Strände sind sehr viel mehr als eine Menge Sand, die auf das Meer trifft. Sie können wild sein, ursprünglich, steinig. Sie können sich mitten im Meer auf einer Insel ausstrecken oder sich auf 800 Metern über dem Meeresspiegel zwischen die bayerischen Alpen legen. Es gibt Strände da draußen, die sind so besonders, dass sie dir den Atem rauben. Und das auch an der deutschen Küste.

Wenn du nicht einfach nur ein Plätzchen suchst, an dem du in der Sonne brutzeln kannst, sondern das gewisse Etwas, dann bist du hier genau richtig: Willkommen an den fünf spektakulärsten Stränden Deutschlands.

1. Strand bei den Rügener Kreidefelsen

Bis zu 118 Meter hoch ragen Rügens weiße Kreidefelsen in den Himmel. Oben sind sie mit dichtem, sattgrünem Wald bewachsen, unten rauscht die Ostsee an die Felswände. Kein Wunder, dass sie zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der größten deutschen Insel gehören. Die Kreidefelsen liegen im Nordosten Rügens im Nationalpark Jasmund und erstrecken sich über eine Länge von 15 Kilometern von Sassnitz bis nach Lohme.

Am Fuß der Steilküste haben sich wilde Strände aus einer Mischung verschiedener Gesteine und Strandgut gebildet, das die Wellen ans Ufer spült. Sie sind vielleicht nicht das, was du dir unter dem perfekten Badestrand vorstellst, dafür aber umso lohnender für einen Spaziergang. Denn unten, eingebettet zwischen den hohen Felswänden und der wilden Ostsee, bist du mittendrin in der Natur. Ein Blick die Kreidefelsen hinauf und du wirst dir plötzlich ganz schön klein vorkommen.

Die Kreidefelsen auf Rügen sind die spektakuläre Landschaft, vor der sich der Strand erstreckt.

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Und nicht nur das: Auch ein einzigartiges Farbenspiel erwartet dich hier. Das Dunkelgrün der Bäume taucht in das Weiß des Kliffs ein, was sich schließlich in das Türkis der Ostsee stürzt. Nicht selten findest du während einer Wanderung auch kleine Schätze wie Bernstein, Muscheln oder Hühnergötter auf dem Boden.

An den Strand führt dich eine steile Treppe beim Kieler Bach. Um dorthin zu gelangen, folgst du von Lohme aus dem Uferwaldweg. Ganz wichtig: Zieh dir für die Wanderung festes Schuhwerk an und nimm dir eine Begleitung mit. Denn hier unten bist du nicht nur ein gutes Stück vom nächsten Dorf entfernt, es gibt dazu auch keinen Handyempfang.

Was du dir auf Rügen sonst noch nicht entgehen lassen darfst? Schau dir unser Video an:

2. Badedüne vor Helgoland

Rund einen Kilometer neben der kleinen Insel Helgoland liegt ein ganz besonderes Juwel der Nordsee: eine etwa 1000 Meter lange und 700 Meter breite Insel, die Helgoländer Badedüne. Einst war sie mit der Hauptinsel verbunden, bis sie 1721 durch eine Sturmflut von Helgoland getrennt wurde. Heute verkehrt eine Fähre mehrmals täglich von der Hauptinsel in das kleine Paradies.

Dort angekommen, wirst du deinen Augen kaum trauen: Zwei traumhaft weiße Sandstrände à la Südsee warten auf dich und werden dich vergessen lassen, dass du dich an der deutschen Nordsee befindest.

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Am Strand auf der Badedüne vor Helgoland ist der Sand pudrig und weiß.

Den Strand teilen sich Gäste mit ganz besonders putzigen Gesellen: den Kegelrobben. Die Düne ist ihr Revier, sie sind aber so gut an Menschen gewöhnt, dass du dich ihnen bis auf 30 Meter nähern kannst. Im Winter kannst du während einer geführten Tour sogar beobachten, wie die Kegelrobbenbabys am Strand der Helgoländer Badedüne zur Welt kommen.

Ebenfalls auf der Badedüne zu Hause sind die etwas kleineren Seehunde. Sie bringen ihre Jungen zwischen Mai und Juli auf den vorgelagerten Seehundbänken zur Welt. Kurze Zeit später wandern sie mit ihren Kleinen an den Strand zurück. Dann kannst du beobachten, wie die Seehundbabys ihre neue Umgebung kennenlernen. Ein faszinierender Anblick!

3. Lister Ellenbogen auf Sylt

Wer hätte gedacht, dass einer der spektakulärsten deutschen Strände am nördlichsten Punkt des Landes liegt? Die Rede ist vom sogenannten Lister Ellenbogen auf der nordfriesischen Insel Sylt. Dabei handelt es sich um eine 4,5 Kilometer lange und 1,2 Kilometer breite Halbinsel, die sich vom nördlichsten Zipfel der Insel aus erstreckt.

Rings herum zieht sich ein feiner, weißer Sandstrand. Wegen seiner Abgelegenheit wirst du hier selbst in der Hochsaison nur wenigen Menschen begegnen. Wäre da nicht die dänische Insel Rømø, die du bei gutem Wetter in der Ferne sehen kannst, könntest du glatt das Gefühl bekommen, du stündest am Rande der Welt. Das ultimative Freiheitsgefühl!

Scheinbar endlose Weiten am Lister Ellenbogen.

Wem du auf dem Weg zum Strand mit Sicherheit begegnen wirst, sind eine Menge Schafe, die zwischen den Dünentälern und Heidepflanzen zu Hause sind. Da sich der Lister Ellenbogen in einem Naturschutzgebiet befindet, haben diese auch Vorfahrt – und Hunde Leinenpflicht. Mit dem Auto gelangst du über eine fünf Kilometer lange Panoramastraße, die du gegen eine Maut von 6 Euro befahren darfst, zum Ellenbogen.

Wenn du dich am Strand und dem Meer sattgesehen hast, kannst du einen Abstecher zum Leuchtturm Licht-West unternehmen, dem nördlichsten Gebäude Deutschlands. Wer Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang am Strand hat, muss nur Richtung Westen laufen. Dann geht der Lister Ellenbogen in die Westküste Sylts über. Dort erwarten dich weitere rund 40 Kilometer Strandparadies.

4. Weststrand von Fischland Darß-Zingst

Dort, wo die Ostsee, urwüchsiger Kiefernwald und naturbelassene Dünen aufeinandertreffen, liegt der Weststrand der Halbinsel Fischland Darß-Zingst. 14 Kilometer lang zieht er sich über die Westseite der Ostsee-Halbinsel in Mecklenburg-Vorpommern.

Was diesen Strand so spektakulär macht, ist seine Ursprünglichkeit. Denn als Teil des „Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft“ darf die Natur hier wachsen, wie sie möchte. Die Bäume des an den Sand angrenzenden Gespensterwalds sind vom Wind in teils skurrile Formen gedreht, auf dem Boden findest du eine ganze Reihe von Pflanzen wie Strandhafer und Heidekraut.

Die Windflüchter-Bäume am Weststrand von Fischland-Darß-Zingst sind eines der Markenzeichen der Halbinsel.

Den Strand kannst du nur zu Fuß erreichen. Dazu stellst du dein Auto am Parkplatz „Drei Eichen“ in der Nähe des Ostseebads Prerow ab. Je länger du den vier Kilometer langen Weg entlangläufst, der dich zum Wasser führt, desto mehr wirst du das Gefühl bekommen, in eine andere Welt einzutauchen.

5. Strand am Walchensee

Wer bei spektakulären Stränden sofort an das Meer denkt, wird bei einem Besuch des Walchensees in Bayern schnell eines Besseren belehrt. Er liegt etwa 75 Kilometer von München entfernt und zählt zu den schönsten Seen Bayerns. Mit einer mittleren Tiefe von 81 Meter und einer Fläche von 16,4 Quadratmeter ist er außerdem einer der größten Alpenseen Deutschlands.

Und obwohl er auf 800 Metern Meereshöhe mitten in den Voralpen liegt, kommt hier Karibikfeeling auf. Denn an der Badestelle in Niedernach, ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Jachenau, erwartet dich am südwestlichen Zipfel des Sees ein weißer, pudriger Sandstrand.

Wenn du hier in der Sonne liegst, blickst du nicht nur auf sattes, türkisblaues Wasser, sondern kannst gleichzeitig die mächtige Kulisse der bayerischen Alpen im Hintergrund bestaunen.

Karibikfeeling mitten in Bayern am Walchensee.

Wer es sportlicher mag, kann bei einer Wanderung einen der Gipfel rund um den Walchensee erklimmen, zum Beispiel den Herzogstand. Je nachdem, welche Route du wählst, benötigst du für einen Rundweg eine bis vier Stunden. Aber die Anstrengung ist es wert: Auf rund eineinhalb Kilometern Höhe wirst du mit einem traumhaften Blick auf den See belohnt.

Gut zu wissen: Hunde dürfen im Walchensee zwar nicht schwimmen gehen, sind aber angeleint an den Ufern erlaubt.