Wenn die Blätter bunt werden und bei jedem Schritt unter den Füßen rascheln, dann ist es Zeit, einen Städtetrip zu planen. Schließlich präsentieren sich die deutschen Städte selten so farbenfroh wie im Herbstkleid und die Herbstsonne sorgt für traumhafte Lichtverhältnisse auf den Urlaubsfotos. 

Gute Chancen, diese goldenen Herbsttage auch wirklich zu erwischen und nicht durch graues Nieselwetter zu stapfen, hast du in Wiesbaden. Die hessische Landeshauptstadt ist eine der wärmsten Deutschlands und mit vielen Sonnenstunden verwöhnt. Der reisereporter verrät dir fünf weitere gute Gründe für einen herbstlichen Trip ins Rheintal und was du dabei auf keinen Fall verpassen darfst.

1. Wiesbaden ist warm

Auch wenn die Temperaturen im Rheintal sinken, musst du in Wiesbaden nicht zittern. Tag für Tag sprudeln in der Innenstadt zwei Millionen Liter warmes Wasser aus den tiefen Erdschichten an die Oberfläche. Bis zu 67 Grad ist es heiß und dampft in der kalten Jahreszeit sogar aus den Gullydeckeln.

Es gibt zwei innerstädtische Hotels mit eigenen Thermalquellen, das Badhaus im Radisson Blu Schwarzer Bock Hotel und der Nassauer Hof mit Rooftop-Pool. Auch im warmen Wasser der Kaiser-Friedrich-Therme kannst du dich an kalten Tagen herrlich entspannen oder du wärmst dich mit ein paar Schlucken Wasser aus dem Kochbrunnen von innen auf. 

Der Kochbrunnen: Wiesbadens heißeste Thermalquelle.

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Die heißen Quellen werden aber nicht nur für Bäder und Spa-Anwendungen genutzt, sondern dienen als regenerative Energiequelle auch zum Heizen von Wohnungen und Gebäuden.

2. Wiesbaden hat ein schräges Wahrzeichen

... und das bringt dich in knapp vier Minuten auf den Neroberg. Die zwei kleinen gelb-blauen Wagen der Nerobergbahn rumpeln schon seit 1888 den Berg hinauf und sind in Deutschland einmalig.

Angetrieben wird die Standseilbahn nämlich durch Wasserkraft: Beide Wagen sind durch ein 452 Meter langes Stahlseil verbunden. An der Bergstation wird der obere Wagen mit 7000 Litern Wasser gefüllt. Dadurch ist er schwerer als der Wagen an der Talstation und zieht diesen nach oben, während er selbst nach unten fährt. Unten angekommen wird das Wasser abgelassen und wieder nach oben gepumpt.

Die historische Nerobergbahn von 1888 fährt über das Viadukt in Wiesbaden.

Bei einer Fahrt mit der Bergbahn kannst du diese faszinierende Technik hautnah erleben. Auch die Fahrt über das Viadukt mit seinen fünf Bögen ist ein besonderes Erlebnis. Eine kombinierte Berg-und-Tal-Fahrt kostet für Erwachsene 5 Euro.

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​3. Wiesbaden feiert den Wein

Wiesbaden und der Wein sind eng miteinander verbunden. Das ganze Jahr über finden in der Stadt zahlreiche Veranstaltungen rund um die edlen Tropfen statt, es gibt Weinproben und Weinwanderungen. Jedes Jahr wird sogar ein Glas mit neuem Weinmotto entworfen, „Make wein not war“ steht auf dem Glas für 2022.

Der Neroberg in Wiesbaden: Hier gedeiht der Neroberger Wein.

Ein leckeres Gläschen Wein und viele Informationen bekommen Besucherinnen und Besucher zum Beispiel bei einer Führung und Weinprobe im Kloster Eberbach, wo Mönche bereits im 12. Jahrhundert Wein anbauten.

Rheingauer Wein mit fantastischer Aussicht gibt es am Weinstand „Château Nero“, der auf einem Plateau oberhalb des einzigen Wiesbadener Weinbergs liegt. 

4. Wiesbadens Wochenmärkte: Ein Schlemmerparadies

In Wiesbaden solltest du dich unbedingt einmal auf dem Wochenmarkt durchfuttern. mittwochs und samstags werden hier von Rheingauer Spezialitäten wie Spundekäse mit Laugengebäck über holländischen Kibbeling bis hin zu belgischen Waffeln und „Winzza“, einer Art Winzerpizza, allerlei Köstlichkeiten angeboten.

Wochenmarkt auf dem Marktplatz vor dem neuen Rathaus in Wiesbaden.

Außerdem gibt es rund 80 Stände mit regionalen Produkten wie Kaffee von der Wiesbadener Rösterei Hepa, Honig aus der Bioimkerei, Wildspezialitäten und natürlich Wein. 

Wer auch außerhalb der Wochenmärkte schlemmen will oder nach einem leckeren Mitbringsel sucht, findet in Feinschmeckerläden wie „Schenken und Genießen“ zum Beispiel Traubenbrand, Rosenlikör und die hauseigene Grünteemischung „Wiesbadener Traum“. Nur im Wiesbadener Vorort Breckenheim zu kaufen gibt es die Spezialität „Leckweje“, einen süßen Brotaufstrich aus Birnen.

Auf jeden Fall probieren solltest du auch die original Wiesbadener Ananastörtchen. Die Kreation aus Ananas, Nougatwaffeln, Marzipan und edler Zartbitterschokolade ist Wiesbadens Pendant zu den Nürnberger Lebkuchen oder den Salzburger Mozartkugeln. Die Chocolateria Kunder stellt das leckere Dessert schon seit 1898 in Handarbeit her.

5. Wiesbaden ist gut angebunden

Wiesbaden liegt mitten im Herzen Deutschlands und ist mit dem Zug aus allen Richtungen gut zu erreichen. Um die 500 Züge halten täglich am Hauptbahnhof.

Der Bahnhof ist aber nicht nur Hauptverkehrsknotenpunkt in der hessischen Landeshauptstadt, sondern auch ein richtiger Hingucker: Das Gebäude von 1906 besteht aus rotem Sandstein im Stil des klassischen Neubarock, ebenso wie der 40 Meter hohe Turm, große Rundbögen führen in die Haupthalle. 

Der Hauptbahnhof von Wiesbaden: Hauptverkehrsknotenpunkt und Sehenswürdigkeit.

Innerhalb von Wiesbaden sind die Wege kurz, die meisten Ziele in der Innenstadt erreichst du bequem zu Fuß. Vom Hauptbahnhof ist es gerade mal eine Viertelstunde bis zum Marktplatz. Wenn du die Stadt lieber auf Gleisen erkunden möchtest, kannst du am Marktplatz in eine der beiden schnuckeligen Bimmelbahnen namens Thermine (rot) und Lili (weiß-blau-gelb) steigen.

Die Stadtbahn Thermine vor dem Wiesbadener Landesmuseum.

In 50 Minuten touren die Bahnen einmal durch die Innenstadt, über die luxuriöse Wilhelmstraße vorbei am Kurhaus zur russisch-orthodoxen Kirche mit ihren goldenen Zwiebeltürmen und der Nerobergbahn, wo du jeweils aussteigen und später wieder zusteigen kannst.

Zurück zum Marktplatz geht es über die Taunusstraße mit ihren vielen einzigartigen Geschäften zum historischen Kranzplatz samt Kochbrunnen und über den Schlossplatz zur Marktkirche. Erwachsene zahlen für die „Tour de Wiesbaden“ 12 Euro.