Der Countdown für 2023 läuft: In wenigen Wochen steht das neue Jahr vor der Tür. Und das wird natürlich auf dem gesamten Globus gefeiert. Zuerst, um 11 Uhr deutscher Ortszeit, knallen die Korken in Samoa, gefolgt von Neuseeland, Australien, Asien, Afrika, Europa sowie Nord-, Mittel- und Südamerika. Zum Schluss, wenn die Menschen in Deutschland am Neujahrstag bereits zu Mittag essen, tanzen die Menschen auf der Baker- und der Howlandinsel südwestlich von Hawaii in das neue Jahr.

Auf der Suche nach einer Alternative zum meistens nasskalten Silvesterfest in Deutschland können Reisende also aus allen Kontinenten und Klima-Zonen wählen. Die größten Partys und fulminantesten Feuerwerke steigen natürlich in den Metropolen dieser Welt. Der reisereporter stellt die weltweit besten Silvesterstädte vor.

London: Big Bang am Big Ben

Der frisch restaurierte Big Ben in London erstrahlt mitsamt der riesigen Uhr an diesem Jahreswechsel in neuem Glanz. Wenn die Zeiger am 31. Dezember auf Mitternacht springen und die mächtigen Glocken läuten, bejubeln viele Tausend Menschen aus aller Welt das neue Jahr an der Themse.

Silvester in London: Wenn die Glocken von Big Ben Mitternacht einläuten, versinkt die britische Hauptstadt im Partytaumel.

Londons Stadtzentrum ist neben Berlin und Paris die wohl berühmteste Feuerwerks-Kulisse Europas. Um das spektakuläre Höhenfeuerwerk mit coolen 3-D-Bildern und Drohnen-Shows in vollem Umfang bestaunen zu können, sollten sich Besucherinnen und Besucher frühzeitig Tickets für die Aussichtspunkte sichern.

Die ersten Feuerwerks-Tickets wurden im Oktober auf einer offiziellen Website freigeschaltet und sind bereits ausverkauft. Anfang Dezember startet die zweite Runde. Der Eintrittspreis wurde in diesem Jahr erstmals seit 2014 erhöht: von 10 auf 15 Pfund.

Wer keine Tickets ergattern konnte, kann das Feuerwerk auch aus der Ferne mit Blick auf die Skyline Londons bestaunen. Die besten Aussichtspunkte gibt es in Greenwich Park, Parliament Hill und vom legendären „Ally Pally“ im Stadtbezirk Haringey.

Für einen runden Silvesterabend sollte man ebenfalls frühzeitig einen Tisch in einem der Restaurants reservieren und Eintrittskarten für Partys oder Konzerte buchen. Die größte öffentliche Silvesterparty in London startet um 23 Uhr am Trafalgar Square. Auch am Piccadilly Circus knallen massenweise Korken.

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Sydney: Thunder in Down Under

Wer nicht schon dabei war, wird das gewaltige Feuerwerk in Sydney vermutlich schon mal bei der Silvestershow im deutschen TV gesehen haben.

Das Silvesterfeuerwerk über dem Hafen von Sydney zählt zu den größten Pyro-Shows der Welt.

In der australischen Metropole tanzen die knallbunten Silvesterraketen zum Rhythmus der Begleitmusik am Nachthimmel über der großen Hafenbrücke und über der künstlerisch illuminierten Oper. Das gigantische Pryro-Festival um Mitternacht dauert zwölf Minuten – eine Minute für jeden Monat des abgelaufenen Jahres. Für Familien mit Kindern wird bereits um 21 Uhr ein kleineres Feuerwerk gezündet.

Für die Menschen in Australien ist die Lichtershow in Sydney ein exklusives Großereignis, denn private Feuerwerke sind aufgrund der großen Trockenheit und Brandgefahr streng verboten. Doch die meisten Australierinnen und Australier genießen den Silvesterabend ohnehin lieber bei einem gemütlichen Familien-Barbecue, denn anders als in Europa herrschen in Down Under im Dezember sommerliche Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad. 

Das Feuerwerk in Sydney kann von 30 Aussichtspunkten aus verfolgt werden. Alle Flächen inklusive der kostenlosen Plätze hat die Stadt Sydney in einer Stadtkarte auf ihrer offiziellen Feuerwerkswebsite markiert. Die sechs Plätze am Hafen vermarktet die Stadtverwaltung, für die weiteren Flächen sind unterschiedliche Anbieter zuständig. Touristinnen und Touristen sollten sich frühzeitig Tickets sichern und aufgrund langer Wartezeiten an den Einlässen ebenfalls früh vor Ort sein.

Aber Achtung: Für die einzelnen Standorte gelten unterschiedliche Regeln – das Mitbringen von Essen und Getränken ist oft untersagt und Alkohol-Ausschank verboten. Die Regeln für die einzelnen Standorte sind ebenfalls auf der offiziellen Website vermerkt.

New York: Lichtspektakel am Big Apple

Das berühmteste Feuerwerk der USA wird über dem Hudson River in New York City abgefeuert. Die Pyrotechnik setzt die Freiheitsstatue und die Skyline von Manhattan mit einem gigantischen Lichtspektakel in Szene.

Das Höhenfeuerwerk lässt sich am besten während einer Dinner-Fahrt auf einem der vielen Party-Ausflugsboote beobachten. Die Preise für die zwei- bis dreistündigen Touren starten bei 220 US-Dollar pro Person. Wer das Geld dafür nicht übrig hat, kann das Feuerwerk auch von einem der Aussichtspunkte am Hudson-Ufer verfolgen, zum Beispiel an der Promenade von Brooklyn Heights oder vom Battery Park in Manhattan aus. Natürlich laden auch zahlreiche Rooftop-Bars an Silvester zu speziellen Events ein.

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New York tanzt in das neue Jahr: Während des Höhenfeuerwerks über dem Hudson River versinkt der Times Square im Konfetti-Regen.

Weniger bildgewaltig, dafür aber absolut legendär ist die Neujahrsparty auf dem Times Square. Nach dem traditionellen „Ball Drop“, einem 60-Sekunden-Countdown mit einer vom Wolkenkratzer One Times Square herabsinkenden Kugel, versinkt die feiernde Meute in einem Meer aus Konfetti und singt lauthals „New York, New York“ von Frank Sinatra – ein Gänsehaut-Moment, für den viele Besucherinnen und Besucher das Alkoholverbot und die langen Wartezeiten gern in Kauf nehmen.

Das Event ist kostenlos, die Besucherzahl aber begrenzt. Wer dabei sein will, sollte sich bereits am Vormittag mit reichlich Snacks und (alkoholfreien) Getränken in die Warteschlange einreihen. 

Sportbegeisterte Menschen können in New York City übrigens auch in das neue Jahr laufen. Der Countdown für den vier Meilen (knapp 6,5 Kilometer) langen „Midnight Run“ startet im Central Park um 23.59 Uhr mit Blick auf das Höhenfeuerwerk. Anmeldeschluss ist am Abend des Silvestertages.

Dubai: Prunkvollstes Feuerwerk der Welt

Dass die Scheichs von Dubai hin und wieder gern Geld verpulvern, ist bekannt. An Silvester werden jährlich Zehntausende Touristinnen und Touristen zu Nutznießerinnen und Nutznießern des unermesslichen Reichtums, wenn der welthöchste Wolkenkratzer Burj Khalifa (828 Meter) mit einem gigantischen Feuerwerk prunkvoll in Szene gesetzt wird.

Die Raketen werden zu einer Themenmusik direkt vom Hochhaus abgefeuert und die Hochglanz-Fassade wird zugleich mit einer Laser-Show beleuchtet.

Jahreswechsel in Dubai: Rund um den gigantischen Wolkenkratzer Burj Khalifa wird das Zentrum der Wüstenmetropole zur Kulisse für eine gigantische Feuerwerks-Choreografie.

Die beste Aussicht auf das donnernde Neujahrsspektakel und eine Wasserfontänen-Choreografie haben Besucherinnen und Besucher von den Plattformen am Fuß des Burj Khalifas, von der Dubai Mall sowie von den Rooftop-Terrassen der umliegenden Hotels, Bars und Hotels aus. Auf dem Dubai Marina oder dem Dubai Creek locken außerdem Party- und Dinner-Boote mit besten Feuerwerks-Aussichten.

Wer in der islamischen Wüstenmetropole nicht auf den Neujahrs-Sekt verzichten möchte, ist bei den privaten Indoor-Veranstaltungen besser aufgehoben, denn auf den öffentlichen Plätzen ist der Alkoholkonsum untersagt. Nach dem Feuerwerk wird in Dubai an etlichen Silvesterpartys mit Top-DJs und Musik-Acts aus aller Welt weitergefeiert.

Brasilien: Samba-Silvester in Rio

An der legendären Copacabana in Rio de Janeiro feiern jedes Jahr über zwei Millionen Menschen bei bis zu 29 Grad in das neue Jahr. Das Feuerwerk wird auf Booten und Pontons in der Atlantikbucht gezündet, während vor den Bühnen, den Soundtürmen und riesigen LED-Leinwänden am vielleicht schönsten Stadtstrand der Welt kräftig gefeiert, getanzt und getrunken wird.

Neujahrsfeuerwerk über Rio de Janeiro: An Silvester wird in der ganzen Stadt kräftig gefeiert.

Die ersten Bands und DJs treten bereits am Nachmittag des Silvestertages auf, bis die ganze Stadt am Abend bei Bossa nova, Raggaeton, House und natürlich jeder Menge Samba zur brasilianischen Partyhochburg wird. Die Feste auf den Straßen werden von Trommlern und Tänzerinnen in glitzernden Kostümen befeuert. Die Brasilianerinnen und Brasilianer tanzen traditionell in weißer Kleidung in das neue Jahr – ein Symbol für Glück und Reinheit.

Die Silvesterparty in Rio gilt als fröhlich und friedlich. Zum Schutz vor möglichen Taschen- und Raubdiebstählen sollten Touristinnen und Touristen in den feiernden Massen dennoch stets auf ihre Wertsachen achten oder diese von vornherein in den Hotels lassen.

Wer sich ein schönes Silvesterplätzchen mit Feuerwerksblick am weißen Sandstrand sichern möchte, sollte bereits vormittags vor Ort sein und genügend Essen und Getränke einpacken. Die Party an der Copacabana endet in der Regel nicht vor 5 Uhr morgens.

Rom: Mit roter Unterwäsche im Circus Maximus

Die italienische Hauptstadt Rom ist auch als „Stadt der sieben Hügel“ bekannt. Wer erleben möchte, wie der historische Circus Maximus in den Farben des Silvester-Feuerwerks erstrahlt, hat von den vielen Erhebungen, zum Beispiel vom Gianicolo, allerbeste Aussichten.

Silvester in Rom: Im Circus Maximus tanzen bis zu 40.000 Menschen in das neue Jahr.

Natürlich kann man sich in Rom auch einfach in die Silvesterparty auf der Via dei Fori Imperiali stürzen oder die offizielle Silvestershow im Circus Maximus miterleben – Letztere beginnt um 21 Uhr mit Auftritten bekannter Bands. Maximal 40.000 Besucherinnen und Besucher können dabei sein. Auch auf der Piazza del Popolo treffen sich die Menschen zum großen Outdoor-Fest.

Doch für gute Gesellschaft braucht es in Rom keine Massen. Die Menschen feiern überall in der Stadt fröhlich in das neue Jahr. Bis zum Countdown vor Mitternacht bleiben viele Römerinnen und Römer zunächst mit ihren Familien zu Hause, in den Restaurants oder in den Bars, bevor sie auf den Straßen die Korken und eigenes Silvesterfeuerwerk knallen lassen.

Das vielleicht Beste an einer Silvesterreise nach Rom ist das bunte Unterhaltungsprogramm vor und nach dem Jahreswechsel. In der Stadt gibt es viel Musik, Kunst und Kultur zu erleben. Zu den spektakulärsten und lustigsten Neujahrstraditionen gehören Wasserspringerinnen und Wasserspringer, die sich unter Jubel und Applaus Tausender Zuschauender von einer Brücke in den eiskalten Tiber stürzen.

Beim Kofferpacken nicht vergessen: rote Unterwäsche. Die gehört nämlich ebenso zu den glücksbringenden Silvestertraditionen wie Linsengerichte. Manche Italienerinnen und Italiener werfen übrigens auch Geschirr aus ihren Wohnungen. Beim Flanieren am Silvesterabend sollte man also die Fenster und Balkone im Blick behalten.

Tokio: Countdown zur Club-Party

Die sonst so feuerwerksbegeisterten Japanerinnen und Japaner feiern in Tokio traditionell eher ruhig in das neue Jahr. Rund um Silvester kommen die Familien zusammen und besuchen Tempelanlagen, um für Glück und Gesundheit im neuen Jahr zu beten. Besonders groß ist der Andrang am Zojoji-Tempel, am Gohyakurakanji-Tempel und am Hie-Schrein in Tokio.

Die bunt illuminierte Rainbow Bridge in Tokio leuchtet im Dezember und Januar wöchentlich in den Farben ebenso bunter Feuerwerke.

Von Anfang Dezember bis zur zweiten Januarwoche gibt es an der bunt beleuchteten Rainbow Bridge jeden Samstagabend ein fünfminütiges Feuerwerk. An Silvester finden aber keine Pyro-Show statt – mit Ausnahme eines kleineren Feuerwerks im futuristischen Stadtbezirk Minato Mirai und einer großen Neujahrs-Party mit Lichtshow am Märchenschloss des Freizeitparks Tokio Disney Resort. Letztere wurde aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr aber bereits zum dritten Mal in Folge abgesagt.

Für das junge Partyvolk und Touristinnen und Touristen aus aller Welt gibt es in Tokio dafür mehrere „Countdown-Partys“ mit Live-Musik, zum Beispiel an der weltberühmten Shibuya-Kreuzung und am Tokyo Tower. 

Viele Menschen versammeln sich außerdem am Riesenrad im Kasai-Rinkai-Park, das vor der beeindruckenden Stadtkulisse sowie dem Tokio Tower und dem Tokio Sky Tree liebevoll beleuchtet wird. Nach den „Countdowns“ ziehen viele Besucherinnen und Besucher in die Clubs und Bars, um auf das neue Jahr anzustoßen.

So richtig krachen lassen es die Japanerinnen und Japaner erst im Sommer, wenn die „bösen Geister“ gemäß einer jahrhundertealten Tradition mit Feuerwerk vertrieben werden sollen. In Tokio gibt es im Juli und August dafür viele kleinere Feste. Höhepunkt ist Ende Juli das gigantische Sumidagawa-Feuerwerksfest mit 20.000 Feuerwerkskörpern. 

Berlin: Kleinere Party, kein Feuerwerk

Die Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor in Berlin wurde nach ihrer Premiere im Jahr der Wiedervereinigung 1990 zu einer festen Instanz. Menschen aus aller Welt verfolgten damals gebannt, wie die Menschen aus Ost- und Westdeutschland endlich wieder zusammen in das neue Jahr tanzen konnten.

Das große Silvesterfeuerwerk in Berlin wurde in diesem Jahr abgesagt. Die Menschen in der Hauptstadt lassen aber jede Menge eigene Raketen steigen.

Im Millenniumsjahr 2000 kam erstmals eine Silvesterparty auf der zwei Kilometer langen Festmeile bis zur Siegessäule dazu. Die Bilder von der laut Veranstalter damals „größten Open-Air-Party der Welt“ und vom Feuerwerk über dem Brandenburger Tor werden jedes Jahr live in alle Welt übertragen.

Zum Jahreswechsel 2022/2023 soll Deutschlands berühmteste Silvesterparty aber wieder etwas kleiner ausfallen. Die Partymeile bis zu Siegessäule fällt weg – der offizielle Partybereich beschränkt sich auf den Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Motto: „Celebrate at the Gate“. Für die Bühnenshow haben sich unter anderem Alphaville, Moncrieff, Calum Scott, DJ Bobo, Sasha und Kamrad angekündigt. Highlight soll ein Auftritt der Scorpions werden. Sänger Klaus Meine stimmt natürlich seine weltberühmte Friedenshymne „Wind of Change“ an.

Die Tickets für die Live-Show sind kostenlos, nach Angaben der Berliner Stadtverwaltung aber auf wenige Tausend begrenzt. Die Gratis-Karten sollen ab 1. Dezember auf der Website des Veranstalters verfügbar sein. Für alle anderen wird die Show mit den Moderatoren Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner ab 20.15 Uhr im ZDF live übertragen.