Das liebenswürdige Örtchen Carolinensiel lockt an der Nordsee mit ostfriesischer Atmosphäre, drei Häfen und einer gemütlichen Promenade. Niedrige Backsteingebäude, die alten Holzkutter und Plattbodenschiffe sowie schnuckelige Geschäfte in den kleinen Sträßchen geben einem das Gefühl, in die Vergangenheit gereist zu sein.

Denn wo heute das ostfriesische Örtchen liegt, befand sich bis vor einigen Jahrhunderten noch die Nordsee. Ungefähr im 16. Jahrhundert begann man mit der fortwährenden Landgewinnung, um 1730 siedelten sich hier die ersten Fischer und Bauern im fruchtbaren Marschland an und läuteten damit die Geburtsstunde des heutigen Carolinensiel ein. Doch obwohl das idyllische Carolinensiel auch heute noch putzig und kompakt wirken mag, gibt es hier für Jung und Alt jede Menge zu sehen.

1. Museumshafen – einstige Blüte Carolinensiels

Nachdem der Hafen im Jahr 1729 angelegt wurde und erste Fischer und Bauern sich hier niedergelassen hatten, entwickelt sich Carolinensiel schnell zu einem der bedeutendsten Häfen im nördlichen Ostfriesland.

Damals war Carolinensiel durch die Friedrichsschleuse noch der einzige Hafen, der vor den Sturmfluten geschützt war. Und so konnten von hier aus landwirtschaftliche Produkte ungehindert in die Städte oder in andere Länder gebracht werden. Holz, Kohle, Wolle und andere Waren wurden importiert und von hier aus an die umliegenden Häfen verteilt. Mit ihrem flachen Untergrund waren die Plattbodenschiffe dabei perfekt an die flachen Gewässer des Wattenmeers angepasst.

Die alten Holzkutter und Segler im Museumshafen erinnern an die Hochphase der Schifffahrt.

Um 1880 kam allerdings, was kommen musste. Mit der Entwicklung der Eisenbahn und den moderneren, schnelleren Dampfschiffen konnten die kleinen Segelboote nicht mehr mithalten, der Hafen wurde vernachlässigt und verschlickte. Erst ab 1986 wurde der historische Wert erkannt und der Hafen rekonstruiert. Heute erinnern die kleinen Holzkutter und Plattbodenschiffe im sogenannten Museumshafen an die Blüte der Schifffahrt, ein Spaziergang entlang der Hafenpromenade ist ein Genuss fürs Auge!

Aktuelle Deals

2. Deutsches Sielhafenmuseum – das Leben an Land und auf See

Möchtest du noch mehr über das frühere Leben an Land und auf See erfahren, dann solltest du dir das Deutsche Sielhafenmuseum nicht entgehen lassen. Wer sich jetzt ein klassisches Museum mit jahrhundertealten Ausstellungsstücken vorstellt, irrt sich. Stattdessen nimmt das Sielhafenmuseum seine Besucherinnen und Besucher in drei verschiedenen Häusern auf eine bildhafte Zeitreise in die Vergangenheit mit und skizziert dabei sehr alltagsnah die damalige Lebensweise der Menschen.

Im Sielhafenmuseum lernst du mehr über das frühere Leben an der Nordsee.

So kannst du in den früheren Wohnräumen des Groot Hus von 1840 mehr über die Entwicklung der Sielhäfen, die Fischerei und den Tourismus in Carolinensiel erfahren. Schiffsliebhaber und ‑liebhaberinnen kommen bei der Darstellung der Schifffahrt und der damals genutzten Schiffsmodelle voll auf ihre Kosten. Ein Mitmachbereich und eine Spielebene sorgen dafür, dass auch Kinder sich nicht langweilen.

Im Kapitänshaus lässt sich anhand einer Wohnstube von 1803 das frühere Leben der Schifferfamilien mit ihren Traditionen nachempfinden, während sich in der historischen Rettungsstation alles um die Seenotrettung dreht.

3. Raddampfer „Concordia II“: Volle Fahrt voraus!

Lust auf eine nostalgische Fahrt mit einem Seiten-Raddampfer? Dann volle Fahrt voraus auf der „Concordia II“, um das Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel mal aus einer völlig neuen Perspektive kennenzulernen!

Der heutige Seiten-Raddampfer knüpft an die Geschichte der Dampfschifffahrt im 19. Jahrhundert an, als der Raddamfer „Concordia“ in Koblenz eigens für Carolinensiel gebaut wurde, um Menschen und Kohle zwischen Wittmund und der See zu transportieren. Leider ging die Rechnung nicht auf, die Schifffahrt war zu unwirtschaftlich – und musste nur zwei Jahre später wieder eingestellt werden.

Panoramafahrt mit der „Concordia II“ durch die schöne Natur an der See.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Im Jahr 1999 entschied sich die Familien-Reederei Albrecht, die „Concordia“ originalgetreu nachzubauen, und erfüllte damit sich selbst und dem Örtchen Carolinensiel-Harlesiel einen lang gehegten Traum! Seit April 2000 verkehrt nun der „neue“ Raddampfer „Concordia II“ zwischen Carolinensiel und Harlesiel und präsentiert seinen Gästinnen und Gästen vom Sonnendeck aus ein reizvolles Panorama auf die Flaniermeile.

4. Mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer

Bei Ebbe sandig-schlammig und bei Flut das ideale Badeparadies – so könnte man das Weltnaturerbe Wattenmeer in wenigen Worten beschreiben. Doch das wird dem weltweit größten zusammenhängenden Wattgebiet nur bedingt gerecht. Das einzigartige Naturphänomen ist ein gigantischer Lebensraum, den man bei einem Nordseeurlaub keinesfalls verpassen sollte.

So sieht das Wattenmeer bei Ebbe aus: Schlammig, schlickig, sandig!

Das Wattenmeer ist in Carolinensiel omnipräsent: Zum Beispiel im Nationalparkhaus, wo du im Meerwasseraquarium mehr über die Tier- und Pflanzenwelt im Watt lernst oder Ideen für die nächste Wattwanderung sammelst. Oder man sitzt an der Küste, sieht dem Wasser beim Rückzug zu und verliert sich in der Weite.

Kinder spielen im Schlick, suchen Wattwürmer und Krebse oder baden, sobald das Wasser wieder da ist. Doch ein echtes Highlight ist es, sich mit einer ortskundigen Führerin oder einem ortskundigen Führer selbst ins Watt zu begeben und eine mehrstündige Wanderung zu machen – surreal, atemberaubend schön und garantiert unvergesslich.

5. Erholung pur am Strand von Harlesiel

Ein Spaziergang führt dich von Carolinensiel in nur einer halben Stunde vorbei an der früheren Sielschleuse und dem Hafen zum nächstgelegenen Strandabschnitt: dem Strand von Harlesiel. Die Nordseeperle mit ihrer ausgezeichneten Infrastruktur lässt keine Wünsche offen und ist damit das ideale Ausflugsziel.

Mit Blick auf das Weltnaturerbe Wattenmeer einfach mal im Strandkorb zu sitzen und nichts zu tun lässt die Glückshormone direkt in die Höhe schnellen. Sportbegeisterte powern sich auf den Beachvolleyball- und Soccer-Feldern aus oder stürzen sich mit einem Surfbrett in der Hand in die Fluten. Kinder hingegen können Sandburgen bauen, sich am und im Wasser austoben oder auf dem Abenteuerspielplatz herumtollen.

Harlesiel verkörpert Genuss und Erholung!

Wer den Sprung ins kühle Nass nicht wagen möchte, kann übrigens auch im beheizten Meerwasserfreibad in Strandnähe angenehmere Temperaturen genießen! Imbissbuden, Duschen und Umkleiden, schöne Spazierwege, ein Hundestrand und ein Campingplatz ergänzen das Angebot des Nordseestrandes.

6. Historische Getreide- und Ölmühle

Heute noch eine wichtige Landmarke für Seeleute im Wattenmeer ist der Galerieholländer, eine historische Windmühle aus dem Jahr 1742, eine von ursprünglich drei Windmühlen dieser Art in Carolinensiel. Dank dieser Mühle konnten in früheren Zeiten Getreide und Ölfrüchte von den Bauernhöfen in der Umgebung gemahlen und weiterverteilt werden.

Erst im Jahr 1900 wurde die Windrose ergänzt – sie sorgt dafür, dass die Flügel der Windmühle stets optimal im Wind stehen. Vor über 60 Jahren ist der Betrieb der Mühle zum Erliegen gekommen. Inzwischen wurde sie für Feriengästinnen und ‑gäste umgebaut und kann besichtigt werden.

Im Galerieholländer wurden früher Ölfrüchte und Getreide gemahlen.

7. Erlebnis und Entspannung in der Cliner Quelle

Schlechtes Wetter in Carolinensiel? Bei einem Besuch in der Cliner Quelle ist das überhaupt kein Problem! In dem Sole- und Erlebnisbad wird Spaß und Entertainment mit Gesundheit und Erholung kombiniert und damit ein herrliches Programm für Jung und Alt geboten! Im Sole- und Außenbecken verwöhnt reinstes Quellwasser mit einem Salzgehalt von 2,7 Prozent und seiner heilsamen Wirkung den Körper, während im Erlebnisbereich zwei Rutschen den Kleinen ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Die Cliner Quelle verbindet Spaß und Erholung!

Die Saunalandschaft wirkt hingegen Wunder gegen Belastung und Stress: Bei fruchtigen Aufgüssen kommst du mächtig ins Schwitzen, befreist deinen Körper von Giftstoffen und lässt die Anspannung aus dem Alltag hinter dir. Massagen, Wohlfühlbäder und kosmetische Verfahren runden das Angebot der Cliner Quelle ab.

8. Inselwelten auf Wangerooge

Wangerooge, die östlichste der Ostfriesischen Inseln, liegt nur wenige Kilometer vor Harlesiel und kann mit der Fähre in 90 Minuten erreicht werden. Die Insel strahlt mit unberührter Natur und ist dank der zahlreichen Kur- und Spa-Angebote für ihren Wohlfühlcharakter bekannt. Ein Besuch lohnt sich aber nicht nur für diejenigen, die Körper und Geist mit Wellness verwöhnen möchten! Der familiengerechte Strand ist mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausgestattet und verspricht wohltuende Erholungszeit.

Der Alte Leuchtturm auf Wangerooge beherbergt ein Museum über die Geschichte der Insel.

Sehenswert sind auch die drei Leuchttürme der Insel: Der Neue Leuchtturm hilft großen Tankern bei der Einfahrt ins Fahrwasser. Das Museum mit Aussichtsplattform im Alten Leuchtturm lässt dich in die Geschichte Wangerooges eintauchen, während im Westturm heute eine Jugendherberge Reisenden ein Dach über dem Kopf bietet.

Wer etwas mehr Zeit hat, kann dem Rosengarten, dem Dorf Wangerooge selbst oder der Aussichtsdüne einen Besuch abstatten. Die Fähren nach Wangerooge fahren im Sommer mehrmals täglich, sind aber tidenabhängig, da sie nur bei hohem Wasserstand fahren können.

9. Ein Blick hinter die Kulissen – Jever Brauerei

Wie das Land, so das Jever! Wer sich dessen vergewissern und dabei gleichzeitig noch etwas über die Kultur und den Ablauf des Bierbrauens lernen möchte, sollte unbedingt die Jever Brauerei im gleichnamigen Ort besichtigen. Der im Jahr 1848 als Privatbrauerei gegründete Betrieb ist dank des friesisch-herben Gerstensaftes inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und produziert heute eines der Top-Biere in ganz Deutschland.

Moderne Produktionsanlagen und fortschrittliche Bierbraukunst kannst du hinter den Kulissen von Jever erleben!

Die Brauerei ist dabei in Sachen moderne Produktionsanlagen nur schwer zu übertreffen und zeigt bei einer Besichtigung ihre fortschrittlichen Technologien. Natürlich darf bei einer Führung über das Gelände auch das leckere Bier verköstigt werden.