Schon die Lage ist ein Traum: Bratislava erstreckt sich im Südwesten der Slowakei zu beiden Seiten der Donau, gerade mal 60 Kilometer entfernt von Wien. Auf jeder Uferseite zeigt die Stadt ein anderes Gesicht: mal historisch, mal hip, garantiert aber immer spannend. Wir zeigen dir die Highlights in Bratislava mit vielen Ideen für den nächsten Weekendtrip.

Staré Mesto: die Altstadt von Bratislava

Die schönste Art, sich Bratislava langsam anzunähern, ist ein Spaziergang durch die Staré Mesto, die Altstadt. Mit rund 475.000 Einwohnern ist Bratislava zwar die größte Stadt der Slowakei, das historische Zentrum ist aber kompakt und ideal, um es zu Fuß zu erkunden.

Die Altstadt von Bratislava ist ideal, um sie zu Fuß zu erschließen.

Die Altstadt umfasst den historischen Stadtkern und die angrenzenden Viertel, die im Mittelalter die Vorstädte von Bratislava bildeten. Viele Gassen der Staré Mesto sind so schmal, dass man an manchen Stellen im Gänsemarsch gehen muss, um durchzukommen. Halte die Augen nach verborgenen Innenhöfen offen. Die Stadt wurde im Laufe der Jahrhunderte wenig zerstört und viele Innenhöfe sind nicht nur gut erhalten, sondern voller Leben.

Michalská brána: das Michaelertor

Das heimliche Wahrzeichen der Stadt ist das weiße Michaelertor. Einst gab es vier Stadttore in der befestigten mittelalterlichen Stadt Bratislava, heute ist nur noch eines erhalten: Das Tor im Michaeler Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Im Turm befindet sich das Waffenmuseum, in dem verschiedene Arten von Schwertern und Messern, Turnierwaffen und Feuerwaffen ausgestellt sind. Es gibt auch eine Terrasse im Turm, die du mit deinem Ticket für das Museum besuchen kannst. Von hier hast du einen tollen Blick über die Michalská Ulica, eine der ältesten Straßen der Stadt. Achtung: Bis zum Frühjahr 2023 finden Bauarbeiten am Michaelertor statt, weshalb du es leider erst danach wieder besichtigen kannst.

Michalská Ulica: die Michalská Straße

Die Michalská hat nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch viel Leben, damals wie heute. In der belebten Einkaufsstraße sind unzählige Touristen und Einheimische unterwegs, denn es gibt viele Geschäfte, Restaurants und Cafés. Wem hier zu viel los ist, der braucht nur eine der Seitengasse zu nehmen, um dem Wirbel auszuweichen.

Spazierst du vom Michaelertor die Michalská entlang, stößt du auf die Panská, wo es auch zahlreiche Läden gibt. An mehreren Punkten der Altstadt stehen witzige Statuen. Die beliebteste findest du dort, wo die Straßen Panská und Laurinská aufeinandertreffen: Hier guckt der Čumil („der Beobachter“) aus einem Kanaldeckel heraus. Tipp für Fashionistas: In der Laurinská befinden sich die exklusiveren Boutiquen der Stadt.

Stará radnica: das alte Rathaus

Es gibt zahlreiche historische Gebäude in Bratislava. Eines der schönsten und ältesten ist das Stará radnica: das alte Rathaus. Im Laufe der Jahrhunderte entstand ein zusammengeschlossener Gebäudekomplex. Nach und nach wurden immer mehr Häuser für die Nutzung als Rathaus erworben. Der Turm existiert bereits seit dem 13. Jahrhundert.

Das alte Rathaus von Bratislava ist eines der schönsten Gebäude in der Altstadt.

Im Inneren kannst du heute das Stadtmuseum besuchen und im Zuge einer Führung auch die Aussicht vom Wehrturm genießen. Vor dem alten Rathaus am Hauptplatz steht seit 1572 der älteste Brunnen der Stadt: Der Maximilianbrunnen erinnert an den ersten in Bratislava gekrönten König Maximilian II. Hier am Hauptplatz gibt es auch mehrere Cafés, in denen du einen Kaffee in herrlichem Ambiente trinken kannst.

Prešporáčik: der kleine Pressburger

In jeder Stadt gibt es Attraktionen, die schnell mal als zu touristisch belächelt werden. In Bratislava gibt es eine, die allerdings super praktisch ist: Der Prešporáčik – der „kleine Pressburger“ – ist ein knallroter Bummelzug, der durch die Stadt tuckert und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ansteuert.

Der Oldtimer mit der auffälligen Farbe fährt mit einem Schritttempo von gerade einmal fünf Kilometer pro Stunde durch Bratislava. Nirgendwo sonst kann man besser seine müden Beine entspannen und dabei noch so viel sehen. Einsteigen kannst du an der Hviezdoslavovo námestie oder an der Hlavné námestie.

Bratislavský Hrad: die Burg Brastislava

Das Wahrzeichen von Bratislava überblickt die ganze Stadt: Stolz thront die Burg von Bratislava auf einem Felsen 85 Meter über dem linken Ufer der Donau. Der Burgberg wurde schon in der Steinzeit besiedelt. Im 13. Jahrhundert wurde eine romanische arpadische Burg errichtet, im 15. Jahrhundert wurde dann jene Anlage gebaut, die bis auf kleine Veränderungen bis heute erhalten geblieben ist.

Von der Burg Bratislava aus überblickt man die gesamte Stadt. Sogar ein botanischer Garten ist auf dem Burgberg zu finden.

Über Jahrhunderte lebten hier ungarische und österreichische Herrscher, bis die Burg im 19. Jahrhundert fast komplett niederbrannte. Erst im Jahr 1968 wurde sie wiederaufgebaut und saniert. Heute solltest du genug Zeit einplanen, um alles in Ruhe zu besichtigen. Zu sehen gibt es viel: den Kronturm genauso wie die Schatzkammer, prunkvolle Innenräume genauso wie den barocken Garten. Tipp: Wer zu faul für den Aufstieg ist, kann sich fahren lassen, denn der Bummelzug Prešporáčik fährt direkt zur Burg.

Katedrála svätého Martina: die Kathedrale des heiligen Martin

Mindestens genauso wichtig für die Geschichte der Stadt ist die Kathedrale des heiligen Martin, die am Fuße des Burghügels steht. Die gotische Kirche aus dem 15. Jahrhundert war die Krönungskirche der ungarischen Könige und zählt zu den größten und am besten erhaltenen gotischen Sakralbauten in Bratislava.

Ab 1563 war der Martinsdom die Krönungskirche des Königreichs Ungarn. Insgesamt fanden bis 1830 die Krönungen von zehn Königen, einer Königin und sieben Ehefrauen von Königen im Martinsdom statt. Auch Kulturgeschichte wurde hier geschrieben: Ludwig van Beethoven führte im Jahr 1835 sein Werk „Missa solemnis“ zum ersten Mal auf.

Modrý kostolík: die Blaue Kirche

In Bratislava gibt es zahlreiche sakrale Gebäude, es ist jedoch eine Kirche, die besonders heraussticht und häufig besucht wird: Das märchenhafte Gebäude der Modrý kostolík– der blauen Kirche – ist eines der meistfotografierten Gebäude in Bratislava.

Das liegt an ihrer auffälligen Erscheinung: Die Jugendstil-Pfarrkirche aus dem Jahr 1888 hat eine leuchtend blaue Farbe! Ursprünglich war die Kirche grau mit gelben Reliefs auf den Wänden und nur die Schindeln und Wanddekoration waren blau. Erst später wurde die Kirche blau gefärbt.

Hviezdoslavovo námestie: die Promenade

Der Name wirkt auf den ersten Blick unaussprechlich, tricksen kannst du, wenn du den Hviezdoslavovo námestie einfach als Promenade bezeichnest. Abends ist hier der ideale Treffpunkt für den ersten Drink der Ausgehnacht. Auf der breiten Straße reihen sich Lokale aneinander, für jede Geschmacksrichtung ist etwas dabei.

In den vielen Straßen und kleinen Gassen der Altstadt finden sich eine Vielzahl von gemütlichen und traditionellen Lokalen.

Die Entstehung des Hviezdoslavovo nám, der direkt am historischen Stadtkern und nur ein paar Schritte von der Donaupromenade entfernt liegt, reicht bis in das Jahr 1784 zurück. Damals wurden die Stadtmauern von Bratislava geschliffen und die Wassergräben zugeschüttet. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der Platz als Promenade angelegt, der auch heute noch Promenadeplatz genannt wird.

Nový most: die Neue Brücke

Bratislava liegt zu beiden Seiten der Donau. Im Urlaub landet man fast immer zuerst in der Altstadt, es lohnt sich aber, nach dem Wasser Ausschau zu halten und über die Donau zu wandern. Der Weg auf die andere Seite der Donau führt über die exakt 431,8 Meter lange Nový most, die Neue Brücke. Diese verbindet die Altstadt mit dem Stadtteil Petržalka.

Über der Nový most thront das das Highlight Bratislava – im wortwörtlichen Sinn. Denn das UFO ragt bis auf 85 Meter und bietet definitiv den besten Blick über die Stadt. Der Bau dauerte sechs Jahre! Mit dem Lift geht es im Nu nach oben. Hier befinden sich eine Aussichtsplattform und ein Restaurant. Tipp: Wenn du einen Tisch im Restaurant reservierst, musst du keinen Eintritt für die Aussichtsplattform zahlen.

Tyršovo nábrežie: das Tirsch-Ufer

Auf der anderen Seite der Donau beginnt der Stadtbezirk Petržalka, in dem an manchen Stellen noch die Vergangenheit spürbar ist: Petržalka entstand einst als Planstadt und wurde für 80.000 Menschen gebaut. Heute ist es der bevölkerungsreichste Stadtteil von Bratislava.

Das Tirsch-Ufer ist ein super Ort, um die Sonnenstrahlen an einem sonnigen Herbsttag zu genießen.

Wo der Bezirk am Ufer der Donau beginnt, solltest du genug Zeit einplanen, denn am Tirsch-Ufer ist immer viel los. Nur wenige Schritte vom Wasser entfernt liegt der Augarten. Im Sommer wird hier tonnenweise Sand aufgeschüttet, nicht nur für einen nächtlichen Beachvolleyball-Platz, sondern auch für Bars, Boots- und Beachlokale. Nachts hast du von hier eine sagenhafte Aussicht auf die Altstadt und die Burg.

Spare mit der Bratislava Card

Nedbalka, Danubia & Co.: Kultur in Bratislava

Interessierst du dich für Kunst, lohnt sich ist der Besuch von „Nedbalka“: In der Galerie der slowakischen modernen Kunst siehst du Werke ab dem Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Spannend ist auch das Museum „Danubia“. Schon das Gebäude ist ein Highlight: Es zeigt das Bild einer Römischen Galeere in den Untiefen eines Flusses. Innen gibt es Ausstellungen führender internationaler Künstler, umschlossen wird das Museum von einem Park mit unterschiedlichen Skulpturen.

Willst du dich von Kultur berieseln lassen, sind die „Slowakische Philharmonie“ und das „Slowakische Nationaltheater“ die richtigen Adressen für dich. Mega-praktisch: Mit der Bratislava Card kommst du nicht nur schnell von A nach B, du hast auch freien Eintritt in insgesamt 18 Museen und Galerien und bekommst bis zu 50 Prozent Ermäßigung bei mehr als weiteren 100 Partnern. Hilfreich für die Urlaubsplanung ist auch der 72-Stunden-Planer.

Durchgeführt mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Verkehr und Bau der Slowakischen Republik.