Wenn die Herbstsonne den roten Sandstein der Felsformationen leuchten lässt und die kleinen Wasserfälle sich fast zärtlich ihren Weg durch die Schluchten bahnen, ist der Pfälzerwald in seinem Element. Etliche Wanderwege laden jetzt zur Erkundung des Naturparadieses ein. Ziele gibt es dabei viele. 

So kannst du bei einem Besuch der Burgen eine Zeitreise ins Mittelalter machen, Naturdenkmäler bestaunen und sogar den Frühstückstisch des Teufels erklimmen. Ist dir das zu aufregend, kannst du dich auch auf den Genuss der Naturkulisse beschränken. Wir zeigen dir zehn Hotspots, die den Ausflug in das Wanderparadies zu einem besonderen Erlebnis machen.

1. Burg Trifels

Die Burg Trifels oberhalb von Annweiler ist eine der bedeutendsten Touristenmagneten der südlichen Pfalz. Bereits gut 1000 Jahre reicht die Geschichte der Burg zurück. Unter den Staufern und Saliern galt sie als Zentrum der Macht; ein Jahr lang wurde König Richard Löwenherz hier gefangen gehalten und dann mit 23 Tonnen Silber freigekauft.

Das Erklimmen der Burg lohnt sich unbedingt: Der Ausblick von der Burg über den Pfälzerwald und das Städtchen Annweiler ist gigantisch und du kannst in der teilrestaurierten Ruine, die auf dem Sonnenberg steht, ins Mittelalter abtauchen. Die Öffnungszeiten variieren saisonbedingt.

Die Burg Trifels in Annweiler gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Südpfalz.

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2. Kaltenbacher Teufelstisch

Der Teufel höchstpersönlich soll an dieser tischartigen Felsformation gegessen haben. Der 14 Meter hohe Pilzfelsen wirkt etwas instabil, doch weit gefehlt. Seine Standhaftigkeit hat er bereits bewiesen: Schon rund 250 Millionen Jahre hat er auf dem Buckel und Kletterfans dürfen den Pilz sogar erklimmen.

Allein die „Tischplatte“ des markanten Naturdenkmals bringt 250 Tonnen auf die Waage. Es ist der größte von insgesamt 20 Pilzfelsen, die es im Pfälzerwald zu entdecken gibt.

Im Pfälzerwald gibt es faszinierende Felsformationen wie den Teufelstisch zu entdecken.

3. Karlstalschlucht

Wildromantisch gibt sich die Karlstalschlucht im gleichnamigen Tal. Das Naturschutzgebiet in der Nähe von Trippstadt breitet sich über etwa vier Kilometer Länge aus und liefert beste Wanderbedingungen. Das Flüsschen Moosalb, kleine Wasserfälle, ein Pavillon in der Mitte der Felsenschlucht und die weitgehend naturbelassene Umgebung machen den Zauber der Schlucht aus. 

Ein Weg, der direkt am Bach entlang über kleine Holzbrücken führt, und die roten Buntsandsteinfelsen geben diesem Fleckchen Erde ein besonderes Flair und machen die Karlstalschlucht zu einem der schönsten Wanderziele im Pfälzerwald.

Wildromantisch: Die Karlstalschlucht im Pfälzerwald.

4. Burg Berwartstein

Die Felsenburg Berwartstein in Erlenbach bei Dahn bietet ein vielseitiges Besuchererlebnis. Bis heute ist die in Privatbesitz befindliche Burg bewohnt und bewirtschaftet. Im einstigen Rittersaal können Flammkuchen und Pfälzer Spezialitäten verspeist werden – und gestärkt geht es danach auf geführte oder nicht geführte Erkundungstour durch die historischen Gemäuer.

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Dabei passieren Besucherinnen und Besucher historische Schlaf-, Waffen- und Folterkammern, und von der Aussichtsplattform der Burg aus reicht die Sicht bis zum französischen Elsass. Wer danach nicht wieder gehen will, hat die Möglichkeit, auf der legendären Raubritterburg zu übernachten.

Eine historische Schlafkammer auf Burg Berwartstein mit Mobiliar, Ritterrüstung und Tierfellen.

5. Biosphärenhaus und Baumwipfelpfad

Im Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen in Fischbach bei Dahn warten familienfreundliche Naturerlebnisse: Bei der Mitmach-Ausstellung im Gebäude ist die sogenannte Nacht-Etage besonders spannend. Hier wird das nächtliche Leben der Natur in einer Art Dunkelkammer dargestellt. 

Unter freiem Himmel stellt der Baumwipfelpfad die beste Möglichkeit zum Kontakt mit der Natur dar. Auf 270 Metern Länge und zwölf bis 18 Metern Höhe führen feste Holzstege durch die Kronen. Zum Lehr- und Spielpfad gehören unter anderem interaktive Spielstationen, ein 40 Meter hoher Aussichtsturm, Wackelbrücken und eine Riesenwendelrutsche.

6. Altschlossfelsen

Sie sind die größte Felsformation der Pfalz, ragen 30 Meter in den Himmel und erstrecken sich über eineinhalb Kilometer: die Altschlossfelsen bei Eppenbrunn. Das Natur- und Kulturdenkmal zeichnet sich durch bizarre Felswände und ‑türme aus Sandstein aus. Wind und Wetter haben das Felsmassiv zu beeindruckenden Kunstwerken geformt.

Wie du hinkommst? Am besten bei einer Wanderung über den Altschlosspfad. Die Premium-Wanderroute ist gut zehn Kilometer lang und führt bis an die deutsch-französische Grenze. Wer gewaltige Natur erleben möchte, ist hier genau richtig.

Bei einer Wanderung können die Altschlossfelsen erkundet werden.

7. Hambacher Schloss

Im Mittelalter wurde es als Burg erbaut und erst in der Neuzeit zu einem Schloss umgestaltet: das Hambacher Schloss auf dem Kastanienberg über Neustadt an der Weinstraße. Im Inneren zeigt die Dauerausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss!“, warum das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie gilt. 

Seit Mitte Oktober finden Besucherinnen und Besucher wieder ein gastronomisches Angebot vor – dieses war zeitweise eingestellt worden. Unterhalb der Burgschänke startend, kannst du auf einem Wanderweg den Pfälzerwald, das Weindorf Hambach und Rebenlandschaften erleben.

Vogelperspektive auf das Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße.

8. Aussichtspunkt Orensfels

Auf 581 Metern Höhe liegt der Orensfels (auch Orensberg) im Pfälzerwald. Besucherinnen und Besucher können von dort aus den Ausblick auf Rebenfelder, das idyllische Queichtal, den Pfälzerwald, das Örtchen Annweiler und die Burgen Trifels, Anebos und Münz genießen.

Zu erreichen ist die Aussichtsplattform nur zu Fuß – beispielsweise ab Albersweiler über das Naturfreundehaus Kiesbuckel oder weniger anstrengend über die Landauer Hütte aus Dernbach. Beliebt bei einer längeren Route ist der Weg von Orensfels zu Neuscharfeneck, der viertgrößten Burganlage der Pfalz. 

Wanderer auf dem Gipfelplateau Orensfels im Pfälzerwald.

9. Burgruine Madenburg

50 Meter breit und 180 Meter lang erstreckt sich die Madenburg auf der Spitze des Rothenbergs und gilt als größte Burganlage der Südpfalz. Ihre Entstehungsgeschichte reicht bis in das elfte Jahrhundert zurück und ihr historisches Flair ist bis heute konserviert. Einer der Türme der Burg ist begehbar und von dort bietet sich ein toller Blick auf die Rheinebene und den Wasgau.

Vom Wanderparkplatz Wadenburg oder aus dem Ort Eschbach (etwa der doppelte Weg) erreichst du die Ruine zu Fuß und kannst dich dort in der Burgschänke mit Pfälzer Spezialitäten wie Saumagen oder Leberknödeln stärken und alles mit einem Schoppen runterspülen. 

Eine der ältesten Burganlagen der Pfalz ist die Madenburg.

10. Hexenklamm

Am Stadtrand von Pirmasens liegt die sagenumwobene Felsenschlucht Hexenklamm. Der Legende nach wurde hier einst der angetrunkene Fuhrmann eines Weintransports beim Passieren der Klamm zur Geisterstunde verhext, sodass er eine Stunde durch die Klamm irrte, ohne sich seinem Heimatort zu nähern. Noch heute, so heißt es, solle man den Ort um Mitternacht meiden.

Kleine Wasserfälle gehören zu den Naturereignissen, die es auf der Hexenklamm zu entdecken gibt.

Bei Tag machen das Naturdenkmal seine Felsauswaschungen, besondere Vegetation wie seltene Orchideen und kleine Wasserfälle aus. Auf dem Premium-Wanderweg Hexenklamm kannst du das Gebiet erforschen. Auf schmalen Pfaden geht es durch fast unberührte Natur. Das Symbol des knapp sieben Kilometer langen Wanderwegs ist eine grüne Hexe, die auf einem Besen reitet.