Die Namen deutscher Großstädte wie Berlin, Dresden oder auch Stuttgart kennt jedes Kind. Allerdings sind die Herkunft und die ursprüngliche Bedeutung dieser Namen vielen wahrscheinlich weniger geläufig.

Fast alle Städtenamen in Deutschland haben entweder einen germanischen, einen römischen oder vor allem in Ostdeutschland einen slawischen Ursprung. Das liegt daran, dass die Städte aus Siedlungen ebenjener Völkergruppen entstanden sind. Namensgebend waren damals dann häufig relevante Dinge aus der Natur wie Flüsse oder Berge, aber auch wichtige Gebäude. So kommt es, dass sehr viele deutsche Städte Endungen wie Burg, Berg oder Furt in ihren Namen haben.

Wir stellen dir nachfolgend ein paar größere deutsche Städte vor, deren Namensursprung nicht so naheliegend ist und teilweise durchaus kurios erscheint – hervorragendes Wissen, mit dem du dann bei deinem nächsten Besuch in dieser Stadt glänzen kannst.

Berlin

Die deutsche Hauptstadt ist eine multikulturelle Metropole und lockt jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher an. Berlins ehemaliger Bürgermeister hat die Stadt mal als „arm, aber sexy“ bezeichnet, dabei mutet der Ursprung des Stadtnamens so gar nicht sexy an.

Berlin kommt nämlich aus dem Slawischen und bedeutet in etwa „Stadt im Sumpf“ oder „Sumpfstadt“.

Stuttgart

Von Berlin nach Stuttgart– ist ja naheliegend, obwohl eigentlich eher andersherum, wenn man dem Klischee über zugezogene Schwaben in Berlin glauben darf. Jedenfalls hieß Stuttgart im Mittelalter mal Stuotgarte und setzt sich aus den Worten „Stuot“, was mit Stute oder Pferdeherde übersetzt werden kann, und „Garte“ was Garten bedeutet, zusammen.

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Stuttgart war also mal ein Pferde- beziehungsweise Stutengarten. Oder auch, was den meisten wahrscheinlich geläufiger ist, ein Gestüt.

Der Name Stuttgart kommt ursprünglich von Pferden.

Dresden

Für seine berühmten Wahrzeichen wie die Frauenkirche oder den Zwinger bekannt, geht der Ursprung des Namens von Dresden eher auf recht profane Dinge aus der Natur zurück. Dresden kommt nämlich vom altsorbischen Wort „Drezďany“, was in etwa Sumpf- oder Auenwaldbewohner bedeutet.

Dresden ist also die Siedlung der Bewohner am Wald beziehungswiese am Sumpf.

Hannover

Kommt auf den ersten Blick sicher nicht jeder drauf, aber der Ursprung des Namens von Hannover geht auf den Fluss Leine zurück. Namensgebend sind dabei die mittelniederdeutschen Worte „ho“ und „over“ gewesen, die hoch und Ufer bedeuten. Die Einwohner nannten den Ort deshalb früher „to dem hohen over“ also „an dem hohen Ufer“.

Daraus wurde dann mit der Zeit Honovere und schließlich Hannover.

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Nicht auf den ersten Blick ersichtlich, aber die Leine ist namensgebend für Hannover gewesen.

Jena

Bei Jena ist es nicht ganz so einfach. Der Ursprung des Namens der thüringischen Stadt könnte sich auf die Namen Janus oder Jani beziehen. Allerdings ist die verbreitetere Theorie, die auch vom MDR bestätigt wurde, dass sich die Herkunft des Namens auf das Wort „Janiā“ bezieht.

„Janiā“ bedeutet so viel wie bewegen oder gehen und war früher in bestimmten Bereichen einmal der Name des Flusses Saale, der durch Jena fließt.

Nürnberg

Ja, in Nürnberg steckt Berg, es ist also nicht so überraschend, dass der Ursprung des Namens etwas mit einer Erhebung in der Landschaft zu tun hat. Es gibt allerdings eine nette Legende zum Namen der Stadt, nach dieser kommt Nürnberg von „Nur ein Berg“, da es in der Umgebung der Stadt nur den sogenannten Ölberg gibt, auf dem die Nürnberger Kaiserburg errichtet wurde.

Die Kaiserburg thront über Nürnberg.

Richtig ist aber, dass Nürnberg früher Nuorenberc hieß, so wurde die Stadt im Jahre 1050 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Nuorenberc leitet sich ziemlich sicher von dem Wort „nuorin“ oder „norin“ ab, was felsig bedeutet. Nürnberg bedeutet letztendlich also so etwas wie Felsberg oder auch steiniger Fels.

Rostock

Von steinigen Felsen geht es auf unserer Tour durch Deutschland in den hohen Norden – genauer gesagt nach Rostock. Und so viel sei vorab schon mal verraten, der Name hat nichts mit einem Stock, Ästen oder Bäumen zu tun.

Der Ursprung des Namens Rostock kommt nämlich aus dem Slawischen. Im siebten Jahrhundert errichteten Menschen im Mündungsdelta des Flusses Warnow eine Siedlung und nannten diese Rastokŭ – zusammengesetzt aus den slawischen Worten „roz“, was auseinander bedeutet, und „tok“, was Fluss bedeutet: Hier geht der Fluss auseinander.

Mainz

Wer gehofft hat, dass Mainz nach dem Volk der Mainzelmännchen benannt ist, der wird jetzt leider enttäuscht werden. Tatsächlich ist Mainz aber nach einem Gott benannt – auch nicht so schlecht. Die Römer gaben der Stadt den Namen Mogontiacum, was so viel wie Land des Mogon bedeutet und sich auf den keltischen Sonnengott bezieht.

Aus Mogontiacum wude Moguntia und nur circa 18 weitere Namen später irgendwann das heutige Mainz.

Mainz hatte in seiner langen Geschichte sehr viele unterschiedliche Namen.

Braunschweig

Wer das ein oder andere Glas Bier oder gerne auch Wein zu viel hatte, der spricht Braunschweig vielleicht noch so aus, wie der Ort früher hieß. Der ursprüngliche Name der Stadt war nämlich Brunswiek beziehungsweise Brūnes-wīk und wurde erst durch eine Anpassung aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche zu Braunschweig. Lustigerweise heißt die Stadt auf Englisch immer noch Brunswick.

Mehrere Theorien zur Namensforschung gehen deshalb davon aus, dass die Herkunft des Namens sich auf eine Siedlung beziehen könnte, für die durch Brandrodung Platz geschaffen wurde.

Bonn

Was hat Bonn mit dem Schauplatz von William Shakespeares „Romeo und Julia“ zu tun? Beide hießen Verona. Während die schöne Stadt in Norditalien aber bei ihrem Namen geblieben ist, hat die ehemalige Bundeshauptstadt diesen schon vor langer Zeit abgelegt.

Im elften Jahrhundert wurde Bonn jedoch auch Verona genannt – die Kirche wollte es gerne so –, es gibt sogar Münzen mit dieser Prägung. Im Endeffekt konnte sich die Kirche gegen den Wunsch der Bevölkerung aber nicht durchsetzen und die wollte lieber in Bonn wohnen.

Der Ursprung des Namens geht dabei warscheinlich auf das keltische Wort „Bona“ zurück, was in etwa Gründung oder auch Stamm bedeutet. In Frankreich gibt es heute noch viele Städte, die Bonne oder Bonnes im Namen tragen.

Gelsenkirchen

Der Name hat etwas mit einer Kirche zu tun – welch Überraschung! Jetzt wird es aber doch noch interessant, denn in mittelalterlichen Aufzeichnungen wird die Stadt Gelsenkirchen im Jahre 1265 als Gelstenkerken und im Jahre 1150 als Geilistirinkirkin erwähnt.

Gelsenkirchen ist, wenn es um Zechenkultur geht, ein sehr interessantes Ausflugsziel.

Während man Gelstenkerken einfach mit Kirche bei den Siedlern im Bruchland übersetzen kann, ist die Übersetzung für Geilistirinkirkin deutlich interessanter. Das bedeutet nämlich so viel wie Kirche (am Bach) der üppigen Stiere, „DerWesten“ zitiert dazu den Germanisten Paul Derks, der sagt, dass der Name in die heutige Zeit etwa „Kirche am Platz, wo sich geile Stiere tummelten“ lauten würde – schöner Name für eine Stadt.

Krefeld

Wer sich den Namen Krefeld mal etwas auf der Zunge zergehen lässt, könnte darauf kommen, wo der Ursprung des Stadtnamens liegt. Die Siedlung war lange Zeit relativ unbedeutend, wuchs aber im Hochmittelalter zu einer Bauernsiedlung heran, die unter dem Namen Krinvelde urkundlich erwähnt wurde.

Krinvelde bedeutet vermutlich so etwas wie Krähenfeld, damit ist der heutige Name der Stadt wieder näher an seinen ursprünglich namensgebenden Begriff herangerückt.