Wer in den Urlaub fliegt, wünscht sich zwei Dinge: schnell und bequem von A nach B zu kommen. Mehrere Ideen sollen in den nächsten Jahren umgesetzt werden und so für mehr Komfort sorgen. Welche Neuheiten es bei den großen Airlines und den Flugzeugherstellern gibt? Lies selbst:

Überschallgeschwindigkeit: Overture von Boom Supersonic

Er soll eine Reisegeschwindigkeit von 2100 Kilometern pro Stunde erreichen und 65 bis 80 Passagiere so 2,6-mal schneller von London nach New York bringen: Der Jet Overture der US-Firma Boom Supersonic soll den Überschall-Flugverkehr wieder zum Leben erwecken – 20 Jahre, nachdem die Concorde zum letzten Mal abgehoben ist.

Das Flugzeug soll eine besondere Aerodynamik, vier kleine Triebwerke und möwenartige Flügel haben, um die Geschwindigkeit und Stabilität zu verbessern. Dabei seien die Triebwerke so designt, dass der Fluglärm trotz der enormen Geschwindigkeit reduziert werde, teilt Boom Supersonic mit.

So soll sie aussehen, die „Overture“, das neue Überschallflugzeug.

Erste Testflüge sind für 2025 geplant, die Auslieferung bis 2029. Allerdings hat das Programm im Herbst 2022 einen bedeutenden Rückschlag erlitten: Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat sich aus der Zusammenarbeit mit Boom Supersonic zurückgezogen. Nun sucht das Unternehmen nach neuen Partnern.

Japan Airlines ist als Investor mit an Bord. Und American Airlines ist nach United die zweite US-Fluggesellschaft, die mehr als ein Dutzend der Überschallmaschinen bestellt hat.

Aktuelle Deals

Boeing 777X

Den markanten Buckel der Boeing 747 wird die Boeing 777X nicht haben, dafür aber ein anderes Merkmal: Die Flügelenden werden hochklappbar sein. Die „Folding Wingtips“ verkürzen die Spannweite von 71,75 auf 64,82 Meter, damit passt das X‑Modell auch an normale Flughafengates.

Noch eine Besonderheit ist die Rumpflänge von 76,72 Metern, welche die Boeing zum längsten Zweistrahler der Welt macht.

Im November 2021 stattete die neue Boeing 777-9, auch bekannt als 777X, der Lufthansa in Frankfurt einen Besuch ab. Die Airline wird neben Emirates Erstkundin sein.

Die 777X bietet Platz für 384 bis 426 Passagierinnen und Passagiere, die in den Genuss von breiteren Kabinen, dimmbaren Fenstern und übergroßen Gepäckfächern kommen sollen. Mindestens acht Fluggesellschaften, darunter Ana, Emirates, Qatar und Lufthansa, haben den Jet bestellt.

Ursprünglich hätte er schon 2020 fliegen sollen, nach Problemen bei Boeing (beginnend mit den Abstürzen der 737 Max) wird der Start nun für 2023 erwartet.

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Elektroflugzeug Alice

Fliegen mit Batterien – das geht, zumindest kurz: Das Elektroflugzeug Alice ist kürzlich zum ersten Mal abgehoben. Etwas länger als neun Minuten blieb die Maschine des israelischen Herstellers Eviation nach dem Start vom Grant County International Airport im US-Bundesstaat Washington in der Luft. Sie erreichte eine Flughöhe von einem Kilometer.

Alice bietet Platz für bis zu neun Reisende sowie zwei Pilotinnen und Piloten. Das Flugzeug soll 814 Kilometer weit fliegen können bei einer Spitzengeschwindigkeit von rund 480 Kilometern pro Stunde. Für das Elektroflugzeug gibt es bereits etliche Vorbestellungen, die ersten Maschinen sollen 2026 ausgeliefert werden.

Die Eviation Alice ist ein Elektroflugzeug, das als kommerzielles Passagierflugzeug entwickelt wird. Es hat 2022 den ersten Testflug absolviert.

Für eine Revolution der Luftfahrt sorgen Elektroflugzeuge zwar nicht – zumindest nicht auf der Langstrecke. „Die Leistungsanforderungen sind sehr groß und die Speicherkapazität einer Batterie vergleichsweise gering – das wissen wir schon aus dem Automobilbereich“, sagte Jens Friedrichs, Professor an der TU Braunschweig im Institut für Flugantriebe und Strömungsmaschinen, dem reisereporter.

Batterien benötigen bisher extrem viel Volumen, sind sehr schwer und vergleichsweise teuer. Daher wären solche Flugzeuge eher für kurze Strecken beziehungsweise Flugtaxis geeignet.

Airbus A380 soll mit Wasserstoff fliegen

Die Zukunft lieg im Wasserstoff, findet Airbus. Der Flugzeugbauer will im Jahr 2035 das erste Flugzeug vorstellen, das mit dem neuen, emissionslosen Treibstoff angetrieben wird.

Bald will Airbus ein Wasserstoff-Triebwerk an einem A380 testen und installiert dafür hinten am Rumpf ein zusätzliches Triebwerk von Motorenbauer CFM. Als Maschine dafür dient der erste je gebaute Superjumbo mit der Seriennummer MSN 001. Er hat im Mai seinen letzten regulären Flug absolviert und wird seither umgebaut.

Airbus will einen A380 mit einem Wasserstofftank ausstatten.

Noch im Jahr 2022 sollen erste Tests am Boden beginnen, berichtet das Branchenmagazin „Aerotelegraph“. Die ersten Testflüge sollen 2026 erfolgen.

Condor: Kabinen im A330neo und buchbare Gepäckfächer

Condor setzt in Zukunft auf Streifen – und zwar nicht nur bei der Außenlackierung, sondern auch innen. In der neuen Business Class und der neuen Economy Class des Airbus A330neo setzt die Airline den Look um.

310 Sitzplätze stehen zur Verfügung, davon 30 in der Business Class, 64 in der Premium Economy Class und 216 in der Economy Class, teilt Condor mit. Was neu in den Kabinen ist:

  • Flüsterkabine: die leiseste Kabine der Flugzeugkategorie
  • größere Gepäckfächer mit 66 Prozent mehr Platz für das Handgepäck
  • Sitzabstand von 76 Zentimetern
  • USB‑A- und USB‑C-Anschlüsse sowie Steckdosen an jedem Sitzplatz
  • In-Seat-Monitor mit 4K-Auflösung
  • gestreiftes Muster der Polster

Die ersten Reisenden erleben die neue Kabine erstmals im Herbst 2022. Dann soll pro Monat durchschnittlich ein Airbus A330neo zur Flotte hinzustoßen und die Boeing 767 als Langstreckenmaschine ablösen.

Im Winter bedient Condor mit dem A330neo dann regulär die Langstrecke – und fasst Ziele wie die Dominikanische Republik, Mexiko und Seattle in Nordamerika ins Auge.

So sieht die neue Kabine im A330neo bei Condor aus.

Buchbarer Platz im Gepäckfach

Am 1. November 2022 tritt eine weitere Neuerung in Kraft, allerdings nicht im A330neo, sondern in vier Maschinen des Typs A330-200. Dann verkauft Condor in der Economy Class gesicherte Plätze im Gepäckfach – ab 9,90 Euro pro Strecke.

Die Gepäckfach­reservierung werde als zusätzliche Option in den Buchungsprozess eingeführt, sei aber kein Muss, erklärt eine Condor-Sprecherin dem reisereporter. Reisende können online bis 48 Stunden vor Abflug unter „Meine Buchung“ oder beim Online-Check-in während der Sitzplatzauswahl den gewünschten Stauraum auf der angezeigten Seatmap auswählen und hinzufügen. Dies sei auch ohne Reservierung eines Sitzplatzes möglich.

Ob das System Nachahmer findet? Bislang unklar, aber denkbar angesichts der vielen Extragebühren, die Reisende schon in Flugzeugen zahlen (müssen).

Emirates erneuert Flugzeugkabinen

Emirates erneuert die Kabinen von 120 Flugzeugen – mit einer Investition von mehreren Milliarden Dollar ist es nach Angaben der arabischen Airline die größte Kabinenumgestaltung der Emirates-Geschichte.

Die Renovierung umfasst Sitzbezüge, Wandverkleidungen und das Dekor. Die Flottenerneuerung soll bis April 2025 dauern, sie beginnt mit dem Airbus A380, dann folgt die Boeing 777. Ziel sei der Umbau von monatlich vier Flugzeugen, teilt die Airline mit.

Emirates erneuert seine Kabinen.

Dabei würden rund 727 Privatsuiten der ersten Klasse erneuert, 4000 Sitze der neuen Premium Economy Class installiert und 5000 Sitze der Business Class ausgetauscht. Auch Teppiche, Treppen und Innenverkleidungen sollen ersetzt werden. Diese werden mit neuen Farbtönen gestaltet und zeigen künftig die ikonischen Ghaf-Bäume. Diese wachsen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und sind als Motiv bereits in einigen Flugzeugen von Emirates zu finden.