Kroatien wird festes Mitglied des Schengen-Raums – darauf verständigten sich am 8. Dezember die die zuständigen Minister der 26 Schengen-Staaten. Was ändert sich damit für Reisende?

Diese Vorteile haben Reisende im Schengen-Raum

Bisher gibt es noch Grenzkontrollen, doch diese sollen zum 1. Januar 2023 entfallen. Einen gültigen Reisepass oder Personalausweis müssen dennoch alle Reisenden mitführen.

Außerdem können sich alle Unionsbürgerinnen und ‑bürger bis zu drei Monate als Touristinnen und Touristen in einem anderen EU-Land aufhalten, in einem anderen Mitgliedsstaat leben, um dort zu arbeiten oder zu studieren, und das Recht genießen, genau so behandelt zu werden wie Staatsangehörige dieses Landes. 

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Einfachere Kontakte zwischen Menschen und Unternehmen würden zudem durch den entfallenden Zeitverlust an den Grenzen mehr Wohlstand bringen, so die EU-Kommission.

Außerdem soll die Erweiterung des Schengen-Raums die Union sicherer mache. Die EU-Kommission verspricht sich davon einen besseren Schutz der gemeinsamen Außengrenzen und eine wirksame polizeiliche Zusammenarbeit. Der Schengen-Raum ist die größte visumfreie Zone der Welt, in der die Mitgliedsländer ihre Binnengrenzen für den freien und uneingeschränkten Personenverkehr geöffnet haben.

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Kroatien führt 2023 den Euro ein

Besonders praktisch für Reisende: unabhängig vom Schengen-Beitritt ersetzt Kroatien die Nationalwährung Kuna am 1. Januar 2023 durch den Euro. Bereits im Juni und Juli 2022 haben alle zuständigen EU-Gremien der Währungsumstellung zugestimmt. 

Wer also in dem Adriastaat Urlaub macht, muss sich dann keine Landeswährung mehr besorgen und auch keine Wechselkursverluste in Kauf nehmen. Bereits seit dem 5. September erfolgen im Land Preisauszeichnungen in beiden Währungen.

Kein Schengen-Beitritt für Bulgarien und Rumänien

Für die Aufnahme von Bulgarien und Rumänien in den Schengen-Raum gab es dagegen keine Mehrheit. Ursprünglich sollte alle drei Länder aufgenommen werden.

Bulgariens und Rumäniens Aufnahme wird bereits seit 2011 von der EU-Kommission empfohlen. Allerdings äußerten einige Regierungen Vorbehalte wegen der wieder steigenden Migrationszahlen über die Balkanroute und aufgrund der Bilanz der beiden Länder bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität.

Bulgarien plant unabhängig von einem Beitritt in den Schengen-Raum die Einführung des Euros ab dem Jahr 2024. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist derzeit aber unklar. In Rumänien gibt es zwar entsprechende Pläne zur Euro-Einführung, doch ein konkreter Termin zeichnet sich bisher nicht ab. Prinzipiell steht der Euro allen EU-Staaten offen.

Welche Länder gehören bisher zum Schengen-Raum?

 Zum Schengen-Raum gehören bisher folgende 22 EU-Länder:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Frankreich
  • Finnland
  • Griechenland
  • Italien
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Schweden
  • Tschechische Republik
  • Ungarn

Außerdem sind vier Nicht-EU-Länder Teil des Schengen-Raums:

  • Island
  • Liechtenstein
  • Norwegen
  • Schweiz

Wie werden Länder Teil des Schengen-Raums? 

Länder, die dem Schengen-Raum beitreten möchten, müssen sich einer Reihe von Schengen-Evaluierungen unterziehen, mit denen geprüft wird, ob sie die für die Anwendung der Schengen-Vorschriften erforderlichen Voraussetzungen erfüllen.

Sobald die Schengen-Evaluierungsmissionen bestätigen, dass ein Staat dem Raum ohne Kontrollen an den Binnengrenzen beitreten kann, ist die einstimmige Zustimmung aller anderen Mitgliedstaaten erforderlich, die den Schengen-Besitzstand in vollem Umfang anwenden. Auch das Europäische Parlament muss zustimmen.