Advent, Advent ... Nicht nur in Deutschland macht sich derzeit die weihnachtliche Vorfreude auf Gassen und Plätzen breit. Auch in Tschechien geht es festlich und stimmungsvoll zu. An diesen Orten lohnt sich im Dezember der Besuch besonders.

Prag: Besonderer Budenzauber

Das goldene Prag– im Winter, wenn die Turmspitzen und Dächer weiß sind, liegt ein ganz besonderer Zauber über der tschechischen Hauptstadt. Erst recht in der Adventszeit, wenn zahlreiche Weihnachtsmärkte auf das Fest einstimmen. Am Platz des Friedens (Námestí Míru) herrscht bis Heiligabend hinter den großen Türmen der Sankt-Ludmilla-Kirche festliches Treiben mit gebrannten Mandeln und gerösteten Esskastanien, Glühwein, Met und Punsch. Der Markt hat täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Zu den größten und stimmungsvollsten Weihnachtsmärkten in Prag zählt auch der Budenzauber auf dem Altstädter Ring, dem Staromestské námestí (bis 6. Januar, täglich von 10 bis 22 Uhr). Wer Lust hat, mit einem originellen Fahrgeschäft ein paar Runden zu drehen, sollte am Manifesto Market Andel vorbeischauen: Hier dreht sich ein großes Karussell im französischen Stil.

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Für den alljährlichen Weihnachtsmarkt wird dien Altstadt in Prag reich geschmückt.

Brünn: Mit geschnitzter Krippe

Adventsstimmung gibt es auch in Brünn. Die zweitgrößte Stadt des Landes, die auf Tschechisch Brno heißt, galt unter den Habsburgern bis 1918 als „Manchester Österreichs“, denn ihre Textilproduktion galt damals innerhalb der österreichischen Monarchie als einzigartig. Kein Wunder, dass Brünn als ein spannender Gegenpol zum stolzen, ehrwürdigen Prag gehandelt wurde und wird. Hier findet man moderne Architektur und viel Mut zum Experimentieren.

Doch in der Adventszeit setzt die Stadt auf Tradition. Der Weihnachtsmarkt auf dem Platz der Freiheit (Námestí Svobody) lockt bis Freitag, 23. Dezember, täglich von 11 bis 21.45 Uhr. Optischer Höhepunkt ist hier jedes Jahr die große geschnitzte Weihnachtskrippe. Aber auch kulinarisch hat der Markt einige Besonderheiten zu bieten. Wie wär’s zum Beispiel mit einem Trdelnik? Dieser süße Baumkuchenstriezel vom Drehspieß ist bei den Tschechen eine begehrte Leckerei.

In der zweitgrößten Stadt Tschechiens, Brünn, lohnt sich ein Weihnachtsmarktbesuch. Hier gibt es vor allem kulinarische Besonderheiten.

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Ústek: Mit fliegenden Engeln

Wenn es um weihnachtliche Highlights geht, ist Ústek (Auscha) ganz weit vorn – oder besser gesagt oben. Denn in der kleinen Stadt im nördlichen Böhmen gibt es jedes Jahr einen besonderen Höhenflug zu bestaunen. An einem Dezembersamstag schweben hier drei Engel vom Turm der Sankt-Peter-und-Paul-Kirche hinab. Nach ihrem himmlischen, seilgesicherten Flug verteilen die geflügelten Wesen ihre Engelskärtchen an die Kinder, die darauf ihre geheimen Wünsche notieren oder malen können.

Umrahmt wird das Spektakel von zahlreichen Ständen, an denen mehr als 150 Handwerksleute aus der Region ihre Arbeiten anpreisen: Keramik und Kerzen, Glas- und Lederwaren, Spielzeug und festliche Dekoration. Chor- und Orgelmusik in der Kirche begleiten das weihnachtliche Markttreiben, das nur einen Tag dauert. Termin ist in diesem Jahr Samstag, 17. Dezember. Die Engel fliegen um 11, 14.30 und 17 Uhr. Der Markt ist bis 18 Uhr geöffnet.

Beim traditionellen Weihnachtsmarkt in Ústek schweben jedes Jahr drei Engel vom Turm der Sankt-Peter-und-Paul-Kirche hinab.

Zubrnice: Nach böhmischem Brauch

Ebenfalls in Böhmen, keine 15 Kilometer von Ústek entfernt, unternehmen Besucherinnen und Besucher eine kleine Zeitreise. Im Freilichtmuseum in Zubrnice (Saubernitz) können sie sich einen Eindruck verschaffen, wie einst das Dorfleben organisiert war. Zur Anlage gehören ein komplett eingerichteter Blockhaus-Bauernhof, ein alter Dorfladen, eine Dorfschule sowie eine barocke Kirche. Auch ein Holzbrunnen aus dem Jahr 1695 und eine intakte Heißluft-Obsttrockenanlage sind Teil der Ausstellung.

Wer in der Adventszeit im Freilichtmuseum vorbeischaut, kann erleben, wie Weihnachten im 19. Jahrhundert gefeiert wurde. Am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Dezember, wird in den alten Bauernhäusern von 9 bis 16 Uhr gezeigt, wie nach typisch böhmischem Brauch Lebkuchen verziert und Adventsgestecke gefertigt werden. Zu festlicher Musik gibt es frisch gebackenen Weihnachtskuchen.

Im Freilichtmuseum in Zubrnice erleben Reisende im Dezember wie Weihnachten im 19. Jahrhundert gefeiert wurde.

Schlesisch-Ostrauer Burg: In mittelalterlicher Umgebung

Mit einer unvergleichlichen Dichte an Burgen und Schlössern bietet Tschechien auch besonders märchenhafte Kulissen fürs bunte Weihnachtstreiben. Längst kein Geheimtipp mehr ist der Weihnachtsmarkt in Nordmähren auf der Schlesisch-Ostrauer Burg (Slezskoostravský hrad) bei Ostrava.

Hier erleben Gäste am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Dezember, von 10 bis 16 Uhr Adventszauber mit mittelalterlichem Flair. Besonders beliebt sind die Vorführungen von Kunsthandwerk und Weihnachtsbräuchen wie Bleigießen, Apfelschneiden und Nussschalenbootfahren.

In der Schlesisch-Ostrauer Burg in Nordmähren gibt es im Advent besonders viel Kunsthandwerk.


Die Burg ist festlich beleuchtet, und es duftet nach gerösteten Kastanien. Und wer noch nach einem besonderen Geschenk sucht, wird hier sicherlich auch fündig: Das Sortiment der Handwerksleute vor Ort reicht von kunstvollen Holzschnitzereien und geflochtenen Körben bis hin zu bemalter Keramik und leckeren Imkereiprodukten.