Staubige Prärie, Straßen, die bis zum Horizont führen, ein klarer Sternenhimmel und coole Cowboys am Lagerfeuer – all das ist Texas. Der amerikanische Staat liegt ganz im Süden der USA an der Grenze zu Mexiko und ist fast doppelt so groß wie Deutschland. Hier findest du teils unberührte Naturlandschaften und atemberaubende Nationalparks. Du bist ein echter Naturfan und am liebsten draußen unterwegs? Dann bist du in Texas genau richtig. Plane am besten rund zwei Wochen ein, um den zweitgrößten Staat in Amerika zu erkunden. Besonders gut geht das mit einem Mietwagen, so bist du flexibel und gelangst ganz einfach von einem Highlight zum anderen. Und davon gibt es in Texas viele – von Sternenhimmel bis Mountain-Bike-Action. Wir stellen dir die besten Natur-Spots und Outdoor-Aktivitäten entlang einer Rundreise durch Texas vor.

Wassersport mal anders

Von Deutschland aus gelangst du mit dem Flugzeug zum Beispiel ab Frankfurt nach Dallas. Aber auch Houston oder Austin lassen sich ab Deutschland mit einem Direktflug erreichen – und die beiden Städte sind auch ein guter Startpunkt für deine Texas-Rundreise: In der Region erwarten dich Outdoor-Aktionen, die du so sicher noch nicht erlebt hast: Ganz in der Nähe von Houston etwa liegt der Ort Galveston. Dort wo sich riesige Frachter vom Golf von Mexico durch den Schiffskanal Richtung Houston schieben, bist du richtig zum Tankerwellen-Surfen. Ja, du hast richtig gelesen!

Wer schon mal mit einer Luftmatratze im Kanal geplantscht hat, nachdem ein Boot vorbeigefahren ist, kennt es: Die Schiffe sorgen für ein Wellenparadies erster Ordnung. Und das machen sich texanische Surfer zu Nutze: Von Juni bis September ist der Schiffskanal ein Hotspot für Wellenreiter. Die Bugwellen dauern – je nach vorbeifahrendem Schiff – bis zu 15 Minuten an. Schnapp dir einfach selbst ein Board oder schau dir das Spektakel aus nächster Nähe an.

Ob die Surfer in Galveston, südlich von Houston, die perfekte Welle erwischen, hängt von den Tankschiffen ab. Hier steht Tankwellen-Surfen auf dem Programm.

Eine etwas gemütlichere Wasser-Action erwartet dich nur rund 50 Fahrminuten von Austin entfernt in New Braunfels: Zwischen März und November bringen die beiden Flüsse Comal und Guadalupe River mehr Spaß als jede Wildwasserbahn: Mach es dir in einem Reifen bequem und lass dich stundenlang flussabwärts treiben. Kalt wird es dabei kaum: Das Wasser hat angenehme 21°C Wassertemperatur. Du hast genug von Trubel im Wasser? Dann ab auf den Highway Richtung Norden. Auf den nächsten Stopp der Reise können sich nicht nur Romantiker freuen.

Natur pur unter dem Sternenhimmel

Hast du dich schon mal gefragt, warum du zuhause den Sternenhimmel oft nur schwer erkennen kannst? Hintergrund ist die Lichtverschmutzung. In den USA gibt es viele Regionen, die nicht so stark besiedelt sind. Und das ist ein Glück für alle Sternen-Fans. Denn hier hast du einen Logenplatz, wenn es ums „Stargazing“, also um das Sternegucken geht. Zum Beispiel rund um den Big Bend National Park ganz im Westen Texas, der zu den besten Stargazing-Orten Amerikas gehört – und seit 2012 sogar offiziell als Lichtschutzgebiet gilt.

Die Autofahrt von Austin dauert rund acht Stunden, von Houston ist es sogar noch etwas weiter, doch die Reise lohnt sich: Hier siehst du bis zu zehnmal mehr Sterne als in einer mittelgroßen Stadt. Auch wenn du von der einzigartigen Sternenkulisse nicht genug bekommst: Am nächsten Tag solltest du unbedingt ausgeschlafen sein. Denn der Big Bend National Park gehört zu den größten Nationalparks der USA.

Fast 2.450 Meter hoch ist der Gipfel des Emory Peak im Big Bend National Park. Von dort kannst du bis nach Mexiko schauen.

Zwischen Kakteen und Bergen herrscht Wild-West-Mentalität pur. Insgesamt fünf Canyons sind Teil des Nationalparks – und die kannst du zum Beispiel per Boot vom Rio Grande aus erkunden. Wer etwas mehr Action braucht, setzt sich in ein Kajak, Kanu oder unternimmt eine Raftingtour. Von offenen Strecken über den Blick auf amerikanische und mexikanische Bergwelten bis hin zu 450 Meter tiefen Schluchten – durch die vielseitige Landschaft wird die Tour sicher nicht langweilig. Und mit etwas Glück entdeckst du einen Adler, Kojoten, Schwarzbären oder sogar Berglöwen!

XXL-Sandkasten und Bisonherden

Du glaubst, den Big Bend National Park kann nichts mehr toppen? Weit gefehlt. Wenn du mit deinem Mietwagen wieder auf den Highway biegst und rund 3,5 Stunden gen Norden fährst, erreichst du den Monahans Sandhills State Park. Der Park ist das beste Beispiel für die Vielfältigkeit der texanischen Landschaft. Zwischen den rund 20 Meter hohen Sanddünen kommt echtes Sahara-Feeling auf – mitten in den USA. Die Dünenlandschaft, zu der der Monahans Sandhills Park gehört, erstreckt sich auf insgesamt 320 Kilometer. Und selbstverständlich gibt es hier nicht nur Natur zu bestaunen: Die Wüste ist das Revier der Sandboarder, -surfer und -rodler. Sicher dir am besten selbst einen Untersatz und gleite die Hügel hinab – eine Gelegenheit, die so schnell sicher nicht wieder kommt!

Ist das wirklich noch Texas? Die Dünenlandschaft des Monahans Sandhills State Park zeigt, wie vielfältig die texanische Landschaft ist. Unser Tipp: Schau dir in den Dünen unbedingt den Sonnenaufgang an.

Sobald du genug vom Sandkastenparadies hast, fahr weiter nach Norden in Richtung der Stadt Amarillo. Rund 40 Kilometer entfernt von der Cowboystadt liegt im Palo Duro Canyon State Park der „Grand Canyon von Texas“, die zweitgrößte Schlucht der USA. Zu Fuß, auf dem Mountainbike oder – ganz authentisch für Texas – im Westernsattel erkundest du die scheinbar endlose Landschaft aus roten Sandsteinfelsen. Wer abends noch eine kleine Portion Kultur vertragen kann, schaut sich das Texas Outdoor Musical im Pioneer Amphitheater an. Hier wird die Geschichte der Region nacherzählt. Aber keine Sorge, von einer trockenen Geschichtsstunde ist die Vorführung weiter entfernt als Texas von New York. Stattdessen stehen Gesang, Tanz und viel texanischer Humor auf dem Stundenplan.

Was außerdem fest zur Geschichte des Landes gehört? Bisonherden. Nur 40 Autominuten vom Palo Duro Canyon State Park liegt der Caprock Canyons State Park. Für amerikanische Verhältnisse ist diese Entfernung ein Nachmittagsspaziergang. Hier lebt die offizielle Bisonherde des Staates Texas. Die beste Reisezeit für den Caprock Canyons State Park: Das Frühjahr – dann gibt es nämlich Bison-Babies! Aber auch im September ist die Region ein Besuchermagnet: Dann startet das jährliche Texas State Bison Herd Music Festival in Quitaque. Mit dabei sind lokale Countrysänger – und vermitteln echtes texanisches Lebensgefühl.

Letzter Stopp: der Osten Texas

Mach dich vom Norden Texas langsam wieder auf Richtung Südosten. Bevor du zu deinem Startpunkt der Reise zurückfährst, leg noch einen kurzen Stopp in Dallas ein. Die Metropole lockt mit Ausstellungen, zum Beispiel im Dallas Museum of Art und geschichtsträchtigen Orten wie der Gedenkstätte am Ort des Attentats auf Präsident John F. Kennedy. Du hast genug vom Großstadtalltag und noch etwas Zeit? Dann unternimm noch einen Abstecher zum Caddo-Lake an der Grenze zum Staat Louisiana. Der See ist mit seinen 26.000 Hektar um einiges größer als die Stadtfläche Hannovers! Die turmhohen Zypressen, die Bäume mit ihrem weichen, leuchtend grünen Moosmantel und die Wasserpflanzen lassen den See geheimnisvoll und mystisch wirken. Am besten erkundest du Wasser und Uferböschungen mit dem Kanu. Aber Achtung: Im See leben nicht nur Wasserschildkröten oder Reiher, sondern auch Alligatoren!

80 Kilometer weit ist das Wasserwegnetz des Caddo-Lake. Und bei der vielseitigen Tier- und Pflanzenwelt wird es dir m Kajak oder Kanu sicher nicht langweilig.

Texas – immer eine Reise Wert

Vom Lake Caddo sind die drei großen Flughäfen Dallas, Houston und Texas in ein paar Autostunden erreichbar – und dort endet deine Texas-Rundreise. Warum wir dir Texas als Reiseziel empfehlen? Im zweitgrößten Staat der USA erlebst du einzigartige Natur, die so vielfältig ist, dass sie locker mehr als einen Urlaub füllen könnte. Dazu gibt es köstliches, mexikanisch angehauchtes Essen, nette Menschen und richtig gute Livemusik. Wir finden: Der sympathische Staat im Südwesten des Landes kann es locker mit anderen amerikanischen Reisezielen wie Kalifornien oder New York aufnehmen. Bleibt nur zu sagen: Tschüss Deutschland, Howdy Texas!