Im Nordosten Schottlands liegt ein Ökodorf, das sich seinen eigenen Regeln verschrieben und der sich gefühlt immer schneller drehenden Welt entzogen hat: Findhorn.

Mit einer mittellosen Familie im Campingwagen, die versuchte, ihre Lebensmittel selbst anzubauen, fing 1962 alles an. Und hörte nicht wieder auf. Der blaue Campingwagen steht noch immer an Ort und Stelle, mitten in einem Garten.

Heute besteht die Findhorn-Community aus mehr als 500 Zugehörigen aus der ganzen Welt, die nachhaltig leben, Mehrgenerationen-Projekte pflegen und auf mehrere Standorte verteilt sind. Und wer die Website der Ökogemeinschaft öffnet, liest in großen Buchstaben „Let’s take a moment…Pause. Be present. Connect.“

Was damit gemeint ist, kannst du bei Besuchen, Veranstaltungen und Urlaubenvor Ort herausfinden. Denn die Findhorn-Community, deren Stiftung seit 20 Jahren offiziell als Nichtregierungsorganisation anerkannt ist, bietet Interessierten zahlreiche Einblicke in ihr Leben. Wir stellen einige Möglichkeiten vor, wie du Findhorn erleben kannst.

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Die Ideen von Findhorn

Einige Kilometer entfernt vom gleichnamigen Fischerort Findhorn, ist die Findhorn-Community zu Hause. Im Gleichgewicht mit der Natur leben, Lebensmittel selbst herstellen, den ökologischen Fußabdruck gering halten und dabei runterkommen und reflektieren, Sinn und Verbundenheit zur Natur finden, stehen hier ganz oben. Das klingt spirituell – und ist es vielfach auch. Weltfremd oder rückschrittlich ist die Gemeinschaft jedoch bei Weitem nicht.

Die Angehörigen des Ökodorfs Findhorn leben vorrangig in nachhaltig gebauten Holzhäusern (manches Holz stammt von alten Whiskeyfässern) mit Solarzellen auf dem Dach. Die Stromerzeugung durch die Solaranlagen und Windräder ist höher als der Verbrauch, so dass Findhorn in der Lage ist, den überschüssigen Strom zu verkaufen. 

Nachhaltige Bauweisen führen in der Ökogemeinschaft zu einem Luxus, den kaum einer kennt: Sie erzeugen mehr Strom als sie verbrauchen.

Die „Zusammenarbeit“ mit der Natur ist einer der Grundsätze der Findhorn Community. Frei von Düngemitteln und Pestiziden werden Obst und Gemüse angebaut, die dann gemeinschaftlich im Community Center gegessen werden. Auch die sogenannte „Rücksprache mit den Naturgeistern“, die mit Hilfe von Meditation stattfindet, gehört hier zum Alltag.

Diese spirituelle Lebensweise lockt Neugierige an und ist auf verschiedenste Weise erlebbar, denn Findhorn-Erlebnisse stehen jedem offen. Von der Teilnahme an Veranstaltungen, Urlaubswochen in Retreat-Form bis zu monatelangen Aufenthalten oder gar einem ganzen Leben in der Findhorn-Community.

Bucht Moray Firth: In der Umgebung von Findhorn wird das Eintauchen in die Natur besonders leicht gemacht.

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Workshops und Veranstaltungen von Findhorn

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen, die Findhorn anbietet, gehören auch Meditationen. Und manche davon kannst du von überall auf der Welt besuchen, denn sie werden im Online-Format präsentiert. So kannst du beispielsweise, Spiritualität vorausgesetzt, mit Naturgeistern wie Engeln bei einer „Engel des Monats-Meditation“ in Verbindung treten oder an speziellen Jahresend- und -anfang-Events teilnehmen.

Doch auch vor Ort finden Aktivitäten statt. So bietet beispielsweise der Weihnachtsmarkt am 10. und 11. Dezember 2022 vegane Speisen und selbst hergestellten Käse und Plätzchen an und du kannst durch handgemachte Leder- und Wollwaren, Holzarbeiten und Schmuck bis hin zu Kosmetikprodukten und Winterpflanzen stöbern.

Standorte der Findhorn Foundation

Zur Findhorn-Gemeinschaft gehören neben dem Ökodorf auch weitere Standorte, an denen Interessierte ganzjährig Einblicke in die Gemeinschaft bekommen. Dazu gehört das einstige Cluny Hill Hotel, einige Kilometer entfernt von Findhorn und nahe des Küstenortes Forres gelegen. Retreat-Erfahrungen werden hier hinter herrschaftlichen Mauern angeboten. 

Wer es noch einsamer und abgeschieder mag, wählt eine Retreat-Woche auf einer kleinen Insel. Umgeben von einer einzigartigen Naturkulisse sind Retreatwochen auf den Inseln Erraid und Iona möglich. 

Diese Umgebung macht den Glauben an Naturgeister leichter: die schottische Insel Iona.

Cluny Retreat Weeks

Ein imposantes Landgut empfängt Interessierte ganzjährig zu den Cluny Retreat Weeks. Wälder und weitläufige Gärten umgeben das Gelände und laden zu Naturspaziergängen ein. Mehr auf die Natur zu hören und mit ihr zusammen zu agieren, ist eines der Ziele bei dieser Erlebniswoche.

Die Gestaltung dieser Erfahrung ist individuell. Du kannst an Gruppenerlebnissen der Community teilnehmen, beim Kochen helfen oder Gartenarbeit verrichten, gemeinsam meditieren oder Ausflüge in die Natur unternehmen. Die Woche soll helfen, innezuhalten und sich neu auszurichten. Der Wochenpreis, der täglich drei Mahlzeiten beinhaltet, liegt bei Einzelzimmernutzung bei gut 800 Euro.

Retreat-Wochen auf Erraid

Sich mit dem Rhythmus der Natur verbinden, zur Ruhe kommen und die Einfachheit des Lebens spüren, damit wirbt die Findhorn Foundation in Erraid bei ihren Retreats. Gemeinsame Meditationen und Mahlzeiten, die Teilnahme an den Aktivitäten der Community, aber auch Gartenarbeit oder Ausflüge stehen auch hier auf dem Programm.

Die winzige Insel vor der Westküste Schottlands bietet dafür beste Voraussetzungen: Neben den Steinhäusern der Findhorn Foundation findest du hier nur noch ein paar wild lebende Schafe, die frische Meeresluft und weiße Strände. Die Preise sind von 350 bis 700 Euro gestaffelt. Das Prinzip lautet: Wer mehr hat, zahlt mehr. 

Retreat-Wochen auf Iona

Irgendwo im Nirgendwo findest du dich auch bei einer Retreatwoche auf Iona wieder. Wildblumen und grüne Hügel, schroffe Felskulissen und ein Meer, das karibischblau leuchtet und jede Menge Schafe dominieren die Insel. Das Eiland gilt als Wiege des keltischen Christentums und steht für innere Einkehr und Spiritualität.

Wo, wenn nicht hier, kann man zur Ruhe kommen und inneren Frieden spüren. Das findet auch die Findhorn-Community. In einem Haus, das nur bis zu sechs Gästinnen und Gäste beherbergen kann, bist du hier während einer Retreatwoche untergebracht. Ruhe, Natur und die daraus entstehende Inspiration sollen hier die Hektik des Alltags vergessen lassen.

Friedlich und entschleunigend: die Umgebung der schottischen Insel Iona.

Airbnb in Findhorn

Wer erstmal nur hineinschnuppern möchte, kann auch Unterkünfte über Airbnb finden. Im Zimmer in Baumkronen bist du mitten im Ökodorf Findhorn untergebracht. Von der Unterkunft aus kannst nach Lust und Laune das Community Center, den Bio-Supermarkt oder eine Lach-Yoga-Stunde besuchen oder am Strand spazieren gehen. Übernachtungen kosten im Sommer um die 40 Euro pro Nacht.

Wer durch das Ökodorf streift, wird auch feststellen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes in ihrer eigenen Währung bezahlen (diese ist übrigens auch in einigen Läden im Umland akzeptiert) und ihre Stoppschilder eine Besonderheit aufweisen. „Stop worrying" steht da geschrieben. Und irgendwie scheint die Aufforderung hier sogar zu funktionieren.