Vor der Nordostküste Sardiniens schmiegt sich das in Blau-Schattierungen schimmernde Wasser an das Maddalena-Archipel im Tyrrhenischen Meer. Strände, die karibisches Flair aufkommen lassen, malerische Kulissen und die Spuren eines italienischen Helden lassen sich hier entdecken. Die Erkundungstour der Inseln funktioniert am besten per Boot.

Und das lohnt sich, denn die Inselgruppe in der Meerenge zwischen Sardinien und Korsika besticht mit nahezu unberührter Natur. Sie besteht aus über 60 Inseln, manche von ihnen sind nur Granitbrösel, mit sieben Hauptinseln. Entdecke die Schönheit des Archipels, bade im Meer und in dem Gefühl, eventuell am schönsten Ort der Welt zu sein.

1. La Maddalena

Wenn du am Hafen der Stadt Palau auf Sardinien stehst, ist La Maddalena, die Hauptinsel des gleichnamigen sardische Archipels, bereits in Sichtweite. Gerade mal 15 Minuten dauert die Überfahrt mit der Fähre. 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner nennen dieses Kleinod ihr Zuhause. 

Auf der Panoramastraße Strada Panoramica kannst du die Insel mit dem Fahrrad oder dem Auto umrunden. Der kurvige Rundweg führt gut 20 Kilometer über La Maddalena und durch schönste Landschaften: Granitfelsen und Wacholderbüsche, kleine rote Ferienhäuser und immer wieder faszinierende Panoramaaussichten auf das Meer und umliegende Inselchen bestimmen die Aussicht.

Sonnenuntergang vor der Insel La Maddalena.

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Kapelle der kleinen Madonna

Bei der Bucht Cala Francese findest du einen der romantischsten Orte der Insel La Maddalena: die einsam auf einem Granitfelsen thronende Cappella della Madonnetta (deutsch: Kapelle der kleinen Madonna). Erzählungen zufolge bot dieser Felsen einst einem Hummerfischer Schutz vor einem Unwetter. Als Dank stellte er eine Kerze und ein Marienbild auf dem Felsen auf.

Aus dem Bild wurde eine Marienstatue und 1928 wurde die kleine Kapelle erbaut. Jedes Jahr am 1. Mai findet eine religiöse Feier an dem beliebten Wallfahrtsort statt. Und aufgrund der einzigartigen Romantik des Ortes ist das Kapellchen auch bei Hochzeitspaaren beliebt.

Die Altstadt von La Maddalena

Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner des Archipels leben auf La Maddalena und in der gleichnamigen Inselhauptstadt. Ihre Altstadt erfüllt alle Bedürfnisse, die man an einen italienischen Inseltraum hat: Während die Boote und Jachten im Hafenbecken schaukeln, kannst du in einer der Bars an der Promenade in Ruhe einen Drink schlürfen.

Danach geht es durch die engen Gassen und über Treppen der niedrig bebaute Altstadt. Palmen säumen die Palazzi, grüne Fensterläden, Entschleunigung und Kakteenmeere in den Innenhöfen der Häuser lassen italienisches Lebensgefühl aufkommen. Aufgrund ihrer Schönheit wird La Maddalena auch als Paris Sardiniens bezeichnet.

Die Altstadt von La Maddalena.

Strände Testa di Polpo und Bassa Trinita

Der Tintenfisch-Strand (so die Übersetzung vom Strand Testa di Polpo) von La Maddalena ist einer der schönsten der Insel. Er liegt im Süden des Eilands und verdankt seinen Namen einem großen Felsen, der über dem Strand thront und dessen Form an den Kopf eines Tintenfischs erinnert. Weitere Felsen und ein flach abfallendes Wasser machen das Badeerlebnis im kristallklaren Meer perfekt. Der Strand ist auch gut von der Panoramastraße aus zu erreichen.

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Holzsteg führt zur Bucht Bassa Trinita.

Ein zweites Beach-Highlight der Insel: der Strand Bassa Trinita im Nordwesten. Weißer Sand und das türkisfarbene Wasser sind hier das Markenzeichen. Den Strand erreichst du über einen angelegten Holzweg. Er ist zugleich der Place to be beim Sonnenuntergang, der hier ganz besonders imposant beobachtet werden kann. Auf dem Holzweg zu sein kann also auch wunderschön sein.

2. Caprera

Eine 600 Meter lange Brücke verbindet Caprera seit 1958 mit der Insel Maddalena. Auf der zweiten großen Insel des Archipels kannst du dich an sattem Grün und traumhaften Buchten sattsehen. Caprera ist als Naturschutzgebiet deklariert und im Gegensatz zur eher kargen La Maddalena eine grüne Oase. Hier treffen Granitfelsformationen auf üppige Pinien und Kiefernwälder.

Ihren Namen bekam die Insel wohl aufgrund der hier lebenden Wildziegen (Capra bedeutet Ziege auf Italienisch). Zahlreiche wunderschöne Buchten findest du hier und Seevögel wie Kormorane, Wanderfalken und Möwen nennen die Insel ihr Zuhause. Bekannt ist Caprera auch für den verstorbenen Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi, der lange Zeit hier residierte.

Auf Caprera findest du Wander- und Bademöglichkeiten.

Garibaldi und die Insel

Rote Bluse und schwarzer Filzhut waren sein Markenzeichen. Nach dem Seemannssohn und Volksbefreiungskämpfer Guiseppe Garibaldi, den ein unvergleichliches Charisma begleitete, werden noch heute Straßen und Plätze in ganz Italien benannt. Im ganzen Land wird er verehrt, ausgenommen in Vatikanstadt, was mitunter seinen kirchenkritischen Romanen sowie der unter Katholiken fragwürdigen Familiengestaltung (fünf Kinder von drei Frauen) geschuldet ist.

Fast 30 Jahre lang wohnte Giuseppe Garibaldi auf Caprera. Das Haus, in dem der Nationalheld bis zu seinem Tod 1882 lebte, ist heute zum Museum umgestaltet. Am 2. Juni 1882 starb Garibaldi dort, zwei Finken sollen sich vorher auf dem Fensterbrett niedergelassen haben, wird sich erzählt.

Wachhütte und Büste von Giuseppe Garibaldi an seinem Haus Casa Bianca.

Strand Cala Coticcio

Tahiti, so wird die kleine Bucht Cala Coticcio auf Caprera aufgrund ihrer Schönheit auch genannt. Ein Ausflug zu dem Traumstrand ist streng reglementiert, um das Ökosystem nicht zu überlasten. 60 Personen pro Tag sind erlaubt, eine Reservierung erforderlich und der Zugang zum Strand nur mit einem anerkannten Fremdenführer möglich.

Unglaublich schön: Capreras Angebot an Traumbuchten wie etwa der Cala Coticcio ist riesig.

Wer zu den Glücklichen gehört, badet zwischen rosa Granitfelsen in einem Wasser, das klarer nicht sein könnte. Die Cala Coticcio ist auch ein hervorragendes Schnorchelrevier, nicht zuletzt, da jegliche Art der Fischerei hier vollständig untersagt ist.

Strand Spiaggia del Relitto

Ebenfalls wunderschön und für sein Schiffswrack bekannt ist der Strand Spiaggia del Relitto im Süden der Insel. Seit 1922 liegen hier die Überreste eines Holzschiffs auf dem Grund des Meeres, der Schatten des Wracks ist vom Strand zu erkennen. Hier tummeln sich auch zahlreiche Fische und bieten Schnorchlern optimale Bedingungen.

Ein Traum in Türkis: Die Spiaggia del Relitto auf Caprera.

Oberhalb der Bucht kannst du in einer Strandbar die Aussicht genießen und einen Snack zu dir nehmen. Am besten kannst du die Bucht und Umgebung natürlich mit einem Boot erkunden. Dafür brauchst du kein eigenes, sondern kannst dir ein motorisiertes Schlauchboot mieten.

Wandern im Nationalpark Caprera

Nicht die Höhenmeter machen den Reiz beim Wandern im Parco Nazionale dell'Arcipelago di La Maddalena auf der Insel Caprera aus. Die höchste Erhebung, der Monte Teialone, ist mit seinen 212 Metern wirklich überschaubar. Aber die Farben von Himmel und Meer leuchten und strahlen in allen Blauschattierungen. Ein faszinierendes Schauspiel.

Im Herbst und Frühjahr lohnt sich hier das Wandern ganz besonders. Dann blühen die Blumen wie die Mittelmeerstrohblume, der eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird. Markierte Wanderpfade gibt es auf der Insel zuhauf. Beispielsweise die Route Nummer 12, die sich an der nördlichen Küste entlangschlängelt.

Caprera bietet viele gut befestigte und markierte Wanderwege.

3. Budellis Traumstrand

Auch die unbewohnte Insel Budelli hat eine Attraktion zu bieten: Millionen Partikel von Meerestieren haben den Strand Spiaggia Rosa auf der Insel Budelli rosa gefärbt. Das Ergebnis ist ein märchengleiches Ambiente aus pinker Bucht, türkisfarbenem Meer und einer Rahmung aus Granitfelsen und blühender Vegetation.  

Betreten verboten: Die Spiaggia Rosa auf Budelli.

Klingt verlockend? Ist es auch. Sogar so sehr, dass mehr als einmal Sand von diesem Strand geklaut wurde. Heute ist der Zugang zu diesem Fleckchen Erde nicht mehr möglich, auch ein Ankern vor der Bucht ist verboten. Aber einen Blick bei einer Bootstour auf das Paradies werfen, das ist noch immer möglich.