Ein Glas Wein, um die Nervösität beim Flug zu bekämpfen, oder ein Bier, um den Beginn des Urlaubs zu feiern? Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum Passagiere während des Fluges Alkohol trinken wollen. Allerdings sind die alkoholischen Getränke, die an Bord verkauft werden, oftmals teuer. Sich deswegen selbst Alkohol mit an Bord zu bringen ist allerdings keine gute Idee.

Eigenen Alkohol trinken ist strengstens verboten

Der Konsum von mitgebrachtem Alkohol ist in Passagier-Flugzeugen nicht erlaubt, das haben Airlines wie Easyjet, Eurowings oder auch Ryanair in ihren Allgemeinen Beförderungsbedingungen festgehalten. Der Grund dafür ist einfach, wie Eurowings dem reisereporter auf Nachfrage erläuterte. Wenn Passagiere ihren eigenen Alkohol konsumieren dürften, hätte die Crew keine Übersicht mehr über die von ihnen konsumierte Menge, so die Fluggesellschaft.

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Das Verbot soll also die Sicherheit an Bord erhöhen, denn stark betrunkene Passagiere stellen ein erhöhtes Risiko „für sich selbst, für andere Fluggäste, die Besatzung oder fremdes Eigentum“ dar, erklärt Eurowings weiter. Bei an Bord verkauftem Alkohol hat die Flugzeug-Crew dagegen die Chance, den Konsum zu überwachen und falls nötig einzuschränken. 

Welche Strafen drohen beim Konsum von selbst mitgebrachtem Alkohol?

Eine pauschale Strafe für das Trinken von eigenem Alkohol an Bord gibt es bei Eurowings nicht, dies hänge vom Einzelfall ab. Allerdings behalte sich die Airline in jedem Fall vor, rechtliche Schritte gegen Personen, die gegen das Verbot verstoßen, einzuleiten, so die Fluggesellschaft.

Wenn ein Flug aufgrund eines oder einer stark alkoholisierten Reisenden umgeleitet werden muss, kann das für die Verursacherin oder den Verursacher richtig teuer werden.

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Wie der Reiserechtler Paul Degott gegenüber dem „Merkur“ erklärte, kann das bis zu 100.000 Euro kosten. Je nach den Flugsicherheitsvorschriften des Landes, in dem der ungeplante Zwischenstopp stattfindet, kann die Polizei den betrunkenen Fluggast sogar ins Gefängnis stecken, so Degott.

In einer Pressemiteilung erklärte die „Federal Aviation Administration“ des US-Verkehrministeriums im vergangenen Jahr, dass man gegen acht Fluggäste zivilrechtliche Strafen in Höhe von über 160.000 Dollar verhängt hätte – aufgrund von ungebührlichem Verhaltens unter Alkoholeinfluss.

Einige Airlines behalten sich außerdem das Recht vor, Fluggäste, die alkoholisiert randalieren, zukünftig nicht mehr zu befördern.

Personal an Bord ist für den Umgang mit angetrunkenen Personen geschult

Trotz des Sicherheitsrisikos gibt es so etwas wie eine Promille-Grenze bei den meisten Fluggesellschaften nicht. Das liegt daran, dass Menschen ganz unterschiedlich auf Alkohol reagieren. Das Flugpersonal werde allerdings darauf geschult, Anzeichen von Trunkenheit bei Passagieren zu erkennen und sich entsprechend um diese Fluggäste zu kümmern, so eine Flugbegleiterin gegenüber dem Reisemagazin „fodors.com“.