Wenn Spätsommer und Herbst milde Temperaturen und ordentlich Regen nach Deutschland bringen, dann beginnt die Zeit des Pilzesammelns. Besonders nach ergiebigen Regengüssen sprießen Steinpilze, Pfifferlinge, Maronen und Co. in rauen Mengen aus dem Boden.

Zahlreiche Sammlerinnen und Sammler stapfen dann bewaffnet mit Körben durch das Unterholz. Kein Wunder, denn die Suche nach Wildpilzen führt nicht nur in herrlich bunte Wälder, sondern verwandelt den Herbstspaziergang auch ruckzuck in ein kleines Abenteuer. 

Du möchtest dein Sammlerglück versuchen? Wir stellen dir einige der schönsten Wälder und Gebiete in Deutschland vor, in denen du gute Chancen hast, deinen Pilzkorb zu füllen.

Wo lassen sich Pilze finden?

Grundsätzlich wachsen Speisepilze überall dort, wo Bäume stehen: in Parks, in Gärten, vor allem aber in Wäldern. Am besten gedeihen sie in waldreichen, sandigen Gebieten. Einige Pilzarten bevorzugen bestimmte Baumarten. Pfifferlinge, Steinpilze und Maronen findest du beispielsweise hauptsächlich in Nadel- und Mischwäldern mit Fichten und Kiefern, Pfifferlinge wachsen auch unter Buchen und Eichen und der Birkenpilz gedeiht unter Birken.

Nicht in jedem Wald und Park ist das Sammeln aber erlaubt. Wo Pilze gesammelt werden dürfen, regeln die einzelnen Waldgesetze der Länder. Bevor du losziehst, solltest du dich also einmal informieren, was in deinem Bundesland gilt. Generell kannst du dir merken: In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Sammeln von Pilzen tabu. Zudem dürfen auf eingezäunten Waldstücken, Verjüngungsflächen und Abholzungsgebieten meist keine Pilze gesammelt werden.

Nordschwarzwald: Pilze sammeln in Baden-Württemberg

Zwischen immergrünen Tannen und Fichten, romantischen Tälern und mystischen Mooren kannst du im Nordschwarzwald nicht nur wunderschön wandern, sondern auch jede Menge Speisepilze finden. 1400 Kilometer an schmalen Pfaden und breiten Wanderwegen führen dich durch den dichten Wald, in dem unter anderem Steinpilz, Marone und Waldchampignon, Rotkappe, Hexenröhrling und Fichtenreizkern sprießen.

Blick von der Aussichtsplattform Ellbachseeblick im Nordschwarzwald.

Nach einer aufregenden Wanderung kannst du dich in einem der Heilbäder entspannen, für die der Schwarzwald bekannt ist.

Weitere schöne Pilzgebiete in Baden-Württemberg

  • Schwäbisch-Fränkischer Wald

Forstenrieder Park: Eines der schönsten Pilzgebiete in Bayern

Direkt vor den Toren Münchens findest du jede Menge „Schwammerl“, wie Großpilze im bayerischen Dialekt genannt werden. Der Forstenrieder Park schließt im Süden direkt an die Stadtgrenze an. In dem Naherholungsgebiet wachsen zum Beispiel Sand- und Kuhröhrlinge, Pfifferlinge, Sommer- und Buchensteinpilze.

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Radfahrer im Forstenrieder Park in Bayern.

Ein Netz aus ausgewiesenen Wander- und Radwegen führt durch das Waldgebiet und mit etwas Glück kannst du hier aus einiger Entfernung Wildschweine und Rot- und Damwild beobachten.

Weitere schöne Pilzgebiete in Bayern

  • Ebersberger Forst
  • Hofoldinger Forst
  • Pupplinger Au
  • Steigerwald
  • Hirschwald
  • Fichtelgebirge
  • Erzgebirge
  • Oberpfälzer Wald
  • Alpenvorland zwischen Wolfratshausen und Tölz

Grunewald: Pilzsuche in Berlin und Brandenburg

Steinpilze, Butterpilze, Birkenpilze und Maronen sprießen im Herbst auch in den Wäldern rund um Berlin aus dem Boden. Eine erfolgreiche Ernte verspricht der Grunewald. In dem 3000 Hektar großen Waldgebiet vergisst du schnell, dass du dich mitten in einer Großstadt befindest. Weil der Grunewald sehr gut besucht ist, meidest du für eine erfolgreiche Pilzsuche am besten die viel genutzten Flächen wie Waldwege oder Parkplätze und erkundest stattdessen die versteckteren Pfade.

Zwei Personen mit Regenschirm spazieren durch den Grunewald in Berlin.

Nach der Pilzsuche lohnt sich ein Abstecher auf den Teufelsberg, wo du einen schönen Ausblick über den Grunewald und die Havel genießen kannst und bei günstigen Windverhältnissen zahlreiche Drachen- und Gleitschirmflieger beim Üben beobachten kannst.

Weitere schöne Pilzgebiete in Berlin und Brandenburg

  • Tiergarten
  • Spandauer Forst
  • Tegeler Forst
  • Spreewald
  • Eberswalde
  • Rund um den Falkensee
  • Schorfheide
  • Naturpark Hoher Fläming

Segeberger Forst: Pilzhotspot nahe Hamburg

Der Segeberger Forst ist das zweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet in Hamburg und Schleswig-Holstein. Hier kannst du stundenlang in aller Ruhe frische Luft tanken, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Dafür stößt du im Unterholz bei geeigneter Witterung auf haufenweise Maronen, Steinpilze und Hallimasche, die sich zu Hause in ein leckeres Pilzgericht verwandeln lassen.

Eine Straße führt durch den Segeberger Forst.

Achtung: Teilweise ist das Gebiet als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Aber keine Sorge, es gibt ausreichend Fläche, auf der Pilzsucherinnen und -sucher unbesorgt durch den Wald streifen können. Die Waldtiere, die sich in den Tiefen des Waldes verstecken, bekommst du dabei wahrscheinlich nicht zu Gesicht. Dafür lohnt sich ein Ausflug in den Wildpark Eekholt am nordwestlichen Rand des Segeberger Forsts.

Weitere schöne Pilzgebiete in Hamburg und Schleswig-Holstein

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  • Sachsenwald
  • Harburger Berge
  • Hüttener Berge
  • Beimoorwald
  • Niendorfer Gehege
  • Rantzauer Forst
  • Emmewald

Naturpark Habichtswald: Fungi-Fundorte in Hessen

Direkt vor den Toren von Kassel liegt der Naturpark Habichtswald. Durch Laubwälder und baumlose Hochflächen, entlang verwunschener Seen und romantischer Burgruinen und mit Blick über weite Felder und Wiesen führt ein dichtes Netz von Wanderwegen.

Herbststimmung im Naturpark Habichtswald.

Wer nicht auf eigene Faust losziehen mag, kann an geführten Wanderungen durch das Naturparkgebiet teilnehmen. Unter anderem bietet der Naturpark Habichtswald Pilzwanderungen an, auf denen du die Grundlagen der Pilzkunde kennenlernst und zum Beispiel Steinpilze, Rotkappen, Maronen und Butterpilze sammeln kannst.

Weitere schöne Pilzgebiete in Hessen

  • Meißner-Kaufunger Wald
  • Lahn-Dill-Bergland
  • Gladenbacher Bergland
  • Niederwald bei Bensheim

Nossentiner/Schwinzer Heide: Pilzreicher Naturpark in Mecklenburg-Vorpommern

Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Mecklenburg-Vorpommern mit 365 Quadratmeter dichten Wäldern, Mooren und Heideflächen. 60 Seen machen ihn zum Paradies für Wasservögel, die geringe Lichtverschmutzung macht ihn zum idealen Ort, um den Sternenhimmel zu beobachten.

Blick in die Bucht Schwenzin im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

Neben Wasservögeln und Sternen bekommst du im herbstlichen Wald aber auch jede Menge Pilze zu Gesicht. Über 600 Pilzarten wurden in dem Naturpark festgestellt, darunter Speisepilze wie Steinpilze, Maronen-Röhrlinge, Birkenpilze, Pfifferlinge und Rotfußröhrlinge.

Weitere schöne Pilzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern

  • Müritz-Nationalpark

Lüneburger Heide: Niedersachsens Pilzregion

Auch die Lüneburger Heide ist ihrem Mix aus Heide, weiten Wiesen und ausgedehnten Waldgebieten eine ideale Pilzregion. Abseits der sandigen Wege recken im Moos und an Baumwurzeln Fichten-Reizker, Gold-Röhrling, Maronen-Röhrling und Steinpilz ihre Hüte in die Höhe. Pilzneulinge können zum Beispiel bei Celle oder im Suderburger Land an geführten Pilzwanderungen teilnehmen.

Die Lüneburger Heide bei Undeloh in Niedersachsen.

Die Heide ist zur Pilzsaison zwar bereits verblüht, eine Wanderung durch die Heide ist im Herbst trotzdem besonders reizvoll: Die gelben Blätter der Birken und die immergrünen Wacholder leuchten in der goldenen Herbstsonne. Morgens sorgt der Nebel über den Heideflächen für mystische Stimmung, abends kannst du unterwegs faszinierende Sonnenuntergänge beobachten. 

Weitere schöne Pilzgebiete in Niedersachsen und Bremen

  • Harz
  • Weserbergland
  • Wernerwald bei Sahlenburg 
  • Waldgebiet Hinzel bei Gnarrenburg

Die Haard: In Nordrhein-Westfalen „in die Pilze gehen“

Das Waldgebiet im nördlichen Ruhrgebiet ist die Heimat von Steinpilzen, Maronen, essbaren Täublingen und Pfifferlingen, auch Eichenrotkappen und die Krause Glucke kannst du in der Haard finden. Gerade am Wochenende ist das Naherholungsgebiet ein beliebtes Ausflugsziel, sobald du dich von einem der zahlreichen Wanderparkplätze aus auf in den Wald gemacht hast, verlaufen sich die Menschenmassen aber schnell wieder.

Waldweg in der Haard innerhalb des Naturparks Hohe Mark.

Die bewaldete Hügellandschaft bietet aber nicht nur viel Platz zum Wandern und Erholen, sondern auch ein ausgiebiges Netz aus Reitwegen, wo du die Region auf dem Rücken von Pferden erkunden kannst, sowie Rundtouren für Nordic-Walking- und Radsportfans.

Weitere schöne Pilzgebiete in Nordrhein-Westfalen

  • Teutoburger Wald/Eggegebirge
  • Rothaargebirge 

Pfälzerwald: Rheinland-Pfälzer Pilzwald

Artenreiche Mischwälder, sonnige Wiesentäler und mächtige Felsentürme prägen das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Mit seinem französischen Partner, dem Naturpark Nordvogesen, bildet der Pfälzerwald das einzige grenzüberschreitende Biosphärenreservat Deutschlands. Hexen- und Maronenröhrling, Reizker-Pilz und seltene Kaiserlinge wachsen hier unter anderem.

Abendstimmung im Pfälzerwald.

Weitere schöne Pilzgebiete in Rheinland-Pfalz

Rund 7000 Kilometer Wanderwege führen durch das riesige Waldgebiet, vorbei an romantischen Burgruinen wie der Burg Berwartstein und sagenumwobenen Felsformationen wie dem Jungfernsprung im Dahner Felsenland. Familienradwege wie der Queichtalradweg oder die deutsch-französische Paminatour laden zu entspannten Ausflügen ein, Abenteuer und Nervenkitzel versprechen zum Beispiel der Baumwipfelpfad in Fischbach und der Ziplinepark in Elmstein-Iggelbach.

  • Soonwald-Nahe
  • Rhein-Westerland

Saarbrücker Urwald – Wilde Pilze im Saarland 

Im Urwald vor den Toren Saarbrückens begegnest du wahrscheinlich keinen Affen oder Krokodilen, dafür aber Morcheln, Steinpilzen, Pfifferlingen oder Birkenpilzen. Die Wildnis ist voll umgefallener Bäume, Moose, Blüten und Flechten und farbenprächtiger Pilze.

Der Urwald vor den Toren der Stadt zwischen Saarbrücken und Riegelsberg: Das Naturschutzgebiet wird nicht mehr durch menschliche Eingriffe verändert.

Seit rund 20 Jahren wird in dem Waldschutzgebiet kein Baum mehr gefällt und die Natur darf sich ohne das Eingreifen des Menschen frei entwickeln. Begib dich auf den verschlungenen Urwaldpfaden auf Entdeckungstour. Einige Wege sind gut ausgebaut, während du dir auf anderen über umgestürzte Bäume selbst einen Weg suchen musst.

Weitere schöne Pilzgebiete im Saarland

  • Mandelbachtal
  • Homburg 

Erzgebirgwald: Sammelglück in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Das Erzgebirge steht für Bergbau, Handwerkskunst, Eisenbahnromantik und Weihnachtswunderland. Auch Naturliebhaberinnen und -liebhaber kommen auf Radtouren und Wanderwegen entlang der Gipfel und romantischen Täler voll auf ihre Kosten.

Das Hetzdorfer Viadukt, eine Eisenbahnbrücke im Erzgebirge.

Wenn du im Herbst in der verwunschenen Waldlandschaft voll von farbenfrohen Bäumen unterwegs bist, lohnt sich ein Abstecher ins Unterholz des Erzgebirgwaldes: Steinpilz, Marone und Raufuß, Herbstrotfußröhrling, Perlpilz und Trompetenpfifferling könnten dann in deinem Pilzkorb landen. 

Weitere schöne Pilzgebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt

  • Dübener Heide
  • Erzgebirge/Vogtland
  • Naturpark Hoher Fläming

Südharz: Pilzparadies in Thüringen

Fast ein Drittel der Landesfläche Thüringens ist mit Wald bedeckt – gute Voraussetzungen also für üppige Pilzfunde. Über 3000 Tonnen Pilze werden dort jährlich geerntet. Erfolg bei der Pilzsuche dürftest du vor allem in den Nadelwäldern im Südharz haben. Hier locken flockenstielige Hexen- und Maronenröhrlinge, Frauen- oder Speisetäublinge. 

Aussicht vom Dreitälerblick im Südharz bei Netzkater in Thüringen im Herbst.

Wenn die Beine vom Wandern durch das Unterholz müde werden, kannst du dich in einen der Waggons der Harzer Schmalspurbahnen setzen. Vorbei an kleinen Bächen und dichten Wäldern schlängeln sie sich durch die Berge bis hoch hinauf zum Brocken.

Weitere schöne Pilzgebiete in Thüringen

  • Thüringer Wald
  • Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Pilze sammeln: Das musst du beachten

Du hast dir ein Pilzrevier ausgeguckt und bist bereit zum Sammeln? Bevor du dich auf den Weg ins Unterholz machst, solltest du einige Dinge beachten. Am wichtigsten ist natürlich, dass du giftige von ungiftigen Pilzen unterscheiden kannst. Es gibt Bestimmungsbücher und Apps, die dabei unterstützen können.

Sie sind aber nur Hilfstools und sollten von Pilzneulingen niemals als alleinige Ratgeber genutzt werden – gerade, weil einige Speisepilze giftige Doppelgänger haben. Im Idealfall gehst du deswegen mit einem Pilzprofi auf deine erste Suche. Viele Vereine, Volkshochschulen oder der Nabu bieten im Herbst regelmäßig Pilzexkursionen an. 

Wie viele Pilze darfst du sammeln?

Lagern solltest du die Pilze in einem offenen Korb. In Plastiktüten oder geschlossenen Boxen schimmeln Pilze nämlich sehr schnell. Nimm außerdem ein kleines Messer mit, um die Pilze dicht über dem Boden abschneiden zu können. Alternativ kannst du sie auch herausdrehen, ganz vorsichtig aber, um das unterirdisch wachsende Pilzgeflecht nicht zu beschädigen. 

Sammle nicht mehr Pilze, als du brauchst, und lass zu junge oder zu alte, aber auch zerfressene und giftige Pilze stehen. Sie erfüllen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Außerdem ist das Sammeln von Pilzen in Deutschland nur in geringen Mengen erlaubt. Als Faustregel gilt: Ein Kilogramm pro Person und Tag für den Eigenbedarf – der Verkauf ist verboten.