Dem Alltagsgrau für ein paar Tage entfliehen, den ein oder anderen vertrauten Ort neu entdecken und Energie tanken – dafür muss man nicht weit weg fliegen. Auch vor der eigenen Haustür lassen sich Urlaubsgefühle hervorlocken.

Wir haben 14 Ziele in Deutschland von Nord bis Süd und West bis Ost zusammengetragen, die sich im Winter für einen Kurztrip lohnen. Welche Region wolltest du schon immer mal entdecken? Welche hattest du bisher noch nicht auf der Liste? 

Norden: Steife Brise, verwaiste Küsten und rote Backsteingassen

Entschleunigen auf der Insel Rügen

Wer das raue Wetter nicht scheut, kann im Winter eine menschenleere Ostsee erkunden wie hier an der Selliner Seebrücke.

In der kalten Jahreszeit hast du die sonst mit Massentourismus kämpfende Ostseeinsel Rügen fast für dich allein. Wer die Ruhe der Insel genießen möchte, für den oder die ist die Nebensaison die ideale Zeit für einen Kurztrip. Raue See, stürmische Brise – wer das unvorhersehbare Seewetter nicht scheut, kann das zweite Gesicht der Insel entdecken. 

Aktivitäten: Wandere entlang der Strände, ins nächste Seebad oder im kahlen Buchenwald. Bestaune die Bäderarchitektur oder trink Glühwein am Strand. Für Naturfreunde empfiehlt sich eine Führung durch den in Winterruhe liegenden Nationalpark Jasmund an den Kreidefelsen. Aufwärmen lässt es sich zur Wintersaison in der besten Therme des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Ahoi Rügen in Sellin. Badebereich und Sauna von 14 bis 21 Uhr geöffnet. 

Auch im Winter werden Führungen durch den Jasmund-Nationalpark angeboten.

Zwischen Weihnachten und Neujahr sind auch die kleineren Orte meist ausgebucht. Wer es etwas belebter mag, sollte im Winter in Binz unterkommen, empfiehlt Gregor Rahn in seinem Blog „Im Osten was Neues“, da dort zu dieser Zeit Restaurants, Cafés und Geschäfte geöffnet haben. Hotels und Unterkünfte lassen sich zu günstigeren Angeboten finden. 

Die Anreise auf die Insel ist ohne Umstieg mit der Bahn auch von Hannover, Erfurt oder Hamburg aus möglich. Von Hamburg, Kiel oder Berlin sind es jeweils etwa drei Stunden mit dem Auto. Zwei Stunden sind es von Schwerin aus.

Wellness an der Mecklenburgischen Seenplatte

Ob Spa, Salzgrotte oder Sauna: In vielen Hotels an der Seenplatte kann man Wellness genießen.

Dem Stadttrubel entfliehen kannst du bei einem Kurzurlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte auch im Winter. Ruhe, weite Landschaft mit 1000 Seen und Wellness sorgen auch kurzzeitig für Erholung. Mehrere Hotels bieten alles, was zu einem Wellnessurlaub gehört, unter einem Dach an. 

Was du sonst noch machen kannst: Im Müritz-Nationalpark, mit 322 Quadratkilometern der größte Waldnationalpark Deutschlands, entlang von Seen, Mooren, durch Kiefern- und alte Buchenwälder wandern und Schwäne oder Seeadler beobachten.

Einen Besuch wert sind zudem Waren an der Müritz, mit 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine der größeren Städte in der Region, und die einzige deutsche Inselstadt Malchow. In eine warme Jacke gepackt, lohnt sich auch ein Blick in den Nachthimmel. Mit sehr geringer Lichtverschmutzung kann man in der Gegend des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide ungestört die Sterne betrachten. 

Die Mecklenburgische Seenplatte ist mit dem Auto nur anderthalb Stunden von Berlin und zwei Stunden von Hamburg entfernt. Achtmal täglich fährt ein Intercity aus Dresden über Berlin nach Waren und Neustrelitz. Etwa dreieinhalb Stunden dauert eine Fahrt. Von Berlin aus fährt die Bahn etwas mehr als eine Stunde.

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Weihnachtsstadt des Nordens: Lübeck

Wen es dagegen für einen Kurzurlaub in die Stadt zieht, für den oder die ist vielleicht Lübeck die ideale Adresse. Denn selbst ein Wochenende in der Hansestadt lohnt sich immer, auch in der kalten Jahreszeit.

Gebrannte Mandeln, Glühwein und deftiger Fisch: Lübeck verwandelt sich bis Neujahr mit elf Weihnachtswelten in die Weihnachtsstadt des Nordens.

Von Ende November bis Neujahr wird Lübeck zur „Weihnachtsstadt des Nordens“: In elf Weihnachtswelten in historischer Unesco-Kulisse reihen sich Glühweinbuden an Kunsthandwerkstände, während es nach gebrannten Mandeln duftet. Premiere feiert der rustikale Weihnachtsmarkt am Drehbrückenplatz in industriellem Hafenflair am Wasser. 

Winterweiße Hansestadt: Auch ein winterliches Wochenende in Lübeck lohnt sich eigentlich immer.

Der Genuss des Lübecker Marzipans verlängert die Weihnachtszeit auch im neuen Jahr noch ein bisschen. Die alten Salzspeicher an der Trave erinnern an Lebkuchenhäuser in Lebensgröße. In der Altstadt, insbesondere in der Hüxstraße mit alten Kaufmannshäusern, laden 100 kleine Läden mit außergewöhnlichen Waren, Cafés und Restaurants zum Stöbern und Verweilen ein.

Bis an die Lübecker Bucht ist es von Hamburg aus eine knappe Stunde Fahrt. Von Hannover bis Lübeck fährst du mit der Bahn knapp zwei Stunden, von Berlin aus etwa drei Stunden.

Niedliche Ausblicke in kalter, stürmischer Brise: Helgoland 

Im Winter haben sie geschlossen: Die farbenfrohen Holzbuden der einstigen Hummerfischer. Am zweiten und dritten Advent verwandeln sie sich in einen Weihnachtsmarkt.

Der Winter kann auf der einzigen deutschen Hochseeinsel hart sein, der Blick auf die Wetterkarte gehört für die Insulanerinnen und Insulaner zum Alltag. Bei stürmischem Wetter bleiben Fähre und Flieger am und auf dem Festland. 

Doch immer mehr Erholungssuchende entdecken den Inselwinter für sich, in dem „Natur pur“ erlebt werden kann: menschenleere Strände, Wind und die Weite der Nordsee. Aufwärmen kann man sich bei einem original Helgoländer Eiergrog. Zum dritten und vierten Advent öffnen die bunten Geräteschuppen der Hummerfischer zum „Hummerbudenzauber“, ansonsten haben sie den Winter über geschlossen.

Ein einzigartiges Highlight: Mitte November bis Ende Januar werden auf der Helgoländer Düne Kegelrobbenjunge geboren und aufgezogen. Dieses Naturschauspiel gibt es so in Deutschland nur auf Helgoland. Der Wintererlebnispfad weist den Weg zu sicheren Aussichtspunkten.

Fernglas und Telezoom nicht vergessen: Im Winter lassen sich die Jungtiere der Kegelrobben auf Helgoland aus der Ferne beobachten.

So kommt man im Winter auf die Insel: Flugzeuge starten von Heide/Büsum und Cuxhaven/Spieka. Auf dem Seeweg bringt die „MS Helgoland“ in zweieinhalb Stunden von Cuxhaven Insulanerinnen, Insulaner sowie Reisende nach Helgoland.

Gemütlich in der historischen Altstadt von Lüneburg

Lübeck ist zu weit weg oder der Großstadttrubel euch zu viel? Dann lohnt sich vielleicht ein Besuch der Universitätsstadt Lüneburg, um für eine kurze Zeit dem Alltagsstress zu entfliehen. 

Weihnachtlich erleuchtet ist die mittelalterliche Innenstadt der Hansestadt.

Kleine Gassen, roter Backstein im Stil der Gotik, alte Kaufmannshäuser und ein historischer kleiner Hafen machen den Charme der Salz- und Hansestadt aus. In der Vorweihnachtszeit verwandelt sich der Ort in eine kleine Weihnachtsstadt mit zwölf Weihnachtsmärkten.

Du willst lieber Wellness? Dann ab in die Salztherme SaLü. In sechs Becken badest du in Starksole mit einem Salzgehalt von 1,5 bis 4 Prozent. Übrigens: Salz brachte Lübeck einst Reichtum und es brachte die Hanse voran.

Winterliche Ruhe liegt über der Lüneburger Heide.

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Wer als Pause vom Stadtleben die Ruhe der Natur sucht, kommt in der Kulturlandschaft der Lüneburger Heide auf seine Kosten. Auch ein Ausflug auf den Bauernhof ist drin: Auf dem Hof an den Teichen bei Rettmer warten bunte Bentheimer Schweine und weiße Moorschnucken im Winterquartier auf Besuch. 

Von Hamburg fährst du eine halbe Stunde, bis zu zwei Stunden mit Start in Hannover. Von Magdeburg aus sind es drei Stunden, von Berlin mindestens eine halbe Stunde länger. 

Ruhe, Watt und Meeresbrise genießen: Ostfriesland

Glitzernde Eisflächen im Watt.

Die Anreise nach Helgoland ist dir zu umständlich? Sein zweites Gesicht zeigt auch Ostfriesland an der niedersächsischen Nordseeküste in der kalten Jahreszeit. Auf den sieben Inseln ist dann kaum mehr etwas los – perfekt für alle, die Entschleunigung suchen: Ruhe genießen, Wind und Wetter spüren, sich bewegen. 

Bei einer Wanderung im Watt, warm eingemummelt in wetterfeste Kleidung, knirschen die Eisflächen. Führungen werden im Winter in Greetsiel, auf Norderney und im Wangerland angeboten. Oder du probierst dich im saisonalen Nationalsport Boßeln aus, der gesellig auf der Straße gespielt wird. Dafür werden auf stärker befahrenen Straßen sogar Warnschilder aufgestellt. 

Am Markt von Greetsiel sind die Häuser weihnachtlich geschmückt. Mit dabei ist auch eine traditionelle Teestube.

Beim Ostfriesentee in einer der traditionellen Teestuben oder bei einem Teller Grünkohl, dem traditionellen Wintergericht, taut man bei Kälte wieder auf.

Von Münster fährst du etwa zweieinhalb Stunden, von Bremen aus nur anderthalb. Etwas über drei Stunden brauchst du von Dortmund oder Hannover aus.

Süden: Ums Märchenschloss wandern oder Ruhe am Bodensee

Wandern oder Ski fahren im Hochschwarzwald 

Lust auf ein paar Tage im Schnee? Dann ist der Hochschwarzwald in Baden-Württemberg womöglich die richtige Adresse. 70 Berge und Gipfel mit Höhen zwischen 1000 und 1500 Metern ziehen Wintersportlerinnen und Wintersportler an. Die höchste Wahrscheinlichkeit für Schnee gibt es auf dem Feldberg. 

Verschneite Nadelwälder ziehen sich über das Gebirge des Schwarzwaldes.

Das kannst du hier machen: Ski fahren, zum Titisee oder Schluchsee wandern, Rodeln auf der längsten Winterrodelbahn des Gebirges. Bei schlechtem Wetter geht es entweder sportlich ab dem 11. Dezember in die Fundorena oder, um Kultur zu erleben, ins Deutsche Phonomuseum.

An den Adventswochenenden liegt Weihnachtsstimmung in der Ravenaschlucht in Breitnau in der Luft. Ein kleiner Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk, Glühwein und regionalen Spezialitäten erstreckt sich dann unter dem Viadukt. Das Online-Ticket muss vor dem Besuch gekauft werden.

Etwa zweieinhalb Stunden fahrt ihr von Stuttgart, über vier Stunden von München aus. Dreieinhalb Stunden sind es von Frankfurt am Main.

Wellness mit Blick auf den Bodensee im Nebel

Während sich der Nebel über den Bodensee legt, zieht Stille statt der üblichen Touristenmassen während der kalten Jahreszeit in die Stadt Überlingen ein. Doch das ist gerade ein Grund, dem Ort einen Besuch abzustatten.

Ruhe zieht im Winter auch in Überlingen am Bodensee ein.

Erkunde in besinnlicher und stiller Atmosphäre die Altstadt der ehemaligen freien Reichsstadt mit den alten Patrizierhäusern und dem Münster, spazier auf einer der längsten Uferpromenaden am Bodensee mit fast fünf Kilometern.

Bis zum 8. Januar lädt die Eisbahn „ÜB on Ice“ zum Schlittern und Eistanzen auf dem Überlinger Landungsplatz direkt am Ufer des Sees ein. Erstmals heißt es im Winter-Open-Air-Kino im Museumsgarten am 15. Dezember „Film ab“. Gespielt wird um 16 Uhr der Familienfilm „Der Polarexpress“ und um 19 Uhr die legendäre „Feuerzangenbowle“.

Die festlich geschmückte Altstadt von Überlingen am Bodensee lädt zu stimmungsvollen Erkundungsgängen ein.

Die Winterfahrten über den Bodensee finden in dieser Saison allerdings nicht statt. Doch in den vorweihnachtlichen Genuss der Adventsfahrten zum Weihnachtsmarkt nach Konstanz kannst du noch kommen. Warme und erholsame Seesicht kannst du ansonsten in der Bodenseetherme genießen. 

Startest du in Stuttgart oder Freiburg, fährst du knapp zwei Stunden bis nach Überlingen. Von München aus sind es etwa drei Stunden.

Füssen: Ein Kurzurlaub im Wintermärchen

Die Märchenschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau ohne Besuchermassen erleben? Das geht am besten im Winter. Doch auch für Wanderfans oder Erholungssuchende hat die höchstgelegene Stadt Bayerns einiges zu bieten: Füssen liegt mitten in den Bergen des Allgäus.

Blick von der Marienbrücke auf die verschneite Berglandschaft des Allgäus bei Füssen mit dem berühmten Königsschloss Neuschwanstein.

Aktivitäten: Winter- und Schneeschuhwandern mit Blick auf die See- und Bergkulisse, Ski fahren oder rodeln. Schlittschuh laufen auf den zugefrorenen Seen, entspannen in der Königlichen Kristalltherme in Schwangau. Die verwinkelten Gassen, Traditionscafés und kleinen Läden der Altstadt erkunden.

Erholsam bewegen: Eine Winterwanderung rund um den idyllischen Hopfensee bei Füssen.

Ganz wie im Märchen könnt ihr euch bei einer Fahrt mit dem Pferdeschlitten fühlen in unmittelbarer Nähe zu den beiden berühmten Königsschlössern. Das Schloss Neuschwanstein wird ab 2023 renoviert, sodass zeitweise nicht alle Räume der Königswohnung besichtigt werden können. Geöffnet haben beide Schlösser bis Ende März von 10 bis 16 Uhr. Ratsam ist es, sich im Vorfeld hier zu informieren, welche Wege frei oder womöglich gesperrt sind. 

Anreise: Knapp zwei Autostunden liegt München von Füssen entfernt. Von Stuttgart fährst du eine halbe Stunde länger. Startest du in Nürnberg oder Würzburg, musst du etwa drei Stunden für die Anreise einplanen.

Nürnberg

Enge Gassen, Fachwerkhaus an Fachwerkhaus, historische Brücken, die über die Pegnitz führen. Der Christkindlesmarkt, das mittelalterliche Flair und der original Nürnberger Elisenlebkuchen machen die Stadt im Norden Bayerns auch im Winter zu einem Ort, der einen Besuch wert ist.

Zwei leicht verschneite Brücken der Nürnberger Altstadt spiegeln sich im Wasser der Pegnitz.

Entdecken kannst du die Stadt spielerisch, indem du dem Foxtrail folgst. Das ist eine Mischung aus Schnitzeljagd und Outdoor-Escape-Game. Das Burgviertel und der Blick von der Kaiserburg über die Stadt runden jede Sightseeing-Tour ab.

Oder du erkundest die historischen Felsengänge oder das Leben und Wirken Albrecht Dürers. Im Handwerkerhof kannst du traditionelle Handwerkskünste entdecken und in kleinen Läden stöbern. Einen Mini-Ausflug auf eine Südsee-Insel erlebst du bei einem Besuch der Kon-Tiki-Bar.

Anreise: Von Stuttgart, Frankfurt am Main oder Erfurt aus fährst du fast drei Stunden. Etwa zwei Stunden sind es von München aus.

Osten: Ab ins Weihnachtsland, auf zur Winterkahnfahrt

Hyggelig im winterlichen Spreewald 

Innerhalb einer Stunde ist man von Berlin aus in Lübbenau. Und schon ist man mitten im Biosphärenreservat Spreewald. Bloggerin Ines Rewel von „Viermal Fernweh“, die dem Winter in Deutschland sonst nicht viel abgewinnen kann, hat hier ihren Seelentröster gefunden. Was den Spreewald im Winter so einmalig mache, sei seine Gemütlichkeit.

Auch Inka Chall von „Blickgewinkelt“ ist sich sicher, um den Spreewald zu erkunden, sei der Winter die schönste Jahreszeit.

Auf dem Kahn durch den verschneiten Spreewald.

Die Wasserlandschaft mit den zahlreichen, nun stillen Fließen, in denen sich die kahlen Bäume spiegeln, kann bei einer Winterkahnfahrt auf der Spree genossen werden: in eine warme Decke gehüllt, eine Tasse Glühwein in der Hand, von November bis März, täglich 11 und 13 Uhr. Eine abendliche Glühweinfahrt wird jeden Montag von Dezember bis März angeboten. 

Ab und an verwandeln sich die Fließe im Spreewald rund um Lübbenau und Lehde in eine große Eisarena.

Wandert, bei Frost und Schnee am besten mit Spikes an den Schuhen, zur Wotschofska oder paddelt selbst bei einer Kanutour. 

Zweistündige geführte Touren werden auch in der kalten Jahreszeit angeboten. Eine zweite Besonderheit der Region: Im Spreewelten-Bad kannst du mit Pinguinen um die Wette schwimmen. Nur getrennt durch eine lange Plexiglasscheibe, kommst du Humboldt-Pinguinen wohl selten so nah.

Lübbenau ist auch mit der Bahn erreichbar, von Berlin bist du damit schneller als mit dem Auto. Von Dresden aus fährst du mit dem Auto etwas über eine Stunde. Etwa zwei Stunden von Leipzig oder Magdeburg aus. Startest du in Erfurt oder Hannover, bist du knapp vier Stunden unterwegs. 

Weihnachtsland Erzgebirge 

Leuchtende Schwibbögen, Lichterengel und kunstvolle Pyramiden: Das Erzgebirge ist das heimelige Brauchtumsgebiet des regionalen weihnachtlichen Fenster- und Häuserschmucks. Die traditionellen Bräuche sind in vielen Städten und kleineren Orten noch lebendig. In dieser Zeit lohnt sich ein Kurztrip in die Region besonders.

Pyramide und Lichterbogen erleuchten den Marktplatz von Oberwiesenthal.

Die Alpen zu weit weg, aber trotzdem Lust auf Winterurlaub? Das geht auch im Erzgebirge. Oberwiesenthal am Fuß des Fichtelberges, mit 914 Metern übrigens die höchstgelegene Stadt Deutschlands, bietet Wintersportlerinnen und Wanderurlaubern oft eine weiße Berglandschaft, während im Rest des Landes alles grau ist.

Süße Stärkung gibt’s in den Kaffeehäusern mit sahnigen Torten. In den Schnitzwerkstätten in Seiffen und Olbernhau könnt ihr den Künstlerinnen und Künstlern über die Schulter schauen.

Abendstimmung am Fichtelberg: Verschneite Wälder im Abendrot.

Von Berlin brauchst du für die Anreise nach Seiffen etwa dreieinhalb Stunden, nach Oberwiesenthal eine Stunde länger. Etwa ebenso lang fährst du von Nürnberg aus. Kürzer ist es von Erfurt aus: Etwa zweieinhalb bis drei Stunden sind es mit dem Auto. 

Wernigerode im Harz

Mit einem dichten Gassennetz und Fachwerkhäusern versetzt Wernigerode seine Besucherinnen und Besucher ins Mittelalter zurück. Nur wenige Kilometer vom Brocken entfernt, ist das Gebiet rund um die „bunte Stadt im Harz“ Skigebiet und Naturschutzgebiet zugleich. Kulturfans kommen bei einem Besuch des Schlosses auf ihre Kosten.

Weihnachtsbeleuchtung in Wernigerode am Harz.

Im Rahmen des Harzer Kulturwinters kannst du mit viel Glück auch mit dem Traditionszug „Dampfnostalgie“ durch die Landschaft fahren.

Anreise: Innerhalb von zwei Stunden erreicht man die Stadt im Harz von Hannover oder Kassel aus. Eine Stunde länger ist es von Berlin aus. 

Westen: Little Tokyo und Rotweinwanderung

Düsseldorfs Little Tokyo

Um japanische Kultur zu erleben, braucht ihr nicht einmal in den Flieger zu steigen: Im Düsseldorfer Stadtviertel „Little Tokyo“ kannst du köstliche Speisen, die wohltuende Ruhe im buddhistischen Tempel im EKO-Haus und die Ruhe im japanischen Garten genießen. Die japanische Gemeinde in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist die drittgrößte in Europa.

Die Immermannstraße ist die Hauptschlagader von Düsseldorfs Little Tokyo.

Japanisches Lebensgefühl gibt es in der Immermannsstraße zu erleben: japanische Küche von Sushi, Ramen bis zu veganen Speisen, eine Bäckerei, kleine Geschäfte, Supermärkte und Bücherläden. Mit dem Besuch einer Karaoke-Bar kannst du die Abende ausklingen lassen. 

Anreise: drei Stunden von Frankfurt am Main, eine halbe Stunde länger von Hannover aus. Vier Stunden brauchst du ab Bremen. 

Winterweinpilgern in der Pfalz

Im Januar heißt es im pfälzischen Freinsheim an der Deutschen Weinstraße: feine Rotweine und regionale Köstlichkeiten an der frischen Luft genießen. Eingeleitet wird das Wochenende am Freitag, 20. Januar, mit einer Fackelwanderung.

Auch außerhalb dieses Wochenendes können Wein- und Wanderfans der Winter-Weinpilgerroute von Kallstadt nach Weisenheim am Berg und über Herxheim zurück nach Kallstadt folgen. An den Pilgerstationen kann ein Probewein zum Probierpreis verkostet werden. Es geht durch das Naturschutzgebiet Felsenberg-Berntal, entlang an Kalkfelsen und Weinbergen, die im Winterschlaf liegen. 

Weingut Mueller-Catoir in Haardt an der winterlichen Deutschen Weinstraße.

In Freinsheim mit Mittelalterflair dreht sich das ganze Jahr über alles um Wein. Entlang der Deutschen Weinstraße lassen sich weitere traditionsreiche und romantische Weinorte mit Winzerhäusern und urigen Weinstuben entdecken. 

Anreise: knapp zwei Stunden von Stuttgart, über eine Stunde von Frankfurt am Main, etwa drei Stunden von Köln aus.