Du hast Lust, nach Venedig zu reisen, doch für den italienischen Tourismusmagneten fehlt die Zeit oder das Geld? Oder dir ist ganz einfach mal nach einem tollen Ausflugsziel?

Dann aufgepasst: Du kannst auch ein wenig Venedig-Feeling in Deutschland finden. Im ganzen Land gibt es Viertel oder Gebiete, die als (Klein-)Venedig gehandelt werden. Wir stellen dir die schönsten Doppelgänger vor.

1. Berlin-Spandau hat ein Klein-Venedig

Die Spandauer hören es nicht gerne, wenn Berliner von „Spandau bei Berlin“ sprechen, denn tatsächlich ist Spandau ein Bezirk der Hauptstadt. Neben einer hübschen Zitadelle und der Fledermauskolonie unter dem Heimatmuseum kannst du hier in den Tiefwerder Wiesen auch das Berliner „Klein-Venedig“ entdecken.

Ein Labyrinth aus bauchnabeltiefen, schmalen Kanälen und Brücken hat dem Gebiet schon vor 100 Jahren den Beinamen eingebracht. Am besten erkundest du die Gegend mit den idyllischen Gärten und Wiesen auf dem Wasserweg per Kanu oder Kajak. Schilfrohr wuchert an den Ufern und neben zahlreichen Wasservögeln kannst du mit Glück auch Otter und Biber entdecken.

Auch in der Hauptstadt lockt ein Gebiet mit dem Beinamen Klein-Venedig.

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2. Bamberg hat Fenedig-Feeling

Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahhundert, die sich eng aneinanderschmiegen und direkt an der Regnitz liegen, haben der ehemaligen Fischersiedlung in Bambergs Altstadt den Beinamen „Klein-Venedig“ eingebracht. Vor den Häuserreihen am Wasser blühen bunte Blumen in kleinen Gärten, und an den Anlegestellen der Vorgärten schaukeln die Boote. Am besten erlebst du diesen Anblick vom Wasser aus.

Auf den breiten Holzbalkonen der Häuser trockneten früher die Fischernetze und jedes Jahr im August beim Bamberger Volksfest Sandkerwa steht Bambergs Klein-Venedig im Mittelpunkt, wenn beim traditionellen Fischerstechen auf dem Wasser zwei gegnerische Mannschaften versuchen, sich mit Speeren ins Wasser zu stoßen.

Klein-Venedig in Bamberg: Fachwerkidyll direkt an der Regnitz.

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3. Esslingens Klein-Venedig

Dort, wo sich die Häuser an Wehrneckar und Rossneckar drücken, liegt das „Klein-Venedig“ von Esslingen. Urige Wasserwege, Kopfsteinpflastergassen, Wassermühlen aus dem 15. Jahrhundert machen den südöstlich von Stuttgart gelegenen Venedig-Doppelgänger aus. 

Pittoresk präsentiert sich auch das Wasserhaus, Esslingens Stauwehr in Fachwerkoptik. Und entlang des Hammerkanals zieren Jugendstil-Villen das Ufer. Ganz venediglike kannst du in Esslingen zahlreiche Brücken überqueren. Eine der schönsten ist die Innere Brücke, die zweitälteste Steinbrücke Deutschlands. Die 146 Meter lange Brücke aus dem 13. Jahrhundert ist von historischen Gebäuden gesäumt. 

Esslingen am Neckar: Auch hier findest du ein deutsches Klein-Venedig.

4. Friedrichstadt – zwischen Venedig und Amsterdam

1472 Kilometer vom italienischen Vendig entfernt, liegt das nordfriesische Städtchen Friedrichstadt. Wer hier hin fährt, schlägt sogar gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn dem Ort wird nicht nur Ähnlichkeit mit Venedig nachgesagt. So wird der Trip in das 2500-Seelen Örtchen zur kleinen Weltreise.

Zahlreiche Grachten und die insgesamt 18 Brücken, die diese überqueren, brachten der Stadt den Beinamen Venedig des Nordens ein. In der Altstadt dann schmale Treppengiebelhäuser, Reliefs an Häuserfassaden und schnurgerade Gassen, die Friedrichstadt den Vergleich mit dem niederländischen Amsterdam bescherten.

Friedrichstadt bietet also „drei in eins“: Italien, Niederlande und norddeutschen Charme. 

Brücke über die zentrale Gracht Mittelburggraben mit den Giebelhäusern in abendlicher Stimmung.

5. Venezianische Gondelfahrt in Hamburg

Hamburg sieht sich selbst nicht nur als Tor zur Welt, sondern wird auch gerne als Vendig des Nordens bezeichnet. Untermauert wird der romantische Beiname mit folgenden Fakten: Um die 2500 Brücken zählt Hamburg und übertrumpft damit sein italienisches Vorbild um das Sechsfache. Und auch Kanäle gibt es zuhauf: Rund um die Alster gibt es 22 Wasserstraßen.

Auf Hamburgs Wasserstraßen kommt venezianisches Lebensgefühl auf.

Und weiter geht’s: Ob seiner Ähnlichkeit zur italienischen Lagunenstadt lässt sich Hamburg nicht lumpen und bietet dir ein echt venezianisches Gondelgefühl. Seit 1999 kannst du mit einer in Vendig ausgebildeten Gondoliera Hamburgs Kanäle kennenlernen. Es gibt sogar einen speziellen Heiratsantragskanal. So richtig preiswert ist es allerdings nicht, für eine Stunde zahlen zwei Personen 160 Euro.

6. Klein-Venedig in Niedersachsens Wolfenbüttel

Wolfenbüttel in Niedersachsen war im 16. Jahrhundert eine Stadt der Wasserwege. 19 Informationstafeln im Innenstadtbereich machen auf die ehemalige Grachtenanlage aufmerksam, von der viele Kanäle heute nicht mehr existieren. Die Stadt an der Oker wird dennoch als „Klein-Venedig“ bezeichnet. Und das liegt am Großen Kanal. 

Der Große Kanal durchzieht die Innenstadt und ist ein Überbleibsel der damaligen Grachtenanlage. Die Kulturroute 5 der Wolfenbütteler Wasserwege ist ein romantischer, von Häusern gesäumter Abschnitt, der als Klein-Venedig bekannt ist. Vielleicht ließ sich der Dramatiker Lessing von diesem Anblick inspirieren, während er in Wolfenbüttel lebte und „Nathan der Weise“ schrieb. 

Kanalsystem in der historischen Altstadt von Wolfenbüttel.

7. Leipzig – ein Venedig mit Augenzwinkern

Ein wenig im Scherz bezeichnen auch die Leipziger Einwohnerinnen und Einwohner ihre Stadt als Klein-Venedig. Und tatsächlich kannst du hier gleich an mehreren Stellen in venezianischen Gefühlen schwelgen. Ein Grund dafür ist das Ristorante da Vito. Seit 1999 bietet der Italiener nicht nur italienische Speisen an, sondern auch Fahrten in Gondeln aus Venedig. 98 Euro kostet eine einstündige Fahrt für bis zu fünf Personen.

Boote, ein SUP und eine venezianische Gondel bei den Buntgarnwerken auf der Weißen Elster.

Und wie in Venedig, so sind auch die Wasserwege in Leipzig ein Erlebnis. Flüsse von insgesamt über 200 Kilometern Länge sind im Stadtgebiet zu finden. Zu den natürlichen Flüssen der Stadt gehört die Weiße Elster.

Der künstlich geschaffene Karl-Heine-Kanal gehört zu den hübschesten Kanälen der Stadt. An der drei Kilometer langen Strecke gibt es 15 Brücken und Aussichten auf Backsteinbauten, Philippuskirche und Stelzenhaus.