Aufgrund einer Störung des digitalen Zugfunksystems war in ganz Norddeutschland am Samstag, 8. Oktober, für etwa drei Stunden kein Zugverkehr möglich. Die großflächigen Ausfälle gehen nach Aussage der Deutschen Bahn auf Sabotage an Kabeln zurück. Die zuständigen Sicherheitsbehörden haben die Ermittlungen aufgenommen.

Störung behoben, Verspätungen aktuell weiter möglich

Betroffen war der Regional- und Fernverkehr in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Züge wurden an den jeweiligen Bahnhöfen zurückgehalten.

Um kurz nach 10 Uhr meldete die Deutsche Bahn, dass die Störung behoben sei. Allerdings seien noch Beeinträchtigungen im Laufe des Tages möglich, sagte ein Bahnsprecher gegenüber dem reisereporter. Der Konzern habe Sonderkulanzregeln für Reisende aufgelegt.

Die großflächigen Ausfälle waren am Samstag nicht nur bitter für Pendlerinnen und Pendler in Deutschland, sondern vor allem für Reisende sowie Ausflüglerinnern und Ausflügler. Viele nutzen den Zug, um in den Herbstferien in den Urlaub zu reisen, Familien zu besuchen oder zum Flughafen zu fahren. Welche Alternativen sie nun haben und wann die Bahn den Ticketpreis erstattet oder ein Hotelzimmer bezahlt, darüber informiert dieser Überblick.

Aktuelle Deals

Welche Bahnstrecken waren von der Störung betroffen?

Die technische Störung an der Strecke sorgte für massive Verspätungen und Zugausfälle, darauf wies die Deutsche Bahn hin. Betroffen waren und sind folgende Verbindungen im Fernverkehr:

  • Fernverkehr von/nach Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in/aus Richtung Kassel-Wilhelmshöhe, Berlin und NRW
  • Der ICE-Verkehr zwischen Berlin, Hannover und NRW war eingestellt
  • IC-Züge von/nach Berlin Richtung Amsterdam fielen komplett aus
  • IC-Züge von/nach Kopenhagen beziehungsweise Aarhus endeten/begannen in Padborg

Reisealternative: Wer zwischen Berlin und Köln sowie zwischen Berlin und Baden-Württemberg sowie der Schweiz unterwegs war, konnte die Fernverkehrszüge mit Umstieg in Frankfurt am Main und Erfurt nutzen – oder den Nahverkehr.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Ist der Nahverkehr heute auch betroffen?

Ja, auch der Regionalverkehr in Norddeutschland sowie die Privatbahnen wie die Nordwestbahn waren in Teilen betroffen, teilt die DB mit.

Wo erfahre ich, ob mein Zug heute fährt?

Reisende sollten sich regelmäßig informieren, ob ihr Zug trotz der technischen Störung fährt, verspätet ist oder ausfällt. Die Deutsche Bahn informiert online auf www.bahn.de/reiseauskunft, im DB Navigator oder unter der Telefonnummer +49 (0)30 2970 über die Zugverbindungen.

Darf ich einen anderen Zug nutzen?

Die Deutsche Bahn hat wegen der technischen Störung besondere Kulanzregelungen aufgelegt: Fahrgästinnen und -gäste, die ihre gebuchte Reise vom 8. Oktober verschieben möchten, können das Ticket für den Fernverkehr flexibel sieben Tage bis nach dem Störungsende nutzen, also bis zum 15. Oktober.

Sitzplatzreservierungen können kostenfrei umgetauscht werden. Zudem gelten bei Verspätung oder Zugausfall die allgemeinen Fahrgastrechte.

Wie bekomme ich das Geld fürs Ticket zurück?

Es gelten neben den Sonderkulanzregeln die allgemeinen Fahrgastrechte bei Verspätung oder Zugausfall: Wer nicht pünktlich ans Ziel kommt, kann sich je nach Verspätung den Fahrpreis zurückholen. Das regelt die EU-Fahrgastverordnung VO (EG) Nr. 1371/2007. 

Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von mehr als 60 Minuten können Reisende vor Fahrtantritt von ihrer Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen oder die Reise abbrechen und zum Startbahnhof zurückkehren, wenn die Fahrt sinnlos geworden ist. In diesem Fall können sich Reisende den nicht genutzten Anteil erstatten lassen, darauf weist die Verbraucherzentrale hin.

Alternativ gilt: Wer mindestens 60 Minuten später als geplant ankommt, hat Anspruch auf 25 Prozent Erstattung, bei mehr als 120 Minuten sind es 50 Prozent. Die Verspätung sollten sich Fahrgäste immer von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern bestätigen lassen, im Zug wird oftmals bereits das Fahrgastrechte-Formular zum Ausfüllen ausgeteilt. Es ist auch möglich, das Formular online einzureichen.

Flug verpasst: Zahlt die Bahn eine Entschädigung?

Nein, hier haben Flugreisende Pech. Wird der Flieger verpasst, leistet die Bahn keine Entschädigung. Reisende müssen grundsätzlich die Möglichkeit von Verspätungen oder Zugausfällen in die Anreisezeit zum Airport einkalkulieren und sich gegebenenfalls um einen alternativen Transport kümmern. Bei Rail-and-fly-Tickets sind der Airport oder der Reiseveranstalter die Ansprechpartner.

Wann zahlt mir die Bahn das Hotelzimmer?

Der schlimmste Fall tritt ein: Der oder die Reisende strandet am Bahnhof, die Bahn kann ihn oder sie nicht auf einem alternativen Weg ans Ziel bringen. Und nun? In diesem Fall muss die DB eine Unterkunft besorgen und auch den Weg dorthin sowie am nächsten Tag zurück zum Bahnhof organisieren.

Wer sich selbst ein Hotelzimmer buchen will, sollte sich vorab unbedingt bestätigen lassen, dass das Bahnunternehmen keine Fahrt mehr an diesem Tag durchführen wird und auch nicht mit einer Unterkunft für die Nacht helfen kann. Die Hotelrechnung kann dann später eingereicht werden.