Ob am Strand, im Restaurant, am Hotelpool, in den Stadtzentren oder beim Partymachen: Beim Genuss der vielfältigen Urlaubsvorzüge auf Mallorca gerät schon mal in Vergessenheit, dass auch unter der balearischen Sonne gewisse Verhaltensregeln gelten.

Vor allem Urlauberinnen und Urlauber, die Mallorca regelmäßig besuchen, verlassen sich häufig auf trügerische Gewohnheiten und informieren sich nicht regelmäßig über neue Regeln und Gesetze.

Eine Polizeistreife kontrolliert das bunte Treiben am Strand von Palma.

Die Folge: Fehltritte werden erst dann bemerkt, wenn man von der spanischen Polizei darauf hingewiesen wird – und das kann teuer werden! Damit es nicht so weit kommt, haben wir dir die wichtigsten Regeln für Urlauberinnen und Urlauber zusammengestellt. 

1. Rote Fahne

An der Playa de Muro und in Can Picafort kann es teuer werden, wenn du vor dem Baden nicht die Farbe der Flagge gecheckt hast. Stürzt du dich in die Fluten, während die rote Fahne– also die, die Gefahr anzeigt – im Wind weht, musst du mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro rechnen.

Rote Fahne am Strand von Peguera: Das Signal warnt vor lebensgefährlichen Bedingungen.

Die hohe Strafe hat einen guten Grund: Badeverbote werden erst ausgesprochen, wenn Verletzungs- oder sogar Lebensgefahr besteht.

Ebenfalls dort verboten:

  • Lagerfeuer
  • laute Geräusche zum Beispiel durch Lautsprecher (sie dürfen Musik nicht mit mehr als 40 Dezibel Lautstärke abspielen)
  • Sand mitnehmen
  • übernachten am Strand

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2. Alkohol am Strand und am Pool

All-inclusive-Hotels dürfen seit diesem Jahr nicht mehr unbegrenzt Alkohol an ihre Gästinnen und Gäste ausschenken. ​Also einfach günstig mit einem kühlen Bier vom Kiosk an den Strand gehen und chillen? Auch keine gute Idee. Das Trinken am Strand und auf der offenen Straße ist an der Playa de Palma mit einem Bußgeld von bis zu 3000 Euro belegt.

Bierchen am Strand: Das ist auf Mallorca nicht mehr erlaubt. Die neuen Regeln sollen den Sauftourismus eindämmen.

An ein kühles Getränk außerhalb einer Bar zu kommen gestaltet sich nach 21.30 Uhr ohnehin schwierig: Bier, Wein, Sangria, Gin und Co. dürfen dann in Läden oder an Automaten gar nicht mehr verkauft werden.

3. Alkohol in Bars und Clubs

Flatrate-Saufen und Happy Hour hat die Balearen-Regierung in Palma und Magaluf bereits im Jahr 2020 abgeschafft. Der Grund: Mallorca will nicht länger nur als Partyinsel bekannt sein – und hat deswegen zu Beginn des Jahres weitere neue Regelungen für den gepflegten Suff-Abend eingeführt.

Hoch die Tassen: In El Arsenal schauen die Behörden und Clubs nun genauer auf den Alkoholkonsum. Wer zu viel gebechert hat, muss nach Hause.

Dazu gehört, dass die bekannten Clubs an der Schinkenstraße vermehrte Einlasskontrollen angekündigt haben. Heißt: Wer zu betrunken feiern gehen will, dem oder der sollen die Türsteherinnen und Türsteher den Eintritt verwehren. 

Wie streng diese Regel umgesetzt wird und ab wann ein Partygast oder eine Partygästin zu betrunken ist, liegt im Ermessen des oder der jeweiligen Verantwortlichen. Eine entscheidende Rolle dürften dabei das eigene Betragen und das Erscheinungsbild sein: Wer freundlich bleibt und sich an den Dresscode (siehe Abschnitt 4) hält, dürfte eher eingelassen werden – vielleicht auch dann, wenn das mit dem Geradeausgehen nur noch so halb klappt.

Doch hier ist Vorsicht geboten: Wer negativ auffällt, kann gleich in allen Ballermann-Lokalen Hausverbot bekommen. Die Betreibenden informieren sich gegenseitig und die Polizei über Störenfriede.

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4. Kleidung

Morgens ans Meer, mittags in den Bierkönig? Das geht leider nicht mehr, es sei denn, du hast Wechselkleidung mit an den Strand gebracht. Ein Zusammenschluss von Lokalen in Palma de Mallorca hat festgelegt, dass nur noch ausreichend bekleidete Urlauberinnen und Urlauber hereingelassen werden. Barfuß oder oberkörperfrei einen kühlen Drink zu genießen ist damit nicht mehr möglich.

Mit Badehose oder Badeanzug in die Innenstadt Palmas: Das wird auf Mallorca nicht gern gesehen.

Und in vielen Restaurants und Bars geht der Dresscode noch weiter: Verboten sind Alltagskleidungsstücke wie Flipflops, trägerlose Tops, Fußballtrikots und T‑Shirts, die für bestimmte Lokale werben. Ebenfalls tabu: auffällige Stücke, die bei Straßenhändlern gekauft wurden, zum Beispiel im Dunkeln leuchtende Hüte.

Auf diese Regeln haben sich elf Lokale in Palma geeinigt, darunter El Chiringuito Beach House, Bonito Kitchen & Cocktails, Upper Mallorca. Mit Hinweisschildern vor den Türen werden Urlauberinnen und Urlauber auf die neue Kleiderordnung hingewiesen.

5. Rauchen

In Spanien gelten strenge Nikotin-Gesetze, und seit 2021 dürfen die Gemeinden auch ein Rauchverbot an Stränden durchsetzen.

Auf Mallorca müssen Raucherinnen und Raucher ihre Zigaretten öfter in der Schachtel lassen, denn an vielen Ort gibt es neue Rauchverbote.

Mehrere Gemeinden haben inzwischen davon Gebrauch gemacht und den Glimmstängel von den Playas verbannt:

  • Santa Ponça (Calvià)
  • Paguera-La Romana (Calvià)
  • Es Carregador (Calvià)
  • Cala Estància (Palma)
  • Cala Deià (Nordwestküste)
  • Colònia de Sant Pere (Nordküste)
  • Cala San Joan (Nordküste)
  • Cala Millor (Ostküste)
  • Cala Anguila (Ostküste)
  • Portixol (El Molinar) 

Und wie sieht es in Restaurants, Bars und Clubs aus? Das Rauchen ist wie gehabt in allen Innenräumen untersagt – und damit auch in allen Lokalen und Discos. Auch wer sich draußen auf der Terrasse, also außerhalb des Restaurants, eine Zigarette anzünden will, sollte sich das gut überlegen. Denn auch das ist nicht erlaubt.

Ebenfalls tabu: ein Spaziergang mit Zigarette in der Hand. 

6. Kippen und Kaugummis

Um das gepflegte Erscheinungsbild der Urlaubsorte zu wahren, dürfen Zigarettenkippen und Kaugummis nicht mehr auf die Straßen und Wege geworfen werden. Wer dabei ertappt wird, muss mit einer Geldstrafe in Höhe von 50 bis 200 Euro rechnen.

Müllsammelaktion in Soller: Auf den Stränden Mallorcas sind achtlos zurückgelassene Zigarettenstummel schon seit Jahren ein Ärgernis.

Besonders penibel achten einige Kommunen auf ihre Strände. Die Gemeinde Santanyí im Südosten von Mallorca hat laut einem Bericht des „Mallorca Magazins“ saftige Strafen für das Entsorgen von Kippen auf dem Strand festgeschrieben. Umweltsünderinnen und Umweltsünder werden dort mit Geldbußen in Höhe von 751 bis 1500 Euro belegt.

7. Handtücher am Strand

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, erst recht nicht mit der spanischen Polizei. Solltest du einen allzu ausgefallenen Handtuchgeschmack haben, solltest du dir für Mallorca einige neutrale Exemplare zulegen. Der Grund: Nicht jedes Handtuch darfst du am Strand oder am Pool ausbreiten. Verboten sind solche, die anzügliche Szenen zeigen.

Dezente Badehandtücher sind an den Stränden natürlich erlaubt. Anders sieht es mit lasziven Designs aus.

Ach ja: Aufblasbare Sexpuppen solltest du auch nicht als Ersatz für deine Luftmatratze mitnehmen, denn auch sie sind in Palma verboten.

8. Tattoos

Erst Tattoo-Kontrolle, dann Party: Das Sicherheitspersonal an den Türen von Clubs und Bars ist angewiesen, auf Tattoos mit Nazi-Symbolen, fremdenfeindlichen Aussagen oder Hassbotschaften zu achten. Wer solche Tattoos hat, wird nicht eingelassen. Auch bei unzivilisiertem, rassistischem oder gewalttätigem Verhalten folgt der Rausschmiss.

9. Hunde am Strand

An den allermeisten Stränden auf Mallorca gilt: „Perros no“. Heißt: Hunde verboten. Wer die Verbotsschilder ignoriert und den Vierbeiner trotzdem mitbringt, riskiert saftige Geldbußen.

Auf den meisten Stränden auf Mallorca sind Hunde verboten. In der Nebensaison werden die Regeln oft gelockert.

Auf ganz Mallorca sind in der Hauptsaison aktuell nur sieben Strände offiziell für Hunde freigegeben:

  • Palma: Es Carnatge
  • Calviàs: Cala des Gats Carrer Bellavista nahe Costa de la Calma
  • Palmanova: Punta Marroig
  • Camp de Mar: Cala Blanca
  • Port d’Andratx: Cala d’Egos zwischen Port d’Andratx und Sant Elm
  • Sant Elm: Cala Embasset
  • Port de Pollença: Strand Llenaire

In der Wintersaison zwischen Oktober und April geben viele Gemeinden ihre Strände für Vierbeiner frei, darunter Andratx, Pollença, Capdepera, Muro und Artà. Über Freigaben, Zeiträume und Regeln wie Leinenpflicht entscheiden die einzelnen Kommunen selbst. Hundehalterinnen und Hundehalter sollten sich vor der Anreise deshalb genau informieren.

Einheitliche Regeln gibt es dagegen für Hundekot. Wer die Hinterlassenschaften seines oder ihres Vierbeiners nicht einsammelt, muss mit 1500 Euro Strafe rechnen.

10. Wildpinkeln

Wenn die Blase auf Mallorca drückt, sollte schnell eine reguläre Toiletten-Lösung her. Denn wer in Spanien in der Öffentlichkeit uriniert, wird mit 200 bis 400 Euro Geldbuße bestraft.

Noch teurer wird es für alle, die am Strand, in den Dünen oder im Wasser pinkeln. Im Ort Muro werden dafür 1500 Euro Strafe fällig, berichtet die Zeitung „Diario Vasco“.

11. Autofahren

Natürlich gelten auch auf Mallorca die üblichen Verkehrsregeln. Doch das ein oder andere Gesetz dürfte deutsche Autofahrerinnen und Autofahrer in Spanien überraschen.

Vorsicht mit dem Mietwagen: Auch beim Autofahren gelten in Spanien zum Teil besondere Gesetze.

Flipflops und Badelatschen sind am Steuer verboten. Auch barfuß darf in Spanien nicht Auto gefahren werden. Geldbuße: 80 Euro. Ebenso viel müssen Fahrerinnen und Fahrer blechen, die oberkörperfrei am Steuer sitzen. Auch Essen (100 Euro Strafe) sowie laute Musik und lautes Streiten (80 bis 100 Euro Strafe) sind beim Autofahren in Spanien untersagt.

12. Sex am Strand

Im neuen Katalog für Ordnungswidrigkeit in der Gemeinde Llucmajor gilt Sex am Strand und in öffentlichen Parkanlagen als „sehr schwere Ordnungswidrigkeit“. Ein Schäferstündchen kann demnach teuer werden. Es drohen bis zu 3000 Euro Geldbuße.