Dresden glänzt mit Barock, wurde jüngst vom Reiseführer „Lonely Planet“ sogar zu einem der angesagtesten Reiseziele weltweit gewählt. Neben den Prunkbauten der Altstadt gibt es aber noch jede Menge andere Highlights, die du bei deinem Besuch in Sachsens Hauptstadt nicht verpassen solltest. Wir haben dir die Geheimtipps zusammengestellt.

Das grüne Herz von Dresden: Der Große Garten

Dresden gehört zu den grünsten Städten Europas. Ganze 62 Prozent der gesamten Stadtfläche werden von Wald- und Grünflächen bedeckt. Eine davon liegt mitten im Zentrum: der Große Garten. Die (sehr) kleine Variante des Central Parks erstreckt sich über zwei Kilometer in der Länge und ist rund einen Kilometer breit. 

Dresdens größter Garten hat sogar eine eigene Eisenbahn.

Zahlreiche Wege schlängeln sich durch den Park, der auch gern das „grüne Herz von Dresden“ genannt wird. Aber Achtung: An zahlreichen Stellen warnen Schilder von dem nächsten Bahnübergang.

Straßenbahnen fahren hier jedoch nicht lang. Vielmehr ist es die kleine Parkeisenbahn, die Groß und Klein mehrmals täglich durch den Garten kutschiert. Es gibt sogar einen kleinen Bahnhof.

Mitten im Großen Garten bleibt sich Dresden treu, denn auch hier ist ein barockes Gebäude der absolute Hingucker: das Palais. Noch mehr Kultur gibt es im Parktheater sowie auf der Freilichtbühne „Junge Garde“, eine beliebte Open-Air-Konzert-Location. 

Das Palais im Großen Garten ist das barocke Herzstück des Parks.

Mehr als nur sauber: Das Deutsche Hygienemuseum

Alte Meister, Neue Meister, Komische Meister – Dresden hat sie alle, untergebracht in den berühmten gleichnamigen Galerien in der barocken Altstadt. Die Museumslandschaft hat aber noch mehr zu bieten. Beispielsweise das Deutsche Hygienemuseum. Klingt erst mal seltsam, hat aber bei näherem Hinschauen nicht viel mit Hygiene an sich zu tun.

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Das Deutsche Hygienemuseum in Dresden ist spannender, als der Name vermuten lässt.

Der Name stammt aus dem Gründungsjahr 1912. Damals wurde das Museum nach der ersten Internationalen Hygieneausstellung als „Volksbildungsstätte für Gesundheitspflege“ gegründet.

Es sollte „Stätte der Belehrung sein für die ganze Bevölkerung, in der jedermann sich durch Anschauung Kenntnisse erwerben kann, die ihn zu einer vernünftigen und gesundheitsfördernden Lebensweise befähigen“, sagte der Gründer und Odol-Fabrikant Karl August Lingner damals. 

Die Gläserne Frau ist ein Highlight der Dauerausstellung „Abenteuer Mensch“ im Deutschen Hygienemuseum Dresden.

Heute ist es ein Museum, vollgepackt mit spannenden und regelmäßig wechselnden Ausstellungen zu verschiedensten Themen. Neben der Dauerausstellung „Abenteuer Mensch“ gibt es aktuell auch „Fake – Die ganze Wahrheit“ zu sehen, dort geht es um Fake-News, Fake-Profile und Fake-Produkte in allen Lebensbereichen. 

Mal anders unterwegs: Die Bergbahnen und Dampfschiffe

In Dresden kommst du nicht nur mit den gelben Straßenbahnen von A nach B. Es gibt auch in der Stadt an der Elbe Fortbewegungsmittel, die du im ersten Moment dort nicht erwarten würdest. Beispielsweise die Dresdner Bergbahnen – „Hochfahren und runtergucken“ ist hier das Motto, wenn du in die Schwebe- oder Standseilbahn einsteigst.

Die Dresdner Standseilbahn bringt dich hoch in die Loschwitzer Elbhänge.

Beide Bahnen liegen recht nah beieinander und bringen dich vom Körnerplatz an der Elbe rauf in die Loschwitzer Hänge. Die Standseilbahn wird, wie es der Name schon verrät, mithilfe von Seilen nach oben gezogen. Die Schwebebahn dagegen gelangt mithilfe einer Spezialkonstruktion nach oben und dort erwartet dich dann ein Panoramablick über die Stadt.

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Bist du einmal mit der Schwebebahn oben angekommen, erwartet dich ein Panoramablick über Dresden.

Wenn Höhe nicht so dein Ding ist, sind es vielleicht die historischen Dampfer, die täglich flussauf- und -abwärts zu verschiedenen Ausflugszielen starten. Die „Weiße Flotte“ besteht aus historischen Schaufelraddampfern und Salonschiffen, die zwischen dem Weindorf Diesbar-Seußlitz bei Meißen und Ùsti nad Labem in Tschechien verkehren. Regelmäßig finden auch Sonderfahrten statt. Zur Weihnachtszeit darf eine Christstollenfahrt natürlich nicht fehlen. 

Die Dresdner Dampfer bringen dich die Elbe rauf und runter, vorbei an den schönsten Orten der Region.

Ein Geschenk mit Geschmäckle: Schloss und Park Pillnitz

Pillnitz liegt am südöstlichen Rand Dresdens und hat seinen ganz eigenen Charme. Während Häuser und Straßen langsam mehr Dorfcharakter bekommen, erhebt sich am Elbufer ein stattliches Schloss. August der Starke schenkte Schloss Pillnitz samt riesiger Gartenanlage zu Beginn des 18. Jahrhunderts seiner Geliebten Gräfin Cosel.

Am Rand von Dresden liegen Schloss und Park Pillnitz. Der Weg dahin lohnt sich.

Nun denkst du vielleicht: Welch ein großzügiger Mann.. Für den Moment schon, aber als er das Interesse an der Gräfin verlor, verbannte er sie auf die Burg Stolpen und verwandelte Pillnitz in ein Spiel- und Lustschloss.

Nichtsdestotrotz hat Dresden ihm die pompöse Anlage zu verdanken, die sich im Winter in ein leuchtendes Winterwunderland verwandelt und in allen anderen Jahreszeiten ein herrliches Ausflugsziel für romantische Spaziergänge darstellt. Im Park wächst sogar seit stolzen 250 Jahren eine Kamelie. Für die wurde eigens ein riesiges Glashaus konzipiert, das in der kalten Jahreszeit mithilfe von Schienen über den Baum gefahren wird.

Gleich nebenan liegen die Pillnitzer Weinberge mit der kleinen Weinbergskirche mittendrin. Weinanbau wird hier schon seit über 600 Jahren betrieben und noch heute laden kleine Straußenwirtschaften Wanderer zu einer Pause ein. 

Oben über den Pillnitzer Weinbergen kannst du einen Blick über das Dresdner Umland genießen.

Bunt und versteckt: Die Kunsthofpassage

Die Kunsthofpassage ist ein kleiner magischer Ort inmitten des Kneipenviertels Dresdner Neustadt. Lediglich ein kleines Schild mit bunten Kühen darauf weist Besucherinnen und Besucher darauf hin, dass sie genau hier abbiegen müssen, um in die Kunsthofpassage zu gelangen.

Zwischen der Görlitzer Straße 25 und der Alaunstraße 70 erstrecken sich fünf kunstvoll gestaltete Höfe, die jeweils ein eigenes Thema haben: Elemente, Licht, Tiere, Metamorphose und Fabelwesen. Das berühmteste Fotomotiv der Kunsthofpassage befindet sich im Hof der Elemente. An einer blauen Hausfassade bahnt sich eine Regenrinne auf sehr spezielle Art und Weise den Weg nach unten. 

Im Hof der Elemente dreht sich alles um das Wasser. Und das nimmt an dieser Hausfassade einen besonderen Weg nach unten.

Barock am anderen Ufer: Elbschlösser mit Schwips

Prunk kann Dresden auch gegenüber der berühmten Altstadt: Etwas weiter flussaufwärts und auf der anderen Elbseite ragen drei Schlösser aus den Elbhängen hervor. Schloss Albrechtsberg – eine der begehrtesten Hochzeitslocations der Stadt –, das Lingnerschloss sowie Schloss Eckberg sind hier zu Hause.

Die Elbschlösser stehen inmitten der Dresdner Weinberge. Und Wein gibt es vor Ort natürlich auch.

Die Parkanlagen vom Lingnerschloss und Schloss Albrechtsberg verbinden sich zu einem großen und gepflegten Ort zum Spazierengehen. Unterhalb vom Schloss Albrechtsberg lauert dann noch ein Geheimtipp: der Winzer Müller. Direkt über den Weinbergen hat er seine Schankwirtschaft, in der er seine eigenen Weine verkauft.

Die Gäste können sich den Platz zum Genießen aussuchen und sind im Sommer in der gesamten Parkanlage verstreut. Am schönsten ist es trotzdem auf Winzer Müllers Bänken, von denen aus du einen Blick über die Elbe bis zur Dresdner Altstadt genießen kannst – Prost!

Abschalten und auspowern: Die Dresdner Heide

In der Dresdner Heide gibt es mehr Freizeitangebote, als ein Wald vermuten lässt. Neben zahlreichen Wanderwegen können sich Energiebündel im Kletterpark austoben oder mit dem Mountainbike über die extra ausgeschilderten Trails heizen. 

Der Haarweidenstausee in der Dresdner Heide hat sogar eine kleine Insel.

Im Sommer ist es der perfekte Ort zum Abkühlen. Der Fluss Prießnitz (inklusive Wasserfall!), der Haarweidenstausee und zahlreiche andere kleine Teiche gehören zur Heide. Wer nach einer langen Wanderung oder einer aufregenden Radtour eine Pause braucht, ist im Biergarten Hofewiese mitten in der Heide genau richtig. 

Magische Momente: Die Moritzburger Teichlandschaft

Da die Umgebung Dresdens nicht weniger schön ist als die Stadt selbst, lohnt sich auch eine Fahrt nach draußen. Zum Beispiel nach Moritzburg. Und das nicht nur, um das berühmte Jagdschloss mitten im Ort zu sehen. Es gibt auch eine Gegend ganz in der Nähe, die vor allem am frühen Morgen pure Idylle ist: die Teichlandschaft.

Ein Herbstmorgen in Moritzburg – dafür lohnt es sich, auch mal etwas früher aufzustehen.

Vom Parkplatz nahe dem Fasanenschlösschen sind es nur ein paar Hundert Meter, bis schon die Rufe der Schwäne, Enten und Reiher zu hören sind. Der Natur hier beim Aufwachen zuzuhören und zuzuschauen ist ein echtes Erlebnis. Im Herbst wabern dann noch Nebelfelder über die Teiche und die Stimmung wird richtig mystisch.

Es gibt ausgeschilderte Wanderwege, die dich einmal durch die gesamte Teichlandschaft führen und auch das Moritzburger Schloss nicht auslassen. 

Endlose Stufen und endloser Blick: Die Radebeuler Weinberge

Nordwestlich von Dresden und unterhalb von Moritzburg liegt Radebeul. Hier sind nicht nur die Landesbühnen zu Hause, auch das Staatsweingut Schloss Wackerbarth hat hier seinen Sitz, ebenso wie etliche kleinere Weingüter. 

Die Spitzhaustreppe hat fast 400 Stufen und führt entlang der Weinberge rauf zum Bismarckturm. Von hier aus kannst du bis nach Dresden und bei guten Sichtverhältnissen noch weiter schauen.

Die Radebeuler Weinberge im Herbstlicht. Bei gutem Wetter kannst du von hier bis Dresden schauen.

Einmal im Jahr treffen sich hier die ganz Verrückten zum sogenannten „Spitzhaus-Treppenlauf“, auch „ Sächsischer Mount Everest Treppenmarathon“ genannt. Dabei haben die Teilnehmenden 24 Stunden Zeit, die 397 Stufen 100-mal hoch und runter zu laufen.

Dabei nehmen sie insgesamt rund 79.500 Stufen, was in etwa den 8848 Höhenmetern einer Mount-Everest-Besteigung entspricht. Man kann aber auch ganz entspannt ein Glas Wein auf dem gleich daneben liegenden Weingut Hoflößnitz genießen ...

Einmal im Jahr wird die Radebeuler Spitzhaustreppe zum Austragungsort eines sportlichen Großevents.

Neben den Weinbergen in Radebeul ist auch der Dorfanger im Ortsteil Altkötzschenbroda ein sehenswertes Plätzchen. Hier reihen sich kleine Häuser aneinander, ausgestattet mit verschiedenen Schankwirtschaften, Pensionen und einer Kunstgalerie.

Der Dorfanger in Altkötzschenbroda ist ein idyllisches Plätzchen zum Flanieren.