Ob am Seeufer oder unter der Wasseroberfläche: In Deutschlands Seen schlummert das ein oder andere Geheimnis. Mal leuchtet das Wasser tiefblau oder blutrot, mal liegt ein VW-Käfer am Seegrund, mal verirren sich Taucher in unterirdischen Höhlensystemen. Wir verraten dir die Geschichten, die sich um die geheimnisvollsten Seen in Deutschland drehen.

Alatsee

Der Beiname „blutender See“ klingt wie ein großes Geheimnis: Der Alatsee in Bayern ist wegen seiner Farbe einer der außergewöhnlichsten Seen Deutschlands.

An manchen Tagen schimmert die Oberfläche des Sees in einer roten Farbe. Unter der Wasseroberfläche verbirgt sich sein Geheimnis: eine giftige rote Schicht aus Purpur-Schwefelbakterien in 15 bis 18 Meter Tiefe, die dem See sein unheimliches Aussehen verleihen.

An manchen Tagen schimmert das Wasser im Alatsee rötlich.

Um den Alatsee gibt es einige Mythen und Sagen. Fabelwesen und Gespenster sollen hier hausen oder Wanderer in den See gezogen und in Erdspalten gelockt werden. Bis heute gilt der See bei der einheimischen Bevölkerung als verrufener Ort.

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Walchensee

Ebenfalls unter der Wasseroberfläche schlummert das Geheimnis des Walchensees in den Bayerischen Voralpen. Er ist einer der größten und tiefsten Alpenseen Deutschlands und verbirgt auf seinem Grund mehrere Wracks, die ertaucht werden können.

Auf dem Grund des Walchensees liegen mehrere Wracks, zu denen man tauchen kann.

Durch das besonders saubere Wasser sind Sichtweiten von bis zu 40 Metern möglich. Unter Wasser beginnt das Abenteuer: Im Laufe des Zweiten Weltkrieges versuchten mindestens zwei Flugzeuge, auf dem See zu landen und versanken. Beliebt bei Tauchern sind auch die Wracks eines VW Käfers und eines Ford, die in Ufernähe liegen.

Rachelsee

Im Nationalpark Bayerischer Wald an der Grenze zur tschechischen Region Böhmen liegt der geheimnisvolle Rachelsee auf einer Höhe von 1071 Metern. Er ist nur zu Fuß über eine zweistündige Wanderung zu erreichen und gilt als der stillste Bayerwaldsee.

Um den Rachelsee ragen sich viele Sagen. So soll der Name Rachel auf die Großmutter des Teufels zurückgehen.

Rund um den Rachelsee liegt eine einzigartige Kulisse: Über Jahrzehnte hat sich hier eine Art Urwald gebildet. Seit der Entstehung des Naturschutzgebiets im Jahre 1918 durfte kein einziger Baum mehr gefällt werden. Um den See ragen sich viele Sagen. So soll der Name Rachel auf die Großmutter des Teufels zurückgehen.

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Blautopf

Hier ist der Name Programm: Der Blautopf in der Nähe von Ulm ist berühmt für seine geheimnisvolle, blaue Farbe. Diese entsteht durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung. Aufgrund der Klarheit des Wassers und des hohen Kalkgehaltes wird das Licht millionenfach an kleinsten Kalkpartikeln gestreut. Das lässt das Wasser so leuchtend blau erscheinen.

Der Blautopf in Baden-Württemberg wurde in den 1980er-Jahren für Taucherinnen und Taucher gesperrt.

Doch nicht nur die Farbe ist geheimnisvoll: Im Untergrund des Blautopfs liegt die Blauhöhle und ein unterirdisches Höhlensystem. Bereits 1880 stieg der erste Helmtaucher in den Blautopf, doch erst im Jahr 1957 wurde der Grund von einem Taucher erreicht. Nach mehreren Tauchunfällen unter Hobbytauchern, darunter auch tödliche, wurde der Blautopf in den 1980er Jahren für Taucher gesperrt.

Königssee

Der bekannteste Bergsee Bayerns liegt in der spektakulären Kulisse der Berchtesgadener Alpen. Die gigantischen Felsen fallen fast senkrecht zum Ufer des Königssees hinab, der an seiner tiefsten Stelle 192 Meter tief ist. Nicht nur die Umgebung wirkt geheimnisvoll, sondern auch das Wasser.

Der Königssee misst an seiner tiefsten Stelle 192 Meter.

Der berühmte Gebirgssee erreicht auch im Sommer lediglich 16 Grad. Das hängt mit seiner Tiefe zusammen. Auf seinem Grund verbirgt sich dann das größte Geheimnis des Königssees: da liegt ein alter VW Käfer. Sein Besitzer fuhr im Jahr 1964 über den zugefrorenen See und brach ein. Beide liegen noch heute am Grund des Sees.

Schluchsee

Der dichte, dunkle Wald, der die Wasserfläche umrahmt, verleiht dem Schluchsee im Herzen vom Schwarzwald ein geheimnisvolles Flair: Der Stau- und Badesee ist umgeben von der typischen Schwarzwälder Nadelwalddecke und verströmt deshalb eine schaurig-schöne Atmosphäre.

Der mystische Schluchsee im Schwarzwald.

Willst du alle Facetten vom Schluchsee kennenlernen, lohnt sich der Seerundweg, der direkt am Wasser entlangführt. Für die Strecke von rund 18 Kilometer benötigst du etwa sechs Stunden. Unterwegs erlebst du den See von allen Seiten: mal belebt und bunt, mal still und geheimnisvoll.

Groß Väter See

In Brandenburg, nur eine Autostunde von Berlin entfernt, liegt das Feriendorf Groß Väter See inmitten des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. Der See hat eine Fläche von rund 13 Hektar und ist maximal zwölf Meter tief. Im Frühjahr kommen gerne Taucher, da dann die Sichtweiten gut sind und man Zander beim Laichen beobachten kann.

Was auf den ersten Blick wie das ideale Ziel für einen Familienausflug wirkt, birgt ein Geheimnis. Am Südufer des Sees betrieb das Ministerium für Staatssicherheit seit 1968 eine streng kontrollierte Ferienanlage. Diese war unter dem Namen „Dynamo-Erholungsheim“ ausschließlich für Mitarbeiter der Staatssicherheit zugänglich. Außerhalb der Urlaubszeiten wurde die Anlage als Schulungs- und Ausbildungsstätte der Staatssicherheit genutzt.

Bergsee Siedlingshausen

Im Sauerland erzählt der Bergsee Siedlingshausen eine ganz besondere Entstehungsgeschichte. Über viele Jahrhunderte ragte aus dem Gipfel des Meistersteines bei Siedlinghausen/Silbach ein spitzer Felsen hervor, der einst durch Vulkantätigkeit entstanden ist. Viele Mythen rangen sich um ihn und so manch mystische Feier fand hier statt.

Manch mystische Feier fand einst am Bergsee Siedlingshausen statt.

Im Jahr 1930 begann man dann aber, den Felsen abzutragen und das Material für den Straßen- und den Bahntrassenbau zu nutzen. Die Bevölkerung wehrte sich vergeblich. Es wurde tief in den Berg hineingegraben. So entstand der Bergsee Siedlingshausen: Denn in die Mulde strömte Grundwasser und ein kristallklarer See entstand.

Laacher See

Seine Geschichte ist gewaltig: Der Laacher-See-Vulkan in der Vulkaneifel brach vor etwa 13000 Jahren mehrfach aus. Aufsteigendes Magma traf auf wasserführende Schichten und löste eine Wasserdampfexplosion aus, Glutströme flossen in die Täler. Mit einer Größe von drei Quadratkilometern und einer Tiefe von 50 Metern ist der Laacher See heute der größte See in Rheinland-Pfalz.

Der Laacher-See-Vulkan brach vor rund 13000 Jahren mehrfach aus.

Noch heute ist die Vulkantätigkeit erkennbar: Am Ostufer des Sees steigen kleine Blasen im Wasser empor. Grund dafür sind sogenannten Mofetten: Dabei handelt es sich um aufsteigendes Kohlenstoffdioxid, das an die Vulkangeschichte des Sees erinnert.

Steinhuder Meer

Der größte Binnensee Nordwestdeutschlands ist nicht unbekannt, dafür umgibt ihn aber an vielen Stellen ein geheimnisvolles Flair: Das Steinhuder Meer nahe Hannover gilt als Klassiker zum Baden, Segeln und Kitesurfen, hat aber auch eine völlig andere Seite.

Das Steinhuder Meer im Frühling bei Sonnenschein und blauen Himmel.

Denn der Naturpark rund um den See bezaubert mit Mooren, Dünen, Wäldern und Wiesen, wo je nach Lichtstimmung eine fast mystische Stimmung herrscht. Die Geschichte des Steinhuder Meers und sein besonderes Ambiente sind schon lange bekannt: Spuren von Besiedlung lassen sich bis in die Altsteinzeit hinein nachweisen.