Wenn du einen Fensterplatz ergattert hast, kannst du dich während des Fluges auf spektakuläre Aussichten auf Berge, Wüsten oder verträumte Wolkenlandschaften freuen. Wie schön wäre es da, wenn du dich dafür nicht immer herunterbeugen müsstest, um aus dem kleinen Fenster zu schauen, bis irgendwann der Rücken schmerzt.

Große Panoramafenster für bessere Ausblicke wird es in Flugzeugen in naher Zukunft jedoch nicht geben. Die Gründe kennt Luftfahrtexperte Holger Friehmelt und hat sie gegenüber dem österreichischen Umweltministerium (BMK) erklärt. Zunächst einmal seien Fenster schlichtweg teuer – das gilt auch für Flugzeuge.

Flugzeuge ohne Fenster gibt es (noch) nicht

Trotzdem kann die Luftfahrt nicht darauf verzichten. Allein schon aus dem Grund, dass einige Passagierinnen und Passagiere in einem Flugzeug ohne Fenster wohl schnell in klaustrophobische Zustände geraten würden. Es gibt aber bereits Konzepte für Alternativen. Wie die Ausblicke der Zukunft aussehen könnten, erklären wir dir hier.

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Ein Flugzeug muss von außen so glatt wie möglich sein, so Friehmelt. Jede noch so kleine Veränderung erzeugt mehr Luftwiderstand, und das wiederum erhöht den Kraftstoffverbrauch. Auch größere Fenster wären ein solches Hindernis.

Flugzeug-Fenster müssen extreme Temperaturunterschiede aushalten

Ein weiterer Grund sind die extrem unterschiedlichen Temperaturen, denen ein Flugzeug ausgesetzt ist. Kennst du den Moment, wenn im Sommer das Boarding beginnt und du aus dem angenehm klimatisierten Flughafen in ein stickiges und aufgeheiztes Flugzeug steigst?

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Blick aus dem Flugzeugfenster: Über den Wolken scheint tagsüber immer die Sonne.

Kein Wunder, Flugzeuge heizen sich genauso auf wie Autos, die auf einem Parkplatz in der prallen Sonne stehen. Deshalb bitten Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter nach einer Landung in sommerlichen Gefilden auch mal darum, die Sonnenblende wieder nach unten zu ziehen – jeder abgeblockte Sonnenstrahl ist gut für die Raumtemperatur im Flugzeug. 

Sobald der Flieger seine Reiseflughöhe erreicht, müssen die Fenster einen Temperatursturz bis auf minus 60 Grad Celsius aushalten. Diese Temperaturen herrschen in zehn bis elf Kilometern Höhe. Die verwendeten Stoffe Glas und Aluminium dehnen sich bei den Schwankungen unterschiedlich aus.

Wenn ein Fenster kaputtgeht, bleiben nur noch wenige Atemzüge

Bei den Temperaturunterschieden muss das Fenster zu jeder Zeit absolut dicht sein. Und die Wahrscheinlichkeit, dass doch irgendwo eine kleine Lücke entsteht, ist bei kleinen Fenstern viel geringer. Dieses Risiko werde auch durch die strengen Kontrollen in der Luftfahrt auf ein Minimum reduziert, weiß Holger Friehmelt.

Sollte es doch passieren, dass ein Fenster während des Fluges kaputtgeht, würde der Druck in der Kabine rapide sinken. Zwar stürzt das Flugzeug nicht gleich ab, die Sauerstoffmasken für die Passagiere müssen trotzdem zum Einsatz kommen, „sonst wird man nach ein bis zwei Atemzügen bewusstlos“, warnt der Luftfahrtexperte.