Mecklenburg-Vorpommern, das nordöstlichste Bundesland in Deutschland, erstreckt sich an der Küste der Ostsee. Bekannt ist es bei Urlauberinnen und Urlaubern vor allem für die Inseln Rügen und Usedom sowie die vielen Seebäder mit traumhaftem Sandstrand.

Ebenso malerisch wie die maritime Naturlandschaft sind aber auch die kleinen Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Historische Schlösser, Burgen und Klöster, charmante Fachwerkhäuser und verwinkelte Gassen prägen viele der kleinen Orte. Einige verfügen sogar über einen Badestrand, während andere direkt an einem der Seen oder Flüsse liegen, die sich durch die Mecklenburgische Landschaft ziehen.

Der reisereporter stellt dir zehn der schönsten Kleinstädte in dem Bundesland vor.

Bad Doberan

Zwischen Rostock und Wismar und nur sechs Kilometer vom Ostseestrand entfernt liegt die idyllische Kleinstadt Bad Doberan. Umrahmt von üppigen Buchenwäldern gibt es hier eine ganze Reihe hübscher historischer Gebäude zu bestaunen. 

Die bekannteste Sehenswürdigkeit in dem Kurort ist das mittelalterliche Doberaner Münster. Im späten 13. Jahrhundert wurde die Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters gebaut und zählt heute zu den bedeutendsten Backsteinkirchen im Ostseeraum. Einzigartig ist auch die gut erhaltene mittelalterliche Ausstattung im Inneren.

Das mittelalterliche Doberaner Münster, eine der bedeutendsten Backsteinkirchen im Ostseeraum.

Aus der Zeit, als Bad Doberan die Sommerresidenz der Mecklenburgischen Herzöge war, stammen dagegen prachtvolle klassizistische Bauten wie das Großherzogliche Palais und das Salongebäude, in denen Konzerte und Lesungen stattfinden. Essen und übernachten in historischer Kulisse kannst du im Logierhaus, ein spätbarocker Fachwerkbau und das älteste Hotel an der Ostseeküste.

Naturfans können inmitten der Stadt durch den Kamp schlendern, eine dreieckige Grünfläche mit zwei Pavillons im chinesischen Baustil. Und wenn du einen Abstecher ans Wasser machen möchtest, fährst du mit der Bäderbahn Molli von Bad Doberan über Heiligendamm direkt an die Ostsee.

Kühlungsborn

Mit einer der längsten Strandpromenaden Deutschlands, einem breiten Sandstrand, liebevoll restaurierten Villen und einer bunten Vielfalt an Geschäften, Boutiquen und Ateliers ist Kühlungsborn ein Ort mit einzigartigem Flair.

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Badeurlaub hat hier schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts Tradition. Aus dieser Zeit stammen auch die vielen historischen Gebäude im Stil der Bäderarchitektur. Prächtige Villen, Hotels und Pensionen versetzen Besucherinnen und Besucher in die Vergangenheit des Ostseebades und dienen als stilvolle Unterkünfte.

Der Strand mit Strandkörben in Kühlungsborn. Im Hintergrund steht das Hotel Schloss am Meer.

Der Strand von Kühlungsborn wird regelmäßig unter anderem für seine besonders gute Wasserqualität ausgezeichnet und bietet auf verschiedenen Abschnitten Platz für FKK-Fans, Hunde und Sportlerinnen und Sportler. Die fast vier Kilometer lange Standpromenade lädt zum Bummeln entlang der Küste ein. Einen herrlichen Blick auf das weite Meer gibt es auch von der Seebrücke, die 240 Meter hinaus auf die Ostsee führt.

Einzigartig in Kühlungsborn ist die rund 23 Kilometer lange Kühlung, die der Stadt ihren Namen verleiht. Die dicht bewaldete Hügellandschaft erhebt sich im Süden der Stadt und ist mit ihren Höhenzügen, Schluchten, Bächen und Tümpeln ein ideales Wandergebiet.

Parchim

Parchim liegt an der Elde und am Mecklenburgischen Seen-Radweg und ist nicht nur eine der ältesten Städte, sondern auch die waldreichste Stadt der Region. 

„Uns Pütt“, wie die Stadt auch liebevoll genannt wird, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Zahlreiche sehenswerte Gebäude sind aus dieser Geschichte erhalten. Besonders markant sind die beiden großen Kirchen St. Marien und St. Georgen und das Rathaus als Hauptwerke der Backsteingotik. Sie zeugen von Reichtum und Macht, die Parchim als Handelsstadt in seiner Blütezeit bis zum 15. Jahrhundert hatte. Auch historische Wallanlagen und Teile der Stadtmauer kannst du besichtigen.

Das Rathaus in Parchim, eines der ältesten Gebäude der Stadt.

Neben diesen Sehenswürdigkeiten sorgen charmante Fachwerkhäuser, urige Restaurants und Kneipen und inhabergeführte Geschäfte für Gemütlichkeit in der Innenstadt. 

Von der Altstadt sind es nur wenige Gehminuten zum Hafen und Wasserwanderrastplatz am Fischerdamm. Besucherinnen und Besucher können hier mit dem Boot anlegen oder ihr Wohnmobil auf dem Caravanstellplatz parken. Auf Tagestouren über die angelegten Wege oder die Müritz-Elde-Wasserstraße kannst du die landschaftliche Schönheit rund um Parchim erkunden. 

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Ludwigslust

Ludwigslust wird oft auch als das „Versailles des Nordens“ bezeichnet, denn die Barockstadt mit ihrem prachtvollen Schloss ist in Norddeutschland einzigartig. 1776 wurde das Gebäude als Residenzschloss der mecklenburgischen Herzöge gebaut. Nach einer aufwendigen Restaurierung erstrahlt der Ostflügel heute in neuem Glanz, während der Westflügel aktuell noch saniert wird. 

Das prachtvolle Schloss in Ludwigslust.

Wie prachtvoll die Herzoge damals lebten, kannst du im Goldenen Saal sehen. Er reicht über zwei Stockwerke und ist üppig verziert. Allerdings besteht ein Großteil der Dekoration nur aus dem berühmten Ludwigsluster Carton, also Pappmaché. Dem glanzvollen Eindruck tut das aber keinen Abbruch. Vor den Schlosstüren lädt der 120 Hektar große Schlosspark zum Spazierengehen und Entspannen ein.

Eindrucksvoll ist auch die Stadtkirche gegenüber vom Schloss, mit einer Vorhalle, die von sechs Säulen getragen wird. Von der Schlossbrücke führt die kopfsteingepflasterte Schlossstraße in die Innenstadt, vorbei an zweigeschossigen roten Backsteinbauten. „Literarische Steine“, schlichte Natursteinblöcke mit Inschriften, erzählen auf der Straße von der Geschichte der Stadt.

Wer sich für Natur und Geschichte interessiert, kann im Natureum die Naturgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns erkunden. Das Museum im ehemaligen Fontänenhaus von 1750 stellt historische Artefakte wie Fossilien und Steine sowie einheimische Pflanzen und Tiere aus.

Grabow

Die kleine Stadt Grabow liegt etwa sieben Kilometer von Ludwigslust entfernt inmitten von ausgedehnten Wäldern an der Müritz-Elde-Wasserstraße. Die vielen farbenfrohen Fachwerkhäuser in der historischen Innenstadt haben Grabow den Beinamen „bunte Stadt an der Elde“ eingebracht.

Der Marktplatz von Grabow: Bunte Fachwerkhäuser wie hier sind in der ganzen Stadt zu finden.

Das einheitliche Aussehen der Fachwerkstadt liegt im 18. Jahrhundert begründet, als große Teile der Stadt nach einem Brand neu gebaut werden mussten. Aus dieser Zeit stammt auch das Rathaus, das mit zwei Geschossen und einem offenen Ratshaustürmchen ein besonders prachtvoller Fachwerkbau ist. Ein weiteres hübsches Fotomotiv ist die St.-Georg-Kirche, ein Backsteinbau mit Renaissance-Kanzel und einem markanten Turm mit Staffelgiebeln. 

Bekannt ist Grabow auch als Geburtsstadt der beliebten Grabower Küsschen. 1835 gründete der Bäcker und Konditormeister Johann Bollhagen die Backstube in der Marktstraße, aus der später die Grabower Süßwaren GmbH wurde. Noch zu DDR-Zeiten wurden hier handgemachte Schaumküsse produziert, heute befindet sich in dem denkmalgeschützten Haus das stadthistorische Museum. Hier kannst du dich an multimedialen Stationen auf eine Reise durch die bewegte Geschichte der Fachwerkstadt begeben.

Am Stadtrand liegt im Schatten hochgewachsener Bäume das Waldbad Grabow. Ein beheiztes Sportbecken und mehrere Freizeitbecken laden zum Schwimmen und Planschen ein. Wenn du lieber trocken bleibst, kannst du dir in Grabow ein Kanu leihen und die Alte Elde, den Ludwigsluster Kanal oder die Müritz-Elde-Wasserstraße direkt vom Wasser aus erkunden.

Neustadt-Glewe

Umgeben von zahlreichen Wäldern, Wiesen, Teichen und Seen beherbergt auch die Stadt Neustadt-Glewe eine historische Altstadt mit mittelalterlicher Burganlage und einem barocken Schloss.

In der alten Wehrburg aus dem 13. Jahrhundert befinden sich heute unter anderem ein Museum und ein Restaurant, außerdem findet hier jährlich ein Burgfest mit Mittelalterspektakel statt. 

Die mittelalterlicher Burganlage am Ufer der Elde in Neustadt-Glewe.

Das Neue Schloss wurde im 17. Jahrhundert nicht weit entfernt auf Hunderten von Eichenpfählen gebaut. Damals diente es Herzog Christian Ludwig II. als Wohnsitz, heute ist es als Hotel und Restaurant für Besucherinnen und Besucher zugänglich.

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt rund um die Burg findest du viele weitere sehenswerte Gebäude wie das Rathaus am Markt und die Marienkirche mit dem separaten Glockenhaus. Im Umfeld der Stadt bieten sich ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren durch das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Lewitz an. Hier lohnt sich auch ein Besuch beim Jagdschloss Friedrichsmoor, das von alten Eichen umgeben direkt an einem Laubwald liegt.

Sassnitz

Die Stadt Sassnitz auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen beeindruckt mit entzückender Bäderarchitektur, einer malerischen Altstadt und einem bezaubernden Hafen. 

Der kleine Stadthafen mit der längsten Außenmole Europas und einem grün-weißen Leuchtturm ist einer der Hauptanziehungspunkte von Sassnitz. Gleich drei Museen laden hier zu einem Besuch ein: Das H.M.S. Otus, ein altes U-Boot aus dem Jahr 1963, das Fischerei- und Hafenmuseum mit einer großen Sammlung von Buddelschiffen, und das Museum für Unterwasserarchäologie.

Der Hafen von Sassnitz, einer der Hauptanziehungspunkte der Stadt.

Eine rund 280 Meter lange Fußgänger-Hängebrücke verbindet den Bilderbuchhafen mit dem Stadtzentrum. Hier kannst du durch die malerische Altstadt bummeln, Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus und die Kirche St. Johannis besichtigen oder einen Abstecher in den Schmetterlingsgarten oder den Tierpark machen.

Sassnitz ist außerdem bekannt als „Tor“ zum Nationalpark Jasmund mit seinen weltberühmten Kreidefelsen und dem mit über 650.000 Bäumen größten zusammenhängenden Buchenwald im gesamten Ostseeraum. Ein zehn Kilometer langer Wanderweg führt von der Stadt zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl.

Plau am See

Der Luftkurort befindet sich direkt am Ufer das Plauer See, nach der Müritz und dem Schweriner See mit fast 39 Quadratkilometern der drittgrößte See in Mecklenburg-Vorpommern. Die gleichnamige Stadt ist damit die ideale Ausgangsposition, um schwimmen, Boot fahren, segeln, angeln oder einfach am See entspannen zu können.

Auf Radwegen wie dem Plauer See Rundweg oder dem Mecklenburgischen Seenradweg lassen sich in der Umgebung die bunten Wälder und die vielen Gewässer der Mecklenburgischen Seenplatte wunderbar erkunden.

Plau am See hat aber mehr zu bieten als idyllische Natur. Die malerische Altstadt ist voll von gut erhaltenen Fachwerk- und Backsteinhäusern wie dem Rathaus und der Stadtkirche St. Marien aus dem 13. Jahrhundert.

Das Plauer Rathaus im Stil der niederländischen Renaissance.

Drei Türme prägen die Stadt, und sie sind alle zugänglich: Der Burgturm, der Kirchturm und der Leuchtturm bieten einen fantastischen Ausblick auf den Ort und die Umgebung. Neben dem Burgturm befindet sich das Burgmuseum, das über die Geschichte der Stadt informiert, vor allem in Hinblick auf Handwerk und Industrie.

Am Ufer der Elde, die sich durch die Altstadt schlängelt, kannst du auf einer schönen Promenade bis zum See spazieren. Dabei kommst du auch am Wahrzeichen von Plau vorbei: eine blaue Hubbrücke, die mehr als 100 Jahre alt und heute immer noch in Betrieb ist.

Teterow

Teterow liegt im Herzen der Mecklenburgischen Schweiz. Bekannt ist die Kleinstadt vor allem für die Schildbürgergeschichten, die sich im „Schilda Norddeutschlands“ abgespielt haben sollen, und als „Bergringstadt“.

Der Teterower Bergring, eine Rennstrecke für Motorräder, lockt jährlich Tausende Motorsportfans in den geografischen Mittelpunkt des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch abseits dieser Veranstaltung lohnt sich ein Ausflug in die Kleinstadt. 

Im Sommer lädt der Teterower See zum Schwimmen, Sonnen und Angeln ein. Auf der Burgwallinsel im See sind außerdem die Reste einer Wallanlage aus der slawischen Besiedlung zu sehen. 2010 erklärte die Unesco sie zum „Schützenswerten Kulturgut der Menschheit“. Mit einer Seilfähre oder einer Barkasse kannst du auf die Insel fahren und gelangst dort über Wanderwege auch zu einem Badestrand, einem Bootsverleih und einem Restaurant.

Das Rostocker Tor, eines der beiden noch vorhandenen Tore von Teterow.

Auch im mittelalterlichen Stadtkern findest du an jeder Ecke Spuren der Teterower Geschichte: Das liebevoll sanierte Mühlenviertel mit Stadtmühle, Mühlenteich und Feuerwehrspritzenhaus zum Beispiel, oder die markante Stadtkirche mit Schnitzaltar, der barocken Orgel und mittelalterlichen Deckenmalereien. In einem der beiden Tore zum Stadtkern befindet sich heute das Stadtmuseum, und wer durch die Tore in die Innenstadt schlendert, entdeckt hinter hübschen denkmalgeschützten Fassaden jede Menge Geschäfte, gemütliche Cafés und Restaurants.

Ribnitz-Damgarten

Mit maritimem Flair lockt die Kleinstadt Ribnitz-Damgarten ans Südufer des Ribnitzer Sees, der zu einer mit der Ostsee verbundenen Boddenkette gehört. Am Wasser befindet sich ein malerischer Hafen, im beschaulichen Zentrum der Boddenstadt locken vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und ein hübscher historischer Kern.

Der Hafen von Ribnitz-Damgarten, der Bernsteinstadt.

Alle Blicke zieht die Marienkirche auf sich, die sich imposant über die Bürgerhäuser erhebt. Historisches Zentrum der Stadt ist aber das Kloster Ribnitz. In seinen Räumen befindet sich auch das Deutsche Bernsteinmuseum. Die Ausstellung aus über 1600 Exponaten gilt als schönste Bernsteinsammlung Europas.

Ohnehin dreht sich in Ribnitz-Damgarten fast alles um das „Gold des Meeres“. Die Kleinstadt blickt auf eine lange Tradition des Goldschmiedehandwerks zurück, die du heute noch in zahlreichen kleinen Bernsteingalerien und Schmuckmanufakturen erleben kannst. Oder du versuchst dein Glück selbst bei der Bernsteinsuche am nahe gelegenen Ostseestrand.

Neben zahlreichen Ostseebädern grenzen auch die beliebte Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die Vogelparkregion Recknitztal, die Rostocker Heide und der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft an Ribnitz-Damgarten. Die Kleinstadt ist damit der perfekte Ausgangspunkt, um die weite, unberührte Natur zu erkunden – zu Fuß, auf dem Rad, hoch zu Ross oder im Kanu.