Zugegeben, bei Inselurlaub in Europa denkt man zuerst eher an Mallorca, Sardinien und Co. und hat direkt bestens erschlossene Urlaubsziele vor Augen. Doch es gibt sie noch, die idyllischen Urlaubsparadiese, die nicht jede und jeder kennt und die das Stresslevel minütlich sinken lassen.

Oft haben die bekannteren europäischen Inseln kleinere, weniger namhafte Schwesterinseln, die bei Weitem nicht derart frequentiert, aber garantiert nicht weniger sehenswert sind – echte Geheimtipps eben! Wir verraten dir, welche Inseln du für einen erholsamen Urlaub ansteuern solltest, ohne Touristenströme und ohne lange Flugzeiten.

Port Cros, Frankreich – autofreies Naturparadies

Die Côte d’Azur ist schon lange als Urlaubsparadies bekannt. Doch kennst du auch die Insel Port Cros? Das Naturreservat wird unter anderem durch die strengen Auflagen vor Ort geschützt – zum Beispiel sind Autos dort so gut wie verboten, Hunde an vielen Stellen der Insel zum Schutz der Artenvielfalt nicht gestattet und das Baden nur an drei ausgewählten Stränden möglich.

Selbst am kleinen Hafen von Port Cros herrscht immer eine beschauliche Atmosphäre.

Wer sich allerdings nicht von den strengen Richtlinien abschrecken lässt und stattdessen seine Wanderstiefel schnürt, wird mit wunderschöner Natur belohnt, die in ganz Europa einmalig ist. Der wie mit Puderzucker bestreute Sandstrand der Plage du Sud gleicht mehr der Karibik als Frankreich und die Unterwasserwelt gilt als eine der buntesten in ganz Europa.

Übrigens ist die Insel auch für Ornithologinnen und Ornithologen ein echter Genuss: Mit 114 heimischen Arten haben Vogelbeobachtende hier einiges zu sehen.

Saaremaa, Estland – Idyll mit Ostseecharme

Obwohl Saaremaa unter den estnischen Inseln die größte und der Hauptstadt Tallinn vorgelagert ist, ist sie den wenigsten ein Begriff. Im 19. Jahrhundert ein beliebter Kur- und Badeort, ist die Insel nach und nach in Vergessenheit geraten. Schade, denn sie punktet vor allem mit unberührter Natur, einer tausend Kilometer langen Küstenlinie mit langen Stränden und einsamen Buchten sowie ihrem unverwechselbaren Ostseecharme.

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Die Hauptstadt Kuressaare präsentiert sich mit ihren Altstadtgassen und dem mittelalterlichen Schloss eher entspannt und ist genau das Richtige für ein wenig Abwechslung nach einem Tag Meer. Besonders schön ist außerdem ein Spaziergang zum schiefen Leuchtturm auf der Halbinsel Hariland, die nur durch eine Landzunge mit der Hauptinsel verbunden ist.

Ein Besuch von Sareemaa lohnt sich vor allem im Hochsommer, wenn es nachts kaum dunkel wird und du die weißen Nächte erleben kannst!

Skiathos, Griechenland – Entspannung an über 60 Traumstränden

Die kleine Insel Skiathos besticht mit ihrer unberührten Natur und gilt unter den griechischen Inseln noch als echter Geheimtipp. Im Gegensatz zum Großteil Griechenlands ist sie dank einer üppigen Vegetation nahezu das ganze Jahr über grün, die Pinienwälder reichen oft fast bis zum Strand und geben ein idyllisches Bild ab. Und obwohl die Insel deutlich kleiner ist als die bekannteren Ziele Korfu, Santorin und Rhodos, wird es hier einem garantiert nicht langweilig.

Das kleine Eiland Skiathos ist nahezu ganzjährig grün.

Während das zentrale Geschehen eher im südlichen Teil der Insel stattfindet, ist der Norden eine echte Oase für Naturfans. Da er nahezu unbewohnt ist, kann er beim Wandern oder Mountainbiken hervorragend entdeckt werden.

Einige der über 60 Traumstrände mit kristallklarem Wasser und weißem Sand liegen ebenfalls im nördlichen Teil und versprechen damit selbst in der Hochsaison Einsamkeit am Meer. Die Buchten im Süden sind hingegen gespickt mit Bars, Imbissbuden und Wassersportangeboten. Doch keine Sorge, von Massentourismus ist hier dennoch keine Spur. Wer nach Skiathos reist, kann Griechenland noch in seiner ursprünglichen Art erleben, ohne dabei auf Annehmlichkeiten verzichten zu müssen.

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Islas Cíes, Spanien – europäisches Galapagos

Hättest du gedacht, dass einige der schönsten Strände Spaniens sich nicht etwa am Mittelmeer, sondern im nordwestlich gelegenen Galicien befinden? Du findest die weißen Strände mit feinstem Sand und glasklarem, in Türkistönen schimmerndem Wasser auf den Islas Cíes, die mit dem Boot in nur einer Stunde von Vigo aus erreichbar sind.

Aufgrund der reichen Flora und Fauna werden die Inseln gern mit den ecuadorianischen Galapagos-Inseln verglichen und wurden im Jahr 1980 zum Naturpark erklärt. Heute werden die Besuchszahlen streng kontrolliert, ein tägliches Limit wird eingehalten.

Wer Entertainment, Shopping oder Party sucht, ist auf den Islas Cíes sicher fehl am Platz. Mit nur drei permanenten Einwohnern herrscht hier tote Hose, auch Restaurants und Hotels gibt es nicht. Dafür aber herrliche Natur und einen einzigen Campingplatz, auf dem du dir allerdings schon frühzeitig einen Platz sichern solltest.

El Hierro, Kanaren – Mekka für Ruhe suchende Aktivurlauber

Dass die Kanaren schon lange kein Geheimtipp mehr sind, liegt auf der Hand. Doch die meisten Urlauberinnen und Urlauber steuern die immergleichen Ziele an, und so gibt es doch noch den einen oder anderen Ort, an dem ihr es im Urlaub echt entspannt haben könnt. Einer davon ist die Trauminsel El Hierro, die kleinste unter den Kanarischen Inseln und das Eiland mit der höchsten Vulkandichte.

Die farblichen Kontraste – das schwarz-rote Vulkangestein, das kräftige Grün der Wälder und türkisblaues Wasser – ziehen Besucherinnen und Besucher direkt in ihren Bann. Für Ruhe suchende Aktivurlauberinnen und ‑urlauber ist die Insel ein Jackpot: Sie können sich tagsüber beim Wandern, Radfahren oder Tauchen verausgaben und abends beim Sonnenuntergang in einem der entzückenden Dörfer die Seele baumeln lassen.

Türkisblaues Wasser, umrahmt von gewaltigen Felsen – das ist der spektakuläre Charco Azul.

Strandurlauberinnen und ‑urlauber haben im Vergleich zu den bekannteren Nachbarinseln zwar weniger Auswahl bei den Stränden, werden dafür aber mit überwältigenden Buchten in einer faszinierenden Umgebung und mit Abgeschiedenheit belohnt. Einer der spektakulärsten Badespots ist wohl Charco Azul, eine Art geschütztes natürliches Becken in einer gewaltigen Umgebung und mit dem tosenden Ozean im Hintergrund.

Samothraki, Griechenland – wie Robinson Crusoe auf Abenteuersuche

Eine weiteres kleines Inselparadies sei mit dem wunderschönen Eiland Samothraki in Griechenland genannt. Eigentlich handelt es sich bei Samothraki um eine aus dem Wasser ragende Bergspitze, weshalb anstatt flacher Sandstrände hier eher steile Felswände in die Höhe ragen.

Wer unberührte Natur, landschaftliche Highlights und Abenteuer im Grünen sucht, ist hier genau richtig. Versteckte Wasserfälle, verwunschene Wälder, faszinierende Schwefelquellen und einsame Buchten lassen dich wie Robinson Crusoe fühlen.

Neben unberührter Natur gehören auch die archäologischen Stätten zu den Highlights von Samothraki.

Möchtest du mehr über die griechische Kultur und Mystik erfahren, solltest du unbedingt den archäologischen Stätten der Insel einen Besuch abstatten. Dort wurde auch die bekannte Nike-Skulptur entdeckt, die heute im Louvre in Paris steht.

Gozo, Malta – Symbiose aus Natur und Kultur

Felsige Buchten, hinreißende Strände, azurblaues Wasser, gigantische Tempelanlagen und idyllische Örtchen – das ist Gozo, die kleine Schwester der beliebten Ferieninsel Malta. Doch obwohl sie mindestens genauso schöne Küstenstreifen, Tauchspots und Örtchen hat, geht’s hier deutlich ruhiger zu. Trubel findest du höchstens in der quirligen Hauptstadt, die mit den engen Gassen, süßen Cafés und der großen Zitadelle durchaus einen Besuch wert ist.

Auf der Insel Gozo entsteht Karibikfeeling!

Geschichtsinteressierte sollten sich die berühmten Tempel von Ggantija nicht entgehen lassen – sie gehören zu den ältesten frei stehenden Gebäuden weltweit und sind sogar älter als die Pyramiden von Gizeh. Naturfreunde freuen sich über zahlreiche Wanderwege: Besonders im Süden der Insel kann man dank der exponierten Lage immer wieder fantastische Panoramablicke erhaschen.

Und wer lieber in der Sonne liegt und sich vom hektischen Alltag erholt, wird an den vielen Stränden und abgelegenen, kurios geformten Buchten sicherlich eine gute Möglichkeit zum Ausspannen finden.

Scilly-Inseln, England – englische Karibik

Weiße Sandstrände, kristallklares Wasser, Palmen, Agaven und Zitrusgewächse beißen sich mit dem Gedanken ans kalte, verregnete England? Sicher nicht! Denn auf den Scilly-Inseln findest du genau das – Karibik in Europa quasi. Die Inseln haben ihr mildes Klima dem Golfstrom zu verdanken, der für milde Winter und sonnig-warme Sommer wie an der Mittelmeerküste sorgt! Hektik ist hier ein Fremdwort, stattdessen sind die Inseln eine wahre Oase der Ruhe und Entspannung.

Bei dem Anblick kann man kaum glauben, dass man sich noch in England befindet.

Die Anfahrt mit dem Boot oder Helikopter ist etwas umständlich, doch für die exotische Schönheit vor Ort lohnt sich der Aufwand definitiv. Wer die Fähre ab Penzance nimmt, bezahlt für die Fahrt nach Saint Mary’s rund 50 Euro.

Terschelling, Niederlande – Eldorado für Fahrradfahrer

Einsamer Inselurlaub, ohne fliegen oder weit fahren zu müssen? Das erwartet dich auf der westfriesischen Insel Terschelling. Hier geht es insgesamt etwas langsamer und entschleunigter zu, von Hektik keine Spur. Endlose Sandstrände, romantische Dünenlandschaften und der Blick auf das Weltnaturerbe Wattenmeer lassen dich völlig frei und unbeschwert fühlen.

Wo sonst, wenn nicht hier, sollte außerdem das Eldorado für Fahrradfahrerinnen und ‑fahrer sein? Auf über 70 Kilometern erstrecken sich naturnahe Radwege mit schönen Aussichten auf das Meer, manche perfekt für Familien, andere ideal für anspruchsvollere Radlerinnen und Radler.

Einsame Dünenlandschaft auf Terschelling.

Im Osten befindet sich der ursprünglichste Teil der Insel, im unbewohnten Naturschutzgebiet De Boschplaat, das übrigens nachts als einer der dunkelsten Orte der Welt gilt. Romantische Nächte unter einem funkelnden Sternenhimmel sind hier also so gut wie sicher.

Porto Santo, Portugal – heilsamer Sand zwischen den Zehen

Wie schön, dass sich das kleine Eiland Porto Santo noch nicht zu einem Trendziel an der portugiesischen Algarve entwickelt hat. Denn so triffst du an der ruhigen und weitläufigen Küste maximal ein paar andere Sonnenhungrige, die zusammen mit dir auf der siebten Urlaubswolke schweben.

Der neun Kilometer lange Sandstrand kann sich sehen lassen – auf einer Insel mit einer Fläche von 42 Quadratkilometern ist das eine beachtliche Länge. Obendrein soll der Sand hier heilsame Qualitäten haben und dank der enthaltenden Mineralstoffe wie Jod, Kalzium und Magnesium wohltuend für Gelenke und Muskulatur sein.

Auf Porto Santo soll der Sand eine heilsame Wirkung haben!

Wer genug vom Herumliegen in der Sonne hat, kann seine Zeit mit Wandern, Reiten, Tauchen oder Golfen verbringen. In der Inselhauptstadt Vila Baleira gibt es schmackhafte lokale Gerichte zu verköstigen, leckeren Wein zu genießen oder auf der Insel hergestelltes Kunsthandwerk zu erstehen. Und wer möchte, kann bei einem Bootsausflug sogar Wale und Delfine beobachten.