Den eigenen Horizont erweitern, ein großes Abenteuer erleben, steigenden Mietpreisen entfliehen oder die graue Heimatstadt gegen Sonne und Strand eintauschen: Gründe zum Auswandern gibt es viele. Aber wohin soll die große Reise mit One-Way-Ticket gehen?

Die Online-Sprachlernplattform „Preply“ hat versucht zu ermitteln, welche Städte weltweit aktuell die besten für Auswanderer und Auswanderinnen sind. Denn laut „Preply“ lernen mehr als ein Viertel der Online-Sprachschülerinnen und ‑schüler auf der Seite eine neue Sprache, weil sie in ein anderes Land ziehen wollen. 

Um einen globalen Auswanderungs-Index zu erstellen, hat die Plattform 60 beliebte Reiseziele nach elf relevanten Kriterien für einen Umzug bewertet – darunter zum Beispiel das durchschnittliche Monatsgehalt, die Sicherheit in der Region und die durchschnittliche Dauer, um die Sprache fließend zu lernen.

Der reisereporter stellt euch die Top 10 der Städte im Auswanderungs-Index vor.

Platz 1: Kuala Lumpur

Kuala Lumpur ist laut den Kriterien die beste Stadt für Auswanderer und Auswanderinnen im Jahr 2022. Mit einer Gesamtbewertung von 6,62 belegt Malaysias größter Stadt Platz eins. Grund dafür sind unter anderem die niedrigen Lebenshaltungskosten. Bei einer durchschnittlichen Monatsmiete von 419 Euro für eine Wohnung im Stadtzentrum bleibt viel Einkommen übrig, um Kuala Lumpur zu erleben.

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Und in Sachen Freizeitgestaltung gibt es eine ganze Menge zu tun. Über 322 Aktivitäten bietet die Stadt, dazu gehören Themenparks, Höhlentouren oder die Besichtigungen der berühmten Wolkenkratzer Petronas Twin Towers.

Die Skyline von Kuala Lumpur mit den Petronas-Zwillingstürmen.

Für alle, die im Homeoffice arbeiten (können), sind auch die erschwinglichen Co-Working-Bereiche in Kuala Lumpur ein echter Pluspunkt. Die durchschnittlichen Kosten liegen bei 89 Euro pro Monat und sind damit niedriger als in allen anderen Top-10-Städten. Allerdings gehört die Internetgeschwindigkeit der Stadt mit nur elf Megabyte pro Sekunde ebenfalls zu den niedrigsten im gesamten Ranking.

Laut US Foreign Service Institute (FSI) braucht eine deutschsprachige Person schätzungsweise bis zu 900 Unterrichtsstunden, um Malaysisch zu lernen. Nach dieser Zeitvorgabe sollten die Sprachkenntnisse so gut sein, dass du dich damit im Arbeitsumfeld mühelos ausdrücken könntest. 

Platz 2: Tiflis

Auf dem zweiten Platz folgt die Stadt Tiflis mit einem Auswanderer-Score von 6,58. Dabei ist das Leben in der Hauptstadt von Georgien im Vergleich zu Kuala Lumpur teurer: Die Durchschnittsperson erhält ein monatliches Gehalt von 429 Euro netto, eine kleine Wohnung im Stadtzentrum kostet aber etwa 669 Euro pro Monat und eine Mahlzeit in einem preiswerten Restaurant etwa 8,50 Euro.

Die Sioni-Kathedrale und die Seilbahn in der georgischen Stadt Tiflis.

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Dafür punktet die Stadt mit einem hohen Sicherheitsindex: Mit 74,5 auf einer Skala von 0 bis 120 (ein höherer Wert bedeutet dabei mehr Sicherheit) ist Tiflis eine der sichersten Städte in der Rangliste. Das könnte auch einer der Gründe sein, warum knapp ein Fünftel aller Besucherinnen und Besucher in die Stadt zurückkehrt: Neben Bangkok weist Tiflis unter den Top-10-Städten die höchste Rückkehrerquote auf (18 Prozent).

Platz 3: Lissabon

Auch in Lissabon sind die Lebenshaltungskosten (1599 Euro) und die monatlichen Mietpreise (996 Euro) im Vergleich zum Durchschnittsgehalt von 1106 Euro pro Monat nicht gerade günstig. Trotzdem landet die portugiesische Hauptstadt an dritter Stelle.

Punkten kann Lissabon unter anderem mit einer besonders hohen Internetgeschwindigkeit von 29 Megabyte pro Sekunde – ideal für Personen, die von zu Hause arbeiten und eine Hochgeschwindigkeits­verbindung benötigen. Nach Feierabend und an freien Tagen gibt es hier außerdem jede Menge zu erleben: Die lebendige Stadt bietet 476 Aktivitäten in der Umgebung wie zum Beispiel Flusskreuzfahrten an.

Blick vom Miradouro de Santa Justa über die Stadt Lissabon.

Was die Sicherheit angeht, hat Lissabon einen Sicherheitsindex von 70,87 von 120 Punkten und ist damit ebenfalls eines der sichersten Ziele für Auswanderinnen und Auswanderer. Und die Sprache in der neuen Heimat zu erlernen, geht hier besonders schnell: Es dauert durchschnittlich nur rund 600 Stunden, um Portugiesisch zu lernen.

Platz 4: Dubai

Dubai schafft es mit einem Score von 6,45 auf Platz vier. Die Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist für einen luxuriösen Lebensstil bekannt. Das spiegelt sich auch in den Lebenshaltungskosten der Bewohnerinnen und Bewohner wider: Die sind mit 3129 Euro höher als in jeder anderen Stadt der Analyse.

Die Skyline von Dubai Marina, einem Stadtteil von Dubai.

Zum Ausgleich beträgt das durchschnittliche Monatsgehalt nach Steuern rund 4706 Euro. Damit gibt es hier im Vergleich der Top-10-Städte das höchste Gehalt. Attraktiv für alle Höherverdienenden sind in Dubai auch die Steuergesetze: Wer mehr als 50.000 Dollar verdient, zahlt keine Steuern.

Bis du dich hier sprachlich eingelebt hast, kann es allerdings eine Weile dauern: Um Arabisch zu lernen, benötigst du durchschnittlich 2200 Stunden. Dieser Zeitaufwand ist ähnlich hoch wie für Mandarin (Chinesisch), laut „Preply“ die zeitintensivste Sprache, die man lernen kann.

Platz 5: Bangkok

Auf Platz fünf landet mit einer Bewertung von 6,35 die Stadt Bangkok. Für das Leben in der thailändischen Hauptstadt müssen Auswanderer und Auswanderinnen einiges an Geld zur Seite legen: Die Lebenshaltungskosten betragen durchschnittlich 2018 Euro, das durchschnittliche Monatsgehalt nach Abzug von Steuern aber lediglich 567 Euro.

Blick über den Benjakiti-Park auf die Skyline von Bangkok.

Dafür hat Bangkok nach Kuala Lumpur die günstigste Monatsmiete für eine Einzimmerwohnung im Stadtzentrum (520 Euro), und eine Mahlzeit kostet nur 2,43 Euro. Und wer ortsunabhängig arbeitet, kann das hier bei relativ schnellem Internet (19 Megabyte pro Sekunde) im Homeoffice oder aber in einem Co-Working-Space für monatlich durchschnittlich 128 Euro tun.

Platz 5 bis 10 gehen nach Tschechien, Spanien und Kanada

Die zweite Hälfte der Top 10 dominiert Spanien. Mit Madrid, Barcelona und Alicante landen drei spanische Städte auf den Plätzen sieben bis neun. Punkten können sie vor allem mit dem geringen Zeitaufwand, den es braucht, um die Landessprache zu erlernen: 600 Stunden musst du einplanen, um dich auf Spanisch im Arbeitsumfeld sicher ausdrücken zu können.

Deutlich mehr Zeitaufwand (1100 Stunden) solltest du einplanen, wenn es dich in die Stadt auf Platz 6 zieht: In Prag wird mit Tschechisch keine ganz einfache Sprache gesprochen. Wer in der Schule bereits Englisch gelernt hat, wird sich im kanadischen Montreal auf Platz zehn dagegen wahrscheinlich schnell gut verständigen können. 

Die Top-10-Städte weltweit zum Auswandern

  1. Kuala Lumpur, Malaysia (Auswanderungs-Score 6,62)
  2. Tiflis, Georgien (6,58)
  3. Lissabon, Portugal (6,51)
  4. Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (6,45)
  5. Bangkok, Thailand (6,35)
  6. Prag, Tschechien (6,32)
  7. Madrid, Spanien (6,27)
  8. Barcelona, Spanien (6,21)
  9. Alicante, Spanien (6,18)
  10. Montreal, Kanada (6,18)