Gemächlich fließt die Mosel durch das beschauliche Winzerdorf im südöstlichsten Zipfel Luxemburgs. Schautafeln am Fluss und ein Flaggenmeer vor dem Museum künden davon, dass dieses Dorf Schauplatz großer europäischer Geschichte ist. Wir sind in Schengen, dem Ort, in dem 1985 das Schengener Abkommen über den schrittweisen Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Grenzen unterzeichnet wurde. So steht es auch auf dem Denkmal am Moselufer, das an das Ereignis erinnern soll.

Schengen zeugt von großer Geschichte

Als die Vertreter Frankreichs, Deutschlands und der Beneluxländer in Schengen zusammentrafen, waren sie sich der historischen Bedeutung vielleicht gar nicht so recht bewusst, mutmaßt die Leiterin des Europäischen Museums, Martina Kneip. Denn „zur Unterzeichnung des Vertrages reisten weder Helmut Kohl noch François Mitterrand an“, erzählt Kneip. „Das Abkommen wurde von Staatssekretären unterzeichnet“, fährt die Museumsleiterin fort und zeigt auf ein Foto davon.

Schengen ist einen Besuch wert. Martina Kneip vom Europäischen Museum erklärt die historische Bedeutung des Ortes am Foto von der Unterzeichnung des Schengener Abkommens.

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Moseltal ist für Weinbau bekannt

Außer für diesen geschichtsträchtigen Ort ist das Moseltal aber vor allem für seinen Weinbau bekannt. Durch die Weinberge führen Wander- und Radwege, die dazu einladen, die Landschaft und die Moselweine zu entdecken. Entlang des Flusses, der über rund 40 Kilometer Länge die natürliche Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg bildet, werden überwiegend weiße Rebsorten wie Riesling, Rivaner oder Grauburgunder angebaut.

Weinlese mit der Hand

„Wegen der steilen Hänge werden die Trauben von Hand gelesen“, sagt Sandra Schmitt vom Weingut Claude Bentz in Remich während einer Weinprobe. Wir probieren einen Riesling, der auch an der Tafel des luxemburgischen Großherzogs Henri von Nassau serviert wird. Das Weingut darf sich seit 2001 Hoflieferant nennen, erzählt Schmitt. Neuester Verkaufsschlager sei jedoch der Crémant.

Am Weingut Konsbrück führt ein beliebter Rundwanderweg entlang – die Traumschleife Wein- und Naturpfad Ahn.

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Einheimische schätzen das Kippchen

Das verwundert kaum, denn Luxemburg ist für seine ausgezeichneten Schaumweine bekannt. Einheimische treffen sich gern auf ein Kippchen, wie das Glas Crémant liebevoll auf Luxemburgisch genannt wird. Beim Besuch des größten Schaumweinproduzenten des Landes, der Kellerei Bernard-Massard in Grevenmacher, erklärt Experte Ramon Biermann die Besonderheiten bei der Herstellung des prickelnden Weins: „Seit 1991 darf die Bezeichnung Crémant für luxemburgische Qualitätsschaumweine verwendet werden, die nach der Méthode traditionnelle hergestellt werden.“

Das ist das gleiche Verfahren der Flaschengärung, mit dem auch Champagner produziert wird. Weitere Vorgaben sind unter anderem die Ganztraubenpressung und eine Mindestverweildauer von neun Monaten auf der Hefe. „Je länger der Wein auf der Hefe verweilt, desto feinperliger wird er“, weiß Biermann.

Auch der junge Winzer Jeff Konsbrück setzt auf Crémant. Rund 60 Prozent der Produktion entfalle auf den Schaumwein, sagt Sarah Bungert, die gemeinsam mit Jeff Konsbrück das Weingut führt. Auf dem Weingut in Ahn wird nachhaltig gearbeitet und viel Neues ausprobiert. So wird etwa mit Trends wie Orange Wein experimentiert – also Weißwein, der wie Rotwein hergestellt wird. Die Toplage ist der Palmberg, an dem auch eine der sogenannten Traumschleifen vorbeiführt.

Traumschleife führt am Weingut vorbei

Traumschleifen werden drei besonders schöne Rundwanderwege genannt. Das sind die Wege Schengen Grenzenlos mit einer Länge von 7,7 Kilometern, der Wein- und Naturpfad Ahn mit neun Kilometern und der Manternacher Fiels mit 9,6 Kilometern Länge. Besonders viele Winzerbetriebe liegen am Wein- und Naturpfad Ahn – auch das Weingut Konsbrück. Von der gemütlichen Terrasse der Weinbar haben Besucherinnen und Besucher einen herrlichen Blick über die hügelige Landschaft, während sie Weine und Crémants verkosten.

Die Weine und Crémants aus Luxemburg können vor Ort verkostet werden – etwa beim Weingut Konsbrück in Ahn.


„Genusswandern und Weintourismus sind an der Mosel sehr beliebt“, weiß Wanderführerin Jutta Kanstein. Wer mit ihr unterwegs ist, erfährt viel Wissenswertes über Land und Leute. Vom Wegesrand pflückt sie dabei Kräuter und erklärt deren Wirkung. Zum Beispiel Spitzwegerich, der gegen Schwellungen und Juckreiz bei Insektenstichen helfe.

Gourmets fahren nach Steinfort

So eine Wanderung macht hungrig. Und auch kulinarisch kommen Wanderinnen und Wanderer auf ihre Kosten – etwa in einem der Landgasthöfe, wo deftige Spezialitäten wie Wäinzoossiss (Bratwurst) oder Kniddelen (Mehlknödel) serviert werden. Für Gourmets lohnt sich ein Abstecher nach Steinfort, ganz im Westen Luxemburgs. Das klingt weit weg, doch in einem Land, das kaum größer ist als das Saarland, sind alle Wege kurz.

Exzellent speisen kann man in Luxemburg nicht nur an der Mosel, sondern auch in Steinfort, wo Mathieu Van Wetteren sein Restaurant Apdikt betreibt.

In Steinfort überrascht der ambitionierte Koch Mathieu Van Wetteren in seinem Restaurant Apdikt die Gäste mit einem Menü aus saisonalen und regionalen Produkten. Der junge Mann mit den tätowierten Unterarmen zaubert kleine Kunstwerke auf die Teller und verrät, dass ein Michelin-Stern schon noch auf seiner Bucketlist stehe. „Aber wenn es nicht klappt, ist es auch kein Problem“, schiebt der sympathische Van Wetteren nach, der sein Handwerk unter anderem beim Sternekoch Harald Wohlfahrt im Schwarzwald gelernt hat.

Tipps für deine Reise nach Luxemburg

Anreise: Verschiedene Fluggesellschaften bieten Direktflüge nach Luxemburg an – zum Beispiel ab Frankfurt am Main, Hamburg oder Berlin. Die Anreise ist auch per Bahn möglich.

Weinverkostung:Domaine Claude Bentz, 36 Route de Mondorf, Remich.
Weingut Jeff Konsbrück, 35 Rue de la Résistance, Ahn.
Weinkellerei Bernard-Massard, 22 Route du Vin, Grevenmacher.

Essen:Apdikt, 1 Rue des Martyrs, Steinfort.

Die Reise wurde unterstützt von Visit Luxemburg. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.