Sie sind mit bis zu 1,5 Metern Durchmesser sehr viel größer als Autoreifen. Mehrere Hundert Tonnen Gewicht transportieren sie über die Wolken und zurück auf den Boden. Flugzeugreifen sind wie Autoreifen zwar aus Gummi. Doch ein Unterschied ist besonders entscheidend: ihre Füllung.

Anders als Autoreifen sind Flugzeugreifen nicht mit normaler Luft, sondern mit Stickstoff gefüllt, schreibt das Magazin des Flughafens Stuttgart, „Flugblatt“. Doch warum ist das eigentlich so?

Es gibt gleich zwei gute Gründe: Stickstoff ist feuerfest und hält extremen Temperaturschwankungen stand.

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Bei minus 50 Grad in Flughöhe würden Reifen mit Luft einfrieren

Während wir mit dem Auto bei hohen Temperaturen mit Sommerreifen fahren und sie bei Kälte gegen Winterreifen tauschen, müssen die Reifen von Flugzeugen auf langen Strecken die extremen Temperaturunterschiede aushalten. Mitten im Flug kann niemand die Reifen wechseln, jedoch fliegen die Maschinen nicht selten durch mehrere Klimazonen. 

Mehrere Hundert Tonnen Gewicht transportieren die Reifen von Flugzeugen bei Start und Landung.

Die Füllung der Reifen ist dabei ein entscheidendes Detail. Denn: In der Luft, mit der wir die Reifen unserer Autos aufpumpen, ist immer auch ein bisschen Wasser enthalten. Bei eisigen Temperaturen gefriert es. 

Bei einem regulären Reiseflug befinden sich Flugzeuge in Höhen von mehreren Tausend Metern, wo eine Außentemperatur von bis zu minus 50 Grad Celsius herrscht, erklärt die Stickstoffgeneratoren-Firma Inmatec. Mit Luft gefüllt, würden die Reifen in diesen Flughöhen einfrieren. Stickstoff hat den Vorteil, dass er bis zu einer Temperatur von minus 180 Grad Celsius gasförmig bleibt, informiert „Flugblatt“.

Stickstoff brennt nicht 

Beim Start und bei der Landung kommt das andere Temperaturextrem zum Tragen. Beim Start beschleunigen Flugzeugreifen in wenigen Sekunden von null auf über 300 Kilometer pro Stunde unter dem hohen Startgewicht. Doch besonders bei der Landung erhitzen die Reifen durch die Reibung der Landebahn und in den Felgen angebrachten Bremsen schlagartig, erklärt die Lufttechnik der Lufthansa

Unter diesen extremen Kräften können sie bei einem Defekt oder zu wenig Luftdruck anfangen zu brennen. Während normale Luft brandbeschleunigend wirkt, brennt Stickstoff dagegen nicht. Aufgrund seines Molekülbaus ist es ein reaktionsträges Gas und macht so die Reifen von Verkehrsflugzeugen so sicher wie möglich, berichtet der ADAC.