Sicher: Irren ist menschlich. Und wer viel reist, ist vermutlich auch schon in das ein oder andere Fettnäpfchen getreten. Oder hättest du gewusst, dass es sich in Thailand nicht gehört, einen davonfliegenden Geldschein mit dem Fuß aufzuhalten? Kleinere Missgeschicke sind verzeihlich.

Doch es gibt auch einige Fehltritte, die schnell zu einem richtigen Problem werden können. Denn wie heißt es so schön? Dummheit schützt vor Strafe nicht. Wir verraten, welche Fehler du beim Reisen lieber nicht machen solltest.

Ägypten: Pyramiden beklettern

Du liebst es, zu klettern, und dich fasziniert eine spektakuläre Aussicht? Dafür solltest du dir unbedingt einen anderen Ort als die Pyramiden von Gizeh aussuchen. Die Pyramiden in der Nähe von Kairo sind über 4500 Jahre alt und damit das älteste Weltwunder – sie zu besteigen ist illegal.

Obwohl das Hinaufklettern strengstens verboten ist, gibt es immer wieder Touristinnen und Touristen, die sich nicht daran halten.

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Vielleicht erinnerst du dich an den Fotografen, der mit seiner weiblichen Begleitung auf der großen Cheopspyramide ein Foto gemacht hat – nackt und in Sex-Pose? Oder an den Youtuber Vitaly Zdorivetskiy, der seine Kletteraktion auf Instagram dokumentiert hat?

Das Klettern auf den Pyramiden von Gizeh ist illegal.

Der Youtuber wurde nach seinem Abstieg direkt festgenommen und musste fünf Nächte im Gefängnis verbringen. „Das war eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens“, klagt er.

Seit November 2019 ist das Besteigen der Pyramiden von Gizeh offiziell verboten. Das ägyptische Parlament verabschiedete ein Gesetz, das das „Klettern auf antike Monumente“ mit „mindestens einem Monat Gefängnis und/oder einer Strafe von 10.000 bis 100.000 ägyptischen Pfund“ (umgerechnet etwa 570 bis 5700 Euro) bestraft, das berichtet „Ahram Online“.

Fotos von Sehenswürdigkeiten

Fotos sind die wohl beliebteste Urlaubserinnerung. Doch aufgepasst: Bei manchen Sehenswürdigkeiten gilt strengstes Fotoverbot. Wir verraten dir, wo du die Kamera am besten in der Tasche lässt.

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Aufnahmen vom Eiffelturm bei Nacht sind urheberrechtlich geschützt.

  • Eiffelturm bei Nacht: Die Beleuchtung des Eiffelturms ist urheberrechtlich geschützt. Wer die Bilder nur privat nutzt, bekommt keine Probleme. Auch auf Instagram posten darfst du sie: „Jede Privatperson kann Fotos machen und sie in sozialen Netzwerken teilen“, heißt es auf der Website der „Sété“. Aber: Wer die Fotos kommerziell nutzen will, muss eine Genehmigung einholen. Sonst kann es schnell teuer werden.
  • Taj Mahal: Eine Erinnerung von einem der sieben neuen Weltwunder ist verlockend – und von außen auch kein Problem. Im Inneren des Mausoleums ist das Fotografieren allerdings strengstens verboten. Nur professionelle Fotografen erhalten hin und wieder eine Ausnahmegenehmigung.
  • Westminster Abbey: Um die heilige und intime Atmosphäre nicht zu stören, darf in der gotischen Kathedrale in London nicht fotografiert werden. Die Besucherinnen und Besucher sollen die Schönheit der Kirche genießen, ohne sich vom Fotografieren ablenken zu lassen, heißt es auf der Website.
  • Rotlichtviertel in Amsterdam: Der Bezirk in Bahnhofsnähe lockt jährlich mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher in seine Straßen. Es ist eines der ältesten und schönsten Viertel Amsterdams. Von Bordellen über Sex-Shops, Restaurants bis hin zu Museen gibt es dort einiges zu sehen. Nicht fotografieren sollte man jedoch die leicht bekleideten Damen, die in den bodentiefen Schaufenstern sitzen und um Kundschaft werben. Das Verbot wird überwacht.
  • Sixtinische Kapelle: Grundsätzlich ist das Fotografieren im Vatikanischen Museum erlaubt. Eine Ausnahme bildet das Deckengemälde „Die Erschaffung Adams“ von Michelangelo. Das Personal hat ein Auge auf die Besucherinnen und Besucher und kann sie auffordern, Bilder gegebenenfalls direkt zu löschen.
  • Bernsteinzimmer: Es ist zwar nur die Nachbildung des Originals, dennoch gilt: Fotoverbot! Obwohl der Raum im St. Petersburger Katharinenpalast überwacht wird, tauchen immer wieder Aufnahmen auf Instagram auf.

Betteln

Eine Reise kostet Geld. Umso mehr, je länger sie dauert. Wer sie selbst nicht finanzieren kann, setzt gern auf „freiwillige Spenden“. Das Betteln unter Weltreisenden ist inzwischen zu einem richtigen Phänomen geworden, das sogar einen eigenen Namen bekommen hat: „Begpacking“. Es ist eine Kombination aus dem englischen „to beg“ (bitten, betteln) und „Backpacking“ (Rucksackreisen).

Die oft westlichen Reisenden, die sich in den vorwiegend ärmeren Urlaubsregionen wie Südamerika oder Asien mit Betteln ihre Weiterreise finanzieren, sind den Einheimischen ein Dorn im Auge. So geht unter anderem Bali inzwischen gegen die gestrandeten Urlauberinnen und Urlauber vor und meldet sie bei der jeweiligen Botschaft.

Knappe Bekleidung

Andere Länder, andere Sitten. Bevor du in deinem Urlaubsland in ein Fettnäpfchen trittst, solltest du dich über die dort geltenden Sitten und Bräuche informieren. Dazu gehört die richtige und angemessene Kleidung.

Du solltest genau darauf achten, wo du leicht bekleidest an den Strand gehst. Nacktbaden wird in vielen Ländern bestraft.

  • Dubai: Außerhalb der Strandabschnitte sollten sich Touristinnen bedeckt halten. Vor allem in öffentlichen Gebäuden und Einkaufszentren gilt: Zeige weder Schulter noch Dekolleté oder Knie.
  • Brasilien: Obwohl uns vermutlich allen die Bilder von freizügig gekleideten Menschen an der Copacabana bekannt sind, gelten auch hier strenge Kleiderregeln. Knappe Bikinis und kurze Kleider sind in Rio zwar weniger das Problem, dafür könntest du echt Ärger bekommen, wenn du dich oben ohne sonnst. Wer am Strand ohne Bikinioberteil erwischt wird, muss mit einer Strafe wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses rechnen.
  • Italien: Kurze Hose in der Kirche? In Italien ein absolutes No-Go. Und ähnlich wie in Brasilien ist hier auch das Nacktbaden verboten. Hintergrund ist in beiden Länder der starke Einfluss der katholischen Kirche.
  • Kroatien: Seit einigen Jahren wird in der kroatischen Stadt Hvar unangemessene Kleidung bestraft. Besucherinnen und Besuchern ist es untersagt, in Badekleidung durch die Altstadt zu spazieren. Bei Verstoß droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 600 Euro.
  • Thailand: Wer sich hier zu freizügig zeigt oder sogar nackt ein Bad im Meer wagt, dem droht Strafe. Dazu zählt auch das Roller- oder Autofahren ohne Oberteil. Bei sexuellen Handlungen in der Öffentlichkeit wird sogar ein Wiedereinreiseverbot erteilt.
  • Malediven: Abseits der touristischen Inseln sind Bikinis nicht gestattet. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Drohnen

Du möchtest ein ganz besonderes Urlaubsfoto von deiner Reise mitnehmen und hast dir vorher sogar eine Drohne besorgt? Dann pass genau auf, wo du sie steigen lässt. In vielen Teilen der Welt brauchst du dafür nämlich eine spezielle Genehmigung. 

Um eine Drohne steigen zu lassen, brauchst du vielerorts eine Genehmigung.

Komplett verboten sind sie unter anderem in Marokko, dem Iran, Kenia und Ägypten. Lässt du sie dort dennoch gen Himmel aufsteigen und das auch noch in der Nähe eines Militärgeländes, könnte die Aktion schnell mit einem Gefängnisaufenthalt enden.

Mitbringsel

Du möchtest deine Erinnerung an den Urlaub mit einem schönen Souvenir verlängern? Dann solltest du genau darauf achten, was du in deinen Koffer steckst.

Es ist verboten, die Riesenmuschel mitzunehmen.

  • Sand und Steine: In Italien, Griechenland und der Türkei ist es verboten, Sand oder Steine vom Strand mitzunehmen. Es drohen hohe Bußgelder – bei archäologisch bedeutsamen Steinen in Griechenland oder der Türkei sogar Haftstrafen.
  • Korallen: Auch hier gilt, sie lieber liegenzulassen! Die versteinerten Korallen bilden den Sand für die nächsten Jahre.
  • Kartoffel: Die Einfuhr von Kartoffeln aus nicht EU-Ländern nach Deutschland ist verboten. Hintergrund ist die Gefahr, dass sich hier die bakterielle Ringfäule zu stark verbreitet.
  • Kaviar: Höchstens 125 Gramm der Fischeier dürfen ohne weitere Genehmigung mitgebracht werden. So soll eine Gefährdung der Störarten verhindert werden.
  • Plagiate: Natürlich führt ein gefälschtes Trikot nicht gleich zu einer Gefängnisstrafe. Liegt allerdings der Verdacht von gewerbsmäßigem Handel vor, können Geldstrafen verhängt werden. Grundsätzlich gilt: Bei Rückkehr sind Waren im Wert von ab 430 Euro anzumelden. Alle Infos dazu gibt es auf der Website des Zolls.