Die meisten Reisenden schauen sich bei einem Städtetrip nach Pisa den „Platz der Wunder“ mit dem Schiefen Turm, der Kathedrale, dem Baptisterium und dem schönen Friedhof Camposanto Monumentale an – und das überrascht nicht, denn nicht umsonst ist der Platz mit dem Schiefen Turm weltbekannt. Doch es wäre viel zu schade, Pisa dann schon den Rücken zu kehren. Immerhin gibt es hier so viele tolle Plätze, Parks, Museen und kulinarische Highlights abseits der großen Touristenmagneten zu entdecken. Und das Beste daran: Keine langen Schlangen, keine nervigen Wartezeiten und keine gestressten Touristen! Wir zeigen dir reizvolle Orte, die nicht jeder kennt, die aber dennoch einen Besuch wert sind!

1. Piazza delle Vettovaglie – Marktplatz und Street Food

Würde man den Namen der „Piazza delle Vettovaglie“ ins Deutsche übersetzen, würde er so viel wie „Platz des Proviants“ bedeuten. Und hier kommen wir auch schon zur wichtigsten Bedeutung des schönen Areals: Jeden Morgen wird es zu einem Frischemarkt, an dem Einheimische Obst, Gemüse und andere regionale Produkte an den Mann beziehungsweise die Frau bringen.

Auf dem täglichen Markt an der Piazza delle Vettovaglie findest du frisches Obst und Gemüse.

Umringt von Rundbogenarkaden befinden sich hier Cafés, Weingeschäfte, Metzger, Fischverkäufer und Bäckereien. Vor allem Urlauberinnen und Urlauber mit einem schmalen Geldbeutel werden sich freuen, hier äußerst leckeres Essen für wenig Geld zu finden. Die Piazza ist deshalb auch bei einheimischen Studentinnen und Studenten sehr beliebt, die hier gerne ihren Tag bei dem einen oder anderen Aperitif ausklingen lassen.

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Übrigens, am benachbarten Platz Sant’Omobono findest du ein paar architektonische Perlen aus dem Mittelalter, die heute hauptsächlich kleine Lebensmittelläden beherbergen.

2. Campanile di San Michele – Der andere schiefe Turm

„Wie, der andere schiefe Turm?!“, wirst du dir vielleicht denken. Natürlich befindet sich der weltbekannte Schiefe Turm der Stadt an der Piazza dei Miracoli – doch Pisa hat gleich zwei davon! Ebenfalls als Glockenturm gebaut, steht der „andere schiefe Turm“ nur wenige Minuten vom Pisaner Zentrum entfernt an der Kirche des Heiligen Michael und ist sogar, erbaut im elften Jahrhundert, noch älter. Doch das war noch nicht alles. Viel spannender ist, dass der Glockenturm eine noch größere Neigung als sein bekannter Gegenspieler hat – beachtliche 5 Prozent neigt er sich in Richtung Arno. Auch wenn der Turm optisch weniger eindrucksvoll ist, so hat gerade seine Schlichtheit einen ganz besonderen Charme! Möchtest du also einen schiefen Turm sehen, der nicht von Massen überrannt wird, dann solltest du dir diesen hier nicht entgehen lassen.

3. Skurril und faszinierend: Museum der Menschlichen Anatomie

Keine Lust auf typische Museen mit Sammlungen historischer Kultur- und Kunstgüter? Dann haben wir mit dem Museum für Menschliche Anatomie genau die richtige Portion an Kuriosität und Faszination für dich, die dir in anderen Museen vielleicht fehlt.

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Gegründet im Jahr 1832 vom Anatomieprofessor Tommaso Biancini als „Anatomisches Kabinett“, sammelten sich schnell Tausende an Exponaten, darunter Schädel, Skelette von Föten und Wachsfiguren. Interessant ist auch die Sammlung an Fehlbildungen, die verschiedene Krankheitsbilder zeigt, zum Beispiel Hirn- und Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden und Nierenbeschwerden. Im 19. Jahrhundert, als es noch an moderner Technik mangelte, leisteten sie einen erheblichen wissenschaftlichen Beitrag zum Verständnis des menschlichen Körpers und seiner Fehlfunktionen.

Wem das noch nicht skurril genug ist, der sollte im Nachbargebäude das Pathologische Anatomiemuseum gesehen haben. Dort werden verschiedene Anomalien wie zweiköpfige Katzen oder sechsbeinige Hunde ausgestellt.

4. Strahlendes Schauspiel: Luminara di San Ranieri

Möchtest du eine wirklich einzigartige und besondere Stimmung in Pisa erleben, dann solltest du deinen Urlaub für Mitte Juni planen. Jedes Jahr am 16. Juni wird die Stadt in Kerzenlicht getaucht und versprüht Romantik, Magie und Gänsehautfeeling pur! Dann werden rund 70.000 Kerzen an den Lungarni, den Uferpromenaden des Arno, verteilt. Sie erhellen die historischen Gebäude, Paläste, Brücken und Kirchen und kreieren so eine unvergleichliche Atmosphäre. Hinzu kommen reichlich schwimmende Lichter, die auf der Oberfläche des Arno flussabwärts schweben.

Die Tradition ist im Jahr 1688 entstanden, als dem Stadtpatron von Pisa mit der feierlichen Beisetzung seiner Urne die letzte Ehre erwiesen wurde und dabei die Stadt mit Öllampen erleuchtet wurde. Unzählige Lichter wurden schon damals gerne für feierliche Ereignisse verwendet, beispielsweise wenn bekannte Charaktere die Stadt passierten.

5. Tuttomondo – Symbol des Friedens

„Tuttomondo“ – die gesamte Welt – das ist der Titel des Wandgemäldes von Keith Haring aus dem Jahr 1989, mit einer Höhe von zehn und einer Breite von 18 Metern eines der größten in ganz Europa! Auf Anfrage der Stadt Pisa erschaffte der amerikanische Künstler zusammen mit Pisaner Studentinnen und Studenten das farbenfrohe Kunstwerk auf der Außenseite des Klosters Sant’Antonio.

Das Werk präsentiert ineinander verschlungene, bunte Figuren, die miteinander interagieren und eine friedvolle Welt thematisieren sollen. Beispielsweise ist eine Mutter mit Kind abgebildet, die die Mutterschaft und das Leben symbolisiert. Zwei überkreuzte Menschen stellen eine Schere dar, die einer Schlange den Kopf abtrennt – Sinnbild für den Sieg des Guten über das Böse.

Das Gemälde ist offen zugänglich und kann jederzeit besichtigt werden. Gegenüber befindet sich ein Kunstcafé, in dem man einige Werke von Keith Haring bewundern und Drucke kaufen kann.

6. Sommer, Sonne, Eis: Gelateria Rufus

Hand aufs Herz: Wer lechzt an einem heißen Sommertag voller Sightseeing nicht nach ein wenig Frische und Abkühlung? Da kommt ein leckeres, vitalisierendes Eis doch genau richtig – vor allem, wenn es das hausgemachte Eis von der Gelateria Rufus ist.

Bei der Herstellung ihrer Eissorten legen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rufus nicht nur Wert auf maximalen Geschmack, sondern auch auf einen bewussten Umgang mit unserer Umwelt und ihren Ressourcen. So wird mit Bedacht gewählt, wo die eigenen Produkte herkommen: Die frische Milch aus einem lokalen Bauernbetrieb, Eier aus Freilandhaltung und saisonales Obst aus Italien – importiert wird hier nichts. Ausgefallene Sorten wie Kürbis, Ingwer-Zimt und Zartbitter-Birne erwecken den Anschein, dass dem Ideenreichtum des Teams keine Grenzen gesetzt sind. Der hohe Anspruch an die Zutaten zeigt sich natürlich im Geschmack: Die Eissorten schmecken himmlisch und lassen die Glückshormone Luftsprünge machen!

7. Natur pur im Park San Rossore Migliarino Massaciuccoli

Die meisten Besucherinnen und Besucher der Toskana fahren neben Pisa auch die schönen Küstengebiete an. Dabei verpassen sie allerdings die beeindruckende Natur, die abseits der Städte im toskanischen Hinterland liegt.

Das perfekte Beispiel ist der Naturpark San Rossore Migliarino Massaciuccoli, ein unbebauter Streifen zwischen Pisa und der Küste mit einer Fläche von über 24.000 Hektar. Dass sich auf dem Areal eine Mischung aus Feucht- und Sumpfgebieten, Sanddünen, Seen und Pinienwäldern befindet, kann man sich dabei gar nicht so richtig vorstellen. Weil der Park schon seit 1979 geschützt ist, haben sich hier einige Flora- und Fauna-Raritäten wie der fleischfressende Sonnentau oder Damhirsche halten können.

Am besten lässt sich der Park zu Fuß oder auf dem Rad erkunden, aber auch Bahn- und Kutschenfahrten oder Bootstouren werden angeboten. Das schattige Waldgebiet des Parks eignet sich hervorragend, um der Hitze der Stadt zu entfliehen.