Rund fünf Millionen Besucherinnen und Besucher zieht es jährlich nach Pisa. Und das aus gutem Grund: Der Schiefe Turm ist das Aushängeschild der Stadt und definitiv eine Reise wert! Doch wer nach Pisa reist, sollte nicht vergessen, dass die Stadt noch mehr Highlights zu bieten hat.

Obwohl sie mit nur 90.000 Einwohnerinnen und Einwohnern tendenziell eher zu den kleineren Orten in der Toskana gehört, war sie historisch schon immer eine der bedeutendsten und einflussreichsten Städte der Region. So befindet sich hier eine Vielzahl wunderschöner, historischer Gebäude, beeindruckender Kirchen und malerischer Plätze und Gassen. Durch die überschaubare Größe sind alle Sehenswürdigkeiten nah beieinander und gut zu Fuß zu erreichen.

Der Schiefe Turm von Pisa – DAS Postkartenmotiv

Der Schiefe Turm von Pisa ist weltberühmt und DAS Postkartenmotiv der Toskana. Mit einer Südneigung von 3,97 Grad sieht der Turm tatsächlich aus, als würde er bald umkippen!

Das ist auch den Architekten im zwölften Jahrhundert nur zwölf Jahre nach Baubeginn bewusst geworden, sodass schon nach dem Fertigstellen der dritten Etage ein Baustopp von 100 Jahren verhängt wurde. Um der Schieflage entgegenzuwirken, wurden die folgenden Stockwerke mit einer geringeren Neigung gebaut.

Ursprünglich als Glockenturm mit einer Höhe von 100 Metern geplant, ist der Schiefe Turm von Pisa aufgrund des sandigen, nachgebenden Bodens doch „nur“ 55 Meter hoch geworden. Mit 14.200 Tonnen verbautem, feinstem Carrara-Marmor und sieben Glocken ist er aber nicht weniger eindrucksvoll.

Der Schiefe Turm ist DER Touristenmagnet in der Toskana.

Möchtest du dich nicht nur von unten dabei ablichten lassen, wie du versuchst, den Schiefen Turm „zu stützen“, sondern auch den fabelhaften Ausblick von oben genießen, musst du online ein Ticket reservieren und tiefer in die Tasche greifen: Stolze 24 Euro bezahlt man im Jahr 2022 für den Eintritt.

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Kathedrale von Pisa – jede Menge Gold und Marmor

Ebenfalls auf der Piazza dei Miracoli befindet sich der Dom Santa Maria Assunta. Wusstest du, dass der Schiefe Turm von Pisa ursprünglich als zum Dom gehörender Glockenturm gebaut wurde? Kaum vorstellbar, dass sich das Verhältnis gewendet hat und nun der Dom im Schatten des Turmes steht.

Blickt man auf die prunkvolle Kathedrale, versteht man allerdings schnell, dass nur ein eigenständiger Glockenturm ihrer würdig erschien. Über 200 Jahre war man mit dem Bau des Doms beschäftigt, dessen prunkvolle Bauweise auch als Vorbild für denjenigen in Florenz diente. Ähnlich wie im Schiefen Turm wurden auch in die Kathedrale aus dem elften Jahrhundert Tonnen an Marmor eingearbeitet.

Die Kathedrale von Pisa besticht mit jeder Menge Gold und Marmor.

So wird beispielsweise die Frontfassade mit stilvollen Stein- und Marmorbögen geschmückt. Auch das Innere ist beeindruckend: Die Decke des Hauptschiffes ist mit reichlich Gold verziert, das Kuppelfresko zeigt die Jungfrau Maria und gilt unter Künstlern als ein echtes Meisterwerk.

Tipp: Der Eintritt ist kostenlos. Allerdings muss wegen des hohen Andrangs ein Ticket gebucht werden, bei dem ein Zeitfenster für den Besuch angegeben werden muss.

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Baptisterium – größte Taufkirche Italiens mit einzigartiger Akustik

Das nächste Highlight ist nur ein paar Meter weiter und gehört zusammen mit der Kathedrale und dem Schiefen Turm zu den kirchlichen Gebäuden Pisas: das Baptisterium. Das klerikale Dreigespann steht auf der Piazza del Duomo – von Pisanerinnen und Pisanern auch liebevoll als Piazza dei Miracoli bezeichnet, dem Platz der Wunder. Der gesamte Platz wurde im Jahr 1987 von der Unesco als Weltkulturerbe gewürdigt.

Alleine die Größe des Baptisteriums ist beeindruckend!

Das Baptisterium selbst – das lässt sich dem Namen entnehmen – ist die zur Kathedrale gehörende Taufkirche und mit einer Höhe von 54 Metern und einem Umfang von 107 Metern das größte Taufgebäude in ganz Italien. Besonders die Außenfassade ist mit ihren verschiedenen Pfeilern, Säulen und Bögen ein echter Eyecatcher.

Das Innere hingegen wurde eher schlicht gehalten, besticht aber mit einer grandiosen Akustik. Davon kannst du dich sogar selbst überzeugen, wenn die Aufseher alle 30 Minuten ein paar Töne anstimmen.

Camposanto Monumentale – Friedhof mit Stimmung

Die letzte nennenswerte Attraktion an der Piazza die Miracoli ist der Friedhof Camposanto Monumentale. Er beherbergt spätantike Sarkophage, die im Mittelalter dem Adel als Gräber dienten. Im gesamten Gebäudekomplex wurde – wie auch bei den anderen Bauwerken des Hauptplatzes – viel mit Marmor gearbeitet und schöne Fresken zieren das Innere. Doch das eigentliche Highlight sind der Kreuzgang und der reizende Innenhof.

Der Erde im Innenhof soll Erde aus dem Heiligen Land beigemischt worden sein.

Eine riesige Grünfläche wird von den Rundbogenarkaden des Gebäudes umringt und kreiert eine angenehm friedliche Atmosphäre. Da kann man sich nur schwer vorstellen, dass man sich noch immer auf dem zentralsten Platz der Stadt befindet. Den Namen „Camposanto“ – „Heiliges Feld“ – hat der Friedhof übrigens erhalten, weil dem Boden Legenden zufolge Erde aus dem Heiligen Land beigemischt worden sein soll.

Santa Maria della Spina – Dornenkirche am Arno

Über 20 historische Kirchen liegen in Pisa, doch Santa Maria della Spina am Fluss Arno gilt als eine der interessantesten. Die überschaubare Größe wird durch ihre gotische Architektur und die zahlreichen Details mehr als ausgeglichen.

In der Fassade der Kirche befinden sich detailgetreue Figuren, darunter schöne Engelsskulpturen und die berühmte „Madonna mit Kind“. Der Name des Gotteshauses lässt sich auch als „Dornenkirche“ übersetzen, denn lange wurde hier ein Dorn der Dornenkrone Christi aufbewahrt.

Klein, aber oho – die Dornenkirche Santa Maria della Spina.

Wegen ihrer Nähe zum Arno musste die Kirche bei einer radikalen Baumaßnahme versetzt werden, denn mehrere Hochwasser schädigten ihre Fassaden. Um sie auch vor zukünftigen Schaden zu schützen, wurde die Kirche schließlich aus dem Flussbett gehoben und an höherer Stelle, den Arno-Promenaden, wieder aufgestellt.

Im Zuge der Versetzung wurden viele Skulpturen durch Kopien ersetzt, können heute aber im Nationalmuseum San Matteo bewundert werden.

Ponte di Mezzo – fantastischer Fotospot am Fluss

Einer der wichtigsten Flüsse Italiens, der Arno, fließt durch Pisa und teilt die Stadt in zwei Hälften. Fünf Brücken führen in der Altstadt über den Fluss, die Ponte di Mezzo ist allerdings die älteste und die bekannteste. Von ihr aus hat man eine traumhafte Fotokulisse vor sich: Die Häuserfassaden und Paläste entlang des Flusses sind ein herrlicher Anblick. 

Bei einem Spaziergang entlang der Uferpromenaden kannst du den Menschenmengen an der Piazza dei Miracoli entfliehen und eine etwas andere Perspektive auf die Stadt bekommen. Zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés verlocken zu einer entspannten Pause.

Die Sicht auf die prächtigen Gebäude am Fluss ist fantastisch!

Besonders stimmungsvoll ist es hier übrigens vor allem abends. Zum Sonnenuntergang ist das Ambiente mit den Bergen im Hintergrund einfach magisch und bei Dunkelheit, wenn alles beleuchtet wird, werden Leidenschaft und Romantik entfacht.

Piazza dei Cavalieri – Ritterorden und Eliteuni

Einst war sie das politische Zentrum der Stadt, an dem sich wichtige Akteure getroffen und historische Ereignisse abgespielt haben, heute ist sie einer der beliebtesten Anlaufpunkte für geschichtsinteressierte Touristinnen und Touristen: die Piazza dei Cavalieri.

Der Palazzo della Corovana beherbergt heute eine der angesehensten Universitäten des Landes.

Mitten auf dem Platz steht der im Jahr 1564 fertiggestellte Palazzo della Corovana im Stil der Renaissance, der Ordenssitz der Pisaner Ritter war und als eines der schönsten Bauwerke der Stadt gilt. Inzwischen beherbergt der Palast eine der angesehensten Universitäten des Landes, die Scuola Normale Superiore di Pisa.

Als Studentin oder Student in solch einem imposanten Gebäude unterrichtet zu werden und durch die altehrwürdigen Gänge zu schreiten muss einem ein bedeutsames Gefühl geben. Am Platz selbst floriert dementsprechend das Pisaner Leben und Studentinnen und Studenten gehen hier ihrem hektischen Alltag nach.

Da es sich um ein Universitätsgebäude handelt, können nur Teile des Geländes besichtigt werden.

Flanieren in der Fußgängerzone

Wer in Pisa war, ohne durch die Fußgängerzone zu flanieren, hat die Stadt nicht wirklich gesehen! Einkaufen kannst du am besten in den Straßen um die Borgo Stretto, wobei diese überwiegend Designerläden und Boutiquen beherbergt. In der Corso Italia findest du hingegen kleinere Geschäfte und Souvenirläden, die preiswerter sind.

In der Borgo Stretto kannst du in schönstem Ambiente shoppen.

Ein Besuch lohnt sich nicht nur für alle Shoppingliebhaberinnen und -liebhaber. Hier findest du auch umwerfende, typisch italienische Architektur, enge Gassen und schöne Gebäude in erdigen Terracotta- und Rosé-Tönen, die garantiert dein Italien-Herz höherschlagen lassen. Bei einer Auszeit in einem der vielen Cafés kannst du einen Espresso schlürfen, dich an der warmen Sonne der Toskana erfreuen und die herrliche Dolce Vita genießen!