Sie sind selten, aber äußerst einprägsam: Horrorgeschichten von ekligen Flecken und krabbelnden Mitbewohnern in Hotels. Gästinnen und Gäste berichten immer wieder von Stichwunden, Juckreiz und merkwürdigen Gerüchen auf ihren Zimmern. Der reisereporter erklärt, was bei ekligen Flecken zu tun ist und wie man unerwünschte Zimmergenossen aufspüren kann.

Gefahr für die Gesundheit: Schimmel

Sie verstecken sich hinter Schränken, unter der Fensterbank oder in den Ecken des Badezimmers: Schimmelflecken. Die typischen schwarzen Schlieren sind meistens Folge von Baumängeln und schlechter Lüftung. 

Schimmelpilze zeigen sich in schwarzen Schlieren, die sich zum Beispiel auf feuchten Tapeten ausbreiten.

Die Keime und Poren breiten sich am liebsten auf organischen Materialien wie Holz oder Tapeten aus – bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit entsteht ein sichtbarer Schimmelpilz, zu dem sich fortwährend Bakterien und andere Mikroorganismen gesellen.

Sind die schwarzen Flecken erst einmal sichtbar, ist es meistens schon zu spät: Um sie zu beseitigen, die Ursache zu finden und betroffene Wände zu trocknen, sind meistens aufwendige Bauarbeiten notwendig. Haben sich die Schimmelpilze auf Textilien oder Möbeln festgesetzt, bleibt in der Regel nur die Entsorgung.

Welche Folgen hat Schimmel für die Gesundheit? 

Schimmelpilze können allergische Reaktionen auslösen und Atemwegserkrankungen wie Asthma verstärken. Vor allem immungeschwächte Menschen sollten Räume mit Schimmelbefall meiden.

Wo tritt Schimmel auf?

Schimmel kann in allen Urlaubsländern auftreten. Besonders hoch ist die Gefahr in südlichen Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Doch auch im kühlen Klima können die Pilze gedeihen, wenn die Räume zum Beispiel nicht ausreichend beheizt oder die Außenwände schlecht isoliert sind.

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Urlauberinnen und Urlauber sollten ihr Hotelzimmer oder ihre Ferienwohnung deshalb genau inspizieren und, soweit möglich, einen Blick hinter die Möbel, in die Ecken und hinter Vorhänge werfen. Besonders schimmelanfällig sind fensterlose Badezimmer und Klimaanlagen. Versteckter Schimmel macht sich häufig durch modrigen Geruch bemerkbar.

Was tun bei Schimmelbefall im Hotel?

Schimmelflecken im Hotel sollten der Reiseleitung und dem Reiseanbieter umgehend mitgeteilt werden. Sofern die Organisatoren keine Lösung anbieten, etwa ein anderes Zimmer oder Hotel, können Reisende einen Mangel geltend machen und im Nachhinein eine Entschädigung einfordern. Dafür müssen die Mängel mit Fotos dokumentiert und die Erstattung schriftlich eingefordert werden. Die Reisepreisminderung bei Schimmelbefall liegt laut „Frankfurter Tabelle“ zwischen 3 und 30 Prozent.

Bei privat gebuchten Ferienwohnungen ist der Weg zur Erstattung manchmal komplizierter, da nicht das Reise-, sondern das nationale Mietrecht greift. Letzteres sieht normalerweise keinen Anspruch auf Rückzahlungen vor. Im Streitfall müssen Mängel von einem lokalen Gericht geklärt werden.

Fleißige Weltentdecker: Bettwanzen

Ganz gleich, ob Luxushotel oder Billighostel: Die Gefahr eines Bettwanzen-Befalls besteht in allen Gasthäusern. Fehlende Hygiene, bauliche Mängel oder natürliche Bedingungen spielen dabei keine Rolle. Vielmehr sind die kleinen Parasiten fleißige Weltentdecker.

Sie reisen mit Touristinnen und Touristen einfach von einem Hotelzimmer zum nächsten. Dafür setzen sie sich zum Beispiel in den Koffern fest. Besonders verbreitet sind Bettwanzen in den USA und Australien.

Wie erkennt man Bettwanzenstiche?

Bettwanzen sind nachtaktiv und leben wie Zecken von menschlichem Blut. Tagsüber verstecken sich die rot-braunen Mini-Blutsauger gerne in Matratzen und Bettrahmen. Dort lauern sie ihren schlafenden „Opfern“ auf und befallen vorrangig nicht bedeckte Körperstellen, zum Beispiel Arme, Beine, Schultern oder das Gesicht. Am nächsten Tag plagen die Befallenen dann juckende Bisswunden.

Bettwanzen orientieren sich an Wärme und CO₂-Ausstoß. Deshalb fällt es ihnen nicht schwer, unbedeckte Körperstellen zu finden.

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Viele Menschen halten die roten Pusteln zunächst für Mückenstiche. Bei einem genaueren Blick kann man die Bisse aber deutlich unterscheiden. Bettwanzen schnappen auf der Suche nach Blutgefäßen oft mehrfach in einem kleinen Hauptbereich zu. Dabei hinterlassen sie sogenannte Wanzenstraßen aus roten und leicht angeschwollenen Flecken, Blasen oder Knötchen.

Wenn sich die Bisswunden nicht entzünden, heilen sie in der Regel innerhalb von einer Woche. Krankheiten übertragen Bettwanzen normalerweise nicht.

Wie spürt man Bettwanzen auf?

Ob es sich wirklich um Bettwanzen handelt, lässt sich am besten an ihren Hinterlassenschaften erkennen. Insbesondere in der Nähe des Bettes, zum Beispiel in Ritzen zwischen Matratze und Bettkasten, von Wänden und Tapeten oder in Fußleisten, Vorhängen und Steckdosen, lassen sich bei genauer Suche häufig Ausscheidungen in Form von kleinen schwarzen Punkten finden. Zudem sind auf dem Bettlaken oft kleine Blutflecken zu erkennen.

Nach Bettwanzenbissen sollte man umgehend die Unterkunft informieren und das Zimmer wechseln. Für das Hotel ist der Befall eine kostspielige Hiobsbotschaft: Professionelle Schädlingsbekämpfer müssen die Zimmer aufwendig reinigen.

Alternativlos nach Bettwanzenbefall: Kammerjäger säubern ein Hotelzimmer in Kanada.

Um auszuschließen, dass die Bettwanzen in das nächste Hotelzimmer oder gar nach Hause mitreisen, sollte man den Koffer genau nach den Parasiten absuchen und möglichst in einer Badewanne auspacken – die kleinen Tiere tun sich schwer, die glatten Wände hinaufzukrabbeln.

Umfassende Informationen darüber, was gegen Bettwanzenstiche oder bei einem Befall zu tun ist, gibt es in einer 20-seitigen Broschüre des Umweltbundesamtes.

Die Ekel-Könige: Kakerlaken

Eines derjenigen Tierchen, die Menschen am häufigsten Gänsehaut bescheren, ist wohl die Kakerlake. Während sie in Deutschland selten vorkommt, trifft man die Schädlinge an beliebten Urlaubsorten wie Mallorca, Gran Canaria, Teneriffa oder Bali im Sommer regelmäßig an. Sie mögen es feucht und warm und fühlen sich deswegen in südlichen Ländern besonders wohl.

Wie erkennt man einen Kakerlakenbefall?

Prüfe bei der Ankunft das Zimmer oder die Wohnung direkt auf Schädlingsbefall. Dafür solltest du Bettrahmen, Nachttische und andere Möbel untersuchen, ebenso Fenster- und Türrahmen, den Badezimmerbereich und die Küche. Achte besonders auf Abflüsse und Mülltonnen. Typische Anzeichen für einen Kakerlakenbefall sind Insektenhäute: Die abgestreifte Hülle verbleibt meist in der Nähe des Rückzugsortes.

Zum Schaudern: Kakerlaken wirken aufgrund ihrer Größe und der langen Fühler besonders abstoßend.

Eipäckchen: Die Pakete, ungefähr so groß wie eine Kaffeebohne, werden ebenfalls in der Nähe des Rückzugsortes abgelegt.

Ausscheidungen: Der Kot von Kakerlaken erinnert an Kaffeepulver. An Wänden oder anderen Flächen verlaufen Kotspuren häufig in einer Linie.

Fraßschäden: Schäden an Lebensmittelvorräten, Kleidungsstücken und Einrichtungsgegenständen.

Findest du diese Anzeichen oder entdeckst sogar eine Kakerlake, solltest du diese dem Hotelpersonal oder der Ferienhausvermietung melden und um ein anderes Zimmer bitten.

Kakerlaken in Hotel oder Ferienwohnung – das kannst du tun

Generell solltest du Lebensmittel immer in verschließbaren Verpackungen oder im Kühlschrank aufbewahren. Auch Essensreste oder Kleckereien solltest du direkt beseitigen und schmutziges Geschirr sofort spülen. Mülltonnen sollten regelmäßig entleert werden.

In Regionen mit vielen Kakerlaken stellen Hotelbetreiber oder Wohnungsvermietungen häufig Insektensprays, Köderboxen oder Gels in den Räumen auf, damit die Gäste das Ungeziefer selbst bekämpfen können. Die sicherste Variante, Kakerlaken wieder loszuwerden, ist der Anruf beim Kammerjäger.

Sie gehen unter die Haut: Milben

Energie, Verpflegung, Personal ... Für die Bewirtung ihrer Gästinnen und Gäste fallen bei Hotelbetreiberinnen und Hotelbetreibern hohe Kosten an. Insbesondere Häuser in niedrigen Preissegmenten versuchen daher, so viel wie möglich einzusparen, ohne es die Kundinnen und Kunden spüren zu lassen.

Staubmilben unter dem Mikroskop: Die Ausscheidungen der winzigen Tierchen führen bei vielen Menschen zu einer Hausstauballergie.

Das gelingt leider nicht immer. Ein besonderes Augenmerk sollten Reisende deshalb auf Matratzen, Teppiche und Vorhänge haben. Wenn diese nicht oft genug ausgetauscht werden, nimmt die Zahl der Milben überhand – was Allergikerinnen und Allergikern den Schlaf rauben und unangenehme Bisswunden zur Folge haben kann.

Wie erkennt man Milbenbisse?

Es gibt etwa 50.000 verschiedene Milbenarten, von denen nur ein kleiner Teil erforscht ist. Die bekannten Arten sehen aus wie kleine rote, weiße oder schwarze Punkte. Als Plagegeister für den Menschen haben sich vor allem Hausstaubmilben einen Namen gemacht. Sie beißen nicht, doch ihre Ausscheidungen gelten als Auslöser der Hausstauballergie, unter der etwa 10 Prozent der Deutschen leiden. Andere Arten lösen mit ihren Bissen Schwellungen und Rötungen aus, die meistens großflächiger als Mückenstiche sind und Juckreiz auslösen.

Grab- und Krätzmilben „buddeln“ sich dagegen unter der Hautoberfläche entlang und hinterlassen dabei kleine „Gräben“, in denen sie ihre Eier ablegen. Die Tunnel lassen sich mit einer Lupe gut erkennen. Ihre Bisse lösen einen juckenden Ausschlag sowie eine rötliche Hautschwellung aus. Wenn die Larven schlüpfen, nimmt der Juckreiz massiv zu. Raubmilben hinterlassen zusätzlich Schuppen auf der Haut. Krätzmilben verursachen kleine Knötchen und Pusteln, die Krätze auslösen können.

Was tun bei Milbenbissen?

Das Wichtigste: nicht kratzen! Dadurch entstehen kleine Wunden, die sich entzünden können. Milbenbisse sollten zunächst desinfiziert und bestenfalls mit einem Kühlakku gekühlt werden, um den Juckreiz und die Schwellung zu lindern. Bestehen Zweifel bei der Feststellung der Milbenart, sollten sich Gebissene von einem Arzt untersuchen lassen. Vor allem bei Krätzmilben sollten man Vorsicht walten lassen.

Wie lassen sich Milben bekämpfen?

Milben lassen sich nicht ausmerzen – dafür gibt es schlichtweg zu viele. Auf Reisen empfiehlt sich ein Milbenspray, das die Spinnentierchen abtöten soll. An der Wirksamkeit der Stoffe gibt es allerdings Zweifel. Effektiver sind spezielle Schutzbezüge für Matratzen, aus denen die Gliederfüßer nicht entweichen können.

In Hotels wie auch zu Hause sollten Matratzen spätestens nach sieben Jahren ausgetauscht werden. Die Bettdecken sollten morgens aufgeschlagen und belüftet werden. Ein beliebter Rückzugsort für Milben sind auch Teppiche und Vorhänge – Allergikerinnen und Allergiker sollten sie regelmäßig mit Milbenspray einsprühen. Auch an Stofftieren von Kindern setzen sich Milben gerne fest. Um sie loszuwerden, sollten Bärli, Dolly und Co. regelmäßig bei 60 Grad gewaschen oder für 24 Stunden in die Kühltruhe gelegt werden.

Versteckt unter Bettlaken: Urin, Schweiß und Blut

Bei diesen Flecken will man gar nicht wissen, wie sie entstanden sind ...

Vor allem preisgünstige Unterkünfte werden für Urlauberinnen und Urlauber manchmal zur Ekel-Falle. Um Kosten zu sparen, wird der ein oder andere Fleck vom Personal der Unterkunft schon mal überdeckt. Meistens spielen die Gästinnen und Gäste dabei auch eine Rolle, wenn sie der Unterkunft eine selbst verursachte Verunreinigung verschweigen.

Manche Flecken lassen sich nicht eindeutig definieren. Auf dieser Matratze handelt es sich vermutlich um Blut.

Mit kleineren Flecken auf dem Teppich oder an den Vorhängen mag man sich noch arrangieren können. Besonders unangenehm wird es aber dann, wenn die Bettmatratze betroffen ist. In Hotelbewertungen lassen sich immer wieder Fälle finden, in denen sich unter dem Bettlaken Blut-, Schweiß- oder Urinflecken verbergen. Schlimmeres kann man sich an dieser Stelle vorstellen, ohne es beschreiben zu müssen. 

Vor der ersten Nacht im Hotelbett sollten Urlauberinnen und Urlauber also einen vorsichtigen Blick unter das Laken werfen und bei Verunreinigungen auf einen Zimmerwechsel bestehen. Bei Pauschalreisen ist auch hier der Reiseanbieter in der Pflicht, eine Lösung anzubieten. Andernfalls können Ansprüche für Erstattungen geltend gemacht werden.