Was in Andalusien die weißen Dörfer (Pueblos blancos) sind, verkörpern in der autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha die schwarzen Dörfer (Pueblos negros). Die meisten von ihnen liegen in der Provinz Guadalajara, eingebettet in den Naturraum der Sierra de Ayllón. 

Doch wer bei dem Ausdruck schwarzes Dorf an dunkle Magie denkt, liegt falsch. Ihren Namen haben die kleinen Ortschaften, deren Einwohnerzahl sich im zweistelligen bis dreistelligen Bereich befindet, aufgrund ihrer Bauweise: Schwarzes Schiefergestein, Lehm und dunkle Holzbalken geben den Dörfern ihren besonderen Look. Wir stellen dir unsere Dorf-Favoriten vor.

1. Campillejo

Die kleine Kirche ist die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes Campillejo und spiegelt die typische Architektur der schwarzen Dörfer wider. Sie wurde Ende des 20. Jahrhunderts unter Berücksichtigung der ursprünglichen Bauweise restauriert. 

Campillejo liegt auf 1100 Metern Höhe am Westhang des Ocejón-Gipfels und ist aufgrund seiner Nähe zu vier Berggipfeln mit über 2000 Metern ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen. Auch Mountainbikefans kommen hier auf den Strecken der Umgebung auf ihre Kosten. Wer Kanu fahren möchte, findet im nahe gelegenen Stausee El Vado ein gutes Revier.

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Die kleine Kirche von Campillejo ist die Hauptsehenswürdigkeit des malerischen Örtchens.

2. Valverde de los Arroyos

Eine hübsche Bergstraße führt in den Ort Valverde de los Arroyos. Auf gut 1200 Metern Höhe fügen sich die Gassen, Plätze und Häuser des Ortes zu einem malerischen Kleinod der Architektur zusammen. Der im Verhältnis zur Dorfgröße große Hauptplatz Plaza Mayor mit seinem Brunnen, die Kirche San Ildefonso von 1854 und das ethnografische Museum sind unbedingt sehenswert.

Valverde de los Arroyos gehört zum Verband der schönsten Dörfer Spaniens.

In der Umgebung von Valverde de los Arroyos locken zahlreiche Wanderwege in die Natur, beispielsweise zum Wasserfall Chorreras de Despeñalagua.

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3. Campillo de Ranas

Campillo de Ranas liegt im Herzen der Route der schwarzen Dörfer von Guadalajara. Gerade mal 60 Einwohnerinnen und Einwohner zählt das Dorf, andere Quellen sprechen von 160. So oder so ist das Örtchen überschaubar. Der dunkle Schiefer dominiert auch hier die Mauern, labyrinthartigen Gassen und Dächer.

Die Kirche Santa Maria Magdalena mit ihrem auffälligen Glockenturm sowie die Sonnenuhr am Pfarrhaus neben der Kirche gehören zu den Sehenswürdigkeiten des Dorfes. Aufgrund seiner Lage hat man vom Ortsrand aus einen tollen Blick auf das Ocejón-Massiv mit seinen 2049 Metern Höhe.

Ein Abstecher nach Campillo de Ranas gehört bei den Ausflügen in die schwarzen Dörfer dazu.

4. Umbralejo

Einwohner: null. Das Dorf Umbralejo ist ein Lost Place, Anfang der 70er-Jahre verließen die letzten Einwohnerinnen und Einwohner den Ort Richtung Stadt. Verdenken kann man es ihnen nicht: Weder fließendes Wasser noch Strom waren in dem Ort vorhanden. Um Umbralejo, dessen Besuch einer Zeitreise gleicht, zu erhalten, werden die Gebäude seit Mitte der 80er-Jahre saniert.

Das Dorf Umbralejo ist seit Anfang der 70er-Jahre verwaist.

Im Sommer dient der Ort mittlerweile als Sommerlager für Schulklassen und Studierende. Unbelebt ist es jedoch auch außerhalb dieser Zeit nicht. Ziegen, Schafe, Esel oder Hühner durchforsten dann die Gassen des verwaisten Ortes. Wer weiß, vielleicht tauchen auch sie dabei ein wenig in die Vergangenheit ein.

5. Roblelacasa

Das antike Schieferdorf Roblelacasa ist ein Musterbeispiel der schwarzen Architektur. Die Häuser und Gebäude sind so gruppiert, dass die Bewirtschaftung der Obstgärten und die Viehhaltung von Schweinen, Ziegen, Hühnern und Schafen optimal möglich sind.

In Roblelacasa sind die Straßen und Gassen verwinkelt. Die Schieferplatten, die das Dorf prägen, stammen aus den umliegenden Steinbrüchen. 

Das kleine Roblelacasa darf bei einer Besichtigungstour der schwarzen Dörfer nicht fehlen.

Um die Naturidylle rund um Roblelacasa und die beeindruckende Sicht auf das Dorf aus der Ferne zu genießen, lohnen sich Wanderungen im Umland. Im Angebot hat die Gegend viele Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Einer davon ist der Wanderweg Camino de Matallana PR-GU-02, der im oberen Teil des Ortes beginnt. 

6. Majaelrayo

Auf hügeligem Land erbaut, liegt Majaelrayo eingebettet in die Wiesen der Umgebung. Die reichhaltigen Wiesen für das Vieh sowie die damals um den Ort gelegenen großen Eichenwälder, die für die Produktion von Holzkohle genutzt wurden, bescherten Majaelrayo damals eine Art Reichtum. 

Perfekt angepasst an die Natur und die damaligen Bedürfnisse: Majaelrayo.

Nur 130 Kilometer entfernt von Madrid kannst du in Majaelrayo in die Vergangenheit eintauchen und eingeschossige Häuser aus einer anderen Zeit bewundern. Natürlich lohnt auch hier die Erkundung der Gegend zu Fuß. So führt beispielsweise direkt neben dem Rathaus ein 16,4 Kilometer langer Rundweg an zahlreichen landschaftlichen Highlights wie den Bergen Peña Bernardo und dem Peña de los Santos vorbei.