Einen ruhigen Ort auf einem Kreuzfahrtschiff zu finden ist gar nicht mal so leicht. Trotzdem ist das Rettungsboot nicht die passende Alternative zur Sonnenliege, und die hohe See ist auch kein Pool-Ersatz. Diese und weitere Dinge, die du unbedingt auf Kreuzfahrtschiffen wissen solltest, haben wir für dich zusammengestellt. 

1. Erst mal abwarten: Probleme nicht direkt bei Ankunft klären

In der Regel sind die Gästinnen und Gäste eines Kreuzfahrtschiffs kaum von Bord gegangen, da starten schon die nächsten Reiselustigen in ihr Abenteuer auf hoher See. Die Crew muss also in kurzer Zeit das ganze Schiff auf Vordermann bringen, da können Kleinigkeiten oder Extrawünsche auch mal vergessen werden.

Vielleicht ist das Gepäck nicht sofort auf dem Zimmer oder die Betten stehen noch zusammen, obwohl du doch Einzelbetten wolltest. Nur die Ruhe! Die ehemalige Mitarbeiterin verschiedener Kreuzfahrtlinien, Sharon Waugh, empfiehlt auf dem Portal „Insider“, nicht gleich die Hotline für den Gästeservice zu belagern.

Meist kennen die Mitarbeitenden die Probleme, hatten aber noch keine Zeit, sich darum zu kümmern, sagt sie. Die Warteschlange in der Gäste-Hotline kann am ersten Tag sehr lang sein, deshalb solltest du mit weniger dringenden Problemen lieber bis zum Abendessen warten und dann erst anrufen.

Viele Probleme seien am Abend auch schon gelöst worden, weiß die ehemalige Mitarbeiterin aus Erfahrung.

2. Handtücher nicht über der Reling trocknen

Bei einer Außenkabine mit Balkon ist es natürlich verlockend, benutzte Handtücher und Badesachen draußen an der frischen Luft aufzuhängen. Aber der Seegang und der Wind werden dafür sorgen, dass die Sachen schneller im Meer landen, also du gucken kannst.

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Und das Gleiche gilt auch für dich: Die Reling als Sitzplatz zu nutzen ist gefährlich. Das perfekte Selfie lässt sich auch anders arrangieren. 

Mit den Handtüchern beim Einlaufen in den Hafen zu winken ist eine gute Idee. Diese aber zum Trocknen über die Reling zu hängen solltest du lieber lassen.

3. Nicht gleich am ersten Tag die Alkohol-Flatrate ausnutzen

Bei All-inclusive-Kreuzfahrten ist es natürlich verlockend, gleich nach der Einschiffung mit einem, zwei, drei Cocktails auf den anstehenden Urlaub anzustoßen.

Besagte Mitarbeiterin berichtet da von Passagieren, die mitten auf dem Schiff urinierten, weil sie völlig betrunken waren, bevor der Hafen überhaupt außer Sichtweite war. Das ist nicht nur für die Crew unangenehm, die die Sauerei beseitigen muss, das will auch keine Passagierin und kein Passagier an seinem ersten Urlaubstag erleben – und auch an keinem anderen.  

Alkohol wird auf Kreuzfahrten gern getrunken. Du solltest es aber nicht gleich am ersten Tag übertreiben.

Übrigens: Das Portal „Dreamlines“ hat im Rahmen einer Befragung unter 1000 Kreuzfahrt-Passagierinnen und ‑Passagieren herausgefunden, dass deutschsprachige Gästinnen und Gäste an Bord mehr Cocktails als Bier trinken – und das, obwohl Deutschland und Österreich beim Pro-Kopf-Konsum von Bier unter den Top 5 sind.

Das Bier ist den Cocktails allerdings dicht auf den Fersen: Insgesamt gaben die Befragten im Durchschnitt an, 3,5 Gläser Bier am Tag zu trinken und 3,8 Cocktails. Mit 1,4 Gläsern Champagner wird sich auch etwas Luxus auf der Reise gegönnt. Wasser ist bei der Umfrage mit 5,3 Gläsern an der Spitze gelandet, es wird also nicht ausschließlich Hochprozentiges gebechert.

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4. Nicht ins Meer springen

Klingt nach einer völlig absurden Idee, aber bekanntlich ist ja nichts unmöglich. Sollte dir aufgrund eines überfüllten Pools an Deck wirklich diese Idee kommen, vergiss sie ganz schnell wieder. Tatsächlich ist ein Sprung von Bord ins Meer absolut lebensgefährlich.

Dass Menschen von Kreuzfahrtschiffen stürzen, egal ob aus Versehen oder absichtlich, passiert zwar, aber äußerst selten. Die Plattform „Cruise Junkie“ listet für jedes Jahr die Zahlen auf. Während 2021 nur drei Menschen über Bord von Kreuzfahrtschiffen oder Fähren gegangen sind, hat es 2022 bisher schon neun Menschen getroffen.

Aber seit 2022 sind auch wieder viel mehr Schiffe unterwegs, die 2021 pandemiebedingt im Hafen bleiben mussten. Was genau passiert, wenn wirklich mal jemand von einem Kreuzfahrtschiff fällt, findest du auch bei uns erklärt. 

5. Nicht jeden Tag ausschlafen

Auch wenn Urlaub der Erholung dient, solltest du nicht jeden Morgen an Bord verschlafen. Denn das Einfahren in Häfen klingt erst mal wenig spektakulär, kann aber öfter ein Grund zum Frühaufstehen sein, als du vielleicht denkst.

Dazu gehört zum Beispiel der Hafen der finnischen Hauptstadt Helsinki. Bevor die Schiffe hier anlegen, schippern sie durch eine Landschaft voller kleiner, felsiger Inseln, den Schären – ein märchenhafter Anblick. Warum das nicht der einzige Grund ist, dich in Helsinki zu verlieben, haben wir dir hier aufgelistet.

Auch die Liegezeiten der Schiffe in den Häfen sind ein Grund, den Wecker lieber etwas früher klingeln zu lassen. Wenn zehn Stunden angesetzt sind, reichen die aus, um die Stadt in Ruhe zu erkunden – vorausgesetzt, du schaffst es früh genug aus der Koje. 

Die charakteristischen Inseln der finnischen Küste sind ein Highlight bei der Einfahrt in den Hafen. Dafür lohnt sich frühes Aufstehen.

6. Medikamente gegen Reisekrankheit zu Hause vergessen

Dein Magen kann noch so stark sein, richtig heftiger Seegang ist oft stärker. Wenn du schon ein paarmal ohne Würgereiz mit dem Dampfer über die Elbe geschippert bist, ist das kein Garant dafür, dass du auf hoher See nicht seekrank wirst. Die entsprechenden Tabletten solltest du daher in deiner Reiseapotheke nicht vergessen.

Es gibt Tabletten oder auch Kaugummis, die zwar etwas müde machen können, aber prima gegen Übelkeit auf dem Schiff helfen. Wer auf die Nebenwirkung lieber verzichten will, kann es auch mit Ingwer in Form von Lutschtabletten oder Tee versuchen, gegen das unangenehme Gefühl in der Magengegend anzukämpfen.

7. Nicht ohne Bargeld an Bord gehen

Zwar lässt sich in den Restaurants und Shops auf Kreuzfahrtschiffen in der Regel alles mit Karte bezahlen. Die hilft dir jedoch wenig, wenn du der Reinigungskraft oder dem Gepäckträger ein Dankeschön für die gute Arbeit hinterlassen möchtest. Dafür solltest du Bargeld mit an Bord nehmen.

Auch wenn du an Bord eines Kreuzfahrtschiffes überall mit Kreditkarte bezahlen kannst: Für Trinkgeld und Landgänge solltest du trotzdem Bargeld mitnehmen.

Ebenso lohnt sich das Geld zum Anfassen, wenn du Ausflüge machst. Je nach Region kann es Souvenirläden oder Marktstände geben, die kein Kartenlesegerät besitzen und nur Bargeld akzeptieren. 

8. Nicht vergessen, die Kreditkarte zu checken

Wenn du auf dem Kreuzfahrtschiff eingecheckt hast, wird deine Bordkarte automatisch zur Kreditkarte. Bedeutet: Alle Ausgaben, die du dir zusätzlich zu deinem gebuchten Paket gönnst, werden auf deine Bordkarte gebucht, und den Gesamtbetrag zahlst du am Ende der Reise. 

Dabei solltest du beachten, dass du in der Regel mehrere Länder auf einer Kreuzfahrt bereist. Zahlst du dann an Bord mit der Kreditkarte und das Schiff liegt gerade in einem Land, das deine Bank nicht kennt, kann sie diese Transaktion schnell als Betrug einstufen und deine Karte sperren. Deshalb solltest du das vorher mit deiner Bank abklären, empfiehlt das Portal „Insider“.

9. Nicht planlos zu Ausflügen starten

Wenn du einen Ausflug gebucht hast, solltest du dir die Daten rund um Treffpunkte und Uhrzeiten genau anschauen, empfiehlt Sharon Waugh bei „Insider“. Sie berichtet von Erlebnissen mit Passagierinnen und Passagieren, die ihre gebuchten Touren verpasst haben, weil sie dachten, der Treffpunkt sei in jeder Hafenstadt der gleiche, oder weil sie schlichtweg die Eckdaten nicht kannten. 

Wenn das Schiff im Hafen liegt, hast du Zeit, die Stadt zu erkunden. Doch verlier nicht die Zeit aus den Augen.

Das Gleiche gilt für das Zurückkehren vom Ausflug. In der Kreuzfahrt gibt es eine Regel: Kommst du von einem organisierten Landausflug zu spät zurück, muss das Schiff samt Besatzung und Passagierinnen und Passagieren auf dich warten. Die Aida schreibt auf ihrer Seite, dass das Schiff wartet: „Das Schiff legt erst ab, wenn alle Ausflugsteilnehmer wieder an Bord sind“, schreiben die Verantwortlichen dort. Das gilt aber nur für Ausflüge, die von Aida organisiert und durchgeführt werden. 

Wenn du selbst losgezogen bist und zu spät zurückkehrst, ist das Schiff nicht verpflichtet, zu warten. Die Crew prüft zwar vorher, ob alle wieder an Bord sind, aber wer selbstverschuldet zu lange trödelt, auf den wird nicht ewig gewartet. 

Daher ist es ratsam, dass du wichtige Dokumente wie Reisepass, Führerschein und Kreditkarte zu den Ausflügen mitnimmst – für den Fall der Fälle. 

10. Nicht alles am letzten Abend in den Koffer packen

Auf Kreuzfahrtschiffen ist es so geregelt, dass du deinen Koffer am letzten Abend gepackt vor die Tür stellen kannst und dann wird dieser vom Personal abgeholt. Aber Achtung: Mach dir vorher einen Plan, was du alles noch für den Abreisetag benötigst und im Handgepäck verstauen solltest – wer geht schon gern mit ungeputzten Zähnen oder gar im Schlafanzug von Bord. 

Damit der letzte Tag deiner Kreuzfahrt entspannt abläuft, findest du bei uns außerdem acht hilfreiche Tipps dafür