Wenn du schon mal bei starkem Nebel Auto gefahren bist, hast du wahrscheinlich selbst bemerkt: Die dicken Schwaden machen den Verkehr ganz schön mühsam. Verkehrsschilder, Abzweigungen, andere Autofahrer, alles taucht erst wenige Meter vor dir aus der grauen Suppe auf.

Flugzeuge sind während des Flugs hoch oben in der Luft davon natürlich nicht betroffen. Aber wenn die Landebahn am Zielflughafen im tiefen Nebel versteckt ist, stellt das auch Pilotinnen und Piloten vor eine Herausforderung. Wie schaffen sie es, trotzdem sicher zu landen?

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Technologie hilft bei der Landung 

Früher, als es die ersten Flugzeuge gab, konnten diese tatsächlich nur tagsüber und nur bei gutem Wetter fliegen. Denn die Pilotinnen und Piloten mussten sich vollständig auf die eigenen Augen verlassen, um die Maschine heil zu Boden zu bringen. Mit den Jahren hat sich die Technologie aber weiterentwickelt.

Heutzutage sind die meisten Flugzeuge mit einem sogenannten Instrumentenlandesystem (ILS) ausgestattet. Die Instrumente empfangen Signale von mehreren Antennen, die am Flughafen hinter der Landebahn stehen. Geräte im Cockpit bilden die Signale ab: Der Localizer zeigt an, ob das Flugzeug seitlich vom Runway abweicht, der Glideslope gibt Informationen über die vertikale Abweichung. Bei der Landung kontrollieren Pilotinnen und Piloten so, ob sie auf der richtigen Position fliegen.

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Bei schlechter Sicht wird der Autopilot eingesetzt

Trotz der Instrumente muss die Crew im Cockpit aber mindestens 550 Meter weit sehen können, um manuell zu landen. Außerdem darf die Wolkendecke, also die tiefste Wolkenschicht, nicht weniger als 220 Fuß (rund 60 Meter) über dem Boden liegen.

Ein Flugzeug setzt im Nebel zur Landung an. Bei schlechten Sichtverhältnissen wird der Autopilot aktiviert.

Bei starkem Nebel ist die Sichtweite oft deutlich geringer. In diesen Fällen kommt der Autopilot zum Einsatz. Dafür prüft die Crew an Bord erst mal alle Systeme, ebenso wie die Back-up-Systeme, falls etwas ausfällt. Dann wird der Autopilot aktiviert, der sich ebenfalls an den Signalen vom ILS orientiert. So können Flugzeuge auch bei Sichtweiten von wenigen Metern sicher landen. Auf dem Rollfeld sorgen bei dichtem Nebel dann Fahrzeuge mit blinkenden „Bitte folgen“-Schildern für Orientierung.

Ganz von allein funktioniert die Landung aber auch mit Autopilot nicht. Pilotinnen und Piloten müssen zum Beispiel weiterhin das Fahrwerk und die Klappen ausfahren und behalten die Monitore und das ILS ständig im Blick. Läuft etwas schief, dann greifen sie ein und brechen den Anflug ab. 

Warum sorgt Nebel trotzdem für Verspätungen und Ausfälle?

Trotz aller Technologie ist der Flugverkehr oft beeinträchtigt, wenn ein Flughafen im Nebel liegt. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Antennen des ILS sehr sensibel. Deswegen wird bei Nebel an der Landebahn eine Schutzzone eingerichtet. Erst wenn ein Flugzeug die verlassen hat, darf der nächste Flieger landen. Deswegen wird der Abstand zwischen Flugzeugen bei Start, Landung und auf dem Rollfeld vergrößert. Die Anzahl der Starts und Landungen wird kleiner.

Ein Flugzeug steht bei schlechten Sichtverhältnissen auf einer Rollbahn des Flughafens Charles de Gaulle. Nebel kann den Flugverkehr beeinträchtigen.

Zum anderen sind nicht alle Flughäfen mit den notwendigen Geräten für das ILS ausgestattet. Gerade für kleine Flughäfen ist das oft zu teuer. In diesem Fall muss das Flugzeug warten, bis der Nebel auf der Landebahn verschwunden ist, oder der Flug wird vorab gestrichen.