Nicht jedes Gewässer, das wie ein idyllisches Naturparadies aussieht, ist es auch. In Deutschland gibt es zwar Tausende Seen, in denen man gefahrlos baden kann, es gibt aber auch Ausnahmen. Hier lauern giftiger Abfall, der das Wasser verseucht, oder lebensgefährliche Höhlen unter Wasser. Es gab bereits schwere Tauchunfälle und sogar Todesfälle.

1. Silbersee

Der Name klingt harmlos, das Wasser ist es aber nicht: Der Silbersee im Südosten Nürnbergs ist ein künstlich entstandenes, stark toxisch belastetes Gewässer. Gefahr? Groß! Der See entstand ab 1937 als Teil einer großen Baugrube und diente als Sondermülldeponie. In den Jahrzehnten nach dem Krieg wurde hier giftiger Abfall deponiert.

Der Silbersee nahe Nürnberg war lange eine Sondermülldeponie.

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Aufgrund fehlender Abdichtung der Deponie gegen Grundwasser ist der Silbersee mit diversen Schadstoffen belastet. Das Gift gelangte durch den Boden in das Gewässer. Etwa 50 Menschen sind bisher durch Schwefelwasserstoffschwaden gestorben, da sie im See gebadet haben.

2. Kreidesee

Passionierte Taucherinnen und Taucher kennen den Kreidesee nahe Cuxhaven: Weil es eine Sicht von bis zu 40 Metern gibt, gilt er als legendär. Das Wasser ist besonders klar, weil hier bis zum Jahr 1976 Kreide für die Zementproduktion abgebaut wurde. Unter der Wasseroberfläche liegen die begehrten Ziele der Tauchenden: versunkene Autos, ein gesunkenes Segelboot sowie ein Flugzeug.

Im Kreidesee liegen so manche Schätze verborgen.

Doch so spannend der Kreidesee wirkt, so gefährlich ist er auch. Mindestens 15 Todesfälle wurden seit den 1990er-Jahren verzeichnet. Aufgrund der guten Sichtverhältnisse wird die Tauchtiefe gern unterschätzt, dazu kommt die Kälte: Der See hat oft nur acht Grad Wassertemperatur.

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3. Vogelsberger See

Mitten im Rhein-Main-Gebiet in den Dietesheimer Steinbrüchen liegt der idyllische Vogelsberger See. Er entstand erst Anfang der Achtzigerjahre nach dem Ende des Basaltabbaus. Heute befindet sich hier ein 61 Hektar großes Naherholungsgebiet mit Seen, Wäldern und Felsformationen.

Schwimmen und Bootfahren sind im Naherholungsgebiet rund um den Vogelsberger See verboten.

Doch das Idyll ist trügerisch: An den steil abfallenden Felswänden ist die Verletzungsgefahr groß, deshalb sind Schwimmen und Bootfahren im gesamten Naherholungsgebiet verboten.

Besonders gefährlich ist die 14 Meter hohe Canyon-Brücke. Diese verbindet den Oberwaldsee und den Vogelsberger See. Die Aussicht ist herrlich, doch leider gilt es unter Jugendlichen als Mutprobe, von der Brücke zu springen. Das ist lebensgefährlich! Wer den Sprung wagt, kann sich Knochen brechen oder gar querschnittsgelähmt sein. Man weiß nie, ob es Felsen unter der Wasseroberfläche gibt.

4. Blautopf

Der Blautopf in der Nähe von Ulm ist berühmt für seine blaue Farbe. Diese entsteht durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung. Aufgrund der Klarheit des Wassers und des hohen Kalkgehaltes wird das Licht millionenfach an kleinsten Kalkpartikeln gestreut. Das lässt das Wasser so leuchtend blau erscheinen.

Der Blautopf in Baden-Württemberg wurde in den 1980er-Jahren für Taucherinnen und Taucher gesperrt.

Im Untergrund des Blautopfs liegt die Blauhöhle und ein unterirdisches Höhlensystem, das Gefahren birgt. Bereits 1880 stieg der erste Helmtaucher in den Blautopf, doch erst im Jahr 1957 wurde der Grund von einem Taucher erreicht.

Nach mehreren Tauchunfällen unter Hobbytauchern, darunter auch tödliche, wurde der Blautopf in den 1980er-Jahren für Taucherinnen und Taucher gesperrt.

5. Teufelstisch im Bodensee

Der Bodensee, Deutschlands größter See, beeindruckt mit seinen Ausmaßen: Er ist 540 Quadratkilometer groß, bis zu 63 Kilometer lang, bis zu 13 Kilometer breit und bis zu 254 Meter tief. Da wundert es nicht, dass es auch Stellen gibt, die hochgradig gefährlich sind.

Zwischen Konstanz-Wallhausen und Bodman im Überlinger See liegt der Teufelstisch. Dabei handelt es sich um eine Felsnadel im Bodensee, die kurz unterhalb der Wasseroberfläche endet.

Ihre steil abfallenden Felswände, die rund 90 Meter in die Tiefe führen, waren lange unter Taucherinnen und Tauchern beliebt – und gefürchtet. Da es immer häufiger zu Tauchunfällen kam, gab es ab 1977 immer wieder mal ein Tauchverbot, das 1994 erweitert wurde und bis heute gilt.