Ein wenig Glück, ein bisschen Wunscherfüllung – wer kann das in der heutigen Zeit nicht gebrauchen? Dass es viele Wünsche da draußen gibt, zeigt der berühmte Trevi-Wunschbrunnen in Rom. Unfassbare 3000 Euro Wunschgeld landen täglich in ihm. Doch auch bei uns gibt es Brunnen und Statuen, die vor allem für eins sorgen sollen: dass es ab jetzt nur noch bergauf geht.

Wer an Deutschlands Wunschorten seinem Glück auf die Sprünge helfen möchte, muss dafür Nasen rubbeln, Hufe berühren, Brüste streicheln oder Ringe drehen. Ein bisschen Aberglaube schadet bei dieser Sightseeingtour sicherlich nicht.

1. Bremer Stadtmusikanten, Bremen

Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten, in dem Esel, Hund, Katze und Hahn gemeinsam gen Bremen aufbrechen und schließlich Räuber verjagen und ein besseres Leben beginnen, kennt jedes Kind. Seit 1953 ist den Märchenfiguren der Gebrüder Grimm an der westlichen Seite des Rathauses in Bremen ein Denkmal gesetzt worden, das auch ein beliebtes Ziel für Glücksuchende ist. 

An der Statue kannst du es schon erkennen. Die Vorderbeine des Esels sind auffallend blank, denn seine Beine zu umfassen und zu reiben soll Glück bringen. Wichtig dabei: Du musst beide Beine des Esels greifen. Denn, so ein Bremer Sprichwort: „Wird nur ein Bein umfasst, gibt ein Esel dem anderen (Esel) die Hand.“

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Das Berühren der Vorderfüße des Esels der Bremer Stadtmusikanten soll Glück bringen.

2. Julia am Marienplatz, München

Shakespeares tragische Liebesgeschichte über Romeo und Julia bildet den Hintergrund für die Glücksstatue Julia am Marienplatz in München. Die Skulptur ist ein Geschenk der italienischen Partnerstadt Verona, in der das Original der Bronzestatue von Nereo Costantini steht. Beiden Julia-Statuen wird nachgesagt, dass das Berühren der rechten Brust zu Glück in der Liebe führt. 

Denkmal der Julia von Verona vor dem Alten Rathaus am Marienplatz in München.

Auch in München, wo die Julia-Kopie seit den 70er-Jahren steht, zeigt die polierte Brust, wie viele Liebeshungrige es zu der Wunsch-Statue lockt. Blumengeschenke an die verewigte Julia sollen außerdem einen positiven Effekt auf das Liebesleben haben. Also los geht es zum Brustrubbeln und Rosenverschenken.

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3. Schöner Brunnen, Nürnberg

Nicht der imposante Brunnen selbst, nein, einer seiner beiden Ringe ist für die Wunscherfüllung zuständig am Schönen Brunnen in Nürnberg. Während die überwiegende Mehrheit der Touristinnen und Touristen den goldschimmernden Messingring zur Wunscherfüllung drehen, pilgern die Einheimischen zum Eisenring an der nordöstlichen Ecke des Brunnens.

Der Schöne Brunnen in Nürnberg ist ein optisches Highlight. Ein schlichter Ring muss gedreht werden, damit Wünsche in Erfüllung gehen.

Doch damit ist der Mythos noch nicht verwirrend genug. Wer den Ring einmal dreht, soll drei Wünsche frei haben, wer ihn dreimal dreht, wird mit Kindersegen belohnt. Es lohnt sich am Schönen Brunnen also ganz besonders, präzise vorzugehen. Und sicherheitshalber beide Ringe zu drehen.

4. Eulenspiegelbrunnen, Mölln

Da sitzt er am Brunnen und grinst schelmisch. Die Streiche von Till Eulenspiegel sind bekannt, unbekannt ist, ob er wirklich existierte. Der Schalk aus dem 14. Jahrhundert hielt anderen den Spiegel vor, zeigte ihnen ihre Schwächen und Eitelkeit und rächte sich für Ungerechtigkeiten. Am Eulenspiegelbrunnen in Mölln hat der Bildhauer Karlheinz Gödtke den Bauernsohn mit einer Bronzefigur verewigt.

Auf dem historischen Marktplatz bei der Nicolaikirche kannst du die Figur, der ein hintergründiger Humor nachgesagt wird, nicht nur sehen, sondern auch anfassen. Das gleichzeitige Reiben von rechtem Daumen und rechter Fußspitze soll Glück bringen.

Die Till-Eulenspiegel-Skulptur in Mölln soll allen Glück bringen, die sie gleichzeitig an Daumen und Fuß berühren.

Wenn du danach noch zur Eulenspiegel-Linde in Mölln gehst, kann nichts mehr schiefgehen: Stecke Kleingeld in die Rinde und umrunde den Baum dreimal gegen den Uhrzeigersinn. Dieses Ritual soll dazu führen, dass dir niemals das Geld ausgeht. Ganz schön praktisch.

5. Stoinerner Ma, Augsburg

Der Stoinerne Ma (Steinernde Mann) ist eine Steinfigur in der östlichen Stadtmauer im bayerischen Augsburg. Bei der Figur handelt es sich um einen Augsburger, genauer gesagt um den Bäcker Konrad Hacker. Er soll die Stadt im Dreißigjährigen Krieg mit einer List gerettet haben. 

Während der Belagerung hatte er Brote aus Sägemehl über die Stadtmauer geschmissen. Die Belagerer wurden dadurch demoralisiert, weil sie in dem eigentlich hungernden Augsburg jetzt noch reiche Brotvorkommen vermuteten. Sie verwundeten Hacker bei dieser Aktion und brachen die Belagerung ab. Hacker erlag seinen Verletzungen. Doch das Berühren der Nase seiner Steinfigur soll nach wie vor Glück bringen.

6. Tünnes und Schäl, Köln

In Köln mag man es humorvoll und so hält es die Stadt auch bei ihren Glücksbringern. In der Kölner Altstadt stehen Tünnis und Schäl, die berühmten Figuren aus dem Hänneschen-Puppentheater. Den knollennasigen Tünnes zeichnen Gutmütigkeit und Bauernschläue aus; Schäl verkörpert einen schielenden, hinterlistigen Kleinbürger. In jedem Kölner steckt ein bisschen von beiden, heißt es. 

Das Denkmal der kölschen Originale Tünnes und Schäl in Köln.

Vor der romanischen Groß-St.-Martin-Kirche stehen die beiden als Bronzefiguren – und wieder ist die Nase der glücksbringende Körperteil. Wer die Knollennase von Tünnes reibt, den wird das Glück finden. Wer lässt sich das schon zweimal sagen?