Vom Schwarzwald ins Schwarze Meer: Auf ihrem Weg von 2857 Kilometern trifft die Donau auf vier Hauptstädte, die sich alle gerne mit dem Titel „schönste Donauhauptstadt“ schmücken würden. Doch so schön Wien, Bratislava und Belgrad auch sind: Viele sind sich einig, dass nur Budapest diese Auszeichnung verdient.

So trägt die ungarische Hauptstadt den Kosenamen „Königin der Donau“: Wir zeigen dir die schönsten Sehenswürdigkeiten in Budapest.

Das Parlamentsgebäude

268 Meter lang und 123 Meter breit: Mit diesen Maßen ist das Parlamentsgebäude in Budapest das drittgrößte der Welt. Direkt am Ufer der Donau gelegen, ist das gigantische Gebäude eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Als Vorbild diente der Palace of Westminster in London. Das Parlamentsgebäude wurde im neogotischen Stil entworfen, trägt aber auch Elemente der Renaissance und des Barocks. 

Toller Fotospot an der Rückseite des Parlaments: Hier spiegelt sich das Gebäude im Wasser.

Der Bau dauerte 17 Jahre. Heute ist das Parlamentsgebäude ein Kunstwerk für sich und besitzt zehn Innenhöfe, 13 Personen- und Lastenaufzüge, 27 Eingänge, 29 Treppenhäuser, 691 Räume und 365 Türmchen. Seit der Einweihung im Jahr 1902 ist das Parlament der Sitz der ungarischen Nationalversammlung. 

Die Schuhe am Donauufer

Unweit des Parlaments am Ufer der Donau befindet sich ein außergewöhnliches Kunstwerk, das man leicht übersehen kann, denn das Mahnmal „Cipők a Duna-parton“ (deutsch: Schuhe am Donauufer) ist schlicht, aber eindrucksvoll: Am Ufer stehen verschiedene Schuhe, die an die Pogrome an Juden während des Zweiten Weltkriegs erinnern sollen.

Mahnmal mit Geschichte: die Schuhe am Donauufer.

Die ungarischen Juden wurden damals gezwungen, hier Schlange zu stehen, um anschließend erschossen und in die Donau geworfen zu werden. Auf einer Länge von 40 Metern wurden sechzig Paar Schuhe aus Metall auf dem Boden angebracht. Die Schuhe stehen oder liegen „wie zufällig“ über dem Wasser. Das Mahnmal wurde bewusst so gestaltet, dass es auf den ersten Blick nicht verrät, was dahintersteckt. 

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Die Brücken in Budapest

Stehst du am Ufer der Donau, erlebst du das berühmte Stadtbild von Budapest in seiner vollen Pracht. Weil sich viele wichtige Bauwerke direkt an den Uferseiten befinden, gilt die ungarische Hauptstadt als schönste Donaustadt. Ein Highlight sind die Brücken, die die beiden Stadtteile Buda und Pest miteinander verbinden. Insgesamt führen elf Brücken über die Donau und zwei Tunnels für die Metro unter dem Fluss entlang.

Die Brücken von Budapest sind berühmt: Insgesamt gibt es elf Brücken in der Stadt.

Bevor die erste Brücke in Budapest gebaut wurde, waren Buda und Pest zwei eigenständige Städte an den beiden Seiten der Donau. Der Bau gestaltete sich als schwierig, denn in Budapest hat die Donau bereits eine Breite von knapp 500 Meter. 1849 wurde dann die erste Brücke fertiggestellt: die berühmte Kettenbrücke, die vor allem unter jungen Leuten beliebt ist, um abends zu trinken und zu feiern. Ab Mitte 2023 soll die Kettenbrücke nach Renovierungen wieder geöffnet werden.

Der Gellértberg

Willst du Budapest von oben sehen, musst du auf den Gellértberg fahren oder gehen. Auf dem höchsten Punkt auf 235 Meter Höhe hat man ein tolles Panorama über die Stadt und kann auch die Zitadelle und die Freiheitsstatue besichtigen. Weil der Ausblick so schön ist, sind hier immer viele Touristen unterwegs. Am meisten Ruhe hast du am frühen Morgen.

Der Blick vom Gellertberg auf Budapest ist spektakulär.

Wesentlich ruhiger ist es nur wenige Minuten entfernt im Park der Philosophen. Hier stehen acht Bronzestatuen – unter anderem von Jesus, Buddha und Lao Tse – für die verschiedenen Kulturen und Religionen der Welt. Viele Einheimische kommen gerne hierher, um in dem weitläufigen Park zu relaxen.

Das Burgviertel

Die zweite Variante, um die Stadt von oben zu sehen, spielt sich auf 180 Metern Höhe ab. So hoch liegt nämlich Várnegyed, das berühmte Burgviertel von Budapest. Nach oben spazierst du 15 Minuten zu Fuß (von der U-Bahnstation Batthyány tér), nimmst die Buslinie 16 (vom Deák Ferenc tér) oder die Sikló, die Budapester Standseilbahn.

Der Burgpalast im Burgviertel ist das größte Gebäude Ungarns.

Oben angekommen erwartet dich eine völlig neue Welt und der älteste Teil Budapests. Denn das Burgviertel war bereits im 13. Jahrhundert bewohnt. Im 14. Jahrhundert lebten schon über 8000 Einwohner hier. Heute kannst du einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Budapests im Burgviertel besichtigen.

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Der Burgpalast

Der Burgpalast Budapests ist das größte Bauwerk Ungarns und auch als Königspalast oder Königliche Burg bekannt. In seinem Inneren befinden sich unter anderem das Historische Museum der Stadt Budapest, die ungarische Nationalgalerie und die Szßechenyi-Nationalbibliothek.

Das Burgviertel bezaubert mit eindrucksvollen Gebäuden.

Der St.-Stephan-Saal

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Budaer Burg erweitert. Ein besonderes Prachtstück entstand damals mit dem St.-Stephan-Saal. Er wurde 1900 fertiggestellt, aber im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört. Bis 2021 wurde der Saal aufwändig restauriert und kann heute besichtigt werden.

Der prachtvolle St. Stephans-Saal im Burgviertel wurde restauriert und erst 2021 eröffnet.

Die Matthiaskirche

Die Matthiaskirche wird auch Krönungskirche genannt, weil in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Krönungen stattfanden. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Matthiaskirche im Burgviertel ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Budapest.

Die Fischerbastei

Die Fischerbastei befindet sich auf dem ehemaligen Fischmarkt neben der Matthiaskirche. Ihren Namen verdankt sie den Fischern, die hier einst die Stadtmauern verteidigten. Der Blick über die Donau und den Stadtteil Pest von der Fischerbastei ist einzigartig!

Über viele Treppen führt der Weg zur Fischerbastei im Burgviertel.

Das Hauszmann-Projekt

Der durchschnittliche Tourist verbringt nur 40 Minuten im Burgviertel. Das soll sich ändern: Im Rahmen des Hauszmann-Projekts werden viele der Bauwerke im Burgviertel renoviert und wiederaufgebaut. Es ist nach dem österreichisch-ungarischen Architekten Alajos Hauszmann benannt, der selber für anderthalb Jahrzehnte architektonischer Leiter für die Erweiterungsarbeiten an der Königlichen Burg war.

Im Rahmen des Hauszmann-Projekts wurde auch die Reiterhalle neu eröffnet.

Die St.-Stephans-Basilika

In der Innenstadt thront stolz die neoklassische St.-Stephans-Basilika, die die größte römisch-katholische Kirche in Budapest ist und seit 1987 zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Bei einem Besuch kannst du auch ganz nach oben. In der Kuppel gibt es eine Aussichtsplattform, die du mit dem Lift und dann über viele Stufen erreichst. Oben angekommen erlebst du ein wunderschönes Panorama über die Altstadt und die Donau bis zum Burgviertel.

Vom Stephansdom erlebst du die schönste Aussicht auf Budapest.

Magst du klassische Musik, solltest du dich um ein Ticket für eines der Konzerte in der St.-Stephans-Basilika bemühen. Vor allem die Orgelkonzerte sind bekannt. Schräg: In der Kirche wird die einbalsamierte rechte Hand von König Stephan, dem ersten christlichen ungarischen König, aufbewahrt. Zu sehen ist die „Heilige Rechte“ in der Kapelle des heiligen Leopold in der Kirche.

Schifffahrt auf der Donau

Ein Trip nach Budapest ist erst komplett, wenn die Reise auch aufs Wasser führt. Auf der Donau gibt es zahlreiche Schifffahrten, am schönsten ist es abends kurz nach dem Sonnenuntergang. Denn dann werden die Gebäude an beiden Uferseiten magisch illuminiert und in ein besonderes Licht getaucht.

Bei einer Donauschifffahrt lernt man Budapest bei Nacht kennen.

Es gibt unterschiedliche Anbieter und Touren auf der Donau, die tagsüber und abends unterwegs sind: Neben klassischen, einstündigen Fahrten kannst du auch eine Themenfahrt mit Livemusik oder eine kulinarische Fahrt mit Dinner und Wein buchen, zum Beispiel über „Duna Cruises“.

Das Stadtwäldchen

Mitten in der Stadt liegt die grüne Lunge Budapests. Einst war das Stadtwäldchen eine sumpfige Hügellandschaft. Ab 1817 gestaltete der Lübecker Landschaftsgärtner Christian Heinrich Nebbien den Park und pflanzte zahlreiche Bäume im Auftrag von Königin Maria Theresia, um die Gefahr von Malaria zu vermeiden.

Neues Museum im Stadtwäldchen von Budapest: das Ethnographische Museum.

Heute ist das Stadtwäldchen nicht nur ein beliebtes Naherholungsgebiet, sondern auch einer der aufstrebenden Orte Budapests: Seit 2018 wird im Rahmen des „Liget Budapest“-Projekts das Stadtwäldchen zu einem kulturellen Zentrum ausgebaut und um mehrere neue Museen und weitere Attraktionen erweitert. 2022 wurden hier das „Haus der Ungarischen Musik“ und das „Ethnographische Museum“ eröffnet.

Die Bäder in Budapest

Im Stadtwäldchen findest du eine weitere Besonderheit in Budapest: eines von vielen Thermalbädern, die sich in der Stadt verteilen. Was viele nicht wissen: Budapest ist mit rund 120 Thermalquellen und 21 Bädern die größte Kurstadt Europas. Die Geschichte der Badekultur reicht weit zurück: Bereits im 2. Jahrhundert gab es im römischen Aquincum, dem heutigen Budapest, 14 Thermen. 

Budapest gilt als größte Kurstadt Europas. Eines der schönsten Bäder ist das Szechenyi-Bad.

Das „Széchenyi Thermalbad“ im Stadtwäldchen ist der größte seiner Art in Europa. Es besteht aus 15 Indoor- und drei Outdoor-Becken und hat einen neobarocken gelben Innenhof. Mindestens genauso berühmt ist das im Jugendstil errichtete „Gellértbad“ bei der Kettenbrücke, ruhiger geht es dafür im „Lukács Bad“ zu, wo sich gerne ungarische Intellektuelle und Künstler treffen.

Die große Markthalle

Nicht nur Foodies geraten ins Staunen, wenn sie die Nagy Vásárcsarnok, Budapests große Markthalle, betreten. Budapests größter Lebensmittelmarkt wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Das gigantische neugotische Gebäude wirkt mit seinen Seitenschiffen und Querkorridoren wie eine Basilika.

Die neugotische Markthalle in Budapest ist ein Prachtstück.

Unter dem opulenten Dach gibt es auf drei Etagen über 100 Stände, die sowohl von Touristen, als auch von Einheimischen gestürmt werden. Zu kaufen gibt es Obst, Fleisch, Fisch, Gebäck und Gewürze, aber natürlich auch viele Souvenirs. Im Obergeschoss kannst du günstig und gut essen: An zahlreichen Ständen werden ungarische Spezialitäten zubereitet.

Die große Synagoge

Vor dem Zweiten Weltkrieg lag in Elisabethstadt das Zentrum der jüdischen Gemeinde. Heute gilt das Stadtviertel als hipste Ecke in Budapest mit angesagte Bars, alternativen Shops und spannende Restaurants. Das Herz von Elisabethstadt ist die Große Synagoge, die nach der Synagoge in New York die zweitgrößte der Welt ist.

Die Große Synagoge in Budapest ist die zweitgrößte Synagoge der Welt.

Die Synagoge wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in einem reich verzierten orientalischen Stil erbaut und im Jahr 1859 eingeweiht. Innerhalb der Mauern befinden sich der jüdische Friedhof, der Gedenkpark und das Jüdische Museum. Die Schlangen sind immer sehr lange, im Idealfall stellst du dich bereits an, bevor die Türen aufgehen.

Eine Fahrt mit der Linie M2 oder 2

Die Innenstadt von Budapest lässt sich prima zu Fuß erkunden, weitere Strecken kannst du mit der Metro und der Straßenbahn bewältigen. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ist sehr gut ausgebaut, mit der App „BudapestGO“ kannst du die Tickets auch ganz easy am Smartphone kaufen.

Die Fahrt mit der Linie 2 in Budapest verspricht das beste Panorama.

Ein Highlight ist eine Fahrt mit der Linie M2 oder 2. Die wurde von „National Geographic“ zur schönsten Straßenbahnlinie Europas gekürt! Das liegt an der tollen Route: Die knallgelbe Straßenbahn fährt von der großen Markthalle bis zur Margaretenbrücke. Unterwegs hast du eine tolle Aussicht auf die Donau, die Budaer Burg, die Fischerbastei und das ungarische Parlament. Tipp: Auf einem Sitzplatz auf der linken Seite am Fenster siehst du am meisten.

Die Recherchereise wurde unterstützt von VISIT HUNGARY. Über Auswahl und Inhalt entscheidet die Redaktion.