Ob aufwendig zubereitet oder nicht: Flugzeugessen schmeckt oftmals fade. Schuld daran ist allerdings nicht der Koch oder die Köchin – sondern die laute Geräuschkulisse in der Flugzeugkabine. Das geht aus einer bereits im Jahr 2010 veröffentlichten Studie eines Teams um die englische Psychologin Ellen Poliakoff hervor. 

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich der Lärm im Flugzeug auf die Geschmacksknospen auswirkt und den Sinn für Salzigkeit und Süße deutlich verringert. Subtile Geschmacksempfindungen sind bei lauten Geräuschen nicht möglich. Zumindest nicht in vollem Umfang.

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Zudem kam bei der Studie heraus, dass das Gefühl für Knusprigkeit im Flugzeug ansteigt – und: Je unangenehmer der Lärm für die Testpersonen war, desto schlechter schmeckte ihnen das Essen. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass Essen mit angenehmer Musik schmackhafter gemacht werden kann. Aus diesem Grund lassen viele Restaurants im Speisesaal auch leise Musik abspielen.

So wurde die Studie durchgeführt

Die an der Studie teilnehmenden Testpersonen erhielten alle das gleiche Essen. Während einige beim Verzehr keinerlei Geräuschen ausgesetzt wurden, hörten andere „weißes“ Rauschen – mal leise, mal laut.

Zusätzlich wurden den Testpersonen die Augen verbunden, sodass die Optik das Geschmacksempfinden nicht beeinflussen konnte. Anschließend musste jede Person bewerten, wie intensiv und lecker das blind verkostete Essen schmeckte. 

Auch niedriger Luftdruck verändert Geschmack

Ein weiterer Faktor, der Einfluss auf dem Geschmack hat, ist der Luftdruck. Die Reiseflughöhe beträgt zwischen 10.000 und 12.000 Metern, und der Luftdruck in der Kabine ist vergleichbar mit dem auf der Zugspitze.

Das führt dazu, dass die Luft zum Atmen etwas knapper wird und das Blut folglich nicht mehr so gut mit Sauerstoff versorgt wird. Damit nimmt auch die Wahrnehmungsfähigkeit von Geruchs- und Geschmacksrezeptoren ab, ähnlich wie bei einem Schnupfen.

Zucker wird ungefähr 15 bis 20 Prozent weniger herausgeschmeckt, die Wahrnehmung von salzigen Aromen verringert sich um 20 bis 30 Prozent. Nicht beeinträchtigt ist die Empfindung für Bitteres und Saures.