Eine Schiffsreise könnte so schön sein, wäre da nicht bei einigen Personen die quälende Übelkeit. Je höher die Wellen, desto schlimmer. Während sich bei manchen schon der Magen umdreht, wenn das Schiff nur einen Fluss überquert, muss bei anderen der Wellengang schon richtig heftig sein, damit sie seekrank werden.

Hilft Ingwer gegen Überlkeit auf Kreuzfahrt?

Für jeden Empfindlichkeitsgrad gibt es aber eine gute Nachricht: Es ist behandelbar! Sogar schon mit einfachen Hausmitteln. Und eines dieser Mittelchen ist ein kleiner Star in Sachen Hilfe bei Übelkeit – Ingwer. Die scharfe Knolle soll Abhilfe bei Übelkeit und Erbrechen schaffen, doch wissenschaftliche Belege gibt es dafür kaum.

Wenn du ein paar Tage vor Reiseantritt täglich frisch geschnittene Ingwerscheiben kaust, kann das Seekrankheit vorbeugen.

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Trotzdem ist Ingwer ein gern genanntes Hilfsmittel gegen Seekrankheit. Auch die „Aida“ empfiehlt Ingwer ihren Passagieren, wenn ihnen an Board übel wird. Doch warum passiert das überhaupt?

Das Gehirn ist auf hoher See verwirrt

Auf See ist der Körper sehr vielen Reizen ausgesetzt. Es bläst uns nicht nur ein kräftiger Wind um die Ohren, auch der Boden unter den Füßen hält nicht still und alles um einen herum bewegt sich.

Wie die Krankenkasse AOK in ihrem Onlinegesundheitsmagazin erklärt, werden die ständigen Kipp- und Drehbewegungen auf See an verschiedenen Stellen im Körper verarbeitet. Zum einen im Innenohr, was die Signale wiederum ans Gehirn schickt. Zum anderen auch in den Muskeln. Diese Signale fügt das Gehirn dann mit den visuellen Eindrücken zusammen und stellt fest: Hier stimmt ja gar nichts mehr!

Seekrankheit kann richtig nervig sein. Doch mit ein paar Tipps kannst du Übelkeit und Brechreiz gut entgegenwirken.

Warum aus diesen Verwirrungen auch Übelkeit entstehen kann, darüber sind sich die Forscher noch nicht einig. Eine Annahme ist, dass die Wahrnehmung des Körpers auf hoher See den Signalen bei einer Vergiftung ähnelt. Als natürlicher Schutzmechanismus will der Körper den Mageninhalt also auf schnellstem Wege loswerden. 

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Prophylaxe bei Seekrankheit ist möglich

Wer schon vor Reiseantritt etwas gegen eventuelle Seekrankheit unternehmen möchte, kann es mit einer kleinen Ingwer-Kur probieren. Ein Wissenschaftler der Universität Michigan konnte dazu in einer Studie positive Effekte nachweisen – allerdings war die Versuchsgruppe mit 13 Freiwilligen sehr klein.

Mit der Kur sollten Reisende schon ein paar Tage vor der Einschiffung beginnen. Jeden Tag sollen dann zwei Gramm Ingwer entweder pur gekaut oder als Tee aufgegossen getrunken werden. Wer sich mit beiden Varianten nicht anfreunden kann, nimmt einfach Ingwer-Kapseln aus der Apotheke.

Wer Ingwer pur nicht runterkriegt, kann sich die frischen Scheiben auch als Tee aufgießen.

Ein verrücktes Gadget soll schon nach zehn Minuten helfen

Aber auch an Bord gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Seekrankheit loszuwerden. Ganz wichtig: kein Alkohol und kein Nikotin konsumieren. Der Körper soll ja entlastet und nicht noch zusätzlich mit Giftstoffen belastet werden. Dann gilt: immer an den Horizont schauen. Der Blick aufs Meer hilft dem Gehirn, Bilder und Bewegung besser miteinander zu verknüpfen. 

Wenn dich die Seekrankheit erwischt hat, ist der beste Ort das Deck an der frischen Luft. Dort kannst du auch prima den Horizont fixieren und so dein Gehirn beruhigen.

Gleichzeitig ist aber die Mitte des Schiffs der Bereich, in dem es am wenigsten schaukelt. In der Innenkabine ist dann nix mit mal eben auf den Horizont schauen. Tatsächlich gibt es dafür eine irre Erfindung eines französischen Autokonzerns: Eine Brille mit vier Gläsern, die jeweils eine Flüssigkeit im Rahmen haben. Das soll einen künstlichen Horizont erzeugen und schon nach zehn Minuten Tragezeit die Reisekrankheit heilen – auch beim Autofahren.

Wer diese Brille nicht zur Hand hat oder wem optisch nicht alles egal ist, der kann sich einen Horizont auch mit einer Wasserflasche nachbauen – einfach zur Hälfte mit Wasser füllen, auf die Seite legen und das hin und her schwappende Wasser beobachten. 

Geh nicht mit leerem Magen aufs Schiff

Auch lesen oder Filme schauen solltest du vermeiden, wenn du auf einem wackeligen Schiff unterwegs bist. Gut gegen Seekrankheit ist stattdessen, an die frische Luft auf Deck zu gehen und es sich dort gemütlich zu machen. Gegen Podcasts oder Hörspiele spricht dabei nichts, die lenken auch gleich noch gut von der Übelkeit ab. 

Die Annahme, lieber mit leerem Magen aufs Schiff zu gehen, ist auch keine gute Idee – dann wird dir auch noch vor Hunger schlecht. Expertinnen und Experten empfehlen, mehrere kleine und leichte Mahlzeiten zu essen sowie histaminreiche Lebensmittel zu vermeiden. 

Wenn alle Tipps nichts helfen, ist der Griff zu den Reisetabletten nötig. Die helfen in der Regel zuverlässig gegen Seekrankheit.

Und wenn all diese Tipps nichts bringen, hilft nur noch der Griff zu den Tabletten. Und die helfen recht verlässlich. Entweder als kleine Pille oder als Kaugummi bei Reiseantritt einwerfen. Der Wirkstoff Dimenhydrinat blockiert im Gehirn die Rezeptoren für Histamin und hemmt so den Brechreflex. Und dann kannst du deine Schiffsreise genießen, ohne die Fische füttern zu müssen.