Nach langer Dürre hält der Tropensturm „Hermine“ die Kanarischen Inseln mit starken Windböen und heftigen Regenfällen in Atem. 

Mehr als 500 Flüge zu den Inseln im Atlantik vor der Westküste Afrikas sowie zwischen den Inseln wurden gestrichen, teilte der spanische Flughafenbetreiber Aena mit. Die meisten Flugausfälle gab es mit jeweils über 160 demnach auf Teneriffa und auf Gran Canaria.

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Viele Passagiere sitzen am Flughafen fest

Die nationale Wetterbehörde Aemet meldet einen Niederschlagrekord für den Monat September. Auf den Inseln Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera, La Palma und Hierro wurden Niederschläge von jeweils mehr als 100 Litern pro Quadratmeter registriert. 

Die Regionalregierung rief den Alarmzustand aus. Auf einigen Inseln kam es vereinzelt zu Stromausfällen, kleineren Erdrutschen und vollgelaufenen Kellern. Menschen kamen laut bisherigen Berichten nicht zu Schaden.

Seit Montagmorgen entspannt sich die Lage etwas. Der ausgerufene Alarmzustand könne voraussichtlich Montagmittag wieder aufgehoben werden, teilte die Regionalregierung mit. Allerdings sitzen noch viele Passagierinnen und Passagiere an Flughäfen der Inseln fest, der Flugverkehr ist weiterhin beeinträchtigt. Am Flughafen Teneriffa wurden am Montag laut Aena 35 Flüge gestrichen, auf Gran Canaria 20.

Der Flughafenbetreiber Aena rät Reisenden auf Twitter, sich bei der Fluggesellschaft über den Flugstatus zu informieren.

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Flug gestrichen? Das kannst du jetzt tun

In der Regel verschicken die Airlines Updates zu deinem Flug per E‑Mail. Alternativ kannst du dich in dein Kundenkonto einloggen, um eine Übersicht über bevorstehende Flüge zu erhalten. Hier findest du auch Hinweise dazu, ob dein Flieger wie geplant abheben wird.

Hast du den Flug über ein (Online-)Reisebüro oder eine Flugvermittlung gebucht, kannst du die Flugnummer bei der durchführenden Airline checken. Ein Kundenkonto benötigst du hierfür nicht. Die Flugnummer findest du auf dem Ticket oder auf der Buchungsbestätigung.

Welche Rechte du hast, wenn du von einem Flugausfall betroffen bist, regelt innerhalb der Europäischen Union die EU-Fluggastrechteverordnung. Einen Anspruch auf Entschädigung hast du bei einem wetterbedingten Flugausfall oder einer Flugverspätung grundsätzlich nicht. Denn laut Europäischem Parlament fallen Unwetter in die Kategorie der außergewöhnlichen Umstände und liegen damit außerhalb des Verschuldens der Airline.

Auch im Fall von außergewöhnlichen Umständen muss die Airline aber eine ausreichende Versorgung am Flughafen gewährleisten. Sitzt du am Flughafen fest, hast du das Recht auf kostenlose Leistungen, zum Beispiel Snacks und Getränke.

Unwetter am Urlaubsort: Diese Rechte haben Pauschalreisende

Wer eine Unterkunft in einer betroffenen Region gebucht hat, fragt sich nun womöglich: Bekomme ich mein Geld erstattet, wenn ich nicht anreisen kann oder möchte?

Bei einer Pauschalreise können Urlaubende aufgrund außergewöhnlicher Umstände kostenlos stornieren – allerdings nur, wenn das Unwetter in unmittelbarer Nähe zum Urlaubsort aufgetreten ist und es konkrete Beeinträchtigungen gibt.

„Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott gegenüber dem reisereporter. Die Reiseveranstalter müssen ihren Kundinnen und Kunden in dem Fall sämtliche Kosten erstatten.

Diese Rechte haben Individualreisende

Individualreisende müssen hingegen in die Vertragsbedingungen ihres Fluges und ihrer gebuchten Unterkunft schauen. Grundsätzlich gilt: Wird ein Flug durchgeführt und steht eine Unterkunft zur Verfügung, ergibt sich kein Recht auf eine gebührenfreie Stornierung.

„Ist die Ferienunterkunft zugänglich und ohne Gefahr für Leib oder Leben nutzbar, ist man auf die Kulanz des Anbieters oder günstige AGB angewiesen“, heißt es seitens des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ). Das bedeutet, entweder wurde ohnehin mit kurzfristiger Storno-Möglichkeit gebucht oder der Anbieter der Unterkunft stimmt zum Beispiel der Verschiebung des Urlaubs zu.

Ein kostenloses Stornierungsrecht ergebe sich auch nicht, wenn wegen der Flutschäden Ausflugsziele in der Region nicht erreichbar seien. Ausnahmen gebe es gelegentlich nur, wenn das Ausflugsziel explizit beworben wurde.