Hurrikan, Taifun, Zyklon – das sind alles regionale Bezeichnungen für einen tropischen Wirbelsturm. Eines haben sie alle gemeinsam: Erreichen sie eine gewisse Stärke, zerstören sie ganze Landstriche und bringen Menschen in Gefahr. So wie aktuell Hurrikan „Ian“ in Kuba und Florida

Die Wahrscheinlichkeit für einen tropischen Wirbelsturm ist oft zu bestimmten Saisons erhöht. Das heißt nicht, dass ein Urlaub zu dieser Zeit unmöglich ist – vor allem günstige Preise überzeugen manche Reisenden von einer Buchung. Dann sollten Urlauberinnen und Urlauber allerdings besonders wachsam und auf große Stürme vorbereitet sein. Diese Tipps helfen.

Hurrikane, Taifune und Zyklone: Wann und wo ist die Saison?

Wichtig zu wissen ist unter anderem, wann die Wirbelstürme in den Urlaubsländern Saison haben. Zwischen Juni und November ist meist die atlantische Hurrikansaison, von der die Karibik, Mexiko sowie südliche Staaten der USA stark betroffen sein können.

Hurrikan „Ian“ über dem Golf von Mexiko. Kuba und Florida hat der Hurrikan stark getroffen.

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Die pazifischen Taifune haben weder Ende noch Anfang – die Wirbelstürme können sich das ganze Jahr über im Nordwestpazifik sowie in Südostasien bilden. Die meisten kommen allerdings von Juli bis November. Betroffen sind Länder wie Japan, Taiwan, Thailand, Vietnam und die Philippinen. 

Die Zyklonsaison im Südpazifik dauert von November bis Ende April, während die Zyklonsaison im Indischen Ozean ebenfalls ganzjährig dauert. Die meisten Zyklone entstehen allerdings nach dem Sommermonsun im Mai, Juni, Oktober und November. Diese Wirbelstürme gefährden vor allem Mauritius, La Réunion, Madagaskar und die afrikanische Ostküste.

Airlines können Flüge streichen

Bei einem Wirbelsturm ist das Fliegen unmöglich, Airlines streichen dann ihre Flüge. Da Unwetter als außergewöhnlicher Umstand gilt und damit außerhalb des Verschuldens der Fluggesellschaft liegt, besteht bei einem wetterbedingten Flugausfall oder einer Flugverspätung grundsätzlich kein Anspruch auf Entschädigung. 

Bei einem Hurrikan oder einem anderen tropischen Wirbelsturm streichen Airlines Flüge, Flughäfen werden meist geschlossen.

Wer sich allerdings schon am Flughafen befindet und festsitzt, hat Anspruch auf eine ausreichende Versorgung und kostenlose Leistungen wie Snacks und Getränke. Grundsätzlich schicken Airlines in der Regel vorab Updates zum Flug per E‑Mail. Wer sich selbst über einen bevorstehenden Flug informieren will, kann sich im eigenen Kundenkonto einloggen, um eine Übersicht zu erhalten. Dort gibt es auch Hinweise dazu, ob der Flieger wie geplant abheben wird.

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Reisende, die ihren Flug über ein (Online-)Reisebüro oder eine Flugvermittlung gebucht haben, können die Flugnummer bei der durchführenden Airline checken. Die Flugnummer steht auf dem Ticket oder auf der Buchungsbestätigung.

Reisen in der Hurrikansaison: Mit bedacht packen

Wer sich dennoch dafür entscheidet, zum Beispiel während der Hurrikansaison zu verreisen, sollte sein Gepäck für den Notfall rüsten. Ein Ersatzladegerät für Telefonakkus gehört in jedes Handgepäck, ebenso wie eine Taschenlampe und Batterien. Falls der Strom im Land vorübergehend ausgefallen ist, kann eine Powerbank nützlich sein. 

Falls auch der Mobilfunkdienst ausfällt, kann laut der Risikomanagementfirma International SOS eine Kopie einer Straßenkarte sinnvoll sein, um sich am Urlaubsziel und im Notfall orientieren zu können. Ins Reisegepäck gehören zudem eine umfassende Reiseapotheke, ein Erste-Hilfe-Kasten und, wenn nötig, genügend Medikamente. Wer mit Baby oder Haustier verreist, sollte genügend Babynahrung und Tierbedarf einpacken.

Vor Ort sollte man sich bei einer Sturmwarnung mit genügend Nahrung und Wasser für 72 Stunden eindecken.   

Unwetterbenachrichtigungen aktivieren

Egal ob kurz vor dem Urlaub oder mittendrin – Urlauberinnen und Urlauber sollten auf lokale Fernseh-, Radio- oder Nachrichten-Websites achten, um Notfallmeldungen zu verfolgen. Am besten ist es, automatische Push-Benachrichtigungen zu aktivieren, um Informationen über Tornado-Warnungen, Evakuierungsbefehle oder andere Vorsichtsmaßnahmen zu erhalten.

Notfallnummern kennen und in Krisenvorsorgeliste eintragen

Auch die Notrufnummern zu kennen ist wichtig. Allerdings sollten diese nach einem Wirbelsturm wirklich nur im Notfall angerufen werden – immerhin ist das Hilfesystem ohnehin schon zusätzlich belastet. Außerdem lohnt es sich nicht immer, dort anzurufen, da nur knapp mehr als 70 Länder einen immer erreichbaren, landesweiten Rettungsdienst haben. In allen anderen Ländern müssen Urlauberinnen und Urlauber selbst zusehen, wie sie ins nächste Krankenhaus kommen. 

Vor der Abreise lohnt es sich unabhängig vom Land, sich in die Krisenvorsorgeliste Elefand einzutragen. Bei einem Katastrophenfall kann die Behörde so schnell Hilfe leisten.

Florida nach dem Hurrikan „Ian“ 2022. Die Straßen in Naples waren überschwemmt.

Auf Notfallwarnungen hören

Evakuierungen können Leben retten und helfen, das System nicht zu überlasten. Deshalb sollten Reisende auch einer freiwilligen Evakuierung Folge leisten – Vorsicht ist besser als Nachsicht. Dann werden Touristinnen und Touristen mit Lebensmitteln versorgt und können bei Bedarf schnell auf Erste Hilfe setzen. 

Die allgemeinen Rettungskräfte können sich so im Extremfall auf andere Prioritäten konzentrieren und Menschen mit medizinischen Problemen helfen oder Personen, die sich beispielsweise nach einem Unfall nicht mehr bewegen können.

Nach einem Hurrikan steht die Infrastruktur eines Landes oft Kopf. Reisende sollten sich auch an freiwilligen Evakuierungen beteiligen.

Einen Treffpunkt festlegen

Im Idealfall sitzen Reisende nach einer Evakuierung in einer Notfallunterkunft. Aber nicht immer läuft alles ideal, wenn ein Wirbelsturm übers Land fegt. Falls Familien, Freundinnen und Freunde oder Paare aus irgendeinem Grund getrennt werden, sollten sie einen Treffpunkt auf der Karte sowie eine Uhrzeit vor Eintreffen des Sturms abmachen. Denn das Mobilfunknetz wird überlastet sein oder kann gar komplett ausfallen. So ist mit etwas Glück ein Wiedersehen schnell möglich.