinein. Für die traditionelle Marktnacht „Noite do Mercado“, auf der letzte Besorgungen für das Festessen am Folgetag erledigt werden können, wird der Bereich rund um den Mercado dos Lavradores gesperrt. Höhepunkt ist ein gemeinsames Weihnachtssingen um 23 Uhr in der Markthalle. Danach trinken und feiern die Menschen in den Gassen und Straßen oder ziehen in die Bars und Clubs weiter.

Den Abschluss der Weihnachts- und Silvesterfeierlichkeiten bildet das Fest für die Heiligen Drei Könige. Im Stadtpark von Funchal versammeln sich am Abend des 5. Januar viele Menschen zum Rudelsingen „Cantar os Reis“.

Süße Tradition auf Madeira: der Weihnachtskuchen „Bolo Rei“ (Königskuchen)

Am 6. Januar wird noch ein letztes Mal der laut Tradition glücksbringende „Bolo Rei“ gereicht – ein Brioche-ähnlicher Kuchen mit Nüssen und Rosinen –, bevor die Weihnachtsbeleuchtungen abgeschaltet und die Weihnachtskrippen eingepackt werden.