Auf Mysteryfans wartet eine neue Serie auf Netflix: „1899“. Worum geht’s? Ein Auswandererschiff, das 1899 auf dem Weg nach New York ist, wird durch rätselhafte Ereignisse vom Kurs abgebracht. Denn unterwegs empfängt die „Kerberos“ ein Funksignal der seit mehreren Monaten als verschollen geltenden „Prometheus“.

Tatsächlich findet die Besatzung das Schwesterschiff, es treibt auf dem offenen Meer. Was sie dort vorfindet, verwandelt die bis dahin von Hoffnungen auf ein neues Leben geprägte Überfahrt in ein mysteriöses Rätsel. Plötzlich ereignen sich unerklärliche Ereignisse an Bord der „Kerberos“, und um jeden Passagier und jede Passagierin scheint sich ein Netz aus Geheimnissen zu spinnen.

Trailer der Netflix-Serie „1899“

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Die neue Serie kommt richtig gut an: Binnen der ersten vier Online-Tage hat „1899“ es in 90 Ländern in die Serien-Top-10 geschafft. Nicht wenige Zuschauende dürften sich die Frage stellen: Basiert die Geschichte auf wahren Begebenheiten? Gab es die beiden Schiffe wirklich?

Wo wurde „1899“ gedreht?

Erdacht und umgesetzt wurde „1899“ von Jantje Friese und Baran bo Odar. Die beiden Namen dürften Mysteryfans bekannt vorkommen, aus der Feder der beiden stammen nämlich noch weitere erfolgreiche Serien wie „Dark“. Für diese Serie wurde komplett in Deutschland gedreht, vor allem in Berlin, Brandenburg und im Harz.

Doch anders als bei „Dark“ können Fans von „1899“ leider nicht an die Drehorte reisen. Gefilmt wurde nämlich in den Filmstudios von Babelsberg – auf der Virtual Production Stage.

Das offizielle Filmplakat von der Netflix-Serie „1899“.

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Dabei handelt es sich um Europas erstes virtuelles Produktionsstudio, in dem Szenerien auf eine riesige, gebogene LED-Wand projiziert werden. Im Falle von „1899“ wird dort oft ein rauschender Ozean gezeigt, sodass sich die in der Mitte agierenden Schauspielerinnen und Schauspieler fast wie auf einem echten Schiff wähnen.

Gab es reale Vorbilder für die „Prometheus“ und die „Kerberos“?

Vor allem die Darstellung der „Kerberos“ beeindruckt durch eine detailverliebte Ausstattung. Einige Szenen spielen in einem prunkvollen Speisesaal mit Kronleuchtern, es gibt ein mit Holzplanken ausgelegtes Spazierdeck und mit dunklen Holzmöbeln ausgestattete Kabinen in der ersten Klasse. Es sieht tatsächlich aus, als wäre auf einem echten Schiff gedreht worden.

„Wir haben uns natürlich vollkommen in die Welt von 1899 reinbegeben, haben ganz viel recherchiert, damit dieses historische Feeling vor allem in Folge eins ganz klar sitzt“, sagt Produzentin und Drehbuchautorin Jantje Friese auf dem Youtube-Kanal „Science vs. Fiction“ von „MDR Wissen“.

Aber: Die „Kerberos“ und ihr Schwesterschiff, die „Prometheus“, gab es nicht. Doch es gibt einige Schiffe, welche die Serienmacher inspiriert haben könnten, allen voran die „RMS Oceanic“. Sie war einst das größte Schiff der Welt und ein Aushängeschild der britischen Reederei White Star Line.

Die „RMS Oceanic“ war ein Transatlantikliner der britischen Reederei White Star Line, der von 1899 bis zu seinem Untergang 1914 im Dienst war.

Die „Oceanic“ startete am 6. September 1899 mit 1890 Migrantinnen und Migranten zu ihrer Jungfernfahrt über den Nordatlantik von Southampton in England nach New York, schreibt das Portal „Greatships“. Genau wie die „Prometheus“ und die „Kerberos“ in der Netflix-Serie „1899“. Die Jahreszahl passt wie die Faust aufs Auge.

Aber: Die „RMS Oceanic“ kam heil in New York an – zumindest in diesem Jahr. Kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde sie der Royal Navy als bewaffneter Hilfskreuzer zugeteilt. Im Jahr 1914 kam sie vom Kurs ab, lief vor der Insel Foula auf das berüchtigte Riff Shaalds of Foula auf und sank.

Wieso ist die „Prometheus“ gekentert?

Es gab sogar einmal zwei namensgleiche Schiffe: die „HMS Prometheus“ aus dem Jahr 1807 und die „HMS Cerberus“ (lateinische Form von Kerberos) von 1794. Beide Namen haben ihren Ursprung in der griechischen Mythologie, schreibt das Fanportal „Netflix Life“. Kerberos ist der zumeist mehrköpfige Höllenhund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht. Prometheus gehört dem Göttergeschlecht der Titanen an.

Allerdings: Mehr als die namentliche Inspiration dürfte nicht hinter den beiden HMS stecken, denn sie waren beide keine Passagierschiffe, sondern gehörten zur Royal Navy.

Kreuzfahrt nach New York: Route der „Prometheus“ nachreisen

Wenn du einmal das Gefühl nachempfinden willst, das Reisende bei der Überfahrt von Southampton nach New York hatten, dann hast du bei Transatlantikkreuzfahrten die Gelegenheit dazu. So fährt die „Queen Mary 2“ beispielsweise in acht Tagen über den Nordatlantik. Mysteriösen Geisterschiffen wirst du bei der Reise aber wohl kaum begegnen.