44 Wohnhäuser, ein Hotel, ein öffentliches Schwimmbad, eine Kirche, eine Schule und ein Kasernengebäude: Das alles erwartet den Käufer oder die Käuferin von Salto de Castro. Und für rund 260.000 Euro gibt es das Dorf im Nordwesten Spaniens sogar zu einem echten Schnäppchenpreis.

Salto de Castro ist ein Geisterdorf

Was es in Salto de Castro allerdings nicht gibt, sind Einwohnerinnen und Einwohner. Seit rund 40 Jahren steht das Dorf an der Grenze zu Portugal in der Provinz Zamora leer. Dem Interesse an dem spanischen Geisterdorf scheint das keinen Abbruch zu tun: Über 140.000 Aufrufe hat die Verkaufsannonce auf der Immobilienplattform Idealista bereits.

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Der jetzige Besitzer ist mittlerweilse 80 Jahre alt und schreibt auf der Website: „Ich verkaufe, weil ich ein Stadtmensch bin und mich nicht um die Instandhaltung des Dorfes kümmern kann.“ Wie unter anderem die BBC berichtet, hatte er das Dorf Anfang der 2000er-Jahre gekauft, um daraus einen Touristenort zu machen. Aber wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise scheiterte der Plan. 

Das Dorf stößt auf großes Interesse

„Der Eigentümer träumte davon, hier ein Hotel zu errichten, aber das Projekt wurde auf Eis gelegt“, sagte Ronnie Rodríguez von Royal Invest, dem Unternehmen, das den Eigentümer vertritt, gegenüber der BBC. „Er möchte immer noch, dass das Projekt verwirklicht wird.“

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Bis Freitag hatten sich laut Rodriguez bereits 300 Interessierte gemeldet, unter anderem aus Russland, Frankreich, Belgien und dem Vereinigten Königreich. Ein potenzieller Käufer habe sogar bereits Geld hinterlegt, um es zu reservieren. Bislang ist das Dorf auf der Website aber weiterhin als „Zum Verkauf“ gelistet.

Salto de Castro: Teurer Weg zum Touristen-Traumort 

Ursprünglich wurde Salto de Castro als Wohnsitz für die Familien der Arbeiter gebaut, die in den frühen 1950er-Jahren in der Nähe einen Stausee bauten. Nachdem die Bauarbeiten beendet waren, zogen sie aber wieder weg. Ende der 1980er-Jahre wurde das Dorf vollständig verlassen.

Obwohl die Umgebung landschaftlich viel zu bieten hat, ist sie auch als „leeres Spanien“ bekannt. Denn in den dünn besiedelten ländlichen Gebieten fehlen viele der Dienstleistungen, die in Städten und Gemeinden zu finden sind.

Das dürfte auch der Grund sein, warum Salto de Castro zum ursprünglichen Preis – rund 6,5 Millionen Euro – keine Abnehmerinnen und Abnehmer fand und der Preis gesenkt wurde. Trotzdem wird der Käufer oder die Käuferin einiges an Geld in die Hand nehmen müssen: „Die Investitionen, die erforderlich sind, um das Dorf zu 100 Prozent funktionsfähig und rentabel zu machen, würden 2 Millionen Euro nicht übersteigen“, erklärt Idealista gegenüber der BBC.